Freundschaften, ein flüchtig Gut?

Bevor wir unsere Ausreise nach Thailand antraten, machte ich ein großes Fest für alle Freunde.

Schon da fiel mir auf, dass es so viele gar nicht sind. Bekannte habe ich eine Menge, aber Freunde?

Es kommt vielleicht darauf an, wie man den Begriff „Freund“ für sich definiert. Kulturell sehen Deutsche in einem Freund viel mehr als z.B. ein Amerikaner, Deutsche möchten gerne eine gewisse Tiefe in Beziehungen. Das trifft auf mich ganz bestimmt zu.

Viele Menschen haben Freunde aus der Jugendzeit, mein momentaner Freundeskreis ist erst ein paar Jahre vor der Ausreise entstanden. Ich habe da nicht viel erwartet und sorgte mich, dass bei unserer Rückkehr alle Verbindungen verloren seien.

Tatsächlich aber sind es diese Freunde, die bei jeder Heimreise freudige Mails schicken und Treffen arrangieren. Die sich interessieren und auch mal Fragen stellen, neugierig sind und zuhören möchten.

Ich habe eine kleine Schar wunderbarer, früherer Kolleginnen, die längst Freundinnen wurden. Mit ihnen habe ich weiterhin Konkakt und auch bei ihnen bin ich mir sicher, dass ich wieder in ihrer Mitte ankommen werde.

Mittlerweile sind 3,5 Jahre vergangen und ich spüre die Zeit wie ein gefräßiges Monster, das langsam aber unaufhaltsam die alten Bande zersetzt. Die Mails werden weniger, man hat sich nichts mehr zu erzählen, die Gemeinsamkeiten sind auf Geschichten aus der Vergangenheit geschrumpft.

Die Bekannten sind längst schon fort. Das ist auch in Ordnung so. Niemand legt sein Leben auf eine Wartehalde, nur weil wir diese Entscheidung getroffen haben. Vielleicht läßt sich die eine oder andere Bekanntschaft wiederbeleben, bei ein paar Leuten würde ich mich freuen.

Allerdings gibt es eine Familie, die wirkliche Freunde sind. Da weiß ich, dass es hält. Wir hatten uns in China kennengelernt und wohnen auch 2 Stunden Autofahrt voneinander. Diese Menschen sind richtige Freunde, da kann ich Taschentücher vollheulen und mich lautstark über Ärgernisse auslassen. Dort finde ich Ruhe und tiefe Einsichten, kluge Gespräche und guten Wein. Bei ihnen habe ich keine Sorge, dass ich sie verlieren könnte. Und das macht mein Leben wirklich reicher. Ich hoffe, dass ich auch so eine gute Freundin für sie bin!

14 Gedanken zu “Freundschaften, ein flüchtig Gut?

  1. Gestern Abend veröffentlichte ich bei FB einen für mich klaren, für viele Leser aber bestimmt s t r e i t i g e n GEDANKEN über FREUNDSCHAFT:
    *

    *Freundschaft erleben

    Nicht SEX, sondern FREUNDSCHAFT
    ist die wichtigste menschliche VERBINDUNG
    zwischen MANN und FRAU –
    denn sie bedarf einer ausdauernden SORGFALT
    im VERSTEHEN, FÜHLEN, DENKEN und HANDELN …

    __
    © PachT 2017

    ***********
    Vielleicht bin ich doch schon zu alt, – HILFE – ,
    w i e kann ich meinen BEITRAG eigenständig einfügen … ?
    Meine ANMELDUNG ist erledigt … Danke im voraus !

    Gefällt 2 Personen

    • Du schreibst einfach den Eintrag hier genauso, als würdest Du ihn bei Dir im Blog schreiben.
      Am einfachsten geht das, wenn Du den Gruppenblog ohnehin aufgerufen hast und dann oben rechts auf „Schreiben“ gehst, dann landet der Eintrag direkt in dem Blog. Über andere Wege muss man ggf. erst auswählen, in welchem Blog man schreiben will. Der Gruppenblog sollte in der Liste Deiner Websites in dem Fall jedenfalls auftauchen…

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  2. Ja, die Zeit frisst manche „Freundschaften“ bzw. manchmal ändern sich einfach so die Lebenswege, dass – wie du schon geschrieben hast – nichts gemeinsames mehr bleibt. Aber es gibt tatsächlich Freundschaften, wie du es auch erlebst, die das „überleben“ und das ist einfach schön.

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  3. Bei Freundschaften geht bei mir eindeutig Qualität vor Quantität. Dass Freundschaften kommen und gehen, das ist wohl einfach der Lauf der Dinge. Leben ist Veränderung. Da gibt es nur wenige Konstante. Beste Freundschaften gehören für mich persönlich in eine andere Liga.
    Nach vierzehn Jahren Schweden haben wir noch immer unsere beste Freundin und unseren besten Freund. Beide leben in unserer alten Heimat.

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  4. Es gibt echt wenig Menschen, bei denen man sich beinahe sicher sein kann, dass man sie nicht verliert. Ich habe eigentlich nur eine Freundin, bei der ich so denke, obwohl ich noch andere liebe Freundinnen habe, die ich so schnell auch nicht verlieren werde. 😉

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