Freundschaften und Bekanntschaften, wo ist da der Unterschied?

Freunde oder Bekannte? Manchmal, finde ich, liegt das ganz schön nah beieinander, so dass die Grenzen sich teilweise verwischen.

Ich könnte ganz klar, ein paar echte feste Freundschaften aufzählen und auch viele lockere Bekanntschaften und natürlich die sehr wenigen besten Freundschaften. Aber es gibt auch ein paar Leute, wo ich nicht genau sagen könnte, ob ich schon über Freundschaft oder doch nur gute Bekanntschaft reden würde. Freundschaften können auf jeden Fall unterschiedlich intensiv sein.

Für mich gehört zu einer Freundschaft: Ehrlichkeit; dass ich mich in der Gegenwart richtig wohl fühle und das auch, wenn man sich länger nicht gesehen, gehört oder gelesen hat; Interesse an dem Anderen, an dessen Leben, an dessen Probleme, an dessen Freuden (auch wenn man nicht immer alles mitbekommt und auch nicht alles wissen muss); dass ich, wenn ich wollte, über alles mit der Person reden könnte; gegenseitig zuhören können; ein Geben und Nehmen (ohne Erwartungshaltung, was bekomme ich dafür und trotzdem nicht einseitig) – eine Art Balance sozusagen und wenn es nur so ist, dass ich weiß, dass ich im Falle eines Falles Hilfe bekommen würde, also Verlässlichkeit, wenns drauf ankommt; Fehler verzeihen können.

Wie auch immer: Freundschaften bereichern das Leben und doch muss man keine auf „Teufel-komm-raus“ schließen und versuchen aufrecht zu erhalten. Macht auch keinen Sinn – Freundschaften kann man nicht erzwingen.

Bei besten Freunden passt es einfach, da gibt es kein Für oder Wieder, das ist dann einfach so. Das ist so ähnlich, wie mit der bedingungslosen Liebe zu den eigenen Kindern, die ist auch einfach da ohne dass man etwas dafür tun muss.

10 Gedanken zu “Freundschaften und Bekanntschaften, wo ist da der Unterschied?

  1. …ich habe Probleme mit so festen „Schubladen“…so möchte ich meine Leute nicht in Freunde oder Bekannte einteilen…wer weiß schon, wer einem bei wirklicher Not helfen wird, vielleicht ein völlig Unbekannter…da ist mir weitgehende Offenheit am liebsten, vielleicht ist morgen der alte Penner mein bester Freund oder die eingebildete, alte Schachtel? …ich möchte offen bleiben dafür, dass jeder Mensch mein Freund sein kann, wenn er es denn möchte…

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    • Offenheit mag ich auch, das eine schließt das andere ja auch nicht unbedingt aus. Solange man sein „Sortiersystem“ nicht fest verriegelt und bereit bleibt, neu zu ordnen, so wie man das mit seinem Leben ja auch manchmal macht, kann man auch (falls vorhanden) eingeräumte Schubladen auch wieder umräumen. Etwas im Leben einzuordnen, bedeutet ja nicht gleichzeitig, dass man unbedingt unflexibel ist.
      Wenn ich z.B. bei meinem Tagesablauf oder meinetwegen auch Monatsablauf Prioritäten setzen muss, um nicht etwas mir wichtiges zu verpeilen und dafür einen bestimmten Termin eingetragen habe, packe ich das ja gewissermaßen auch in eine Schublade. Sollte es jedoch vorkommen, dass etwas passiert, das etwas anderes noch wichtiger macht, kann ich meinen Kalender etwas umschreiben, so dass es wieder passt, wenn ich das will. Ich gebe zu, dass das ein etwas blödes Beispiel ist, aber ich hoffe, du verstehst wie ichs meine. 🙂
      So können sich natürlich auch Freundschaften und Bekanntschaften immer wieder verschieben. Das Leben ist eben unberechenbar.

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      • …ich verstehe gut, was Du meinst und kann es nachvollziehen…mich hat das Leben gelehrt…in meiner größten Not, haben mir Leute geholfen, die ich vordem noch nicht einmal gekannt hatte, und die, die mir hätten zur Seite stehen sollen, sind mir obendrein noch in den Rücken gefallen…das war eine Erfahrung, die ich so nicht erwartet hatte, glaub mir, daher bin ich vorsichtig mit solchen Begriffen wie Freundschaft usw….ich halte grundsätzlich alles für möglich, auch, dass ein angeblicher Freund, sich tatsächlich als ein solcher erweist, ebenso wie das Gegenteil…

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  2. Ob ein Freund ein Freund ist, zeigt sich ja meist erst dann, wenn man in eine Krise kommt und Hilfe braucht. Und auch genau dann zeigt sich manchmal jemand, den man nur für einen Bekannten hielt, als Freund. Solange alles easy ist, da hast Du recht, kann man das nur schlecht auseinanderhalten – Bekannte, Freunde, da geht’s mir wie Dir, das ist keine intellektuelle Entscheidung, das entscheidet sich ganz nach Gefühl.

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  3. Ich denke, dass das Wort Freundschaften ein sehr dehnbarer Begriff ist, den jeder anders für sich auslegt. Beste Freundschaften sind wohl schlichtweg eine andere Liga. Für mich ist der Übergang von einer Bekanntschaft zu einer Freundschaft auch fließend – wenn es ihn denn gibt. Denn Bekanntschaften kommen und gehen. Ein Leben ohne Freundschaften möchte ich mir nicht einmal vorstellen müssen. 🙂

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  4. Ich denke erst in der Not weiß man wer genau zu einem steht. Wenn alles gut ist, dann spricht man schon mal schnell von Freunden, doch es zeigt sich wenn man sie wirklich mal braucht wer zu einem steht. Oftmals sind das nur ganz wenige Menschen, doch sie sind so kostbar.

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