Die komplette Weihnachtsgeschichte

Liebe Gruppenblogmitglieder und -leser,

hier findet Ihr unsere komplette Weihnachtsgeschichte 2017 als Audioversion, als Link zur Geschichte als PDF sowie die gesamte Geschichte auch noch einmal im Eintrag!

Die Autoren Corona, Berta, Ichbinsg, Annsworld1987, Lesenbiene und Brathahn und der Sprecher der Audioversion Sigurd6 wünschen Euch Frohe Weihnachten und hoffen, Euch hat unsere Weihnachtsgeschichte gefallen.


Zur Weihnachtsgeschichte 2017 als PDF HIER klicken


Das magische Weihnachtsgeschenk

Ein Mann in Lumpen ächzte durch den kalten Schnee. Der Mond schien eisig vom klaren, schwarzen Sternenhimmel. Schwer zog er einen riesigen, braunen Sack hinter sich her. Er hatte den draußen im Wald neben einer großen Kiefer gefunden. Seine Finger froren und wurden fast zu Eisklumpen, aber sein Körper schwitze vor Anstrengung, da der Sack ziemlich riesig und schwer war. Verstohlen blickte er sich immer wieder um, aber da war niemand, der ihn beobachten könnte. Schließlich war er allein im finsteren Wald. Nur der Mond leuchtete ihm seinen Trampelpfad. Der Schnee knirschte unter seinen Füßen.

Er hoffte, darin viel essbares zu finden. Denn er war ein einsamer Penner. Einsam, arm, verloddert und verdreckt. Und fast am verhungern, denn im Winter wächst ja nichts mehr im Walde, und wie ein Reh an der Rinde knabbern konnte er nicht. Und ins Dorf dort in Abfällen wühlen mochte er am allerwenigsten. Nun hoffte er, dass in diesem Sack tausende Kartoffeln drin seien. Plötzlich knirschte es hinter ihm. Lief da jemand dem Penner nach? Ein Wildschwein? Ein Bär? Immer wenn er anhielt, hielt auch dieser jemand oder etwas an. Täuschte er sich? Litt er schon vor Hunger an Halluzinationen?

Endlich, als er erschöpft an seiner verrotteten Papphütte, tief versteckt im Wald, ankam, öffnete er voller Vorfreude diesen riesigen, schweren braunen Sack. Da purzelten ihm lauter bunte Geschenkpakete entgegen. Ach du Schreck!!!! Dachte er sich, da hatte der Weihnachtsmann seinen Sack verloren oder womöglich vergessen. Oder hatte der Penner den versehentlich geklaut, während der Weihnachtsmann irgendwo am anderen Baum nur schnell mal pinkeln war?

Und plötzlich krachte es draußen, als renne jemand wie die gesenkte Sau durchs Unterholz fort. Erschrocken schaute der Penner in die Dunkelheit und lauschte dem entfernenden Geräuschen…

Im Schein des Mondes sah er einige Meter entfernt eine umgeknickte kleine Tanne im Schnee liegen. Er näherte sich ihr und entdeckte nun breite, direkt über der Tanne verlaufende Kufenspuren und Abdrücke von Hufen. Die Spuren kamen aus der Dunkelheit und verschwanden in selbiger. Selbst die Geräusche waren mittlerweile nur noch sehr leise in der Ferne zu hören.
Grübelnd und furchtbar hungrig ging der Penner, der Heinrich hieß und seit vielen Jahren Witwer war, zurück in seinen Verschlag und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem am Boden liegenden Sack mit den herausgepurzelten Geschenken zu. Er war sich unschlüssig, was er damit anfangen sollte. Wenn er nun nur ein einziges Geschenk öffnete und behielt, um den Inhalt essen zu können? Vieleicht konnte er statt dessen etwas anderes schönes von den Dingen einpacken, die er im Wald gefunden und im Gebüsch hinter dem Verschlag versteckt hatte. Hoffentlich befand sich in all den bunten Verpackungen überhaupt etwas Essbares!
Er hob mit seinen immer noch eisig kalten, knotigen Fingern ein ovales, in dunkelblaues Glitzerpapier verpacktes Paket auf und wollte es gerade neben seinem Ohr schütteln, als der Sack sich plötzlich bewegte. Heinrich ließ das Paket fallen, schrak einen Schritt zurück und hielt seine Hände vor den Mund. Es raschelte und knisterte im Sack und die Bewegung näherte sich der Öffnung. War da etwa eine murmelnde Stimme zu hören, oder bildete Heinrich sich das nur ein?
Jetzt kroch ein sehr kleines, krummrückiges Männlein aus dem Sack. Es hatte eine Art Spazierstock bei sich. Auf dem Rücken trug es eine kleine, leere Kiepe. Es richtete sich auf, sah zu Heinrich hoch, und fragte mit einer energischen Stimme: ”Wer bist du denn?” Mit weit aufgerissenen Augen hatte Heinrich den Zwerg beobachtet und gleichzeitig gedacht, er sei im Traum gelandet. Aber es war doch alles real. So wie er fror, konnte man doch wohl in keinem Traum frieren! Und sein Hunger war auch echt. Das ließ sein leerer Magen ihn schmerzlich spüren. Er kniff die Augen kurz zusammen, öffnete sie wieder und sah den Zwerg noch immer vor sich.
”I, ich bin Heinrich.”, stotterte er mit seiner knarzigen Stimme, die das Sprechen schon lange nicht mehr gewohnt war. ”Ich, ich ha, habe diesen Sack im Wald gefunden. Er stand da an einen Baum gelehnt. Es war niemand da.”
Ihre Blicke begegneten sich im spärlichen Licht. Unsicher fragte Heinrich den Kleinen: ”Und wer bist du, wenn ich fragen darf? Bist du echt, oder träume ich das alles nur?” Der Zwerg zog daraufhin mit empörtem Blick kräftig am Hosenbein von Heinrichs fadenscheiniger und teilweise löchriger Hose, so dass sich Heinrich einmal mehr bewußt wurde, dass er nicht träumte.
”Ich bin Rofibald-Geruwim, der Zwölfte!” kam promt die Antwort. ”Ich habe heute den Nachtdienst. Und in meiner Dienstzeit wird nichts aus dem Sack genommen! Es sind noch viele Tage bis zum Fest. Der Sack darf weiter befüllt werden. Aber niemand darf etwas daraus nehmen!” Seine kleinen Augen blitzten Heinrich herausfordernd und gleichzeitig durchdringend an.
”Ich nehme jetzt meine Rufwurzel aus der Tasche und rufe den Chef her, wenn du mir nicht sofort einen triftigen Grund nennen kannst, warum du den Sack mitgenommen hast!”

„Ähm,…bitte… Bitte, …es tut mir wirklich sehr leid“, stammelte Heinrich.

Er nahm mit zittrigen Händen, einen alten Lappen, wedelte damit über eine verstaubte Holzkiste, die ihm allem Anschein nach als Stuhl diente, und bat den Zwerg, der wie ein Soldat, mit in den Hüften gestemmten Armen vor dem Sack stand, mit einer Handbewegung und ängstlichem Blick, Platz zu nehmen.

„Ich bin es nicht mehr gewohnt, mich mit jemanden zu unterhalten und kann es immer noch nicht richtig glauben, dass ich jetzt mit einem Zwerg rede. Aber ich möchte versuchen, es zu erklären – das mit dem Sack!“

Rofibald-Geruwim zögerte, nahm aber schließlich doch Platz. „Dann leg mal los, ich habe ja nicht ewig Zeit. Im Morgengrauen endet meine Schicht und bis dahin muss der Sack wieder an seinem ursprünglichen Abstellort stehen.“ Die Skepsis in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Trotz seiner militanten  Art und Weise, den Sack zu schützen, spürte Heinrich etwas, das er nicht beschreiben konnte. Der Zwerg strahlte trotz allem Güte und Warmherzigkeit aus. Das machte ihm Mut und er begann zu erzählen.

„Es ist schon viele Jahre her, da lebte ich glücklich mit meiner Frau in einer kleinen Stadt. Ich war Schuster und hatte immer gut zu tun. Kinder waren uns verwehrt, so arbeitete meine Frau ebenfalls und half im Haushalt einiger Herrschaften.

Wir brauchten nicht viel, waren zufrieden mit dem was wir hatten. Wir liebten einander und unser größtes Glück war es, anderen zu helfen so gut es ging. Wir hatten einen kleinen Garten hinterm Haus, in dem wir Gemüse, Kartoffeln und etwas Obst anbauten. Wir teilten unsere Ernte mit den Ärmsten der Stadt und wenn die besser gestellten Herrschaften in meine Werkstatt kamen und ihre alten Schuhe bei mir abgaben, weil sie sich neue machen ließen, reparierte oder reinigte ich die alten Schuhe und schenkte sie den armen Menschen, die sich gar keine leisten konnten.“

Der Zwerg, der aufmerksam zuhörte bemerkte, dass Heinrichs Augen sich mit Tränen füllten. Heinrich erzählte mit stockendem Ton weiter:

„Dann geschah etwas, das mich völlig aus der Bahn warf. Meine Frau stand eines Abends am Herd. Sie war dabei, unser Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Plötzlich schwankte sie hin und her. Sie rief meinen Namen, aber bis ich zu ihr eilen konnte, stürzte sie zu Boden und verlor die Besinnung. Später, als sie ihr Bewusstsein wiedererlangte und der herbeigerufene Arzt sie untersuchte, erzählte sie mir, dass sie schon oft Schwindelanfälle gehabt, diese aber nicht ernst genommen hatte und mich auch nicht beunruhigen wollte.  Es stellte sich heraus, dass sie schwerkrank war.“ Heinrich räusperte sich einmal kräftig, weil ihm die Stimme wegzubleiben drohte. Ihm schien, als würde er alles noch einmal erleben.

„Ich gab alles, was wir hatten, um ihr die beste Behandlung zukommen zu lassen und um einen guten Arzt zu bekommen. Doch es half alles nichts, schon nach kurzer Zeit verstarb sie.“  Eine Träne lief über seine Wange. Mit dem Handrücken wischte er sie sich aus dem Gesicht und fuhr fort:

„Anfangs arbeitete ich noch weiter in meiner Werkstatt. Die Armen, denen wir geholfen hatten, versuchten auch mir zu helfen, so wie es ihre Möglichkeiten zuließen. Doch ich wurde immer verbitterter und griesgrämiger. Mich übermannte der Schmerz über den Verlust meiner geliebten Frau so sehr, dass ich mich dem Alkohol verschrieb. Nachdem der Wein mein täglich Brot wurde, wurde ich dazu noch ungehalten und ungerecht. So zogen sich über die Jahre, auch die Armen von mir zurück und als ich den besseren Herrschaften keine schönen Schuhe mehr machte, statt dessen brüllend und stinkbesoffen immer wieder durch die Stadt zog, blieben auch die fern. Irgendwann war auch das letzte Geld ausgegeben. Es blieben mir ein paar Vorräte und ein paar Liter Wein.“ Traurig starrte er zu Boden.

„Eines Abends, als ich gerade beim Abendessen saß und wiedermal einen Krug Wein getrunken hatte, klopfte es an meiner Haustür. Ein kleiner Junge stand vor mir, mit zerschundenen Kleidern am Leib, ohne Schuhe, obwohl es bereits Spätherbst war. Um seinen Hals hing eine kleine, durchsichtige, halb gefüllte Wasserflasche. Freundlich bat er um ein Stückchen Brot.

Ich fuhr ihn derb an, dass er weiterziehen solle, ich müsse mir selber helfen. Als ich ihm die Tür vor der Nase zuknallte, trafen sich kurz unsere Blicke. Ich hatte das Gefühl, Mitleid in seinen Augen gesehen zu haben. Der Gedanke verwirrte mich.

Ich hörte, wie er sich entfernte. Als ich mich wieder an meinen Tisch setzen wollte, sah ich durch das Fenster, dass der Junge ein paar Meter weiter, einem alten Mann, der am Straßenrand saß, seine Wasserflasche reichte und mit ihm den Inhalt teilte.“ Heinrich hielt sich die Hände vors Gesicht, als könne er damit verhindern, diese Bilder in seinem Kopf sehen zu müssen.

„Es war, als würde eine Schwertspitze mein Herz treffen. Ich erkannte in diesem Moment, was ich gerade getan hatte. Nein, ich erkannte, was ich in all der Zeit, nach dem Tod meiner Frau, nicht mehr getan hatte. Ich hatte unser Leben verraten! Das Gute, das wir früher immer getan hatten, hatte ich in Böses verwandelt.“ Er senkte seinen, tief von sich selbst enttäuschten Blick und sprach weiter:

„Ich wäre vor lauter Scham, die mich überkam, am liebsten im Erdboden versunken. Ich schämte mich so sehr, dass ich den Gedanken nicht ertragen konnte, auch nur einem Bürger unserer Stadt noch ins Gesicht sehen zu müssen.“

Wild gestikulierend untermalte Heinrich seine weitere Erzählung: „Wütend auf mich selbst, warf ich mit einem lauten Aufschrei den Krug an die Wand. Kurzentschlossen packte ich ein Bündel mit etwas Kleidung und meinen letzten Essensreserven. Ich füllte meinen Wasserbeutel, hing mir noch ein zweites Paar Schuhe über die Schultern und zog los. Mit gesenktem Haupt und schnellen Schrittes verließ ich die Stadt. Bald schon lag sie weit hinter mir. Ich zog von Ort zu Ort, über Wiesen und Felder, von denen ich mich mit Kartoffeln, jeglichem Gemüse, Obst, Pilzen und Kräutern versorgte. Ich traute mich in keine Ortschaft. Meine Angst, mein Ruf könnte mir vorausgeeilt sein, ließ sie mich nicht los.

Schließlich fand ich ein paar Bretter, aus denen ich diesen „Fußboden“ zusammenlegte. Mit etwas Pappe, baute ich mir diese Wände drum herum und ein Dach. So konnte ich mich etwas vor Wind und Wetter schützen. Dann kam jetzt der erste Frost und der Schnee. Ich fand draußen nichts mehr zu essen. In den letzten Tagen habe ich mir das letzte Obst eingeteilt, aber auch das ist nun aufgebraucht.

„Dann,…dann stand da plötzlich dieser Sack vor mir….ich, …ich wollte doch niemandem etwas stehlen, ich …ich habe nur solch einen furchtbaren Hunger“, brachte er – nun wieder stotternd – hervor.

Wie zur Bestätigung, knurrte nun sein Magen so laut, dass er klang, wie ein wütender Braunbär.

„Wie gern würde ich alles ungeschehen machen. Liebend gern wäre ich wieder in meiner Heimatstadt. Wir hatten sie doch, mit all ihren Menschen, so geliebt,“ sagte er zum Abschluss und verstummte.

Rofibald-Geruwim schaute auf seine Rufwurzel und dachte kurz nach.

Dann wählte er die Nummer des Chefs.

„Was ist los? Gibt es Probleme?“, fragte der Chef ungeduldig, als er ranging.

„Ja, also Chef, es ist so…“ begann Rofibald-Geruwim stotternd.

„Rofibald, ich habe keine Zeit! Sag mir doch einfach ob und was passiert ist!“, wurde der Chef energischer.

„Ja also Chef…“, stammlete Rofibald-Geruwim wieder. Das musste er sich vor dem Chef unbedingt abgewöhnen, dachte er rasch. „Hier gibt es ein Problem.“ Nach einer kurzen Pause, fügte er hinzu „Aber das lässt sich schnell lösen, wenn Sie einverstanden sind!“

„Rofibald, Du sprichst in Rätseln. Komm zur Sache, damit ich meine Arbeit weiter machen kann.“

Rofibald berichtete dem Chef von seinem Zusammentreffen mit Heinrich, dessen Lebensgeschichte und wie er schließlich in den Wald gekommen ist. Zuletzt unterbreitet er dem Chef seinen Vorschlag: „Ich dachte mir, vielleicht kann Heinrich mir bei der Wache helfen? Ich mein, es ist schon sehr einsam hier draußen und manchmal auch unheimlich. Außerdem sehen vier Augen und hören vier Ohren mehr, als nur zwei. Ich kann ihm alles erklären, was wichtig ist.“

„Ja nun, das ist wirklich eine rührende Geschichte und es tut mir für Heinrich – so war der Name doch?“ Ein kurzes „Ja“ von Rofibald-Geruwim unterbrach den Chef. „leid, aber wie soll er denn unbemerkt den Sack bewachen? Er ist doch viel zu groß und passt nicht in den Sack hinein. Oder ist er ein Zwerg, so wie Du?“

„Nein Chef, das ist er nicht!“, sagte Rofibald-Geruwim ernüchternd.

„Und wie hast Du Dir dann vorgestellt, dass er den Sack bewacht?“, fragte der Chef und war leicht genervt, dass Rofibald ihn mal wieder bei einer wichtigen Aufgabe für Herrn Weihnachtsmann und Frau Christkind gestört hatte.

„Na ja, ich dachte jetzt nicht direkt, also er kann ja…“, begann Rofibald-Geruwim erneut stotternd.

„Ja, was?“, frage der Chef ungehalten.

„Na ja, ich dachte an Altum. Er ist auch kein Zwerg, sondern ein Riese, deshalb wurde er ja auch von Ihnen Altum getauft, aber das wissen Sie ja!“, er verstummte. Mist, dachte er bei sich, ich bin vom Thema abgekommen und dann auch noch Altum, das verärgert den Chef noch mehr. Mist. Aber ich muss es schaffen – für Heinrich. Er holte tief Luft und sagte: „Wie auch immer. Altum bewacht ja auch die Geschenke und wenn ich Heinrich richtig einarbeite…“ „ALTUM BEWACHT DEN SCHLITTEN“, schrie der Chef los. „Ja, das weiß ich Chef. Aber ich dachte, wenn ich Heinrich ordentlich einweise, dann kann er bis nächste Woche Altum unterstützen. Dann ist der Schlitten auch schon voller mit Säcken. Außerdem wäre ich bis dahin so oder so schon am Schlitten, um meinen Sack abzugeben. Ich habe fast alle Geschenke eingesammelt“, verkündete Rofibald-Geruwim. „Na, und außerdem würde Heinrich essen können. Er ist wirklich hungrig. Wir haben doch bald Weihnachten!“, appellierte er zum Schluss.

Stille am anderen Ende der Leitung. Hatte der Chef aufgelegt? War er so sauer auf Rofibald-Geruwim, dass er zu ihm kommen und ihn bestrafen würde? Immer noch Stille. Das war kein gutes Zeichen. Rofibald-Geruwim war sich sicher, dass dieses Gespräch das letzte war, das er je geführt hat im Dienste von Herrn Weihnachtsmann und Frau Christkind. Er war sich sicher, nächstes Jahr nicht mehr als Einsammler und Aufpasser der Geschenke zu arbeiten, als er plötzlich die Stimme des Chefs am anderen Ende der Leitung hörte.

„Na schön! Wenn es sein muss. Als Pussili damals Altum herbrachte, hat es ja auch geklappt. Aber arbeite ihn gut ein. Und wenn Du dann am Schlitten bist und Altum die Geschenke übergeben hast, dann hilf bitte Lente, er ist mal wieder weit hinter seiner Zeit und wird es ohne Hilfe nicht schaffen. Ich werde Herrn Weihnachtsmann und Frau Christkind über die neue Unterstützung in der Gruppe informieren!“

„Danke Chef, das werden Sie nicht bereuen. Vielen Dank. Ich wusste, Sie würden das alles verstehen!“

„Ja ja schon gut!“, wehrte der Chef ab. „Aber noch eines…!“

„Ja?“, fragte Rofibald-Geruwim vorsichtig.

„Warum denkst Du, dass er Altum helfen sollte und nicht Dir oder Lente? Altum hat doch immer den Schlitten mit den Geschenken bewacht – ganz ohne Hilfe. Seine Größe hilft ihm doch schon genug.“

„Altum und Heinrich kommen aus der gleichen Stadt, Chef.“

Der Chef dachte kurz nach und meinte dann:“ Nun gut, dann haben wir schon zwei, die wir trotz unserer ganzen Arbeit wieder  auf den rechten Weg bringen können, als Dank sollen sie uns helfen, die Geschenke rechtzeitig  einzusammeln . Erkläre Heinrich seine Aufgabe, denn ich habe bis Weihnachten genug zu tun.“

Rofibald-Geruwim fiel ein Stein vom Herzen, nun konnte er Heinrich helfen und gleichzeitig die Weihnachtsgeschenke der Kinder sichern. Nun mußte er Heinrich erklären, was zusammen mit Altum seine Aufgabe wäre. Sie setzten sich auf  zwei Baumstämme, der Zwerg holte ein Stück Brot und etwas Käse aus seiner Tasche, teilte es in gleiche Teile und reichte Heinrich eine Hälfte. Dankbar und hunrig biß der in sein Brot und den Käse, noch nie hatte es ihm so gut geschmeckt.

Nun erzählte Rofibald-Geruwim von seiner Arbeit, gemeinsam mit den anderen Zwergen, um das Weihnachtsfest der Kinder zu retten. Er sprach:“ Manche Menschen werden immer gieriger, sie wollen immer mehr und da sie auch vor Raub und Diebstahlt nicht zurück schrecken, müssen wir die Geschenke bewachen.   Pussili , Lente, ich  und noch ein paar andere Zwerge holen die Geschenke ab, aus Himmelstadt, Himmelsthür, Engelskirchen und Himmelspfort um sie dem Weihnachtsmann und Frau Christkind zu übergeben. Doch die Wege sind weit und unsere Füße klein und so müssen wir mit unseren Geschenkesäcken immer mal eine Pause machen. Und da sind dann die Gierhälse, die den Hals nie voll genug bekommen und sich auch noch an den Geschenken für die Kinder bereichern wollen“.

Heinrich hatte nun Tränen in den Augen, er wollte nicht für einen Gierhals gehalten werden, der Geschenke der Kinder klaute, er wollte doch nur seinen großen Hunger stillen und von daher war die Versuchung mit dem Sack so groß gewesen. Wieder entschuldigte er sich bei Rofibald-Geruwim und fragte ihn, wie er helfen könnte, damit jeder sein Geschenk bekam.

Rofibald sagte:“ Du kannst uns helfen! Sicher kennst Du Josef aus Deinem Dorf, bei uns heißt er Altum“. „Ja“ sprach Heinrich, „Josef kenne ich gut, er war mal mein Freund, er hatte große Probleme und wollte meine Hilfe nicht und als er mir Geld stahl, habe ich ihn aus meinem Haus geworfen. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen und heute tut mir mein Verhalten leid.“ Da sprach der Zwerg:“ Wir haben Altum geholfen sich von seiner Spielsucht zu befreien, denn um seine Sucht zu finanzieren, wollte er sich an den Geschenken vergreifen. Wir haben ihm eine zweite Chance gegeben und er hat in einem anderen Dorf, mit unserer Hilfe, wieder ein Zuhause gefunden und als Dank hilft er uns.“

Wieder war Heinrich den Tränen nahe, das Schicksal seines Freundes hatte ihn bewegt. Nun wußte er, seinem alten Freund ging es gut und seine Achtung vor den Zwergen stieg immer mehr. Nicht nur, dass sie die Geschenke der Kinder bewachten, nein sie halfen auch den Menschen, die bereuten und bereit waren, Hilfe anzunehmen.

Rofibald hatte einen Plan, denn sie hatten noch einen zweiten Schlitten und gemeinsam mit Altum könnte Heinrich dafür sorgen, dass die Geschenke schneller eingesammelt wären und die Wege der Zwerge nicht so weit wären. So hätten die Gierhälse fast keine Chance den Zwergen aufzulauern. “ Komm mit“, sagte Rofibald, „wir holen den zweiten Schlitten!“

„Wo ist denn der zweite Schlitten?“ wollte Heinrich wissen, während er Rofibald half, seine Kiepe wieder aufzusetzen und dann den riesigen und schweren Sack mit den Geschenken aufhob, um ihn zu tragen. „Altum hat ihn in seinem Schuppen untergestellt“, entgegnete Rofibald-Geruwim, während er sich nach dem Sack mit den Geschenken umsah und sich freute, dass Heinrich den schon über seine Schulter gelegt hatte, ohne dass er ihn darum bitten musste. „Das Dorf in dem Altum jetzt lebt, ist gleich hinter dem Hügel“ sagte er und zeigte mit seinem Stock hinaus in die Dunkelheit. „Jetzt wo Du mir hilfst, werden wir keine Stunde brauchen, bis wir im Dorf angekommen sind.“

Ohne weiter Zeit zu verlieren, liefen sie los. Heinrich folgte Rofibald-Geruwim, der trotz der Dunkelheit zielsicher durch den Schnee stapfte. Während die beiden im fahlen Mondlicht ihrem Ziel immer näher kamen, obwohl sie es bis jetzt noch nicht sehen konnten, dachte Heinrich über seinen alten Freund Josef nach, der ja bei den Zwergen Altum genannt wurde. Er hatte ziemliche Angst davor, daß Josef ihm noch böse sein würde, weil er ihn damals nicht geholfen, sondern aus dem Haus geworfen hat und wusste nicht so recht, wie er ihm gegenübertreten sollte.

„Rofibald-Geruwim“ fragte Heinrich leise, während sie den Fuß des Hügels erreicht hatten, hinter dem das Dorf lag, „meinst Du Josef wird verstehen, warum ich damals so falsch gehandelt habe?“ Rofibald blieb kurz stehen, er war ohnehin etwas außer Atem, weil sie mittlerweile durch den unberührten Schnee bergauf liefen. „Da bin ich mir sicher“ sagte er, während er Heinrich in die Augen blickte, und mit einem kaum wahrnehmbaren Lächeln fügte er hinzu: „Du wirst erstaunt sein, wie sich Josef verändert hat, seit er von seiner Sucht losgekommen ist und uns jedes Jahr mit viel Freude bei den Geschenken hilft!“

Die beiden setzten ihren Weg fort. Heinrich spürte, wie ein kleines Glücksgefühl in ihm aufkam, das hatte er schon sehr lange nicht mehr gespürt. Er freute sich, dass er jetzt ganz unerwartet Hilfe bekam und es keimte eine leise Hoffnung in ihm auf, dass er vielleicht doch irgendwie seine Vergangenheit aufarbeiten und seine derzeitige Situation hinter sich lassen könnte, die ihm in den letzten Tagen und Wochen immer auswegloser erschienen war.

Inzwischen hatten sie den Hügel erklommen und blickten auf ein kleines Dorf, im Mondschein am Fuß des Hügels ganz gut zu erkennen. Wie gemalt sah der Rauch aus, der aus einigen Schornsteinen in den Nachthimmel stieg und schon von hier oben waren weihnachtliche Lichter hinter einigen Fenstern zu erkennen. Rofibald und Heinrich beeilten sich, um ins Dorf zu kommen und gingen, Rofibald voran, möglichst schnell und unauffällig durch das Dorf. Die Sorge, von irgendwem  gesehen zu werden, war aber unbegründet und nach wenigen Minuten erreichten sie ein kleines Häuschen mit einem ziemlich großen angrenzendem Schuppen, aus dem durch die nicht ganz geschlossene Tür ein wenig Licht auf den Weg schien.

„Wir sind da“ sagte Rofibald, während er an der Tür zog, so dass sie in den Schuppen gehen konnten.
Heinrich zog die Tür wieder so gut wie möglich zu, nachdem er hinter Rofibald in den Schuppen gegangen war. Auch ohne dass man es ihm extra sagen musste, wusste er, dass sie sich möglichst leise und unauffällig verhalten sollten, denn es ging ja um die Überraschungen für viele Kinder, außerdem mussten sie unbedingt vermeiden, dass die Gierhälse auf sie aufmerksam wurden.

Eine alte Lampe an der Decke warf gerade so viel gelbliches Licht in den Schuppen, dass Heinrich sehen konnte, wie ein Mann ganz vorsichtig und akkurat viele solche Geschenkesäcke auf dem Schlitten verstaute, wie er selbst auch einen über seiner Schulter trug. Sie gingen näher zum Schlitten und Rofibal-Geruwim begrüßte den Mann, noch bevor der sie bemerkt hatte: „Hallo Altum, schön Dich zu sehen! Ich habe nicht nur meinen vollen Geschenkesack mit, sondern heute auch eine ganz besondere Überraschung dabei!“

Altum unterbrach das Aufladen und blickte freundlich lächelnd zu Rofibald. „Eine Überraschung? Das hört sich gut an, da bin ich aber gespannt. Normalerweise sind wir doch die, die die anderen überraschen, stimmts?“ Rofibald-Geruwim nickte und ging näher zum Schlitten. „Komm her“ sagte er zu Heinrich, den Altum erst jetzt sah, da er bisher noch außerhalb des Lichtkegels gestanden hatte.
„Heinrich!“ ertönte die Stimme von Josef in einem warmen und herzlichen Ton, „was machst Du denn hier?“ und reichte ihm die Hände. Noch bevor Heinrich überhaupt etwas sagen konnte, ergriff Rofibald das Wort und sagte: „Altum, ich habe Heinrich vorhin im Wald getroffen. Es ging ihm nicht gut, er hat auch Probleme, aber er möchte uns dabei helfen, dass alle Geschenke rechtzeitig zu Weihnachten bei den Kindern ankommen. Ich habe mit dem Chef gesprochen, er ist einverstanden, dass Heinrich Dir mit den Schlitten helfen kann. Die Hilfe kommt wie gerufen, denn wir haben nicht mehr viel Zeit und wenn Heinrich dir hier hilft, können wir anderen Lente unter die Arme greifen, der liegt nämlich mal wieder weit hinter seiner Zeit!“

Heinrich war Rofibald unheimlich dankbar, dass er nicht sofort von dem Geschenk erzählt hatte, welches er aus dem Sack genommen hatte und drückte Josefs Hände noch immer, ganz erfreut darüber, hier so herzlich und ohne Vorwürfe begrüßt worden zu sein. „Das ist ja wirklich eine tolle Überraschung“ meinte Altum, „zumal Du mir ja meinen alten Freund Heinrich als Hilfe mitgebracht hast.“

Eine schwer zu beschreibende und irgendwie weihnachtlich glückliche Stimmung lag in der Luft, als die drei besprachen, wie sie in den wenigen Tagen bis Weihnachten alle noch anstehenden Arbeiten erledigen wollen. Noch bevor es hell wurde, machte sich Rofibald-Geruwim auf den Weg zu Lenti, um ihm weiterzuhelfen, während Josef und Heinrich den zweiten Schlitten aus der Ecke des Schuppens holten und für seinen Einsatz auf Vordermann brachten.

Die nächsten Tage verbrachten Josef und Heinrich damit, alle Geschenke aufzuladen, die die Zwerge vorbeibrachten. Josef hatte Heinrich direkt nachdem er mit Rofibald bei ihm angekommen war angeboten, vorübergehend erst einmal bei ihm unterzukommen. Das kleine Häuschen hatte im hinteren Teil nämlich mehr Platz, als man auf den ersten Blick vermutet hätte, ebenso wie der Schuppen innen viel riesiger wirkte, denn von außen hätte Heinrich nie geglaubt, dass darin zwei so große Schlitten untergebracht sein könnten.

Am Vorabend des Weihnachtstages war die ganze Arbeit geschafft und Heinrich, Josef sowie Rofibald-Geruwim, Pussili, Lenti und die anderen fleißigen Zwerge standen etwas geschafft, aber ausgesprochen zufrieden in dem Schuppen und betrachteten die zwei vollgeladenen Schlitten.
„Nun kann Weihnachten kommen“ sagte Rofibald-Geruwim, und als hätte irgendetwas oder irgendwer nur auf diesen Satz gewartet, öffnete sich die Schuppentür…

Mit einem lauten Knall krachte diese gegen die Hauswand. Draußen tobte plötzlich ein Schneesturm. Wind und Schnee wehten durch die weit offene Tür herein. Heinrich erschrak heftig und rief: “Wir müssen die Tür schließen!“ Er wollte gerade nach vorn stürmen, um diese so schnell wie möglich zuzuwerfen, als ihn schon der nächste Schreck ereilte. Ein großer Kopf mit einem riesigen Geweih schaute hinein und grinste Heinrich an. Heinrich stolperte rückwärts und plumpste auf seinen Hintern. Altum war schnell zur Stelle und half ihm lachend wieder auf die Beine. „Dieser Elch hat gegrinst!“, rief Heinrich voller Staunen. „Ich träume, ich träume…“ Er kniff die Augen zu und hörte Altum immer noch lachen. Heinrich wollte nur noch aufwachen, denn das konnte alles nicht wahr sein. Altum rüttelte ihn am Arm: “Hey, das ist kein Traum. Und außerdem ist es kein Elch. Es ist ein Rentier. Das ist unsere Grinsebacke. Der grinst immer. Komm schon Heinrich. Du kannst deine Augen wieder öffnen.“

Heinrich tat dies und blickte ins Gesicht seines lächelnden Freundes. Auch die Zwerge standen vor ihm und sahen ihn belustig an. „Es geht los!“, rief Rofibald-Geruwim, und Heinrich blickte zur offenen Tür, wo der Wind noch immer hineinpfiff. Aber, oh Schreck, da stand nicht nur die Grinsebacke, sondern drei weitere Rentiere starrten neugierig durch die Tür hinein. Sie drängten ihre Köpfe hindurch und schnupperten in der Luft.

„Weg hier!“, dröhnte auf einmal draußen eine laute Stimme. „Kommt schon, hier ist euer Platz!“ Die Rentiere verschwanden und Heinrich sah zwei große schwarze Stiefel vorbei stapfen. Zwei Beine, die in einer roten Hose steckten. Ein roter langer Mantel mit weißem Saum wallte herab. Eilig stapfte dieser Jemand draußen hin und her, so dass Heinrich nicht viel von ihm sehen konnte.

„Stell den Schneesturm ab!“ rief Rofibald. „In diesem Getose können wir doch nicht arbeiten.“ „Wir haben noch zu wenig Schnee!“, rief die tiefe, aber angenehme Stimme draußen. Die Zwerge huschten alle nacheinander hinaus.

Heinrich war noch etwas verwirrt und unsicher. Aber Altum klopfte ihm beruhigend auf die Schulter und sagte: “Komm! Wir müssen die vollgeladenen Schlitten anspannen. Die Zeit wird knapp.“

Gemeinsam spannten sie die Rentiere an, eine Arbeit die für Heinrich ungewöhnlich war, hatte er doch noch nie zuvor ein Rentier gesehen. Doch auch hier half ihm Altum und schnell war die Arbeit getan. Die Tiere kannten den Weg aus dem Schuppen schon und als die Zwerge, Altum und Heinrich dem Schlitten folgten, sahen sie den Weihnachtsmann, der dabei war, seinen Schlitten zu besteigen. Heinrich blieb vor Schreck der Mund offen stehen. ‚Es gibt ihn doch, den Weihnachtsmann!‘, dachte er bei sich. Nun sprach der Weihnachtsmann mit dröhnender Stimme in Heinrichs Richtung: “Und wer bist du, und was machst du hier?“ Heinrich wußte im ersten Moment gar nicht, was er sagen sollte, und stotterte: “Ich bin Heinrich und hab den Zwergen geholfen, die Geschenke der Kinder einzusammeln und vor den Gierhälsen zu beschützen.“ Wohlwollend blickte der Weihnachtsmann Heinrich an und sagte dann: “Ich habe von deiner Geschichte und deinem Leben, welches du geführt hast, gehört. Es ist eine gute Tat, die du jetzt vollbracht hast, denn ich weiß, die Versuchung für dich war groß.“

„Nun muss ich mich aber auf den Weg machen. Ich habe eine lange Fahrt vor mir. Wenn meine Arbeit getan ist und alle Kinder mit glänzenden Augen ihre Geschenke erhalten haben, treffen wir uns im Dorf. Wie gewohnt werden die Zwerge und Altum den Schlitten zurück bringen.“
Es schneite ziemlich heftig, doch auch das machte dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren nichts aus, wußte er doch, wie sich die Kinder nicht nur über ihre Geschenke freuen würden, sondern auch über den Schnee.

Er schnalzte mit der Zunge, zog die Zügel an und verschwand mit seinen Rentieren im Schneegestöber. Heinrich sah ihm lange nach, bis er nichts mehr sehen konnte.
Erst da bemerkte er, wie kalt ihm doch war und daß er bereits zugeschneit war. Altum sah auch nicht viel besser aus. Er klopfte Heinrich auf die Schulter und sagte: “Nun haben wir eine kleine Verschnaufpause. Lass uns ins Haus gehen und einen warmen Tee trinken.“

Mit schleppenden Schritten folgte Heinrich Altum ins Haus. Er hatte noch die Stimme des Weihnachtsmannes im Ohr. Im Dorf wollten sich alle treffen. Doch was war mit ihm? Auf dem Stuhl sank er in sich zusammen. ‚Ins Dorf‘, dachte er. Das Dorf, das er so bedenkenlos verlassen hatte. Alle Freunde die ihm helfen wollten, hatte er im Stich gelassen. Er hatte nur sich und sein Leid gesehen und nicht das Leid der anderen.
Noch immer hatte er die traurigen Augen des Jungen vor sich, dem er nicht ein Stück Brot reichen wollte und den er in seiner Not alleine gelassen hatte. Das Herz wurde ihm schwer. Er wollte doch seinen Freund Josef nicht wieder verlassen, gerade jetzt, wo ihre Freundschaft wieder gewachsen war.

In der Küche war es warm und anheimelnd. Josef setzte derweil den Wasserkessel auf. Auch er war in seine Gedanken versunken. Während er zwei Tassen auf den Holztisch stellte, fragte Heinrich ihn: “Wie nenne ich dich denn nun? Altum oder Josef?“ Josef setzte sich zu ihm und antwortete: “Um Weihnachten rum bin ich Altum. Altum der Riese. Aber sonst bin ich immer noch Josef.“ Mit einem schuldbewußten Blick lächelte er ihn vorsichtig an. Heinrich fragte sich, was plötzlich mit ihm los war. Da stand Josef vom Tisch auf und verschwand ins Wohnzimmer. Dort hörte Heinrich ihn rumkramen und irgend etwas zur Seite schieben. Es polterte kurz, dann erschien Josef wieder. Er musste sich, weil er so groß war, unter dem Türrahmen hindurch beugen, um sich den Kopf nicht zu stoßen. Er setzte sich wieder und hielt etwas in den Händen. Vorsichtig schob er es über den Tisch zu Heinrich. Es war eine kleine, herzförmige Schatulle. Voller Schuld blickte Josef zu Boden. Er mochte Heinrich nicht in die Augen sehen. Verwundert nahm Heinrich die Schatulle in die Hand. Sie kam ihm sehr bekannt vor. Nach wenigen Augenblicken fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. In diesem Moment begann der Wasserkessel laut zu pfeifen. Sofort sprang Josef auf und kümmerte sich geschäftig um das Aufgießen des Tees. Heinrich beobachtete ihn dabei. Er war noch völlig durcheinander und musste seine Gedanken sortieren. Stillschweigend und verlegen griffen schließlich beide ihre heißen, dampfenden Tassen.

Während sich die beiden an ihrem Tee aufwärmten, klopfte es an der Tür. Altum stand auf und öffnete. Vor ihm stand ein kleiner Junge, blass und zitternd, in der Tür und sah ihn bittend an. Mit leiser Stimme sagte er: „Guten Tag. Entschuldigen Sie, dass ich störe, aber ich bin auf dem Weg ins Dorf und es ist so bitterlich kalt. Könnte ich mich wohl für einen Moment bei Ihnen aufwärmen?“ Bevor Altum antworten konnte, kam Heinrich an die Tür geeilt. Er hatte die Stimme wiedererkannt. Nur allzu oft hatte er sie immer wieder in seinen Gedanken gehört. Fast schubsend drückte er Altum etwas zur Seite, um an die Tür zu gelangen. Mit großen Augen sah er, daßss es tatsächlich der kleine Junge war, den er damals, ohne ihm zu helfen, fort geschickt hatte. Seine Augen füllten sich mit Tränen und sein Herz mit Traurigkeit und Freude zugleich. „Bitte komm herein und sei unser Gast.”, bat er den Jungen. ”Wärme dich auf und trink mit uns eine Tasse Tee. Wir haben nicht viel, aber das, was wir haben, möchten wir gerne mit dir teilen. Du standest schon einmal vor meiner Tür. Damals im Dorf. Ich war ein Narr und verbittert und habe dich einfach fortgeschickt. Immer wieder muss ich daran denken und es tut mir fürchterlich leid. Ich kann das leider nicht ungeschehen machen, aber ich hoffe, du kannst mir verzeihen. Bis heute verfolgt mich meine grausame Handlung in meinen Träumen und meinen Gedanken. Tag für Tag.“

Die Mundwinkel des Jungen verzogen sich zu einem Lächeln. Er klopfte seine mit Schnee bedeckten Schuhe an der Außenwand ab und trat ein. Drinnen drehte er sich zu Heinrich und Altum um und bedankte sich höflich. Zu Heinrich gewandt, sagte er in herzlichem Ton: „Ja, ich stand vor deiner Tür. Du warst verbittert. Genau das war der Grund meines Erscheinens bei dir. All deine Freunde, denen du sonst immer geholfen hattest, und die damals dir helfen wollten, hast du zu der Zeit zurück gewiesen. Um in dir deine Herzensgüte, mit der du so vielen Gutes getan hattest, wieder zu erwecken, kam ich damals zu dir. Und auch, um dich von deinem Kummer zu befreien. Es war aber noch zu früh. Du warst dafür noch nicht bereit. Du musstest erst deinen eigenen, schweren Weg gehen.“

Heinrich hatte aufmerksam zugehört und reichte dem Jungen nun eine Tasse Tee, die er währenddessen gefüllt hatte. In dem Moment, als der Junge die Tasse in den Händen hielt, geschah etwas, das Heinrich und Altum gleichzeitig in sprachloses Staunen versetzte. Den Jungen umgab plötzlich ein Sternenglitzern. Seine Gestalt schien kurz zu verschwinden, um danach wieder klar sichtbar zu werden. Nur stand nun nicht mehr der kleine Junge vor ihnen, sondern Rofibald-Geruwim.
„Die Zeit war jetzt reif und du bereit, drum solltest du noch eine weitere Chance bekommen, deinen Geist wieder in die richtige Richtung zu lenken. Du hast deine Güte zurück erlangt, deine Fehler eingesehen und etwas geändert. Dein Herz ist wieder rein und dieses Mal hast du mich eingelassen. Ich möchte, daß du mit der Geschichte von damals abschließen kannst. Damit du verstehst, welchen Sinn sie hatte, zeige ich mich jetzt in meiner wahren Gestalt. Jeder kann Fehler machen. Aber jeder hat auch immer die Möglichkeit, diese einzusehen und in Zukunft anders zu handeln.“ sagte Rofibald-Geruwim und fügte noch hinzu: „Wir können nachher alle gemeinsam den Weg ins Dorf gehen. Und du Heinrich, du solltest dich auch dort dem stellen, was damals passiert ist. Du hattest deine geliebte Frau verloren und warst in einer für dich ausweglosen Situation. Und auch, wenn sich irgendwann alle von dir abgewandt hatten und eventuell auch jetzt nichts mehr mit dir zu tun haben wollen, kannst du dich zumindest bei ihnen dafür ebenfalls entschuldigen.“

Rofibald-Geruwim drehte sich um und blickte zu Altum auf. Der schaute immer noch betreten zu Boden. Solch ein Riese, Hände wie Schaufelbagger und Füße wie Güterwagen. Da stand er nun und war ganz verlegen. „Und du warst auch noch nicht fertig.“ Rofibalds Finger zeigte auf ihn. „Ich habe dich gerade bei etwas Wichtigem unterbrochen. Es tut mir leid, aber leider eilt die Zeit uns davon.“ Darauf hin hopste der kleine Zwerg vom Stuhl und verschwand mit seinem Tee ins Wohnzimmer.

Heinrich starrte wieder auf seine wunderschöne Schatulle, die in vielen Farben glitzerte. Seine Frau hatte sie ein paar Wochen vor ihrem Tod gebastelt. Kurz, bevor sie starb, gab sie sie ihm mit den Worten: „Ich habe dies mit viel Liebe hergestellt und auch ganz viel Liebe hinein gesteckt. Und nicht nur das. Ich habe auch eine Portion Glück und das Gute mit hinein gepackt. Paß gut darauf auf.“

Tränen liefen ihm über die Wangen. Josef weinte leise mit. Stockend berichtete er ihm, dass er ihm die Schatulle gestohlen hatte. Er war damals so geldgierig gewesen wegen seiner Spielsucht. Er hatte gehofft, darin Gold, Silber oder Diamanten zu finden. Aber diese Schatulle ließ sich nicht öffnen. Er war damit zum Schreiner und zum Schlosser gegangen. Niemand bekam die kleine Herzschachtel geöffnet. Und aus Scham hatte er die Schatulle in seiner Truhe versteckt. „Ich schäme mich so, Heinrich. Es war das Schlimmste, was ich dir je antun konnte.“ Josef wischte seine Tränen fort und blickte Heinrich endlich in die Augen.

„Ich war auch nicht viel besser.“, setzte Heinrich an. „Auch ich wäre beinahe zum Dieb geworden, doch ich habe mein Tun längst bereut. Ich habe die Menschen in meinem Dorf so enttäuscht und alles verloren.“ Nun kam der Zwerg wieder ins Zimmer und rief: “Es ist Zeit uns auf den Weg ins Dorf zu machen. Der Weihnachtsmann wird seine Geschenke verteilt haben und wir müssen den Schlitten zurück bringen.“ Den Blick auf Heinrich gerichtet, meinte er: “Weihnachten ist das Fest der Liebe und Vergebung. Heinrich, du wirst uns in dein Dorf begleiten.“ Heinrich spürte Angst in sich aufsteigen. Was würden die Dorfbewohner wohl denken? Würden sie ihn wieder in ihre Gemeinschaft aufnehmen? Oder würden sie ihn davonjagen, so wie er den kleinen Jungen vom Hof gejagt und damit die Prüfung der Menschlichkeit und Nächstenliebe nicht bestanden hatte?

Gemeinsam machten sich nun alle auf den Weg. Die anderen Zwerge flitzten schon bald voraus, da sie sich um das Dorf herum in den Tannen verstecken würden. Langsam stiefelten Rofibald-Geruwim, Heinrich und Josef durch den hohen Schnee, als Rofibald-Geruwim plötzlich stehen blieb. „Ich muss mich hier leider von euch verabschieden,“ sprach er zu Heinrich und Josef, „da ich unerkannt bleiben muss. Aber eine Neuigkeit habe ich noch für dich.“, sagte der Zwerg nun zu Heinrich gewandt. Heinrich schaute ihn verwundert an. „Da du nun, genau wie Josef, auch ein Helfer geworden bist, bekommst du einen neuen Namen. Von nun an wirst du von uns Bonum genannt. Bonum, der Gute.“ Heinrichs Brust erfüllte sich mit Stolz. Er kniete sich nieder und umarmte den kleinen Zwerg: “Ich bin dir so dankbar lieber Rofi!“ Rofibald-Geruwim klopfte ihm auf die Schulter: “Du kannst alles schaffen, Bonum. Glaube immer an dich und sei guter Hoffnung. Du wirst sehen, alles wird sich zum Guten wenden.“ Daraufhin verschwand der kleine Mann mit seiner Kiepe. Nur Sekunden später erscholl ein Lachen und ein lautes Ho-Ho-Ho über Heinrichs und Josefs Köpfen. Der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten, mit den Rentieren voran, flog über beide hinweg und winkte ihnen zu. Beide Männer winkten freudestrahlend zurück.

Nun musste Heinrich den letzten Schritt hinunter ins Dorf ohne Rofibald-Geruwim und die anderen schaffen. Zwar hatte er Josef an seiner Seite, dennoch wurde ihm immer flauer im Magen, je näher sie ihrem Ziel kamen. Er steckte seine Hände tiefer in die Jackentaschen und spürte in der einen die Schatulle seiner Frau, die ihm Josef kurz vor ihrem Aufbruch gegeben hatte. Es beruhigte ihn, zu wissen, dass sie die gesamte Zeit in guten Händen war, wenngleich Josef sie ursprünglich aus niederen Gründen an sich genommen hatte. Heinrich wollte nicht an Diebstahl oder Habgier denken, dafür war er zu dankbar, seinen alten Freund wieder gefunden zu haben.

Er betastete die einzigartige Herzform der Schatulle und dachte an seine liebe Frau. Wie sehr sie sich doch freuen würde, dass er den Zwergen bei den Geschenken half. Sie hatte Weihnachten doch von allen Festen am meisten geliebt, sogar mehr als ihren Geburtstag.

Heinrich erinnerte sich zurück an ihr letztes gemeinsames Weihnachtsfest, wie sie in der Küche stand und das Weihnachtsessen vorbereitete. Sie wollte nie Hilfe, hatte immer alles allein gemacht. Auch das Schmücken des Hauses und des Weihnachtsbaumes. Und am Heiligen Abend hatte sie Heinrich dann mit dem Zauber der Weihnacht überrascht.

Eine kleine, kaum wahrnehmbare Träne kullerte über Heinrichs Gesicht. Seine Frau war seine Kraft, seine Stütze, sein Licht und seine Liebe. Plötzlich spürte er, wie die Schatulle in seiner Jackentasche sich leicht bewegte und sogar zu vibrieren begann. Vor lauter Überraschung holte er sie aus der Tasche. Genau in diesem Moment öffnete sie sich einen kleinen Spalt breit. Aus ihr heraus kam eine Art Engelsschein und eine Stimme flüsterte: „Ich bin das Gute, das Glück und die Liebe. Hast du mich für dich, geht es dir für immer gut. Teilst du mich, geht es dir noch besser.“

Heinrich blieb wie angewurzelt stehen. Das war die Stimme seiner Frau. Er musste die Worte sacken lassen und begreifen, was hier gerade geschah. Ein tiefes Gefühl des Friedens machte sich in seinem Inneren breit und schien ihn zu wärmen. Wenig später, als er mit seinen Gedanken wieder in das Hier und Jetzt zurückkehrte, bemerkte er, dass sie bereits im Dorf angekommen waren. Die Einwohner standen vor der Kirche. Sie wollten die Christmette besuchen. Lebhaft und gleichzeitig besinnlich ging es hier zu. Die Kinder schnatterten, was das Zeug hielt, erzählten sie sich doch von ihren Geschenken. Leise rieselte der Schnee. Die Glocken klangen in der Nacht und über allen lag der Zauber der Weihnacht. Gerade, als sie die Kirche betreten wollten, wurden sie auf die beiden großen Männer aufmerksam, die auf sie zu kamen. „Schaut mal da!“, rief ein Kind, „Das sind doch Heinrich und Josef!“ Begleitet von aufgeregtem Geflüster richteten sich alle Blicke auf die Ankömmlinge.

Zaghaft trat Heinrich auf die Dorfbewohner zu, die ihn sogleich umringten. „Wo bist du gewesen? Wir haben uns große Sorgen gemacht! Wie geht es dir?“ So viele Fragen schlugen Heinrich entgegen, dass er gar nicht wußte, welche er zuerst beantworten sollte. Er fasste sich ein Herz und sprach zu den Menschen, die einmal seine Freunde und Nachbarn waren: „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Mein Herz ist durch die Trauer um meine Frau versteinert. Um mein Leid zu betäuben griff ich zur Flasche, die schon sehr bald mein neuer, aber leider falscher Freund wurde. Doch meine wahren Freunde, nämlich ihr, die mir immer hilfreich zur Seite standen, habe ich verstoßen. Ich bitte euch inständig um Verzeihung.“ Zuerst war es ruhig. Doch schnell ging ein freundliches Raunen durch die Menge. In mehr und mehr Gesichtern zeigte sich ein Lächeln, und schließlich ergriff der Dorfälteste das Wort und sprach: „Ach Heinrich! Wir haben dir doch schön längst verziehen! Jeder macht mal Fehler, doch für Einsicht und Reue ist es nie zu spät. Du und deine Frau, ihr habt soviel Gutes für unser Dorf getan. Jetzt tun wir dir Gutes und du bist noch immer in unserer Gemeinschaft willkommen.“

Tränen liefen Heinrich übers Gesicht. Das war sein größtes und schönstes Geschenk, denn hier zu Weihnachten konnte er erleben, was Nächstenliebe, Verzeihen und Miteinander bedeuteten.

Plötzlich sah man ein Strahlen in Heinrichs Hand. Der Deckel der Schatulle öffnete sich und ein Schweif aus tausenden kleinen, flimmernden Sternen schwebte über die Köpfe der Menschen. Staunend schauten alle nach oben und beobachteten die Erscheinung. Ein fast berauschendes, gemeinschaftliches Glücksgefühl stellte sich bei den Menschen auf dem Dorfplatz ein, denn hier geschah gerade vor ihrer aller Augen ein Wunder. Die Magie der Liebe, des Vertrauens und des Glücks war an diesem Weihnachtsabend wahr und sichtbar geworden.

Es wurde ein Weihnachtsfest, wie es sich Heinrich noch vor ein paar Tagen nicht zu erträumen gewagt hätte. Nie würde er nun vergessen, wie es ihm hier ergangen war. Jedes Jahr vor Weihnachten würde die Erinnerung daran wiederkehren, wenn er mit Josef und den Zwergen das nächste Fest vorbereiten würde, um auf´s Neue Liebe, Vertrauen und Glück zu den Menschen zu bringen.

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12 Gedanken zu “Die komplette Weihnachtsgeschichte

  1. bei der audioversion
    war bella
    verwundert verwirrt
    und angespannt
    hat ständig den kopf verdreht
    beim zuhören
    und nein es waren keine gräusche von draussen
    die sie verwirrten
    es war die stimme
    aus der konserve
    bella kennt natürlich stimmen
    die aus dem scheinbaren nichts kommen
    doch diese stimme hat sie eben mal verwirrt 🙂
    ansonsten is das ne tolle geschichte
    ihr habt euch irre viel arbeit gemacht
    und es is toll geworden
    ein ganz dickes lob an die ersteller
    dieser geschichte
    gruß bella ( ich gugg immernoch verwirrt )
    und ronny

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  2. Hat dies auf annsworld1987 rebloggt und kommentierte:

    In unserem Gruppenblog haben wir eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte entworfen. Nun ist sie fertig und man kann das Endergebnis nun komplett lesen oder auch hören…

    Die Erstellung hat sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, auch ihr habt beim Lesen oder Hören Spaß an der Geschichte.

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  3. Ja, ich finde auch, dass sie sehr schön geworden ist und es hat echt mega viel Spaß gemacht, besonders die Zusammenarbeit. Danke nochmal an alle, die mitgemacht haben. Gerne immer wieder! 🙂

    Ich hoffe, dass sie noch von einigen gelesen wird und wenn nicht, dann eben nicht, allein, der Rest war es schon wert.
    Jetzt wünsche ich allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr und bitte unverletzt, gesund und fröhlich „reinschlittern“!

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