Es fiel mir schwer…

… eine ”angemessene” ➡ Frage der Woche zu finden.
Ich hatte ursprünglich eine andere Frage im Kopf, die ich aber nach längerem Überlegen nicht für angebracht hielt. Ich weiß es nicht. Vielleicht stelle ich sie ein andermal doch noch. Ich möchte aber niemandem zu nahe treten und auch keine unsichtbaren Grenzen überschreiten. Widerum mag ich persönlich Fragen sehr, die mich zum Nachdenken, Abwägen und auch zum Überdenken der eigenen Ansichten anregen. Ich mag Fragen, die eine kontroverse Diskussion herbeiführen können, und deren unterschiedliche Antworten meine eigene Sicht auf die Dinge vielleicht bestärken, erweitern, oder sogar ändern können.
Hier zuhause lieben wir solche Fragen alle drei (drei, wenn unser Sohn da ist…). Es hat Zeiten gegeben, da hatten wir eine Art Staffelstab, und nur der, der ihn in der Hand hielt, durfte reden, denn oftmals hatten mindestens zwei Personen gleichzeitig etwas zu sagen, das nicht warten konnte… 😀
Und bei weitem nicht immer waren und sind wir drei einer Meinung. Auch nach einer, vielleicht manchmal etwas ”hitzigen” Diskussion nicht. Wobei das Wort ”hitzig” nicht negativ zu verstehen ist. Wir können nur mitunter recht leidenschaftlich diskutieren. Wenn aber von uns (zwei oder drei Personen) wirklich einer das Gefühl hat, dass es bei der ganzen Diskutierei doch etwas ZU hitzig und leidenschaftlich wird, und wir uns sprichwörtlich”ohne Land in Sicht die Köpfe heiß reden”, dann sagt er das Zauberwort: PONNYS!
Ponnys finden wir alle drei süß und liebenswert. Wir haben alle drei null ”Fachkompetenz”, von der wir den oder die jeweils anderen überzeugen wollen würden, und wir bleiben weitestgehend unemotional bei diesem Thema. Perfekt, ”um wieder runter zu kommen” und das Thema zu wechseln. Jeder darf seine Meinung haben, äußern und behalten.

Und nun meine Frage an euch, die mir eigentlich erst beim Schreiben dieses Textes in den Kopf gekommen ist:

Wie haltet ihr es mit Fragen und/oder Diskussionen im Familien- und Freundeskreis, wenn ihr sehr unterschiedliche Ansichten oder Meinungen vertretet?

Für die nächste Frage der Woche nominiere ich Nougatcornflake. Wie schaut es aus, liebes „Cornflakechen“ 😉 ? Hast du Lust, zu übernehmen?

18 Gedanken zu “Es fiel mir schwer…

  1. Bei uns kann im Grunde alles diskutiert werden. Wenn wir nicht einer Meinung sind, versuche ich natürlich meinen Standpunkt zu vertreten und zu erklären. Ich kann aber auch, wenn ich eines besseren belehrt werde, meine Meinung überdenken und evtl. ändern. Dann muss ich davon aber auch überzeugt sein.
    Ich mag es nicht, wenn man dem, der eine andere Meinung hat, so über den Mund fährt, als hätte er keine Ahnung und wäre ein Idiot.
    Ich mag es aber auch nicht, wenn man jemanden mit Tatsachen kommt und ausführlich gute Argumente gegen seine Meinung hat, dass die Person dann trotzdem in keinster Weise einräumt, evtl. nicht doch verkehrt zu liegen (ich rede jetzt von wirklich handfesten Argumenten, die im Grunde nicht nur eine/meine Meinung sind) …und wenn dann obendrein noch Argumente dagegen geschmettert werden, die nicht ansatzweise vertretbar sind, dann komme ich an den Punkt, wo ich, des lieben Friedens Willen, die Diskussion lieber abbreche.
    Das kommt selten vor, aber das hatte ich gerade Anfang Dezember. Ich habe gemerkt, dass die Diskussion aus dem Ruder lief und ich wusste, dass wenn wir sie so weitergeführt hätten, der Frieden arg schief gelegen hätte und das sicher für länger. Das war mir die Sache nicht wert. Ich habe schon gesagt, dass ich die Meinung absolut für daneben hielt, aber gleichzeitig gebeten, doch bitte nun besser das Thema zu wechseln, weil die Diskussion sonst evtl. böse enden könnte.
    Ich rege mich selten so über eine andere Meinung auf, aber in dem Fall kam ich an meine Grenzen.

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    • Ja, liebe Gabi, da kann ich dich gut verstehen.
      Vor allem das Über-den-Mund-Fahren, als wäre man ein Idiot und mit dem Klammersack gepudert kann mich auch in Rage bringen.
      Sich gegenseitig die Köpfe einzurennen und vielleicht noch im Unfrieden auseinander zu gehen, das ist wirklich keine Option. Ich bin auch der Meinung, dass man seine Meinung standhaft vertreten sollte, wenn man sich sicher ist. Ab er nicht bis auf Messers Schneide.
      Ich mag wirklich sehr gern diskutieren, meine Sicht erweitern, viele Meinungen und Gedanken hören und verstehen.
      Ich brauche nicht unbedingt dauern Gesellschaft, aber ich liebe gute Gespräche. 🙂
      Gut, dass du so weise warst, diesen Disput zu beenden. Es sind trotz allem (und zum Glück) „nur“ Gedanken, Ansichten und Meinungen, über die wir vielleicht streiten – kein Essen oder Trinkwasser, um das es geht…

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  2. Oh, ich liebe Diskussionen und bin sehr tolerant, jedenfalls soweit man meiner Meinung ist. 😀

    Nein das ist natürlich Quatsch. Man muss bei einer Diskussion bereit sein, andere Meinungen zu akzeptieren. Denn der oder die Diskussionspartner sind von ihrer Meinung ebenso überzeugt wie ich von meiner. Man muss sich ihrer Meinung ja nicht anschließen sie jedoch zumindest akzeptieren.

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    • Ja, das stimmt. Akzeptieren und vor allem: den anderen ausreden lassen. Das ist man seinem Gegenüber einfach schuldig. Das hat mit Achtung und Respekt zu tun. Eine Menge Menschen können das aber leider nicht.
      Schön ist aber auf jedem Fall, dass man bei fast jeder Diskussion noch etwas dazu lernen kann. Und wenn es nur etwas über die Menschen ist, mit denen man diskutiert. 🙂

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  3. Hier stimme ich voll zu, man muß nicht einer Meinung sein und jeder soll seine Meinung oder Standpunkt vertreten dürfen. Mein Beispiel umfasst Meinungsverschiedenheiten in Gruppen wie WhatsApp und in der Blogwelt.
    Schlimm finde ich nur, wenn jemand auf seiner Meinung beharrt und meint immer alles richtig zu machen. Letzendlich sind immer andere Schuld und wenn man sich dann von dem Menschen distanziert weil man einfach nicht auf einen Nenner kommt und man merkt, dass diese Freundschaft doch nicht das war, was man sich selbst unter Freundschaft vorstellt , es sogar noch zu Schuldzuweisungen kommt, dann werden bestehende Freundschaften hinterrücks untergraben . Bestehende Freundschaften werden vor die Wahl gestellt, du oder ich und das finde ich ganz schlimm. Mehr möchte ich eigentlich nicht dazu schreiben, denn ich habe das in der Blogwelt selbst erlebt.

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    • Oh, ich habe das zum Glück so noch nicht erlebt. Das finde ich auch ganz schlimm.
      Vor allem ist es erschreckend, wie sich Menschen benehmen, wenn ihre wahre Identität nicht bekannt ist. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob das in deinem Fall so war oder ist.
      Schuldzuweisungen, Untergrabungen, Intrigen – einfach furchtbar.
      Ich finde immer, dass es besser ist, an gewisse Dinge erst einmal „ein bißchen Luft ran zu lassen“ und nicht gleich impulsiv los zu donnern. Wenn man Dinge überdenkt, dann stellen sie sich klarer und vielleicht etwas entschärfter dar. Ich bin für „das gemäßigte Klima“ – auch und vor allem in allen sozialen Medien. Wir sind schließlich (soweit ich weiß) keine Neandertaler mehr.

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  4. Bei Diskussionen, möchte ich meine Meinung zum Thema klar ausdrücken können, argumentieren und Argumente anderer entgegen nehmen aber auch ablehnen dürfen, ohne das mir daraus Stricke gedreht werden. Es muss gestattet sein, die Meinung anderer zu hinterfragen und Zweifel äußern zu dürfen. Das gilt auch im umgekehrten Fall, dass ich es zulasse, das andere es auch tun.

    Mit manchen Menschen kann man nicht diskutieren.

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  5. Ich teile deine Ansicht hierzu vollständig, liebe Gabriele.
    Ich will auch hinterfragen können – vielleicht auch, um am Ende meine Meinung zu ändern.
    Aber das sollte nicht negativ verstanden oder gar gegen einen verwendet werden.
    Ja, es gibt wirklich Menschen, mit denen eine Diskussion unmöglich ist. Und das sind leider nicht wenige…
    Im „öffentlichen Leben“ kann man da auch Dinge sehen, hören und erleben – da kann man nur mit dem Kopf schütteln und sich „fremdschämen“.

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  6. Das ist einfach, es wird so lange diskutiert, bis alle meiner Meinung sind! 🤣🤣🤣

    Nee, mal im Ernst: Ich finde Diskussionen interessant, egal worum es geht, aber ich kann es nicht leiden, wenn mich jemand missionieren will, das mache ich auch nicht und werde da auch ungemütlich, sollte da jemand immer damit weitermachen.

    Eigentlich versuche ich, andere Meinungen auch dann einfach als gegeben hinzunehmen, wenn sie gar nicht meiner Meinung entsprechen, so nach dem Motto. „Kann man, muss man aber nicht… 😎 „.

    Wenn ich allerdings weiß, dass ich hundertprozentig Recht habe oder jemand mit mir über DInge diskutieren will, wovon er/sie keine Ahnung hat, bin ich schon auch mal ziemlich stur..

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    • Da sagst du was mit dem Missionieren. Wobei mir das hier in Schweden nicht so passiert.
      Aber ich finde das auch abartig.
      Besser ist es auch, wenn man sich irgendwann sagt: Das hat jetzt keinen Sinn. Lassen wir es einfach, wie es ist. Macht halt jeder nach seinem eigenen Gutdünken…
      Man kann und muß ja auch nicht mit jedermann über alles einer Meinung sein.
      Ja, und manchmal, da ist dann auch einfach mal Schluß mit lustig. Wenn jemand absolut nicht von einer kanllharten Tatsache zu überzeugen ist, dann denke ich irgendwann nur noch: Weißte was? LMAA…

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  7. Das ist ein äußest komplexes themna. ich selber bin ansich ein diskutierfreudiger mensch, muss mich jedoch als journalist und moderator mit der eigenen meinung oft zurückhalten. gleiches gilt teilweise auch im rahmen unserer stammtische. ich meine damit übrigens keine reinen biertrinkerrunden, sondern inhaltliche stammtische beispielsweise zum thema augenheilkunde oder unternehmerstammtische.

    bei letzterem haben wir schon ganz am anfang beschlossen, politische und religiöse themen nicht zu diskutieren um die entsprechenden streitereien zu vermeiden. beim retinastammtisch, also dem stammtisch, der sich mit augenheilkunde und barrierefreiheit befasst, gibt es eine solche beschlusslage nicht und daher ist es dort schon hin und wieder passiert, dass es zu politischen reibereien grundsätzlicher art kam. wir, ich sag mal, die besonneneren, haben dann überwiegend erfolgreich dafür gesorgt, dass sich die diskussionen wieder dem eigentlichen themenkomplex zuwandten. allerdings lässt sich in diesem rahmen die politik nicht raushalten denn beisipielsweise barrierefreiheit ist eine hochpolitische angelegenheit. sie durchzusetzten erfordert politisches einmischen, politische intervention und zielgerichtete politische diskussion der direkt betroffenen.

    diskussionen im familiären rahmen lassen sich möglicherweise gut gestalten, wenn es sich um kleinfamilien handelt. aufgrund unserer patchworkstruktur sind wir jedoch eine big family und das ist nicht unbedingt immer ein idyllischer ort. wenn alle zusammen sind, kanns schon manchmal sehr hoch her gehen. ein reizthemna ist z. b. der lebensstil von vera und mir, den einige aus demn familienkreis beinahe unpassend finden. da gibt es erwartungshaltungen, dass wir nix anderes mehr vorzuhaben hätten als auf den besuch der enkel und auf den tod zu warten. wir geistern hingegen gerne und sogar überwiegend in der welt herum, lieben das leben in vollen zügen und benehmen uns in der öffentlichkeit auch nicht ganz so, wie es manche der kids von anständigen großeltern erwarten.

    mir ist diesbezüglich ein ganz spezielles ereignis im gedächtnis geblieben. als es vor einigen jahren um die bahnprivatisierung ging, hatten wir beide an einer attac aktion hier auf dem bahnhof teilgenommen und dafür auch in unserer eigenschaft als songwriter duo einen entsprechenden song geschrieben udn natürlich auch gesungen. das landete in der hiesigen zeitung und führte anschließend zu durchaus eruptiven diskussionen mit einem der sohnemänner, der absolut nicht akzeptieren wollte, dass seine mami sich auch mal an der besetzung eines bahnhofs beteiligt. noch heftigere diskussionen gabs mit ihm und einer der schwiegertöchter als wir uns jahre später im zusammenhang mit der flüchtlingsfrage hier in bautzen auf die seite der wilkommenskultur stellten. da gabs richtig krach weil vera klar machte, dass sie nicht bereit sich, sich von den kids ihre politischen ansichten vorschreiben vorschreiben zu lassen.

    nein, so läuft es nicht mit allen kids – dazu sinds inklusive partnern zu viele. da gibts auch welche, die es toll finden, dass wir nicht wie oma und opa um 1900 sockenstrickend in der bude hocken, sondern uns am leben in der welt beteiligen. das wiederrum führt zu diskussionen zwischen den kids und man kann sagen, dass inzwischen durchaus eine gewisse distanz zwischen den kids entstanden ist. die entsprechende trennungslinie liegt übrigens nicht zwischen den beiden jeweils zuzuordnenden kindergruppen (also ihre oder meine), sondern quer dazu. zu diesem punkt hat es zum glück auch nie diskussionen gegeben – weder zwischen den kindern, noch zwischen vera und mnir.

    allerdings hat auch ein lernprozess stattgefunden der dazu geführt hat, dass, wenn alle zusammen kommen, bestimmte themen möglichst nicht diskutiert werden. immer gelingt das nicht. doch veras autorität ist so groß (und die entsprechenden kids wissen auch, dass sie bei ihr auf granit beißen) dass ihr eindeutiges wort streiführende diskussionen immer wieder beendet. wir beide diskutieren dann jedoch immer wieder darüber, ob das die richtige lösung ist. vera ist nämlich der ansicht, dass sich die entsprechenden probleme nicht einfach ausblenden lassen und in dieser hinsicht sind wir grundsätzlich einer meinung. daher versuchen wir einerseits diese punkte im ganz großen kreis auszublenden und stattdessen mit der jeweiligen person direkt zu diskutieren. vielleicht ist das ein brauchbarer modus…

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    • Eine sehr interessante und ausführliche Antwort. Dankeschön.
      Ich glaube, Politik und Religion sind sowieso die explosivsten Themen. Da ist es schon sehr gut, wenn man sie überall raushält, wo sie nicht unbedingt etwas zu suchen haben.
      Im privaten Bereich sollte man schon über so ziemlich alles diskutieren können. Aber du hast ganz sicher Recht: Je größer die Diskussionsgruppe ist, um so mehr kann da los sein.
      Wenn starke Charaktere eventuell aus dem Ruder laufende Diskussionen im Griff behalten, dann kann das gut für alle Beteiligten sein. Keine Diskussion ist es wert, dass man sich ihretwegen die Köpfe einrennt.
      Toleranz anderen gegenüber wird nicht überall gleich groß geschrieben, das seht ihr vermutlich recht deutlich bei euren Kindern. Ich finde es klasse, dass ihr komplett macht, was euch gefällt.
      Ich sehe auch keinen Grund, warum ihr euch da von den Kindern irgendwie einschränken lassen solltet.

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  8. Also mir fiel bei dieser Frage sofort mein Schwiegervater ein. Ich bin durchaus jemand, der sehr gerne und leidenschaftlich diskutiert und argumentiert, notfalls passend zum Thema recherchiert, um Argumente zu untermauern – je nach Thema natürlich. Also ich muss das jetzt nicht für jeden Pups machen, aber manchmal gibt es ja so heikle Themen, die die Welt bewegen. Mein Schwiegervater schafft es, aus allen Themen, also aus so ziemlich jedem Alltagsthema ein politisches Thema zu machen. Der baut von einer Aussage Brücken zu einem politischen Thema – da kann man manchmal nur den Kopf schütteln, wie er das jetzt wieder daherinterpretiert hat. In ihm schlummert ein kleiner Rassist, wobei ich sagen muss, dass er in Westberlin groß wurde und seine Einstellung auch einfach mal so anerzogen bekommen hat. Seine Eltern und eher gehören auch eher zum „Handwerkervolk“, also mit niedrigem Bildungsnoveau und da schreit man ja eher mal irgendwelche Parolen durch die Straße statt sich Gedanken zu machen, die über den eigenen Tellerrand hinaus gehen. Und so baut er immer, wirklich bei egal welchem Thema, eine Brücke zum Thema „Ausländer“, wobei ich auch raus höre, dass er im Grunde gar keine Vorurteile hat. Er beschwert sich einfach nur gerne und dieses Thema bietet enorm viel Fleisch. Noch dazu ist er zum verrückt werden stur und beratungsresistent und stellt sich dann auch irgendwann echt blöd. Ich habe zum Beispiel an den Feiertagen erzählt, dass in der Kita unserer Tochter ein Integrationskind ist das einen Rollstuhl benötigt und er schrie quasi kontextlos „Ja aber die Ausländer, die kriegen immer die ganzen Kitaplätze! Die kriegen ja auch alles vom Amt, die müssen nicht mal fragen, während wir im eigenen Land…“ … usw, ja? Man versteht, glaube ich. Es ist schon beinahe lustig, weil das wirklich den ganzen Tag so geht. Seine gesamte Familie, alle Freunde, und das habe ich schon zu Hauf erlebt, senkt dann, wenn er so los legt, grinsend den Blick und lässt ihn einfach mosern, bis er sich ausgemosert hat, weil es einfach ab-so-lut nichts bringt, zu diskutieren. Ich bin da anders 😀 Ich diskutiere. Mir egal, ob es was bringt. Ich gebe ihm dann Dinge zu bedenken, führe ihm Gegenbeispiele vor Augen, google nach Statistiken, die ihm natürlich nie gut genug sind oder appelliere an seinen Verstand, denn in seinem Umfeld hat er sehr viele gute Freunde, die keine deutschen Wurzeln haben. Aber auch in nicht-politischen Themen ist er so impulsiv und das macht es einfach irgendwie spannend, mit ihm zu „streiten“, es ist eine geistige Herausforderung für mich, weil ich mir immer denke: irgendwann wird vielleicht irgendwas hängen bleiben und ihn zum Nachdenken bringen, auch wenn er es nicht zugibt. Aber er ist wirklich ein sehr harter Brocken. Diese Eigenschaft hat auch ihre guten Seiten, denn wenn mal irgendetwas bei Behörden nicht läuft, dann schnauzt er jeden in Grund un Boden, bis er an sein Ziel gelangt. Als sein Vater starb, haben sie ohne sein Wissen einen Transport in die Wege geleitet und der Vater war für ein paar Stunden quasi verschwunden – das gesamte Krankenhauspersonal hat aufgeatmet, als mein Schwiegervater endlich das Gebäude verlassen hatte, nachdem das geklärt war – so ein Einsatz mit vollem Herzblut ist wirklich Gold wert, wenn es mal ernst wird, das könnt ihr mir glauben.

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    • Du hast deinen Schwiegervater hier für mich sehr bildhaft und lebendig beschrieben. Ich sehe und vor allem höre ihn förmlich vor mir. Das ist „aufregend“.
      Ich kenne solche Menschen auch aus meinem Bekanntenkreis. SIe mögen vielleicht wirklich ein großes Herz haben, aber sie tragen es definitiv nicht auf der Zunge. Wenn ich da ne Weile im Gespräch bin, dann kriege ich Blutdruck!
      Die Landeier, mit denen ich hier in Schweden teilweise zu tun habe, sind ähnlich. Vielleicht nicht so laut und direkt, wie der Durchschnittsdeutsche, aber unterm Strich trotzdem nahe dran.
      Sie sind mehr oder weniger noch nie aus ihrem Kaff rasugekommen, sind nach der Schule gleich irgenwohin zum Arbeiten gegangen (hier oft ohne Lehre), und gute 20 Jahre später sind sie noch immer in der gleichen Firma. Die wagen sich eigentlich nicht mal in die Nähe des Tellerrandes, meinen aber permanent, dir die Welt erklären zu müssen. Und Ausländer verkörpern ja sowieso von Vornherein das Böse… Da könnte ich kotzen. Aber: Ich denke einfach: LMAA!
      Sie haben ja eigentlich nur ne beschissene Angst, die sie aber nicht mal sich selbst eingestehen würden. Selbstreflektion ist sowieso nicht jedermanns Ding…
      In der Verwandschaft ist es ja nicht so einfach, zu sagen oder zu denken: LMAA. Da sind ja Bindungen da, die man trotz allem nicht lösen will. Man muss den (die) Menschen eben auch immer als Ganzes sehen.
      Und du hast ja selbst schon die guten Seiten deines Schwiegervaters beschrieben. Schön, dass er für dich eine Herausforderung im positiven Sinne darstellt.

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