Zeit wird dann für einen wichtig, …

… wenn man anfängt, über sie nachzudenken. Und ich glaube, das man dies meist mit zunehmendem Alter tut. Ich zumindest. Seit gut zwei Monaten bin ich jetzt ein halbes Jahrhundert alt, ein sogernannter Best Ager, – aha – komischerweise geht für mich damit einher, dass die Zeit gefühlsmäßig für mich immer schneller vergeht. Oder ich kann sie einfach schlechter festhalten als früher. Die Zeit rinnt mir durch die Finger und das ist leider – für mich – nicht immer ein schönes Gefühl.

Uhr Fenster
Quelle: http://www.medium.com

Manchmal ertappe ich mich dann bei teils wehmütigen, teils amüsierten Gedanken an früher, an vergangene Zeiten. Zum Beispiel dann, wenn ich darüber nachdenke, dass …

– ich mit Mamas Essen gross geworden bin …
– ich Fahrrad und Mofa ohne Helm gefahren bin …
– ich Ohrfeigen kassiert habe, wenn ich frech war … (Und das war – ich gestehe – nicht so selten …)
– ich einen Fernseher mit nur drei Kanälen hatte (,okay, ab und zu habe ich als „vierten Kanal“ auch DDR I geguckt,) und ich musste zum Umschalten noch aufstehen!!! Unfassbar für heutige Fernbedienungs-Verhältnisse …
– ich Kassetten mit dem Bleistift aufgespult habe – Stichwort: „Bandsalat!“ (Wer kennt heute überhaupt noch Musikkassetten?!)
– die Geschäfte an Werktagen ab 18:00 Uhr und sonntags geschlossen hatten … Undenkbar, ich weiß.
– ich am Festnetztelefon gefragt wurde: “Wo bist du?“ – weil es keine Handys gab …

Und trotz allem habe ich überlebt! Ich glaube, ich bin so etwas wie eine Heldin. Und schon muss ich grinsen.

Verrinnende Zeit ist gar nichts Schlimmes. Selbst dann nicht, wenn sie manchmal wehtut. Man sollte die Zeit annehmen und versuchen, das Beste aus und mit ihr zu machen. Gestern, heute und vor allem JETZT.

6 Gedanken zu “Zeit wird dann für einen wichtig, …

  1. Guten Tag und Helau.Alles gute Dir zum halben Jahrhundert. Wie sich das liest? Man kann es fast nicht glauben. Bin 16 Jahre älter als Du und habe noch das Plums-Klo erlebt. Wir wohnten im Mittelbau einen Altbaus und im zweiten Stock. Und egal wann ich musste…ich musste auf dieses Brett krabbeln —Mamma war dabei am Anfang—und dann meine Sache machen. Ein Merken das ich „muss“ –vorher schon——–beschied mir Unbehagen. Und eine Menge Gedanken. Wie könnte da ein Tierchen heraufkrabbeln gerade dann wenn ich da sitze…..Mir wäre heute noch nicht wohl dabei. …….Oder der nassgeleckte Daumen meiner Oma —der dann auf meiner Backe landete an Fasching—- um diesen einen Punkt im Gesicht schön rund hin–zubekommen. Und es war kein Stift von Douglas für das Pünktchen…sondern das abgebrannte Streichholz das die Oma geschickt in ihren Fingern hin-und herjonglierte um dann die heiße Spitze abzubrechen. Der abgekühlte Stummel des Streichholzes war der Stift —wie von Douglas—er hielt und hielt—Oder der Moment als ich meine schönen braunen Lederstiefelette nicht mehr am Platz fand. Lass mich vier –fünf Jahre gewesen sein.Meine Mutter gab mir andere komische Dinger und ich sollte die jetzt an meine Füße tun.Ich verstand es nicht—die Welt stand still—ich rastete aus mit einem Heulkrampf.Meine Mutter nahm mich auf den Arm und ging mit mir zu der Zink-Mülltonne mit Deckel.Vermutlich tat sie so als wenn sie schon weg wären—aber ich denke mir heute das ihre Freundin mit Kind die Schuhe bekam.GUT:Die anderen Sachen verstehe ich selbsverständlich und habe sie auch erlebt.Schön….mal durch Dich diesen Rückblick zu haben.Gruß Pam.

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  2. Guten Tag zurück, liebe Pam. Ein „Helau“ kriegst du von mir als typischem Nordlicht, das mit dem Karneval rein gar nichts anfangen kann, aber nicht zurück. 😉

    Hey, ich finde es toll, wenn dich meine Gedanken zum Thema „Zeit“ dazu gebracht haben sollten, diese schönen, speziellen und vor allem sehr persönlichen Kindheitserinnerungen wieder hervorzuholen. Das ist etwas ganz Besonderes! Ich freue mich sehr, dass du das hier teilen magst. Danke dafür.

    Herzliche Grüße aus Hamburg von
    S. alias Frau Verbalkanone.

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  3. So viele Jahre sind wir nicht auseinander und vieles was Du oben beschreibst, kenne ich auch. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, was heute modern ist, ist morgen schon alt, alles ist in Veränderung und man muß sich bemühen mit dem Fortschritt Schritt zu halten.

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  4. Liebe S.,
    Du hast es richtig beschrieben. Wenn ich manchmal mitbekomme, über was sich die Menschen heutzutage Alltags-Gedanken machen frage ich mich auch, wie unsere Generation überhaupt überleben konnte.
    Unser soziales Netzwerk war früher „draußen“, wir spielten mit den Nachbarskindern, ebenso stritten wir mit ihnen. Wir kloppten uns auch mal und kein Erwachsener steckte sich dazwischen. Wir konnten unsere Fahrräder selbst reparieren, auf Bäume klettern und brauchten kein Antibiotika, weil wir uns einen Mückenstich aufgekratzt hatten. Ich stimme Dir zu – damals schien die Zeit, die wir in der freien Natur verbrachten, endlos. Heute frage ich mich täglich, wo die Zeit geblieben ist. Die Tage gehen so schnell vorbei….ich gebe zu dass ich noch meine Weihnachtsgardinen im Küchenfenster hängen habe. 🙂 Nun ist es wirklich „an der Zeit“ sie endlich zu wechseln.

    LG Rika

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  5. Genau ! Das Beste aus dem „jetzt“ machen. Weil zu schnell vergehen die Möglichkeiten.

    Ich weiss noch, als ich meinen ersten Walkman bekam und dann hatte ich den auf und fuhr mit dem Fahrrad wie ein Wilder rum. Das mochten die Kassetten nicht so, durch die Querbeschleunigungen wickelten sie sich schräg auf und man hörte das sehr gut, die Tonhöhen variierten ständig, bis es unhörbar wurde und man das ganze Band erstmal im Stand komplett ein paar mal vor- und zurückspulen musste.

    Mit den ersten CD-Walkmans war es auch nicht viel besser, die setzten einfach aus. Das kennt man heute bei den volldigitalen Geräten gar nicht mehr, da ist höchstens mal der Akku fertig. 😉

    Liken

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