Retten, löschen, schützen, bergen

Ich habe Hochachtung vor den Leuten, die tagtäglich ihre Gesundheit oder sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen. Leider wird es nicht ausreichend gedankt. Die Dreistigkeit derer, die die Arbeit der Feuerwehren lediglich als Unterhaltung betrachten, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Da werden Fotos von Verunfallten geschossen, Videos gedreht und sofort bei den „sozialen Netzwerken“ hochgeladen.  Einsatzkräfte werden an der Arbeit gehindert. Von der Dämlichkeit, keine Rettungsgasse zu bilden, will ich gar nicht reden.

Warum ist die Moral soweit gesunken, warum steigt die Geilheit auf Voyeurismus immer mehr? Was für Menschen sind das, die so gierig auf derartige Unglücke samt Opfern sind? Reicht die eigene Fantasie nicht mehr aus? Hat die digitale Welt uns schon so weit im Griff, dass so viele Menschen alles direkt aufs Smartphone geliefert haben wollen? Wären sie sogar gerne dabei gewesen? Es ist einfach abstoßend und widerlich und NICHT EIN „LIKE“ wert!

Ich kann nur hoffen, dass die Feuerwehren und auch die Polizei wieder mehr Respekt erhalten. Vorher – nicht erst wenn die Gaffer mal selbst betroffen sind! Gaffen, behindern, pöbeln und sogar Gewalt gegen Rettungskräfte sollten viel drastischer bestraft werden. Denn es stehen Menschenleben auf dem Spiel!

Ich habe fertig!

18 Gedanken zu “Retten, löschen, schützen, bergen

  1. Ganz schlimm, dass eigene Leben muß doch so langweilig sein, dass man sich mit solchen „News“ in den Vordergrund bringen will um Bewunderung einzuheimsen. Es soll auch schon Fälle gegeben haben, wo Anwohner den Rettern Essen und Trinken bereit gestellt haben und die Gaffer sich davon bedient haben.
    Gestern mit meinen Kolleginnen in Lübeck erlebt. Wir stehen an einer Ampel, es ist rot und von weitem hört man schon das Signal der Rettung, das Signal wird immer lauter und der Wagen kommt in Sicht. Die Ampel schaltet auf grün und einige der dort wartenden Fußgänger gehen los, so das die Rettung fast abbremsen muß um die Fußgänger, die über die Straße gehen, nicht umfahren. Wir z.B., haben unseren Unmut deswegen lautstark Luft gemacht, doch die gucken einen nur blöde an.

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    • Unmöglich diese Idioten. Hab auch schon erlebt, wie manche risikofreudig noch schnell rüberrennen.
      Letztens waren wir auch gerade im Berufsverkehr unterwegs, ich bin zum Glück diesmal nicht gefahren. Wir fuhren direkt rechts ran, ließen eine Lücke vor uns, damit der blöde weiße Transporter dort ausweichen kann, nee, er blieb hartnäckig auf der linken Spur, alles machte Platz nur der nicht, dass der Krankenwagen und Polizeiautos einen Schlenker machen mussten. 😤

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  2. Es ist wirklich oftmals furchtbar wenn man erleben muss wie dumm einige Menschen durchs Leben laufen. Entweder Kopfhörer auf (sogar beim Radfahren!) oder die Mucke im Auto so laut gestellt, dass Martinshörner gar nicht wahrgenommen werden. Ich hatte auch schon mal so ein Erlebnis an einer roten Ampel – von hinten näherte sich mit Blaulicht und Sirene ein Rettungswagen der Kreuzung. Die Fußgänger quer hatten schon rot, aber das Fahrzeug vor mir fuhr nicht ein Stück nach vorne, so dass wir Nachfolgenden keinen Platz zum rechts ranfahren bekamen. Es setzte ein Hupkonzert ein wegen dieses einen Wagens…umsonst. Weder die Hupen noch das Martinshorn bewegten ihn ein Stück vor zu fahren. Das Rettungsfahrzeug musste kurz vor der Verkehrsinsel auf die Gegenspur ausweichen, wo der Gegenverkehr bereits wieder grünes Licht hatte. Gott sei Dank waren die Fahrer aufmerksamer und ließen den RTW erst die Kreuzung passieren. Und der Trottel vor mir? In dem Moment als der RTW über die Kreuzung fuhr, fuhr er rechts ran…. und nein, es war kein Rentner, es war keine Frau sondern ein Mann in den besten Jahren, wahrscheinlich vielbeschäftigt, denn als ich ihn überholte war er in eine Unterhaltung vertieft. Zumindest hatte er einen Knopf im Ohr und sein Mund bewegte sich unentwegt.

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  3. Schade, dass aus dem Schlauch oben nur Wasser kommt. Gülle fände ich angebrachter.
    Das untere Video finde ich persönlich sehr gut gemacht, aber genau die Dummköpfe, die es sehen sollten, schauen sich so etwas vermutlich nicht bis zum Ende an. Und die Bezeichnung „soziale Medien“ ist in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz. Hier kann man eindeutig nur von „asozialen Medien“ sprechen. Denn gäbe es diese Medien nicht, dann gäbe es auch deutlich weniger Gaffer und Fahrzeuge, die einen Unfallort oder dessen Anfahrtswege blockieren.
    Es ist eine Schande! Anders kann ich das Verhalten nicht nennen. Ich bin für noch härtere/drastischere Gegenmaßnahmen und Strafen.
    Alle Feuerwehrleute haben meine Hochachtung und Bewunderung. ♥

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    • Ganz meine Meinung, liebe Berta.
      Ich verstehe auch nicht, wie man sich Rettungskräften in den Weg stellen und ihre Arbeit behindern kann. Was ist das für ein neues Phänomen?!
      Ich weiß aus meiner Familie, dass Feuerwehrleute es nicht einfach haben. Die Freiwilligen Feuerwehren ebenso wie die Berufsfeuerwehr.
      Mein Schwager war aktiv bei der FFW – da ging es Nachts plötzlich los, auf dem Arbeitsplatz, am freien Tag mit der Familie: immer bereit und ganz bei der Sache. Nicht nur bei Einsätzen, sondern auch bei der Ausbildung des Nachwuchses und der Jugendfeuerwehr.

      (Mit frdl. Genehmigung meines Schwagers)
      Anstatt siese Berufsgruppe zu unterstützen, werden siewährend ihrer Einsätze oftmals bepöbelt oder gar angegriffen.
      Ja, Berta, Du hast Recht! Es sind a-soziale Netzwerke. Denn wer sich am schäbigsten benimmt, erhält die meisten „Likes“. Echte Motivation, Respekt und Hilfsbereitschaft scheinen auszusterben.

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    • Leider! Mich würden die Ambitionen interessieren, die solche Leute dazu bringt, Rettungskräfte bei ihren Einsätzen zu behindern, zu beschimpfen und / oder gar zu bedrohen. Man soll anderen ja nichts Schlechtes gönnen – aber genau solchen Leuten gönne ich, dass sie, wenn sie Hilfe brauchen, ebensolches erleben müssen: dass die Menschen, die ihnen helfen wollen beleidigt und von ihrem Einsatz abgehalten werden. Vielleicht ist ihnen das eine Lehre….

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      • Netter Gedanke, aber außer das dann noch mehr Helfer beleidigt werden, dürfte es kaum Lerneffekt haben bei denjenigen, die daraus lernen sollten.

        Was in analogen Steinzeiten mal die Viertelstunde Berühmtheit war, das ist heutzutage dieser Sekundenbruchteil, etwas als Erster in die Welt gehauen zu haben. Das sind mutmaßlich diese Leute, die wischenddurch die Gegend latschen und dann endlich einmal selbst „Quelle“ für anderer Leute wischen zu sein.
        Hinzu kommt ganz allgemien der Anstieg von Egoismus und Ignoranz bei den Leuten. Ich erlebe das auch im Job immer wieder. Und wenn man solche Nasen mal drauf hinweist, werden sie auch noch pampig.

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        • O ja! Der Umgangston innerhalb der Gesellschaft ist sehr flapsig und unhöflich geworden. Mir scheint es so, dass sich die tw. ordinäre und primitive Ausdrucksweise aus den anonymen „sozialen“ Netzwerken bereits über das Netz hinaus verbreitet hat. Bei manchen hat man eh das Gefühl dass sie nicht mehr verbal kommunizieren können – sie unterhalten sich permanent via Smartphone, selbst wenn ihnen ein Gesprächspartner gegenüber sitzt.

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          • Die Eindrücke teile ich allesamt. – Habe gestern im Wartezimmer auf meine Frau gewartet und dann sechs Damen um mich herum gehabt, eine mit Zeitschrift, die fünf anderen mit Smartphone Manche von denen waren zusammen dort – trotzdem Smartphone, zwischendurch mal Ein-Wort-Sätze rübergeschmissen… Da dachte ich auch: was haben die eigentlich früher ohne diese Teile gemacht?

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            • Einmal hatte ich auch ein besonders unschönes Erlebnis: telefonierte mit einer Bekannten. Sie stellte mir die Frage ob mich etwas bedrücken würde da ich so einsilbig wäre. Ja, mich bedrückte etwas und sie beharrte darauf dass ich es ihr erzähle. Also teilte ich ihr mit, dass bei einem meiner Schwager Krebs am Mageneingang diagnostitiert wurde. „Ach Gott, das tut mir leid“ war ihre Antwort, dann fing sie an zu lachen, kicherte gluckste …während ich völlig niedergeschlagen stutzte und sie schließlich gefragt habe was denn los sei?
              „Hach….XY hat mir gerade eine Nachricht geschickt, die ist so lustig…..ja das ist so typisch für ihn…weiter lachen und kichern.
              Mein Gott, dachte ich, geht es denn überhaupt nicht mehr ohne Smartphone und Whatsapp? Nicht einmal wenn man auf herkömmliche Art und Weise mit jemandem anderen kommuniziert?
              Am liebsten hätte ich aufgelegt – aber meine Mutter brachte uns Höflichkeit bei…. andere Mütter haben es scheinbar versäumt.

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  4. Ich nehme den Hut vor den Männer der Feuerwehr. Bei uns ist sie jeden Tag im Einsatz.
    Den Gaffern mit ihren Kameras könnte ich ins Gesicht schlagen. Sie behindern die Helfer und ergözen sich an einem tragischen Unfall.

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  5. Richtig! Und sie ergötzen sich nicht nur an den Unfällen, sie stellen auch noch Filme und Bilder ins Netz. Die Opfer können sich ja gar nicht dagegen wehren. Aber solange „die Netzgemeinde“ solch hochgeladenes Bildmaterial auch noch bejubelt und „liked“ wird es wohl nicht aufhören. Manche Leute denken ja, dass von den erhaltenen „Daumen hoch“ ihr Lebensglück abhängt.

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