Einkaufen bei Tante Emma

Ich komme aus  einer Generation wo es wirklich noch Tante Emma Läden gab. Es gab Milchgeschäfte, da ist man mit einer Milchkanne hingegangen und die Milch wurde in die Kanne umgefüllt, Quark gab es lose, an Joghurt kann ich mich nicht erinnern. Auch Sahne wurde lose verkauft, glaub ich mich zu erinnern. Es gab die kleinen Kaufmannsläden, manche wurden im eigenen Wohnhaus betrieben und auch nach Ladenschluß hat man geklopft, wenn etwas dringendes fehlte. Als kleines Kind war man natürlich begeistert von den großen Gläsern mit losen Bonbons, schön bunt und glitzernd eingepackt und die Freude war groß, wenn die Kaufmannsfrau das Glas von der Theke nahm und man sich ein Bonbon aussuchen durfte. Schokoküsse, früher nannte man sie anders, gab es auch und wurden einzeln verkauft. Da hatte man einen Groschen und hat für den Groschen auch noch was bekommen. Ein Blickfang war immer die große Waage, sie nahm einen Großteil des Verkaufstresens ein.

Salz-und Gewürzgurken lagerten in großen Fässern, ebenfalls Sauerkraut. Wurde auch alles lose verkauft. Man war im Laden bekannt und das Einkaufen war viel persönlicher. Der neueste Tratsch wurde dort weitergegeben. Brot und Backwaren kaufte man beim Bäcker, ganz früher bereiteten die Frauen ihren eigenen Brotteig zu und gaben die Brote nur zum Backen zum Bäcker. Zur Weihnachtszeit wurden die großen Stollen zum Backen dort abgegeben.  So hat es meine Oma erzählt. Auch gab es dort frische Hefe für zehn Pfennig, vergesse ich nicht, auch die habe ich geholt. Fleisch und Wurstwaren kaufte man größtenteils beim Fleischer, ich kann mich nicht erinnern ob es das beim Kaufmann gab.  Die ersten Jahre meiner Kindheit weiß ich noch, haben meine Eltern zusammen mit den Großeltern ein Schwein gekauft, Würste selbst gemacht und vieles wurde eingeweckt, einen Gefrierschrank gab es bei uns noch nicht.

Tja und nach und nach kamen die Supermärkte, alles oder fast alles war zentral an einem Platz zu haben, die Preise und Angebote waren günstig und nach und nach mußten die kleinen Krauter ihre Läden schließen.

 

21 Gedanken zu “Einkaufen bei Tante Emma

    • Da sagst Du was, stimmt, es gab immer ein Würstchen oder eine Scheibe Wurst und die hat immer viel besser geschmeckt, als die zu Hause. Habe ich aber auch hier schon erlebt, wenn Kinder dabei sind, reichen sie manchmal ein Würstchen.

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  1. Ach, liebe Biene, Du hast die Tante-Emma-Ladenzeit sehr schön beschrieben und mir gingen gerade sehr viele Erinnerung an diese Zeit wie in einem Film vor meinen Augen vorbei.
    Ich erinnere mich noch sehr gut an die Brausestäbchen – sie gab es offen zu kaufen und das Brausepulver war recht lecker und so richtig sauer. Wenn der Verkäuferin beim Rückgeld ein Pfennig fehlte, so wurde dies mit einem Bonbon abgegolten. Ich erinnere mich sehr gerne an den Tante-Emma-Laden. Es war alles sehr herzlich und persönlich beim Einkauf.

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    • Sicherlich kannst Du Dich noch viel mehr an diese Zeit erinnern liebe Traudl, Du hast ein paar Jahre mehr auf dem Buckel und hast das noch intensiver erlebt. Ich habe das nur kurze Zeit gekannt, dann kamen nach und nach die großen Märkte. Auch gab es damals viel weniger Verpackungsmüll aus Kunststoff, Obst und Gemüse verpackte man in Papiertüten oder alte Zeitungen und das Papier nahm man wieder zum Ofen anheizen. Oder man brachte eigene Gefäße mit und da wurden die Lebensmittel umgefüllt.

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  2. hej die bella 🙂 hier
    doch ich muß den ronny dazu holen
    ich bin ja nochnich soooooo alt
    und verstehe deinen eintrag hier nich
    ausser in den baumarkt 🙂 darf ich ja sonst nirgends mit
    zum einkaufen
    so ich hab den jetzt hier und er übernimmt mal kurz die tasten
    .
    .
    moin moin
    ihr da draussen
    die ihr weiterbloggt
    trotz lustiger neuer gesetze
    tja die genossin emma kenn ich auch noch
    ebenso den genossen fleischer
    metzger hatten wir hier nie
    hühner enten ein schwein und reichlich kannickel
    waren keine genossen
    weil se als futter dienten
    die kleinen spezialisierten händler
    sind mir sehr bekannt
    man mußte eben in mehrere läden gehen
    um an seine vorräte zu kommen
    milch gabs inne milchhalle die war
    aber sowas von mit fliesen zugedonnert
    wegens de hygiene
    und als ich etwa nen meter hoch war
    gings ab midde milchkanne ?
    auch wurde ich beim bäcker geparkt
    weil die mutter noch woanders einkaufen mußte
    passend geld für den dreipfünder hatte ich immer in
    die hosentasche bekommen
    tja da stand ich nu in der schlange
    meist so zwanzig leute vor mir
    und die bäckerfrau hat nie gerufen
    bitte kasse zwei und drei besetzen
    es wurde halt gewartet 🙂
    ausserdem gabs keine kasse zwei und drei 😀 😀
    doch es gab wenn ich
    mit meinen blauen strahleaugen
    über die glasvitrine gelinst hab
    ab und an ein stück rand
    vom blechkuchen 🙂
    tja das brot in der tasche den rand
    auf der faust
    gings denn nach hause
    die mutti ging trotzdem beim bäcker vorbei
    und bekam denn zu hören der is schon durch
    und meinte drauf
    na toll denn fehlt ja wieder die halbe
    brotrinde ^^
    brot
    frisch gebacken
    da geht nix
    da geht garnix
    da muß man einfach die zähne reinschlagen
    nich weil man hunger hat
    neeeeeee
    weil es geschmeckt hat 😀 🙂
    und der duft war echt
    und nich aus ner blechbüchse
    von hermes angeliefert geöffnet
    und zum ausdünsten und anlocken von
    kundschaft vor den laden gestellt 😦
    klar wird heutzutage das gute alte wiedermal nachgeahmt
    aufgrund von marketingstrategien
    doch der kleine lila bäcker an der ecke
    wärmt nurnoch auf
    und verströmt backduft
    aus der dose
    anstrengend war das anstehen nich
    damals
    nur laaaaangweilig
    zumindest für mich 😀 🙂
    anstehen is auch heut noch langweilig
    für mich
    aber hee ich bin eben irgendwie anders
    gruß ronny
    bella 🙂 hier haste die tasten wieder
    .
    .
    .
    wird ja auch zeit ^^
    .
    .
    .
    was wie ? gratiswurst ?
    heeeeeer damit grrrrrrrrrr
    gruß bella 🙂

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    • Stimmt Ronny, frisches Brot geholt und die Kanten waren oftmals abgeknabbert, ich mag heute noch liebend gerne die knusprigen Kanten mit Butter. Wer die Möglichkeit hatte, hielt ein paar Tiere für den Eigenverbrauch, ansonsten wurde viel lose Ware verkauft und die Probleme mit dem Plastikmüll gab es noch nicht. Da gabs Zeitungen und darin wurde schon mal was eingepackt.

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      • kartoffeln wurden auch für das schwein als futter besorgt
        und da gabs denn einkellerrungskartoffeln
        der typ kam an schwubbs wurde das zeug über die halbe strasse verteilt
        und wer durfte die einsammeln
        richtig geraten
        die zeitung von gestern war die verpackung von heute 🙂
        brathering ?
        du ißt ernsthaft brathering ???????
        lass ihn dir schmecken
        ich bin raus 😀 😀
        an die dinger komm ich nich ran
        rollmops geht immer 🙂
        und ja ich trinke auch das gurken und rollmopswasser 🙂
        es is gekocht es sind vitamine drin und mineralien
        warum sollte man dies alles verschwenden ?
        doch das alles wird wohl mit unserer generation aussterben 😦
        gruß ronny

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        • Auch da hast Du recht, anfangs haben meine Eltern die Kartoffeln auch eingekellert. Und wir mußten die dann immer mal kontrollieren ob keine faulen Kartoffeln dabei waren. Ich fand das so eklig, da krabbelten Käfer und Ohrenkneifer und Kellerasseln, ganz schlimm fand ich das.
          Brathering….lecker, wohl nichts für Dich. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden.

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          • janee brathering
            nix für mich
            bei bella hab ich es noch nich getestet
            tisch was anderes auf falls wir dich besuchen
            labskaus geht immer 🙂
            die kartoffeln zu kontrollieren
            war überflüssig
            die wurden immer faulig 😉
            geviech bei de kartoffeln
            gabs immer
            das is normal 🙂
            die wollen ja auch was essen 😉
            gruß ronny

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  3. Genau so kenne ich das auch noch. Ich musste immer mit dem Bollerwagen losziehen, einen Kilometer durch’s Dorf. Da wurden dann erstmal die ganzen leeren Gläser und Kannen rein geschleppt. Woran ich mich besonders gerne erinnere sind die Rollmöpse und Bratheringe. Die standen in großen Fässern im Laden mit Schöpfkelle, da habe ich immer um extra viel Brühe drauf gefragt. Die Brühe von Bratheringen trinke ich bis heute gerne. 😊
    Dann gab es immer so lange Lakritze Stangen, das schmeckte noch ganz anders als heute.
    Brot gab es bei uns im Dorf gar nicht, da musste man mit dem Bus zum Bäcker fahren. Wir haben das meist selbst gebacken. Für 10 Pfennig Hefe musste ich aber oft beim Bäcker holen.
    Waren schöne Zeiten… 😊

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    • Ich denke oft auch noch an die Zeit zurück, die Verpackungen waren schon ideal, da gab es auf alle Fälle nicht soviel Verpackungsmüll. Beim Fleischer wurde das Fleisch in einer Art Butterbrotpapier eingepackt und Packpapier außen rum, nichts mit Plastiktüten, Kartoffeln kamen in Zeitungspapier. Auch ich mag die Brühe von sauren Gurken und eingelegten Bratheringen und trinke die auch. Lach. Ich glaube altersmäßig sind wir nicht weit auseinander und da gibt es bestimmt viele gemeinsame Erinnerungen.

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      • Ja das glaube ich auch und die Gurkenbrühe trinke ich auch immer noch.
        Eine schöne Erinnerung ist auch, wenn ich mal Brot in der Nachbarstadt holen musste, fehlte grundsätzlich das Kanten bis ich zu Hause war. Das Brot war einfach noch warm und köstlich 😊

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    • Ja es gab die vielen kleinen Geschäfte, noch viele lose Ware und Obst und Gemüse hat man in Papiertüten verpackt. Von dem ganzen Plastikmüll war man noch ein ganzes Stückchen weg. Kartoffeln wurden die ersten Jahre noch eingekellert.

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        • Ich hätte da heute auch kein Problem mein Obst und Gemüse in Papiertüten zu packen, es gibt doch auch Recyclingpapier und das kann man zu Hause auch noch verwenden, z.B. unten in die Biotonne legen oder Mülltonne.
          Wahnsinn finde ich auch, Bananen extra noch in Folie einzuschweißen und dann zu verkaufen, die Schale bei Bananen ißt man ja nun wirklich nicht mit. In Kiel gibt es einen Laden“Unverpackt“ Dort bringt mal sein Behältnis mit und befüllt sie im Laden mit Produkten des Alltags. Durch das Vermeiden von Einwegverpackungen wird der anfallende Müll auf ein Minimum reduziert. Finde ich super. Ich hätte gerne den Link zu dem Laden eingestellt, weiß aber nicht ob das wegen dem Datenschutz möglich ist, darum lasse ich das lieber. Ist natürlich viel zu weit weg von uns. Mitlerweile soll es 50 Läden davon in Deutschland geben.

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          • Bananen einzuschweißen finde ich ja schon verrückt. Völliger Schwachsinn ist es jedoch bei Biogurken.

            Einen Laden ohne Verpackung gibt es in Berlin auch. Das ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Da man vorher nicht so genau weiß, was man alles einkaufen möchte und deshalb eventuell doch Probleme hat das Gekaufte zu verpacken. Aber auch daran kann man sich gewöhnen.

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            • Ich denke das ist eine Gewöhnungssache und man kann ja erst mal im Kleinen anfangen z.B. mit Reis, Zucker, Mehl usw. Natürlich muß man sich eine Einkaufsliste schreiben und die passenden Behälter mitnehmen. Ich hätte dazu wirklich Lust, doch hier auf dem Land kann man das vergessen.

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