Hundehaltung für Jedermann?

Vor ein paar Tagen erfuhren wir in den Medien über einen Vorfall in Hannover, nämlich dass zwei Menschen durch eine Hundeattacke gestorben sind. Eine 52-jährige Frau und ihr 27-jähriger Sohn wurden von ihrem Staffordshire-Terrier-Mischling totgebissen.

Natürlich ist der Ruf nach schärferen Gesetzen nun wieder lauter geworden, vergebens scheinen die Gegenargumente der Hundefreunde. Richtig ist dass bestimmte Hunde zu einem bestimmten Zweck gezüchtet wurden und werden: dem Hundekampf. Aber nicht jedes, als „Kampfhund“ eingeordnetes Tier, läuft den ganzen Tag zähnefletschend und beißlustig herum und fällt Menschen an. Viele dieser Rassen sind freundliche Familienhunde, wobei man aber nie außer Acht lassen sollte dass auch die friedvollsten Hunde, egal welcher Rasse, irgendwann mal „austicken“ können.

Nun die Frage der Woche vom 7.4. – 13.4. ’18 :

Was haltet Ihr von der Zucht von als gefährlich eingestuften Hunden? Welche Voraussetzungen sollten Hund und Halter erfüllen, damit sich jeder sicher fühlen kann, wenn ihm jemand mit einem solchen Tier begegnet?

Ich würde mich freuen, wenn die nächste Frage der Woche mal von jemandem „Unverbrauchtem“ käme.

Wahrscheinlich wird sich keiner der vielzähligen Abonnenten freiwillig melden, von daher frage ich Nougatcornflake: „hast Du Lust, Zeit und Muße für die nächste FdW – falls sich (mal wieder) keiner meldet“?

 

 

30 Gedanken zu “Hundehaltung für Jedermann?

    • Richtig.
      Alle wollen dass Waffen abgeschafft werden – dabei sind es die Schützen die gefährlich sind.
      So ist es auch oft bei Hunden. Da sind es die Halter, die diese „lebenden Waffen“ erst scharf machen.Entweder mit Absicht oder durch Unwissenheit und Ahnungslosigkeit. Die Anschaffung eines Tieres sollte immer sehr gut überlegt sein!
      Ich finde dass nicht nur der Hund den Wesenstest bestehen sollte, sondern ebenso Herrchen oder Frauchen

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      • Den Wesenstest müssen auch Herrchen und Frauchen machen. In Berlin braucht man ein außerordentliches polizeiliches Führungszeugnis und einen Hundeführerschein um Z. B. Stafford-Terrier halten zu dürfen.

        Jedenfalls wenn man sich an die Regeln hält.

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        • Ja, wenn man aktuell nach Hannover schaut – merkt man wie weit es damit ist. Mehrfach wurde der Hund, bzw. die Halter (Mutter und Sohn) gemeldet. Aber wie auch bei den Jugendämtern, die Verwahrlosung bei Kindern oft übersehen, wurde auch hier keinerlei Verhaltensauffälligkeit erkannt. Dass der Hund kaum heraus kam, in einem Stahlkäfig innerhalb der Wohnung gehalten wurde und Mutter und Sohn mit dem Tier überfordert waren entging den Kontrolleuren. Und so kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen.
          2010 kam es in Hamburg zu einer tödlichen Beißattacke, ein Sechsjähriger Junge starb. Warum? Ok, es gab den sog. Hundeführerschein noch nicht. Die Halterin hatte die Hunde einem Bekannten überlassen, der „mal mit den Hunden gehen wollte“. Das passiert auch noch in Zeiten des Hundeführerscheins….

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  1. Autos sind erst dann gefährlich, wenn sie von rücksichtslosen Menschen, Rasern, Besoffenen oder Fahrern gesteuert werden, die ihren Führerschein auf dem Rummel gemacht haben – oder gar nicht. Pistolen und Gewehre schießen niemals von alleine los – schon gar nicht auf Lebewesen. Und Hunde werden niemals völlig grundlos Menschen anfallen. Die Gründe zu kennen und ihnen vorzubeugen, ist die Pflicht und Schuldigkeit jedes Hundezüchters und Hundehalters. Das gilt übrigens auch für alle anderen Tiere, die Menschen gefährlich werden können.
    Aber so, wie ich denke, dass die gefährlichen Autofahrer niemals aussterben werden, denke ich auch von unfähigen oder mutwillig bösartigen Hundehaltern. Ich glaube, ehrlich gesagt, nicht, dass ein „Hundeführerschein“ etwas bringen würde. Ich denke, man kann sich, wenn man will, durch viele Prüfungen „durchschmuggeln“. Wer Hunde absichtlich zu „Kampfmaschinen“ erzieht, der hätte sehr wahrscheinlich auch so viel kriminelle Energie, dies durchzuziehen.

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    • Ich stimme Dir voll und ganz zu, liebe Berta. Es ist zu einfach dem Hund allein die Schuld zu geben. Der Halter muss wissen wie sein Hund sich verhält, dennoch ist jedes Tier ein Individuum, welches auch Urinstinkte und -triebe besitzt.. Es ist unverantwortlich einen Hund in der Nähe von spielenden, laufenden Kindern von der Leine zu lassen, damit er sich „austoben“ kann. Bei uns gibt es einen Park der trotz seiner geringen Größe einen großzügigen Hundeauslauf beherbergt. Trotzdem lassen viele(!) Hundehalter ihren Hund auch auf der Grünfläche beim Kinderspielplatz frei herumlaufen. Nach dem Motto „er will doch nur spielen“ sehen sie nicht die Gefahr die daraus resultiert. In Hamburg gibt es die Leinenpflicht für Hunde auf öffentlichen Wegen und Plätzen – kaum einer hält sich daran. Wenn man die Leute dann bittet, doch ihren Hund anzuleinen gibt es immer die stereotypische Antwort: „der tut nichts“.
      Was das heranziehen (nicht züchten!) von „Kampfmaschinen“ betrifft, werden die Verursacher wahrscheinlich nicht einmal Bock darauf haben, sich durch die Prüfungen durchzuschmuggeln. Das Abrichten und der Haltungsort liegen irgendwo im Verborgenen – und wo keine Hundehaltung vermutet wird, werden auch keine Kontrollen statt finden. So siehts aus…

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    • @Berta wer Hund zu Kampfmaschinen erzieht, den interessiert auch kein Hundeführerschein. Der hält seinen Hund in einem Kellerzwinger und macht ihn sogar mit Rauschgift scharf. Und leider schreitet dann auch keine Behörde ein.

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  2. Ich denke, dass Sprichwort: „Man beißt nicht die Hand, die einen füttert.“, trifft auf viele Hunde zu. Es wird etwas in der Vorgeschichte dieses Hundes geben, warum er so reagiert hat. Erfahren werden wir es wohl nie und darum ist jetzt die Frage nach schärferen Gesetzen wieder aktuell.
    Die wenigsten Hunde werden aggressiv geboren, es ist der Halter, der Mensch, der etwas verkehrt macht. Ob da Hundeführerscheine helfen, wage ich zu bezweifeln. Der Mensch ist das Übel, der aus manchen Hunden, Kampfmaschinen macht. Auch da liegt Verantwortung bei den Züchtern, sich die Menschen genau anzuschauen, zu denen sie ihre Hunde geben. Doch wenn ich schaue, wieviele Hunde aus dem Ausland kommen, weil da wild gezüchtet wird um Geld zu machen, dann macht mich das traurig, denn der Verlierer ist immer das Tier. Egal was passiert.

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    • Genau das ist der Punkt, liebe Biene.
      Man muss sich vorher sehr gut und ausführlich informieren, was auf einen als Hundehalter zukommt. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass ein Hund nicht nur Futter benötigt, sondern vor allem Zuwendung und Konsequenz bei der Erziehung. Das gilt nicht nur für große sondern auch für kleine Hunde. Wer sich einen Hund aus einer dubiosen Quelle „besorgt“ trägt umso mehr Verantwortung gegenüber dem Tier und den Mitmenschen. Geiz ist geil – diese Mentalität macht auch vor dem Tierkauf nicht Halt.

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  3. Moin allerseits,
    ich habe mir mal die Kommentare durchgelesen und festgestellt, dass hier Hunde mit Waffen wie Pistolen etc. verglichen werden. Ok, ein Hund kann eine Waffe sein. Das ist unbestritten.Aber einen Hund mit per se mit einer Waffe zu vergleichen, dem mag ich nicht so zustimmen. Eine Pistole muss von einem Menschen bewußt ausgelöst werden, indem ich den Finger krumm mache, um den Abzug zu betätigen. Eine Pistole kann nicht von alleine schiessen, es sei denn sie fällt runter und es löst sich ein Schuss. Ein Tier hingegen ist ein eigenständiges Lebewesen, dass im Rahmen seiner Möglichkeiten handelt. Ich als Mensch kann nicht dem Tier ins Gehirn schauen und sagen, was es als nächstes vorhat. Wie hier meines Erachtens schon richtig geschrieben wurde, ein Hund hat Urinstinkte, die jederzeit durchbrechen können. Wahrscheinlich braucht es dazu meistens einen äußeren Anlass. Genauso gut halte ich es für möglich, dass bei einem Hund im Gehirn ohne äusseren Anlass etwas schief läuft und der Hund ohne erkennbaren Grund austickt. Und dass in Gehirnen etwas schief laufen kann, kann man ja daran erkennen, dass es Sachen wie Migräne, Epilepsie (gibt es auch bei Hunden), Autismus usw. usw. gibt. Oder, warum laufen manche Menschen Amok? Leider kann ein Hund nicht sprechen, so dass man ihn auf eine Couch legen und ihn befragen könnte. Tatsache für mich ist, dass es im Gehirn eines jeden Lebewesens zu einem Kurzschluss kommen kann. Bei vielen „knallt“ es dann. Dann laufen sie Amok oder töten die Hand, die sie durchfüttert, wie jetzt hier in Hannover. Laut Radio Hannover soll der Hund mehrfach kontroliert worden sein. Außer dass er öfter den ganzen Tag alleine zu Hause war und dementsprechend den ganzen Tag gebellt hat, soll er absolut verhaltensunauffällig gewesen sein. Nun soll er zeitnah eingeschläfert werden, da laut Ergebnis der Hund durch seine Beissattake für den Tot der beiden Menschen verantwortlich ist.
    Hier jetzt jemanden die Schuld zu zuweisen (Halter oder Hund), dafür hätten wir Hund und Halter kennen müssen und dabei sein müssen, als es zu dieser Attacke kam.
    Ich möchte hier jetzt natürlich nicht ausschliessen, dass es Leute gibt, die Tiere (nicht nur Hunde), zu Kampfmaschinen erziehen. Diese Idioten gibt es und hier müsste meiner Meinung nach mehr seitens der Behörden kontroliert werden.
    Ob jedermann einen Hund halten kann? Das möchte ich verneinen. Ich jogge ja sehr viel und ich sehe öfter, dass manche Personen gar nicht in der Lage sind, den Hund festzuhalten. Die werden dann regelrecht hinterher geschleift. Meist rennen sie dann hinter dem Hund her, um nicht hin zu fallen. Aber die Leine lassen sie nicht los. Wenn nun genau so ein Hund hinter einem Kind (Beutetrieb = Urinstinkt) her läuft, kann den eigentlich keiner mehr aufhalten. Der Halter, der ja schon fast hinterher geschleift wird, erst recht nicht, weil der körperlich gar nicht in der Lage dazu ist. Wie gesagt, sowas sehe ich öfter. Und genau hier halte ich einen Hundeführerschein für sinnvoll, der aber auch eindeutig beinhalten muss, welcher Hund für welchen Mensch in Frage kommt. Es nützt nichts, wenn im Führerschein steht, dass das Tier friedlich ist, aber das Herrchen (oder Frauchen) im Falle eines Falles körperlich gar nicht in der Lage ist, das Tier festzuhalten.

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    • Das ist alles richtig. Der Vergleich mit z.B. Schusswaffen wurde gemacht, ja. Natürlich ist ein Hund, wie jedes Lebewesen, ein Individuum welches man nicht mit einer Fernsteuerung lenken kann. Eins Schusswaffe wird durch den Nutzer erst gefährlich – ein Hund kann jederzeit gefährlich werden wenn der Besitzer sich nicht ausführlich mit dem Tier befasst. Als Hundehalter muss ich in der Lage sein, die Mimik des Hundes richtig zu deuten. Zähnefletschen ist einfach einzuschätzen, aber wie sieht es mit dem allgemeinen Verhalten des Hundes aus? Wenn man als Halter dazu nicht in der Lage ist sollte man sich keinen Hund anschaffen. Wer in einer kleinen Wohnung lebt, 8-10 Stunden täglich außer Haus ist – dürfte m.E. nach gar keinen Hund halten. Schon gar keinen großen oder einen Laufhund. Ich beobachte es hier in meiner Gegend so oft: Feierabend, nach Hause, einmal um den Block mit dem Hund damit er sein Geschäft erledigen kann. Am Wochenende dann in den Park und dort „Leine frei“. Geht gar nicht!
      Überforderung mit einem Hund sollte ernst genommen werden und die Behörden sollten schneller schalten.

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  4. Wir haben 2 Bulldoggen, „Old Types“, was bedeutet, das „zurückgezüchtet“ wird zu Bulldoggen wie sie ganz früher mal aussahen. Mit Schwanz und viel muskulöser. Der große wird oft für einen Staff gehalten und er ist auch so kräftig wie einer.
    Wir haben unsere Hunde agressionsfrei erzogen, es wurde nur mit Belohnungen und nie mit Strafen gearbeitet. Unsere Hunde sind Menschen gegenüber nie agressiv da sie nicht wissen daß das geht. Im Gegenteil, sie halten alle Menschen für ihre Freunde und freuen sich über wirklich jeden. Da haben wir schon viele Leute kennengelernt durch…
    Ich habe schon einige Pitbulls, Bullterrier, Staffs, Dogo Argentinos und andere „gefährliche“ Hunde kennengelernt und immer waren das fröhliche freundliche Tiere. All diese „Klopsrassen“ haben eigentlich ein sehr freundliches Wesen. Und sie sind sensibel, wenn ich nur mal lauter spreche weil ich genervt bin verlassen die Hunde das Zimmer. Wenn ich gar rumschreie fängt der kleine an zu zittern und versteckt sich. Das hat mir das Rumschreien so gut wie abgewöhnt.
    In den U.S.of A. nennt man Staffs „Nannydogs“. Weil sie sehr gut auf Kinder aufpassen können. Ich würde niemals ein Kleinkind mit einem Hund allein lassen, keine Frage. Aber bei meinen merke ich auch: Wenn ein Kind dabei ist passen sie drauf auf. Wenn z.B. andere Hunde angelaufen kommen stellen sie sich vors Kind. Auf unserem großen sind schon Kinder geritten, hatte er Spaß dran.
    Fazit: Hunderassismus ist genau so daneben wie Menschenrassismus. Nur mal so nebenbei, die meisten „Unfälle“ mit Hunden verursacht der deutsche Schäferhund. Mit über 90% eindeutig der Spitzenreiter und von den gefährlichen Kampfhunden kaum noch einzuholen.

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    • Ich weiß nicht ob man beim Thema Hunde von „Rassismus“ sprechen sollte. Hier wurde bisher (außer von Dir selbst) nicht eine einzige Rasse genannt. Der Begriff „Kampfhunde“ wurde im Zusammenhang mit aggressiv abgerichteten Hunden benutzt.
      Jeder soll mit seinem Hund glücklich werden, solange der Hund das gleiche Recht hat. Hunde tagsüber einzusperren, ihnen nicht täglich den nötigen Auslauf verschaffen, Hunde aus Langeweile zu halten u.s.w. ist gelinde gesagt Tierquälerei.
      Aber kein Hundehalter sollte davon ausgehen, dass sein Hund nicht unerwartet auch mal zuschnappt. Viele Hundebesitzer glauben, weil sie ihren Hund von ihrem Teller mitessen lassen oder zum schlafen mit ins Bett nehmen, ihr Hund würde niemals beißen, weil er eben „wie ihr Kind“ behandelt wird.

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  5. Schon der Begriff „Kampfhund“ ist ausgemachter Blödsinn. Was bitte ist ein Kampfhund? Ein Hund, der zum Kämpfen ausgebildet wird. Wie z. B. im antiken Rom. Ob es solche Hunde heute in Europa noch gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Also einigen wir uns vielleicht auf den Begriff gefährliche Hunde, wie sie offiziell und nicht im Boulevard-Jargon genannt werden.

    Was in Hannover geschah, ist bedauerlich jedoch werde ich mich dazu nicht äußern da ich die Umstände der Haltung nicht kenne. Und Spekulationen bringen nichts.

    Natürlich gibt es immer einmal wieder bedauerliche Unfälle, doch fallen gerade die sogenannten gefährlichen Hunderassen in den Beißstatistiken kaum auf. Mischlinge und besonders der beliebte Deutsche Schäferhund sind hier meist führend.

    Ansonsten kann ich mich dem Kommentar von @derpeavy anschließen. Auch wir hatten einen Stafford-Terrier. Er war stets unauffällig, hatte eine Begleithundeprüfung und war Therapiehund wegen seines ruhigen und ausgeglichenen Wesens. Durch ihn und Schulungen lernten wir viele Staffords kennen und andere der „Zunft“ der gefährlichen Hunderassen angehörenden Hunde kennen und ich kann mich an keinen einzigen Beißvorfall zwischen Hunden, geschweige denn gegen Menschen erinnern.

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    • Ich bezeichne Hunde dann als Kampfhunde, wenn sie zum kämpfen trainiert werden. Hundekämpfe gibt es – auch wenn manche Menschen es nicht wahr haben wollen. Da werden Wetten abgeschlossen und die Hunde müssen auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen. Danach werden sie „zusammengeflickt“ kommen danach wieder in den Käfig bis sie erneut einsatzbereit sind.
      Ich und jeder andere hier weiß, dass oftmals sogenannte kleine „Fußhupen“ wesentlich giftiger im Wesen sind und des öfteren mal zuschnappen.

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        • Habe ich im Polizei-Presseportal lesen können. Da wurde ein ganzer Ring festgesetzt, die Hunde kamen ins Tierheim, einige mußten eingeschläfert werden. Auch wegen ihrer Verletzungen.
          Aber irgendwie habe ich das Gefühl, Ihr beide schreibt am Thema vorbei. Die Frage lautete: „Was haltet Ihr von der Zucht von als gefährlich eingestuften Hunden? Welche Voraussetzungen sollten Hund und Halter erfüllen, damit sich jeder sicher fühlen kann, wenn ihm jemand mit einem solchen Tier begegnet?“
          Nennt doch einfach mal ein paar Voraussetzungen. Keiner hier hat unmittelbar Hunde für irgendwelche Vorfälle verantwortlich gemacht. Der bisher einstimmige Tenor lautete, dass der wirklich Gefährliche am anderen Ende der Leine zu finden ist. Ihr braucht also Eure Hunde (-haltung) nich rechtfertigen. Gebt Eure Erfahrungen gerne weiter, vielleicht auch, wie sich Passanten, Spaziergänger Eurer Meinung nach gegenüber (auch freilaufenden) Hunden verhalten sollten. Das wäre doch mal ein konstruktiver Austausch.

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          • Die Voraussetzungen sind doch allgemein bekannt. Ein Listenhund gehört, soweit er nicht durch eine Prüfung davon befreit ist, an die Leine und hat einen Maulkorb, jedenfalls in Berlin, und ich kann ja nur von der Gesetzgebung Berlins schreiben, zu tragen.

            Die Zucht von Listenhunden ist in Berlin verboten. Wird jedoch weder überprüft noch eingehalten. Und wenn man einem Listenhund begegnet, wie man sich da verhalten soll? Na wie bei jeder Begegnung mit einem Hund. Sie reagieren auch nicht anders, im Gegenteil meist sind sie wesentlich entspannter als andere Hunde.

            Eltern sollten ihren Kindern beibringen, wie man sich gegenüber Hunden verhält. Dass man z. B. nicht auf sie zu rennt, keinen Stock schwingt, wenn sie in der Nähe sind und, und, und. Aber das sollte ja eigentlich bekannt sein.

            Und ich rechtfertige nicht, dass wir einen Stafford hatten, weshalb auch, nur habe ich wahrscheinlich wesentlich mehr Erfahrung mit solchen Hunden und kenne auch die Vorurteile die auf 95 Prozent dieser Listenhunde nicht zutreffen.

            Hättest Du z. B. die gleiche Frage gestellt, wenn ein Schäferhund diese Beißattacke begangen hätte? Oder war es dann doch wieder der Listenhund, der den Ausschlag gab?

            Verstehe mich nicht falsch, aber bei Listenhunden sind die Medien stets besonders aktiv. Während Beißattacken anderer Hunde auch wenn sie bedauerlicherweise tödlich enden, meist nur eine kleine Notiz darstellen.

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            • Ja, ich hätte diese Frage wahrscheinlich auch gestellt wenn es ein Dackel gewesen wäre.
              Aus dem ganz einfachen Grund, weil es Menschen gibt die Angst vor Hunden haben. Ich kenne so einen Menschen mit Canophobie- er sitzt im Rollstuhl, hatte auch schon zwei Herzinfarkte. Gerne würde er jetzt, bei dem schönen Wetter mal durch den Park fahren – geht aber nicht weil sich viele Hundehalter eben nicht an die Leinenpflicht halten, sondern ihre Hunde frei laufen lassen. Und wenn man sie darauf hinweist, dass im Park die Hunde an die Leine genommen werden sollen, bekommt man grenzdebile Antworten wie“ ich zahle ’n Haufen Hundesteuer“ oder „wo steht das?“ Wenn man dann auf das Schild deutet, welches darauf hinweist hieß es schon mal: „dann passen sie man auf dass sie nicht dagegen fahren“
              Ich liebe Hunde. Hatte früher selbst einen. Habe auch Hundesteuer bezahlt – aber so blöde Texte hatte ich nicht drauf. Und wenn jemand im Rollstuhl sitzt, einen Hund auf sich zukommen sieht, Herzrasen und Schweißausbrüche bekommt und man bittet den Halter seinen Hund zu sich zu rufen – „der tut nichts“ – dann platzt mir auch fast der Kragen. Soviel Intoleranz kenne ich nicht einmal von radikalen Nichtrauchern.
              Was, WAS soll man dem Hundehalter in solch einer Situation sagen? Worauf wird er vernünftig reagieren? Das ist für mich wichtig – nicht was für ein Hund da frei herumläuft.

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  6. Ich finde die Diskussion wieder schrecklich. Die Medien werfen sich in den Ring, als wären sie selbst erpicht darauf den „Hundekampf“ zu gewinnen.

    Normalerweise wird ein vernünftig gehaltener Hund nicht aggressiv.

    Es gab mal eine Zeit, da waren Pitbulls gerne in Begleitung von unsicheren Männern, die sich mit ihnen interessant machen wollten. Blöd, wenn der Staffi dann nur goldig guckt. Meine Freundin und ich hatten echt Spaß daran, uns über Pitbulls herzumachen und sie als süß und goldig zu bezeichnen, während der Typ verzweifelt die Gefährlichkeit seiner Bestie anpries.

    Es gab schon immer Beißunfälle und wird sie immer geben. Sie werden auch mehr werden, wenn ich mir so angucke, wie die Hunde in meiner Umgebung gehalten werden. Hunde sind total hierarchisch ausgerichtete Tiere und man sollte schon immer den Ton angeben in der Hunde-Mensch-Beziehung.

    Früher haben wir unsere Hunde abgerichtet, heute werden sie verkuschelt. Ich erwarte von keinem Hund, dass er bei dem Wort „Hier“ wie ein Roboter anrast, aber ich erwarte, dass er kommt. Und zwar jetzt. Oder dass er an der Leine laufen kann, das überhaupt mal als Prinzip kennengelernt hat.

    Mit unserem Hobby laufen wir extrem viel und ich finde es immer schade, dass da kein Hund dabei ist. Ich hatte mir überlegt einfach Hunde aus der Nachbarschaft oder dem Bekanntenkreis mitzunehmen und habe es dann wieder sein lassen, weil keines der Tiere an der Leine laufen konnte. Mir wurde jedesmal fast die Schulter ausgerenkt oder war entnervt, weil ich ständig an der Leine korrigieren musste.

    Hunde sind keine Kinder und man darf sie so nicht behandeln. Sie sind aber auch keine Spielzeuge, die man bei Nichtgefallen in einem Käfig ablegt, wie es die Amerikaner machen.

    Dennoch sollte man bedenken, dass Millionen Hunde in Deutschland leben und dass es mehr Morde in Familien gibt als Hundebisse, die tödlich enden. Ich hätte mehr Angst vor Herrn Müller, als vor seinem Hund.

    Was mich momentan nervt sind die Petitionen der „Tierliebhaber“, die möchten, dass der liebe Chico leben darf. Ich verstehe das persönlich überhaupt nicht. Der Hund hat nicht nur gebissen, der hat 2 Menschen getötet. Da gehört auch für einen großen Hund eine Menge dazu, das ist keine leichte Tat, zumal der Kerle ja auch keine Übung hatte. Der gehört eingeschläfert. Ich wollte den „rehabilitierten“ Chico nicht in meiner Nachbarschaft haben, nie und nimmer.

    Das Netz ist voll von Schuldzuweisungen an die Halter und Liebesbekundungen für den Hund. Dass da 2 Menschen, die offensichtlich mit dem Leben als solchem überfordert waren, die ihre Probleme nicht bewältigen konnten, auf so schauderhafte Weise ums Leben kamen, das scheint nicht so wichtig zu sein. Hauptsache der Köter lebt weiter. Das ist doch eine echte Schieflage.

    Kann man da Rückschlüsse auf die Hundehaltung im Allgemeinen ziehen? Ich finde, in einem gewissen Maße kann man das. Hunde haben eine ganz andere Rolle im Leben der Menschen erhalten, als sie das vor ca. 20 Jahren noch hatten. Sie werden nicht mehr als Hunde gesehen und viele Halter verwechseln sie mit Kindern. Vor allem die kleinen Rassen leiden immens. Deren Beißunfälle haben aber selten schwere Konsequenzen, weshalb ich Peavy hier korrigieren muss: die meisten Hundebisse bekommt man von den Zwergrassen. Die armen Dinger tun mir immer so leid. Das Rumgeknuddel und Geküsse! Nur wird das nie gemeldet, ist ja nichts passiert.

    Also: zurück auf den Hundeplatz: Hier, Sitz, Platz, Fuß und Leinenführigkeit üben, bis es klappt. Konsequent darauf achten, dass jeder in der Familie dem Tier jederzeit absolut alles aus dem Maul nehmen kann, ohne dass irgendeine Gegenwehr kommt. Die Grundpfeiler der Haltung. Dann auf genügend Auslauf achten.
    Dann ist die Rasse völllig egal.

    Und wenn man dann noch die Verantwortung für das Tier übernimmt und darauf achtet, dass es seine natürlichen Bedürfnisse befriedigen kann, ohne andere Menschen konstant zu nerven, dann ist das auch super. Wieso ich es süß finden soll, wenn ein fremder Hund an mir hochspringt hat sich mir noch nie erschlossen. 🙂

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    • Ein sehr ausführlicher und absolut interessanter Kommentar.
      Es sollte hier auch kein Hund, keine Rasse speziell angeprangert werden. Logisch muss aber sein dass, genau wie Du schriebst, die Minihunde so kläffig und zähnefletschend sie oft zu beobachten sind, weniger Angst auslösen als große Hunde. Hunde, die ursprünglich mal für Hundekämpfe gezüchtet wurden, haben außerdem einen kräftigeren Kiefer der einem zudem Respekt einflößt.
      Ich bin der Meinung, dass kein Hundehalter behaupten sollte dass sein Hund nicht mal irgendwann zubeißt. Es kann immer passieren! Auch wenn der Hund nicht vorab provoziert wurde.
      Erst heute kam wieder eine schreckliche Nachricht: „Ein sieben Monate alter Junge aus dem südhessischen Bad König ist nach einem Biss des Familienhundes gestorben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag gemeinsam mitteilten, biss das Tier das Baby am Vortag in der Wohnung aus zunächst ungeklärter Ursache in den Kopf.“
      Nun fragt man sich warum?
      Müßig irgendwelche Schlüsse zu ziehen denn wir wissen nichts genaues.
      Nur die dummen Sprüche „mein Hund tut nichts“, „er will doch nur spielen“, „mein Hund gehorcht mir immer“ sind absolut fehl am Platz! Wer diese Phrasen ständig klopft wird sich eines Tages wundern, wenn sein Hund, egal ob Chihuahua, Teckel, Terrier oder Schäferhund, jemanden zu Fall bringt oder beißt. Denn ein Hund kann selbst bei liebevoller Erziehung und artgerechter Haltung unberechenbar sein.

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      • Es ist blöd zu sagen es gibt keine Hundekämpfe nur weil man noch zu keinem eingeladen wurde.
        Es gibt ja auch Kampfhähne die sich gegenseitig angreifen müssen damit der Besizer des Siegers damit Geld verdient.
        Bei Hunden ist es genauso. Die Kämpfe sind nicht öffentlich aber wessen Hund oft gewinnt verdient sogar mit seinen Welpen einen Haufen Geld. Bestimte Hunderassen wurden nun mal für diesen zweck weiter gezüchtet.

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  7. Was haltet Ihr von der Zucht von als gefährlich eingestuften Hunden?
    Dasselbe, was ich von der Golden Retriever, Chihuahua, Border Collie… Zucht halte – es sind und bleiben ganz normale Hunde. Hier in Österreich ists ganz besonders witzig, Wien hat eine Liste, Tirol nicht…und in Deutschland sagt man zu ihnen ‚gefährlich eingestuft’…ist also ein Amstaff in Tirol harmloser als in Wien? Und der Wiener Amstaff harmloser als der in Deutschland?

    Welche Voraussetzungen sollten Hund und Halter erfüllen, damit sich jeder sicher fühlen kann, wenn ihm jemand mit einem solchen Tier begegnet?

    Vorrangig fühlt man sich unsicher wegen den Medien…Egal welche Rasse einen Menschen oder ein Tier verletzt, es erscheint in der Zeitung ein Amstaff oder ähnliche Rasse, zähnefletschend und sabbernd. Das gehört meiner Meinung schon mal verboten, denn was tut ein Amstaff auf der Titelseite, wenns eigentlich ein Schäferhund war?!
    Für mich ist Respekt das Wichtigste. Nicht nur vom Hundehalter aus sondern auch von anderen Passanten mit anderen Rassen oder auch Nichthunde-Besitzer. Grade jetzt nach dem Fall Chico und mit dem Säugling meinen viele Nichthundebesitzer (die absolut keine Ahnung von Hunden oder gar RICHTIGEN Kampfhunden haben) mit dem Finger auf einen zeigen zu müssen! Vorraussetzungen für Hund und Halter…gute Frage. Beinahe jeder Autofahrer hat einen Autoführerschein und trotzdem gibt es genug Dumme auf den Straßen. Deswegen halte ich zum Beispiel den Hundeführerschein für nicht wirklich sinnvoll. Vielleicht ein Informationsabend VOR der Hundeanschaffung um einfach mal den Hundehalterkodex (Anleinen wenn ein anderer angeleinter Hund auf dich zukommt…) bisschen zu verinnerlichen. Was ich gut finden würde: wer die Begleithundeprüfung macht (oder auch die BGH1 oder 2), der soll von der Steuer befreit werden. Das wäre ein enormer Ansporn für die Leute, und es gibt keinem das Gefühl, als müsste man selbst das ausbaden, was andere falsch gemacht haben. Und wer die BH oder auch die BGH1/2 geschafft hat, von dem kann man ausgehen, dass er ein gewisses Grundverständnis von Hunden hat. Vergessen darf man natürlich trotzdem nicht, dass es sich hierbei um Tiere handelt. Der bravste Hunde kann einem irgendwann gefährlich werden, das muss er nicht mal absichtlich tun.

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