Die Tomaten und mein Opa

Wenn ich an Tomaten denke, dann denke ich automatisch an meinen Opa. Er war leidenschaftlicher Hobbygärtner – er baute so ziemlich alles an: Karotten, Salat, Gurken, Sellerie, Bohnen, Zwiebeln, Schwarzwurzeln… und natürlich Tomaten. Er hatte jährlich an die vierzig Pflanzen und die wurden erstmal in unzähligen kleinen Töpfen auf dem Fensterbrett gezogen.

In einem Jahr hat er versehentlich fast nur Samen für gelbe Tomaten gekauft, das hat ihn dann auch die ganze Saison über aufgeregt. Die Tomaten reichten immer für die ganze Verwandtschaft und ein Jahr lang gab es so viele, dass meine Mama gefühlt ständig Tomatensuppe kochte. Seitdem hab ich dagegen ne leichte Abneigung entwickelt.

Als mein Opa 80. Jahre alt wurde, war das seine letzte richtige Gartensaison. An seinem Geburtstag erzählte er allen Leuten (und es kamen viele, schließlich wird man nicht täglich 80), dass der Wind heute all seine Tomatensamen weggeweht hätte. Ich glaube, ich hab die Geschichte bestimmt 50 Mal gehört und wir haben uns schon lustig gemacht, wenn es bei jedem Gratulanten wieder los ging.

Leider wurden seine gesundheitlichen Probleme dann mehr und er hat nie mehr selbst Tomaten angebaut, jedoch meinen Onkel in den nächsten beiden Jahren streng angeleitet.

Jetzt ist mein Opa schon seit fünf Jahren tot und ich vermisse ihn immer noch. Und ich hab seither nie mehr so gute Tomaten gegessen…

6 Gedanken zu “Die Tomaten und mein Opa

  1. Solche Erlebnisse sind eine ewige Erinnerung und bei Festlichkeiten immer ein nettes Thema.
    Es geht nichts über die selbstgezogenen Tomaten. Meine Schwiegermutter war eine erfolgreiche Tomatenzüchterin und in der Gartensaison habe ich viele Tomaten von ihr geschenkt bekommen.
    Rotes Gemüse ist ja sehr gesund.

    Liken

  2. Das ist genau so im Leben,Sternenkratzer,Wie schön das wir Menschen eine Möglichkeit zur Erinnerung haben.Ist das auch Deine Gedanke.? Denn diese Menschen leben durch unsere Erinnerung weiter.Man kann das beeinflussen.Ich liebe auch Tomaten.

    Liken

  3. Die Erinnerung an Deinen Großvater und seine Tomaten wird Dir keiner mehr nehmen können.
    Und wenn man bedenkt, dass Tomaten in Österreich Paradeiser (Paradiesäpfel) heißen, passt es doch wunderbar.
    🍅🍅🍅
    Liebe Grüße
    Rika

    Liken

  4. Ich finde, das ist eine wunderbare Erinnerung an einen wunderbaren Menschen. 🙂
    Die Tomaten deines Opas haben sicher nach Liebe geschmeckt und du hast sie mit Liebe gegessen. Kein Wunder, dass dir seither keine Tomate mehr so geschmeckt hat.
    Bei meiner Oma hat der Möhreneintopf so göttlich geschmeckt, wie ihn seither (für mich) niemand mehr hinbekommen hat. Meine Oma ist 1981 gestorben…

    Liken

Schreibe eine Antwort zu Eulencamperin Antwort abbrechen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s