3.

Mein Name ist Berta*. Ich habe vor gut 55 Jahren in einem Krankenhaus im Zentrum von Dresden, der Hauptstadt Sachsens, das Licht dieser, wie ich finde leider sehr gestörten, kranken Welt erblickt. Meine Eltern waren ebenfalls beide gebürtige Dresdner und haben bis zu ihrem Tod in dieser Stadt gelebt. Ich selbst bis zu meinem 35. Lebensjahr. Ich bin also das, was man getrost eine waschechte (gebürtige) Dresdnerin und Sachsin nennen kann. So weit, so gut. Oder eher nicht gut. Wird die Mehrheit der hier Angesprochenen sich jetzt vielleicht einig, dass das Grund genug wäre, mich mit einem Panzer zu überrollen?
Ok, das war eine rein rhetorische Frage. Bitte nicht ernst nehmen. Aber eins sage ich ganz deutlich und völlig ernst: Spaßig geht anders! Punkt drei der aktuellen Wochenthemen ist weder spaßig, noch intelligent, seriös oder sonst etwas. Er ist, gelinde gesagt, dumm, billig und makaber.
Eigentlich sollte ich es darauf beruhen lassen. Kann ich aber nicht. Und warum? Weil ich diese dämlichen Verallgemeinerungen langsam leid bin. Weil ich nicht verstehen kann, dass man sich so leicht von Worten und Bildern beeinflussen und manipulieren läßt. Dass man jeden Mist nachquatscht, ohne auch nur eine Minute in sich hinein zu horchen und eine eigene Meinung zu bilden. Den Kopf mal nicht nur für´s Haareschneiden, Selfiesmachen und Futter in den Schacht schieben benutzt.
Es gibt Dummköpfe überall auf diesem Globus. Genau wie Mörder, Hochintelligente, Erpresser, Lügner, Pädophile, Samariter, Kleinwüchsige, Rassisten, Menschenfreunde…
Eine (wiederkehrende) Ansammlung einer dieser Menschengruppen muss noch lange nicht bedeuten, dass dort, wo diese Ansammlung stattfindet, automatisch alle infiziert sind.
By the way: NIEMAND auf diesem Planeten hat sich seinen Geburtsort ausgesucht. Wir sind, was wir sind, durch Geburt. Das kann wunderbar sein, aber auch sehr grausam.
Ich tendiere für meine Person deutlich in Richtung wunderbar. Was für ein Glück ich doch hatte! Zudem wurde ich von meiner Mutti und meinem Umfeld mit vielen guten Eigenschaften ausgestattet. Dazu gehören Respekt und Toleranz anderen gegenüber. Und das mitten in Dresden/Sachsen. So manchen meiner Mitmenschen wünschte ich, dass sie ebensoviel Glück gehabt hätten.
*Pseudonym

34 Gedanken zu “3.

  1. Liebe Berta, ich kann Deinen Zorn verstehen und stehe zu dem was Du geschrieben hast, denn jedes Wort stimmt.
    Die Mauer existiert noch in den Köpfen mancher Menschen und da wird noch selektiert nach Ossi und Wessi und nicht immer schneidet der Ossi dabei gut ab. Schade, denn wer nie richtig den Osten erlebt hat, kann sich wohl nie ganz ein Bild von dem Leben dort machen. Doch nie würde es mir einfallen, über Ossi oder Wessi die Nase zu rümpfen, die Herkunft eines Menschen ist mir egal, denn es kommt darauf an, was den Menschen ausmacht , was er für eine Einstellung und Anschaungsweise vom Leben hat. Und was die Menschen in der ehemaligen DDR geleistet haben ist Beispielhaft. Es gehörte Mut dazu, das Leben zu führen was sie leben mußten, nicht jedem konnte man Vertrauen und als diese Menschen sich gegen ihr eingesperrtes Leben gewehrt haben, gehörte noch mehr Mut dazu, denn der Ausgang war mehr als ungewiß. Damals rollten keine Panzer und heute sollen erst recht keine rollen.
    Alle Leute über einen Kamm zu scheren halte ich für falsch, denn Idioten gibt es überall, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Wenn ich nur an den G20 Gipfel 2017 in Hamburg denke, furchtbare Bilder gingen um die Welt, die Menschen bangten um ihr Leben, zum Glück hat keiner nach Panzern gerufen, die das Land platt machen… , aber es zeigt, auch in Hamburg gibts Idioten, die ihre Weltanschaung nur mit Gewalt durchsetzen wollen. Dagegen ging es in Sachsen noch harmlos zu.
    Vielleicht sollte man gut überlegen welche Themen man hier thematisiert, denn hinter jedem Blog stehen Menschen, egal ob Ost oder West, sicher hat die Bloggerin auch niemanden verletzen wollen, doch die Geschichte zeigt, Gewalt ermöglicht immer mehr Gewalt und von daher lassen wir die Panzer lieber zu Hause.

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    • Ich danke dir für deinen Kommentar, Biene.
      So sehr ich mich bemühe, ich kann diesen Themenpunkt nicht einfach als „gedankenlos“ oder „etwas unglücklich geraten“ betrachten. Weil er das nicht ist. Er ist respektlos.
      Wenn wir unsere Mitmenschen ohne Kenntnis be- und verurteilen, dann ist das ein Armutszeugnis und trägt nicht zu Verständigung, Annäherung und Gemeinsamkeit bei.

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  2. URSACHE und WIRKUNG :
    Alle nehmen die WIRKUNG, das 👉Phänomen HASS, wahr,
    a b e r
    über die URSACHE, die eigentliche 👉WURZEL dieses Phänomens,
    liegt der Mantel des SCHWEIGENS … 👉Warum wohl 🤔?
    ___
    Fragende Gedanken nach den VORGÄNGEN in Chemnitz im August 2018
    ***

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    • Ich kann deinen Kommentar nicht richtig mit meinem Post koppeln. Aber ja, die ehrliche Ursachenforschung und -veröffentlichung wäre der Anfang der Konfliktbewältigung. Aber Ehrlichkeit schein heute weniger gefragt, denn je.

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  3. Leider greift wie eigentlich immer, die Pauschalisierung in den Medien um sich. Es sind nicht die Sachsen, die alle rechts sind. Es sind rechte Gewalttäter mit einer antidemokratischen Haltung, die ein ganzes Bundesland in Verruf bringen. Diesen Satz hatte ich in meinem Post, Moment mal: Ihr seid vielleicht ein Volk!vom 29.08. geschrieben.

    Nein man muss sich nicht verteidigen, wenn man in Sachsen geboren ist. Denn es gibt genug Menschen die gegen den Mob auf die Straßen gehen und zeigen, dass sie mit deren Meinung nicht einverstanden sind.

    Was mich besonders ärgert, diese Typen schreien, „wir sind das Volk“ und besudeln damit ein Zitat, das in den Jahren 1988 und 1989 von Bürgerinnen und Bürgern der DDR unter erheblichen Gefahren gerufen wurde, dessen sind sich die, die es heute rufen überhaupt nicht mehr bewusst. Diese Menschen erkämpften u. a. damit ihre Freiheit.

    Über den Punkt 3. Der Wochenthemen würde ich auch nichts schreiben, da es sich hier um eine Einzelperson handelt. Ich habe dazu zwar meine Meinung, doch die würde ich nicht veröffentlichen.

    Ich fände es allerdings falsch, hier auf politisch brisante Themen zu verzichten. Auch wenn diese in diesem, wie auch in verschiedenen anderen Blogs kaum von Interesse sind.

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  4. Danke, Sigurd.
    Ich finde es völlig in Ordnung, dass man zu Punkt drei der Themenwoche nichts schreibt. Man muss solchen „Dummheiten“ nicht unbedingt eine Plattform geben.
    Ich fühlte mich allerdings persönlich angesprochen. Und wenn statt Sachsen dort z. B. Bayern, Berlin, Hamburg oder Baden-Württemberg stehen würde – wer weiß, wer sich dann angesprochen fühlen und reagieren würde?
    Auf politische Themen muss auch aus meiner Sicht nicht verzichtet werden. Einzig wichtig ist für mich der Respekt anderen gegenüber.
    Wer uninteressiert ist oder keine Meinung zu derartigen Themen hat, kann ja darüber hinweg lesen.

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      • Ehrlich? Wollen wir das wirklich miteinander vergleichen? Gerne.
        Die Krawallen zum G20 Gipfel sind lange Tradition und seit den tödlichen Zusammenstößen in Genua in der linksextremen Szene auch emotional als wichtig einzuordnen. Es ist ein Gewalt Event, dass nicht nur Wessis anzieht, sondern gewaltbereite Linksextreme aus der ganzen Welt. Deren einziges Ziel ist eine größtmögliche Zerstörung. Zerstörung von Gegenständen, die die kapitalistische Welt repräsentieren. Dieses Event findet jährlich statt. Und wird über Monate geplant und bekannt gegeben.
        Was HH anging: Unser jetziger Finanzminister meinte als Bürgermeister der Stadt, kein Hamburger Bürger würde überhaupt bemerken, dass der G20 Gipfel stattfände. Entweder war er ahnungslos oder er hat gelogen. Such Dir aus, was Dir lieber ist.
        Die Zerstörung am Abend und in der Nacht hätte keine Polizeimacht der Welt verhindern können. G20 und G7 gehören nicht in eine Großstadt.
        Was die Gewalt gegen Menschen angeht, tat sich jedoch die deutsche Polizei hervor, die gerichtlich genehmigte Camps nachts zerstörte, die friedliche, unbewaffnete, ahnungslose Frauen von hinten brutal zusammengeschlagen hat, ebenso Reporter. Und die den anfangs (noch) friedlichen Demonstrationszug an einer Stelle aufhielt, die erstens nicht abgesprochen war und zweitens lebensgefährlich, da keine Fluchtmöglichkeit bestand, außer einer Mauer, die auf der anderen Seite zwei Meter in die Tiefe geht. Trotz Erfahrungen mit der loveparade In Duisburg, wählte die Polizei genau diese Stelle, um wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot in den schwarzen Block einzudringen. (Lustigerweise befanden sich auch Zivilbeamte der Polizei vermummt im Block.)
        Gerne kann ich die Quellen dazu raussuchen. Ich würde das nicht so schreiben, wenn ich nicht verschiedene Quellen ausgemacht hätte, wovon einige sicherlich noch seriöser sind, als pc, die AfD auf Facebook u.ä.
        Im Übrigen hat die Staatsmacht mit Hilfe der Springermedien im Zuge von Ermittlungen eine Hetzjagd gegen die Teilnehmer geführt, in dem hunderte Polizisten mit der Auswertung von Filmmaterial beschäftigt wurde und eine großangelegte mediale Fahndung gegen alles, was linksextrem ist, angelegt.
        Ein Niederländer wurde wegen EINES nicht eindeutig bewiesenen Flaschenwurfes auf Vollgepanzerte Polizeibeamte zu einer höheren Gefängnisstrafe verurteilt, als der Waffenlieferant des NSU.

        Nur damit das nicht in den falschen Zusammenhang gerät: Ich bin absolut nicht links. Ich habe einmal lokal für die GRÜNEN gestimmt, weil sie ein Bauvorhaben in unserem Garten verhindern wollten. Aber Wahrheit muss Wahrheit bleiben. Noch Fragen zu G20 in HH?

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        • Ja eine Frage hätte ich noch, wie würde sich das bei Dir lesen, wären rechte Horden plündert und brandschatzend durch die Straßen gezogen?

          Hätten Autos von völlig unbeteiligten Bürgerinnen und Bürgern angezündet und Polizeibeamte in einen Hinterhalt gelockt?

          Wäre das dann auch lange gehegte Tradition?

          Oder möchtest Du nur wieder provozieren?

          Rechtfertigen Polizeieinsätze, die nicht richtig waren, solch eine Gewalt? Rechtfertigt es, dass man auf Polizeibeamte mit Molotowcocktails geworfen hat? Sie von Dächern aus mit Steinen bewarf und dabei zumindest schwere Verletzungen, wenn nicht mehr, in Kauf nahm?

          Sorry auf solch eine Tradition kann ich verzichten. Ich verteidige die Demokratie gegen rechte wie linke Horden.

          Du hingegen scheinst zu glauben, linke Horden haben das Recht so zu handeln, während Du rechte Horden verabscheust. Tut mir leid, ich verabscheue beide zutiefst.

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          • Ich weiß nicht, wo ich Gewalt gerechtfertigt hätte. Es war nur eine Erklärung. Das Wort „Event“ und „Tradition“ habe ich nur gebraucht, um die Randale zu erklären.
            Natürlich rechtfertige ich nicht die Gewalt gegen Polizisten oder die Zerstörung von Eigentum Anderer. Nur wenn die internationale Chaotentrruppe fertig hat, fahren sie wieder nach Hause.
            Die Rechten hingegen haben am nächsten Tag „Mahnwachen“ vor Häusern und Wohnungen von linken Politikern gehalten, die sich an den Gegenprotesten beteiligt haben. Die sind noch da. Die sind immer aktiv. Die machen kein „Event“, die machen ernst.
            Wenn wir ehrlich sind, steht eine Übernahme der Regierung durch eine extreme Linke doch auch überhaupt nicht an. Dafür gäbe es überhaupt keine Rückhalt. Was wir Sorgen macht, ist der Schulterschluss von rechten Schlägern und dem neuen politischen Arm der Nazis. Und der ist überall in den Parlamenten, wird bald Bürgermeister stellen und das macht mir mehr Sorge, als dass ein paar tausend Bürger Hamburgs unter dem Größenwahn unseres Finanzminister ein Wochenende haben leiden müssen. Scheiße war´s natürlich trotzdem und sinnlos.

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  5. „Bis zu meinem 35. Lebensjahr“. Das beschreibt doch ganz gut das Problem. Warum wohnst Du nicht mehr in Dresden? Und warum leben noch Menschen im Erzgebirge? Und wer?
    Natürlich ist pauschales Sachsenbashing dumm und arrogant, deswegen mag ich das ja so, nur meine Erfahrungen sind so. Ein Drittel der Sachsen denkt national und sozial. Ein Drittel! Dazu dieser ständige und latente Minderwertigkeitskomplex. Ich bin häufiger dort. Ich weiß, wovon ich schreibe. Und alle Deutschen haben die Pflicht, sich gegen national UND sozial zur Wehr zu setzen. Damit wir auch morgen noch so unbeschwert leben können. Es ist ernst. Verdammt ernst.
    Natürlich ist Dresden eine schöne Stadt, die Familie meines Stiefvaters kam aus Dresden. Der Krieg der Nazis hat meiner „Großmutti“ alles genommen. Mann, Villa, Heimat und Gesundheit. Statt Klavierzimmer und Hausangestellte bis ans Lebensende Sozialhilfe und Wohnen in Reisholz. DAS sollten die besorgten Bürger bedenken. Nicht ihren Hass auf die paar „Ausländer“ in Sachsen.
    Und wir hier im Westen stehen ratlos davor. Sind völlig hilflos. Und ich denke, das kann man dem Punkt 3 entnehmen. Wir wissen nicht mehr, wie wir den Wirtschaftsflüchtlingen von 90 helfen können. Geld haben sie bekommen und unsere Werte stehen im GG. Und nichts wird gedankt.

    Gerne habe ich weiter provoziert. Es ist ernst. Mit Kuscheln kommen wir da nicht weiter

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    • Warum ich mit 35 aus Dresden weg gezogen bin? Weil wir eine neue Wohnung 12 km außerhalb von Dresden bezogen haben. Und warum ich mit 40 da weg gezogen bin? Weil wir da Deutschland! verlassen haben. Unsere Gründe werde ich dir hier nicht auf die Nase binden. Nur so viel: es hatte nichts mit dem Thema zu tun.
      „Und wir hier im Westen…“ – mit genau dieser Formulierung hast du dich für eine Diskussion mit mir disqualifiziert. Diese Arroganz ist mir zuwider. Und noch einige andere Sätze…
      Nichts für ungut. Wenn du meinst, dein Bashing ist der richtige Weg, dann mach weiter so. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Wir alle sollten es mit Bedacht nutzen.

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      • „Gerne habe ich weiter provoziert.“. Ich dachte, damit hätte ich das Ganze deutlich genug gekennzeichnet.
        Aber Die Lage ist ernst. Viel zu ernst, um nur zu schreiben: „Wir Sachsen sind gar nicht so!“ Natürlich sind die allermeisten Sachsen nicht mal rechts, trotzdem und gerade deswegen erwarte ich auch von Euch eine starke Haltung. Und die fehlt einfach in diesem Beitrag. Aber vielleicht kitzle ich den ja noch raus.

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    • Und wir hier im Westen stehen ratlos davor. Sind völlig hilflos. Und ich denke, das kann man dem Punkt 3 entnehmen. Wir wissen nicht mehr, wie wir den Wirtschaftsflüchtlingen von 90 helfen können. Geld haben sie bekommen und unsere Werte stehen im GG. Und nichts wird gedankt.

      Ehrlich bei solchen Sätzen bin ich als geborener Wessi völlig sprachlos. Mehr möchte ich dazu lieber nicht schreiben.

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      • Nun, dass es peinlich ist, was ich geschrieben habe, kann ich nicht abstreiten. dafür sind übertriebene Darstellungen ja auch da.
        Die Mauer in meinem Gehirn ist jedoch da, wo sie hingehört. Niemand, auch nicht auf blog.de, sollte des lieben Friedens willen die Augen verschließen, was da gerade passiert. Und wenn ich ein klein Wenig dazu beitragen kann, dann kann ich auch die Peinlichkeit und die Scham ertragen.
        Nur wenn Sachsen tatsächlich fällt, dann sagt nicht, Ihr hättet nichts gewusst. (Und es fehlen nicht mal zehn Prozentpunkte!)

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          • Das meine ich so, wie ich es geschrieben habe. Niemand konnte sich vorstellen, dass die Briten einem Brexit zustimmen. Niemand konnte sich einen Trump als Präsidenten vorstellen. Niemand kann sich eine absolute Mehrheit der AfD im sächsischen Landtag vorstellen.
            Sollte es soweit kommen, dann hat das weitreichende Konsequenzen. Dann marschiert die Rechte nicht nur gemeinsam, unter den nur teilweise wohlwollenden Augen der Staatsmacht, sondern sie marschiert. Es fehlt nicht mehr viel derzeit. Aber vielleicht war das ja nun auch der Höhepunkt der Neurechten Bewegung und alles wird gut. Weil Sachsen ja nett sind, und Sachsen schön ist und wir uns bitte nicht wehtun wollen.

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            • Deine Bedenken kann ich schon verstehen. Und ich halte auch einen Blog nicht gerade für das geeignete Forum um solch eine Diskussion zu führen. Man kann sich meist sprachlich viel präziser ausdrücken und Geschriebenes wird oftmals völlig falsch interpretiert.

              Dennoch finde ich eine Wortwahl wie „Sachsen fällt“ als einen Missgriff. Jedoch ist das nur meine unmaßgebliche Meinung. Wenn die AfD in Sachsen tatsächlich stärkste Kraft wird, so würde mir das absolut nicht gefallen. Jedoch muss man sich dennoch, so lange diese Partei für Wahlen zugelassen ist, auch wenn es einem schwerfällt, politisch mit ihnen auseinandersetzen.

              Wenn eine Partei für Wahlen in der Bundesrepublik zugelassen wird, so geht man davon aus, dass sie auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Das magst Du und auch ich anders sehen, und ich sehe es anders, doch bleibt es dennoch ein Fakt.

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    • Besorgte Bürger hegen keinen Hass auf die „paar Ausländer“, besorgte Bürger haben Angst und fühlen sich weder sicher noch wohl.

      Besorgt tuende „Dauer-Wessis“ sollten tatsächlich endlich die Mauer aus dem Hirn entfernen. Dann gibt es mehr Platz zum denken.

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      • Besorgte Bürger, die mit Nazis demonstrieren, stärken diese. Es geht nicht darum, Ossis und Wessis und Mauer, sondern es geht darum, was in Dresden, Chemnitz, Heidenau usw. passiert.
        Pegida kommt aus Dresden. Pegida ist immer noch da. Natürlich gab es auch in Düsseldorf eine Dügida. Die kamen ein paar Wochen zusammen. Und standen immer 1:10 gegen Demonstranten gegen Rechts. Als es mehr als 1:10 wurde, gaben sie auf. Nach ein paar Wochen.
        Pegida gibt es jetzt fünf Jahre? Pegida gab es vor 2015. Und sie werden nicht viel weniger. Nur aggressiver. Nur lauter.
        Die Hogesa Geschichte in Köln: Die kamen in großer Zahl, aus ganz Deutschland, und trotzdem waren sie in der Unterzahl. Die Polizei stand nicht klatschend daneben. Die hat reagiert. Hogesa kam nie wieder.
        Und Pegida ist immer noch da.
        Das hat rein gar nichts mit Ossi und Wessi zu tun. Sondern mit Tatsachen. Glaub mir, ich denke genug.

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  6. Zu dem erwähnten „deppert aussehenden Typen“ möchte ich nur anmerken dass ich es entsetzlich finde, dass sich viele darüber aufregen dass er Sachse ist, nicht aber dass er beim LKA arbeitete.

    Mich stört an der ganzen Geschichte dass immer von „Sachsen“ und „Chemnitz“ die Rede ist, wenn gleichzeitig von gröhlenden, hohlbratzigen Dumm-Rechten berichtet wird.
    Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, schreien alle mehr oder weniger laut auf. Immer ist nur von der Schrei nach Demokratie zu hören, niemals der Ruf nach Ordnung und Frieden im Alltag.
    Frau Merkel entscheidet, das Volk hat zu gehorchen. Das ist Demokratie? Was hatte es mit „rechter Gesinnung“ zu tun, als weitsehende Bürger mahnten dass es so nicht funktionieren kann? Weil Politiker sich etablieren wollten lief die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Ruder. Es werden immer Entschuldigungen gesucht für die „Schutz Suchenden“, sie haben Langeweile, keinen Job, kein richtiges Zuhause…. der damalige Innenminister tönte lautstark, dass „Terroristen nicht als Flüchtling, sondern mit dem Flugzeugen kommen“. Viele Vorfälle haben es bewiesen dass dem nicht so ist. Diese Ängste, Sorgen, Fragen der Bürger wurden weggewischt mit Redensarten wie „wir schaffen das“.
    Bürger suchten das Gespräch, zu dem Politiker nicht bereit waren. Deswegen gingen sie auf die Strasse um auf neue Situationen aufmerksam zu machen, vielleicht auch um Gespräche mit den Politikern auf diese Art zu „erzwingen“. Weil sich einige rechte Hohlbratzen dazwischen steckten, angefeuert von AFD und anderen rechten „Bruderschaften“ wurden ALLE von Herrn Gabriel als „braunes Pack“ bezeichnet.
    Nun meine Fragen: wie kann es sein, dass Neonazis die Bundeswehr unterwandern können? Das LKA? Haftanstalten ebenso? Wobei das Institutionen sind, bei denen es bekannt wurde, ich denke dass es deren noch viel mehr gibt, von denen wir es nicht ahnen.
    Jetzt einfach auch ganz normalen, tw. verängstigten Bürgern den schwarzen Peter zuschieben, sie „platt“ machen zu wollen ist dumm und unüberlegt.
    Solange die Politik verschleiert dass eben nicht nur Schutz-Suchende, sondern auch Verbrecher als Flüchtlingen kamen, solange werden sie mit den Protesten der Bürger leben müssen.
    Unsere „Volksvertreter“ sind nahezu betriebsblind, nicht sehend was sich auf Deutschlands Straßen abspielt (in ALLEN Städten und Gemeinden!!)
    Es gibt Probleme mit der Zuwanderung, sie nur totschweigen zu wollen ist falsch!
    Ich ziehe meinen Hut vor den Sachsen (Chemnitzern, Dresdnern) weil sie den Arsch in der Hose haben öffentlich aufzutreten, selbst auf die Gefahr hin als „Nazis“ von Politik und einigen wenigen Wessis betitelt zu werden. Sie bekommen den Allerwertesten noch hoch vom Sofa, versuchen etwas zu ändern – nämlich dass man g e m e i n s a m in Frieden nebeneinander leben kann.
    Menschen werden nicht nach Herkunft, Hautfarbe oder deren Religion, sondern nur nach ihrem Verhalten, nach Auftreten, Leistungen und Charakter beurteilt.

    Im Übrigen finde ich, dass einige Wessis ihr Herrenmenschentum endlich ablegen sollten. Wir sind EIN Volk, auch mit Migranten.
    Aber ohne rechte Idioten oder linksextremen Vollpfosten (aus der gesamten Bundesrepublik!)
    .

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    • Ich weiß jetzt nicht genau, wie viele Menschen in die Bundesrepublik geflüchtet sind. Aber es dürfte sich mittlerweile so um die 1,5 Millionen handeln. Natürlich sind da auch Menschen dabei die sich nicht an Gesetze halten. Doch im Vergleich zu der Zahl an Flüchtlingen sind es eben nicht so viele. Nur werden Gewaltverbrechen mit eben Flüchtlingen sofort aufgebauscht und wenn es nach der AfD geht zu einem nationalen Ereignis hochstilisiert.

      Nicht, dass ich falsch verstanden werde, jedes dieser Verbrechen ist schlimm, ebenso schlimm wie Verbrechen von Menschen die hier geboren sind. Doch oftmals, wie auch im Fall Chemnitz, liegt wohl auch ein Versagen deutscher Behörden vor. Einer der mutmaßlich an der Tat beteiligten hätte schon 2016 abgeschoben werden sollen. Und jeder erinnert sich auch an das Attentat auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Auch hier haben verschiedene Behörden versagt.

      Dass es bei der Anzahl an Flüchtlingen die nach Deutschland kamen, keine Probleme geben wird, daran glaubte wohl ernsthaft niemand. Doch jede Verfehlung nun mit dem Satz der Bundeskanzlerin in Verbindung zu bringen ist, jedenfalls nach meiner Meinung, der falsche Ansatz.

      Weshalb reiste die Kanzlerin und wenn Du auch nur flüchtig in meinem Blog lesen solltest, dann wird Dir bekannt sein, dass ich kein Freund von ihr bin, in den letzten Wochen so umher? Sie sucht Lösungsmöglichkeiten in den Ländern, aus denen auch Flüchtlinge kommen. Das wird ein Prozess sein, der nicht von heute auf morgen Früchte trägt. Nur irgendwie muss sie ja nach Lösungen suchen.

      Was mir besonders sauer aufstößt, ist, der Außenminister meldet sich zu den Ereignissen mehr zu Wort als der zuständige Innenminister. Ist H. Seehofer abgetaucht? Ein souveränes Bild eines Innenministers sieht wohl anders aus.

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      • Ja, die Geister die Frau Merkel rief…. nun versucht sie sie los zu werden.

        Ich habe in meinem anderen Kommentar versucht klar zu machen, dass die Politik in dem Punkt Flüchtlingsaufnahme total versagt hat. Als damals bekannt wurde, dass D soviele Flüchtlinge aufnehmen will haben sich Menschen wie Du und ich Gedanken darüber gemacht wie es zu schaffen sei. Unsere Regierung hat alles schön geredet. Vorzüge wurden genannt, an die Menschlichkeit der Bürger appeliert, dargelegt wie grausam doch der Krieg in Syrien sei. Ist alles richtig. Dennoch wurden auch warnende Stimmen lauter, die mahnten sie einfach einreisen zu lassen. Personalien mussten festgestellt und überprüft werden, es hätten gleich Prioritäten gesetzt werden müssen. Das passierte alles nicht, statt dessen versanken die Aufnahmeeinrichtungen samt BAMF im Chaos, später gab es auch Vorwürfe der Bestechlichkeit u.a.m.
        Die Bürger, die das geahnt (oder gewußt?) haben, wurden wie gesagt als „braunes Pack“ bezeichnet.
        Ganz ehrlich – in blumigen Worten wurde D informiert dass den Flüchtlingen hier Schutz angeboten werden muss, dass sie den Krieg hinter sich lassen wollen, ein normales Leben leben wollen. Alles richtig. Dennoch hat KEIN einziger Politiker eingeräumt, dass es auch zu Vorfällen, Ereignissen und auch Verbrechen DURCH Flüchtlinge kommen kann. „Happy welcome“ war die Devise, dahingehend wurde Stimmung unters Volk gebracht, während die Politiker sich im Geiste wahrscheinlich schon alle mit dem Orden der Menschlichkeit an der Brust sahen.
        Aber das Volk sitzt an der Basis. Die Schönrederei übertüncht auch bei den Gutgläubigsten nicht mehr die Dinge, die im Alltag passieren.
        Es fängt an mit dem bis dato weitgehenst unbekannten „Antanzen“ (Taschendiebstahl), mit den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht (Politiker zeigten sich medienwirksam „entsetzt“), über Körperverletzungen, Raub bis hin zu Mord aus verletzter „Ehre“. Selbst wenn die Politiker am liebsten die Augen davor verschließen, sich lediglich zu Aufrufen wie „keine Rechten sondern Demokratie“ hinreißen lassen – es passiert. Und es passiert immer öfter. Und es passiert in jeder Stadt, in jeder Gemeinde. Schönreden hilft nun nicht mehr.
        Aber der Ruf nach Demokratie-Erhaltung ist der Standardruf der dt. Politik.
        Ist ja auch erstrebenswert, aber es ist nicht alles. Sicherheit ist den Bürgern auch wichtig.
        Es wird von fremdenfeindlichen Übergriffen berichtet, im Radio, im Fernsehen, in den Printmedien wie auch online. „Rechtsradikale“, „Ausländerfeindlichkeit“ sind die Schlagzeilen, bei denen jedem sofort mitgeteilt wird um welche Gesinnungstypen es sich handelt. Wenn aber (falls überhaupt) über einen Überfall auf eine gehbehinderte alte Frau berichtet wird, die mitsamt ihrem Rollator heftig umgestoßen, ihrer Handtasche beraubt und verletzt wird ist es höchsten eine kleine Notiz wert, die keinerlei Aufschluss darüber gibt welche Nationalität (Gesinnung) der Täter besitzt.
        Diese Art der Überfälle auf Alte und Behinderte hat, zumindest in Hamburg, extrem zugenommen. Ebenso die Taschendiebstähle, Einbrüche und Überfälle (räuberischer und sexueller Art). Wenn man den Pressebericht der Polizei Hamburg liest weiß man tatsächlich mehr. Medien sind angewiesen worden, nicht in jedem Fall die Herkunft des Täters zu veröffentlichen.
        Vielleicht sollten die Politiker aufhören, den Schleier der Undurchsichtigkeit über all diese Dinge zu legen. Vielleicht sollten sie nicht nur gegen Rechts härter auftreten, sondern auch gegen Verbrechen. Gutmenschentum brauchen wir bei der Bekämpfung von Straftaten weder bei deutschen, noch bei migrations-Tätern.
        DAS sollten sie schaffen, unsere Politiker…

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        • Auch wenn es hunderttausend mal auf Facebook steht: Frau Merkel hat niemanden gerufen und Frau Merkel hat keine Grenzen geöffnet.
          Das Asylrecht ist ein Menschenrecht und seit Schengen sind die Grenzen offen. Für jeden. Wem das nicht gefällt, wähle bitte Nazis. Mir gefällt das.
          Warum sollten Politiker sagen: Da wird auch einer dabei sein, der ein Mädchen vergewaltigt und umbringt? Was soll das? Ich denke, jedem Mädchen, das vergewaltigt und umgebracht wird, ist es völlig egal, ob das ein Rassedeutscher oder ein Syrer ist. Und mit einem kurzen Blick auf die polizeiliche Statistik. Ach was soll´s. Fakten halt. Und keine Aufzählung von Gewalttaten, die ja ständig und immer und überall zunehmen.
          Im Übrigen ist es völlig falsch, dass immer sofort von fremdenfeindlichen Motiven gesprochen wird. Die Polizei in Sachsen (aua, schon wieder) erkennt selbst bei Brandanschlägen auf Asylnotunterkünfte nicht immer einen fremdenfeindlichen Ansatz.

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    • Genau das ist das Problem. Recht und Ordnung. Frieden und Ordnung.
      Du glaubst also auch, dass es ein massives Sicherheitsproblem gibt? Dass es unsicher geworden ist?
      Niemand bestreitet, dass bei einer Million Menschen auch 5000 Gewalttäter dabei sind. Wer das leugnet ist einfach ein Lügner. Aber wir müssen uns fragen, halten wir das aus und gewähren 995000 anderen Schutz? wie es die Menschenrechte vorschreiben? Wer diese Frage mit „Nein“ beantwortet, weil er ein besorgter Bürger ist, sich bei jedem Verbrechen von einem Asylsuchenden emotional in das nationale Wehklagen reinsteigert, dem kann ich auch nicht helfen. Wer lieber „absaufen, absaufen, absaufen“ schreit, als für eine gezielte und humanitäre Politik der Einwanderung zu sein, der ist halt verloren. Menschlich. Humanistisch. Liberal. Im Sinne der Aufklärung.
      Natürlich hat die Politik versagt. Erstens standen die eine Millionen nicht plötzlich vor der Türe. Aber reagiert wurde erst im letzten Moment. Peinlich.
      Was hätte Deiner Meinung nach Frau Merkel denn tun sollen? Schießen? Ihr Satz „Wir schaffen das“ stand übrigens ganz am Anfang. Dass der deutsche Michel es aber gar nicht will, sondern Frieden und Ordnung vorzieht, Angst hat, dass er im Amt länger warten muss und im Bus keine Sitzplatz kriegt, das war so nicht voraus zu sehen. Wirtschaftlich geht es uns so gut. Niemand hat irgendetwas verloren. Aber gefühlt haben Millionen Deutsche alles verloren. Nur die Asylsuchenden als Sündenbock hinzustellen, ist einfach falsch. Weil sie nichts mit der schlechten Rentenpolitik, nichts mit der Umverteilung von unten nach oben und nichts mit der beginnenden Dekadenz der Deutschen zu tun.

      Es gibt Probleme mit der Zuwanderung. 100% agree. Natürlich ist das deutsche Asylgesetz schrecklich. Arbeitsverbot, Zwangsunterkunft, Verbot der freien Bewegung, dafür Alimentierung, die beim deutschen Neidmichel schlecht ankommt und unendlich lange Verfahren. Und anstatt es genau anders herum zu machen, bauen wir jetzt Lager, damit die, die nach Frieden und Ordnung schreien, glücklich aufjuchzen: Die Messermänner sind jetzt wenigstens eingesperrt.
      „Nach der zweiten Nacht in der Notunterkunft kippte die Stimmung, es wurde aggressiv und bei der Essensausgabe gab es die ersten Rangeleien!“ Eine Pressemitteilung aus diesem Jahr. Und ja, leider geht es wieder um Sachsen, leider geht es wieder um Dresdner, das stand in der Zeitung über die Zustände in der Notunterkunft, in der die Menschen unterkamen, die ZWEI TAGE ihre Häuser verlassen mussten, weil die Fliegerbombe sich nicht so schnell entschärfen ließ. Dabei gingen diese Menschen tagsüber zur Arbeit, konnten Freunde besuchen, ins Kino, zu Dynamo, ach ne, war ja in der Woche, und hatten ihre Familien dabei.
      Und jetzt stellen wir uns Asylsuchende vor, die ZWEI JAHRE mit fremden Menschen in Notunterkünften leben, sich nichts zu schulden kommen lassen dürfen, die niemand will und die aus Angst um die Familie jeden Abend nicht in den Schlaf kommen. Und was macht unsere Regierung? Verhandelt monatelang um eine Begrenzung des Familiennachzugs, von der AfD getrieben aus Angst, die besorgten Bürger, die nach Frieden und Ordnung schreien, sie nicht mehr wiederwählen. Dabei steht auch der Familiennachzug in den Menschenrechten festgeschrieben.

      Zum Schluss: Man kann besorgt sein. Man kann Merkel scheiße finden. Man kann alle Parteien scheiße finden. Meinetwegen kann man auch alle Asylsuchenden scheiße finden. ABER MAN KANN NICHT MIT NAZIS DEMONSTRIEREN! Und man darf niemals Nazis wählen!

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  7. Ich bin echt sprachlos.
    Nie im Leben, nie liebe Berta, wäre ich je auf die Idee gekommen, dass Du das persönlich nimmst.

    Meine Mutter kam aus Löbejün, das ist bei Halle. Mein Vater aus einem schwäbischen Kaff. Meine Schwester lebt in Norddeutschland. Ich habe Verwandte in Sachsen, Brandenburg, Bayern. Wahrscheinlich auch auf der Schwäbischen Alb.

    Der „lustige“ Satz kam von einem Herrn aus Chemnitz, der wollte Asylantenwohnheime mit Panzern plattwalzen. So halt. Weil die stören. Ihn. Ihn und ein paar andere Spinner.

    Den Mann mit dem Käppi – was soll man da sagen?
    Soll man solche Menschen überhaupt ernst nehmen? Wäre es nicht besser, man würde sie aus dem Land lachen? „Gibt man denen nicht eine viel zu große Plattform?“, dachte ich. Dieser lächerliche Kerl, der aussah die die Comicausführung eines Nazis, sollte man den ernst nehmen oder eher ins Betreute Wohnen schicken?

    Denn er ist einer aus einer kleinen Gruppe von völlig entgleisten traurigen Gestalten. Die gibt es doch überall! Menschen, die unzufrieden sind und Ihrer Befindlichkeit keinen adäquaten Ausdruck verleihen können. Die Schuldige suchen und natürlich auch finden.

    Vor ein paar Jahren haben „echte Deutsche“, „gute Schwaben“ ein paar Ausländer förmlich gejagt und als die Männer sich in ein Gartenhäuschen flüchteten, dieses verrammelt und angezündet. Sie guckten johlend dabei zu wie Menschen verbrannten.

    Fühle ich mich verantwortlich? Nein. Warum auch.

    Genauso ist es natürlich auch in Chemnitz. Mir tun die Leute dort echt leid, wer will jetzt noch sagen, dass man aus Chemnitz kommt und sich diese Diskussion antun? Es ist natürlich nicht DER Chemnitzer Bürger, der dort auf der Straße sein rechtes Händchen nicht mehr unter Kontrolle hat.

    Dennoch finde ich es schön, dass es in meiner Ecke zu solchen Exzessen nicht kommt. Hier stehen der Handvoll Möchtegernnazis doch beträchtliche Mengen an Gegendemonstraten im Weg.

    Du selbst lebst in Schweden. Überlege mal, wie sich das anfühlt, wenn Du Dein Kind nicht mehr in die Schule schicken möchtest, weil Du Angst vor Übergriffen haben musst. Weil die Schweden die Ausländer raus haben wollen. Egal, ob ihr integriert seid, Arbeit habt und Steuern zahlt. Egal, ob ihr seit Jahren dort lebt, die Sprache sprecht und und zu Mittag blåbärssoppa kocht.

    Mit Dir, Berta, hat das alles doch nichts zu tun. Mit den Hundertausenden normaler sächsischer Bürger auch nicht, die momentan natürlich auch kaum zu Worte kommen.

    Aber dass man diesen menschlichen Versagerhaufen nicht gut finden kann und sich deshalb Sorgen macht, das kannst Du sicher verstehen.

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    • Liebe Thaitonien,
      natürlich habe ich deine Formulierung persönlich genommen. Aus den bereits aufgeführten Gründen.
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass du mich (Berta) nicht verletzen wolltest. Dennoch hast es getan. Denn es sind nicht Sachsen, für die man sich schämen und deren Verhalten man verachten sollte, sondern es sind Menschen. Viele scheinen sich absolut sicher zu sein, dass es sich bei dem braunen Mob auf Sachsens Straßen nur um Sachsen handelt. Ich bin es nicht. Ich bin mir aber sicher, dass es fast ausschließlich Deutsche sind. Und immer noch alles Menschen. Ob uns das passt, oder nicht. Wir können uns gemeinsam schämen, denn es sind unsere Landsleute. Deine ebenso, wie meine. Die Panzer sollten also doch besser stehen bleiben…
      In deinem Kommentar bemerke ich deine Ratlosigkeit und kann sie auch verstehen. Sie zeigt aber eben auch, dass du das Thema im Grunde nicht lustig findest.
      „Du selbst lebst in Schweden. Überlege mal, wie sich das anfühlt, wenn Du Dein Kind nicht mehr in die Schule schicken möchtest, weil Du Angst vor Übergriffen haben musst. Weil die Schweden die Ausländer raus haben wollen. Egal, ob ihr integriert seid, Arbeit habt und Steuern zahlt. Egal, ob ihr seit Jahren dort lebt, die Sprache sprecht und und zu Mittag blåbärssoppa kocht.“ Denkst du wirklich, hier in Schweden leben wir wie in einer hübschen Seifenblase, verschont und beschützt vor rechtem Mob, rechtem Gedankengut und rechter Gewalt? Schön wär´s. Sie spielt sich glücklicherweise nicht direkt vor unserer Haustür ab, aber sie ist nicht weit weg.
      Fremdenfeindlichkeit hat viele Farben und Gesichter. Sie kann sich sehr subtil äußern und einen dennoch, oder gerade deshalb, sprachlos, aufgebracht und sehr betroffen zurück lassen. So dumm, wie sie einem begegnen kann, kann man gar nicht denken. Diese Erfahrung habe ich erst letzten Montag wieder machen müssen. Und ich kann dir sagen, dass es mir nicht schmeichelt, dass wir Deutschen hier in Schweden ja „gar keine richtigen Ausländer“ sind.

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      • Liebe Berta,

        eine böse Erkältung mit mich dahingerafft, deshalb schreibe ich erst heute.

        Tatsächlich ging es mir nie um Sachsen. Das hätte ich ebenso über Bayern oder Ba-Wü usw. geschrieben. Am Ende karren die Rechten ihre Gesinnungsgenossen für ihre Aufmärsche aus dem ganzen Bundesgebiet und Anrainerstaaten zusammen, so wie es die Linken ja auch taten, als sie brandschatzend durch Hamburg zogen.

        In den 80er Jahren hatte die NPD mal so einen kurzen Höhenflug, das ging ganz ohne Beteilung aus dem Osten. Das wäre auch komisch, wenn im Westen bessere Menschen wären, als anderswo.

        Eigentlich war ich zum Zeitpunkt meiner Fragestellung eher selbst in einem inneren Konflikt, ob man diesen Menschen, der sich selbst so bloßstellte, bemitleiden oder verabscheuen soll. Ich weiß es tatsächlich immer noch nicht. Ich bin aber entsetzt, dass dieser Mensch von meinen Steuergeldern bezahlt wird und nicht entlassen wurde. Meinungsfreiheit ist echt anstrengend.

        Manchmal frage ich mich auch, ob man den Gesellen nicht viel zu viel Aufmerksamkeit einräumt. Für die Politik wird es so natürlich einfacher. Man schürt ein paar Ängste und kann fröhlich weitermachen wie bisher.

        So kann man weiter günstigen Wohnraum an Spekulanten verhökern, ehemalige sozial gebundene Wohnungen als Eigentumswohnungen auf den Markt bringen und sich daran erfreuen, wie sehr der eigene Immobilienbesitz im Wert steigt.

        Man kann auch manuelle Arbeitsplätze fröhlich ins Ausland verschieben und Selbstscankassen aufbauen, da geht es ja schneller. Ist ja egal, wenn damit tausende Arbeitsplätze auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

        Zum Glück ist das Volk ja mit völkischen Herrenmenschen beschäftigt. Offensichtlich ein sehr kleiner Bestandteil der Bevölkerung, aber solange die Menschen damit abgelenkt werden, gehen die schon nicht auf die Straße und verlangen so Dinge wie Wohnraum oder Arbeit.

        Es muss sich wirklich etwas ändern und ich hoffe, dass bei den nächsten Wahlen ein Generationenwechsel kommt. Man kann die ewig gleichen Gesichter nicht mehr ertragen und Menschen wie Herr Seehofer erscheinen mir, gelinde gesagt, etwas zu instabil, um noch Regierungsverantwortung zu tragen. Man sollte über eine Altersbeschränkung nachdenken.

        Also, die Panzer hatte ich von dem Herrn der ADF, der wollte sie über Flüchtlingsheime rollen lassen. Ich habe das mal polemisch auf Sachsen ausgeweitet, ich lasse die aber auch über Stuttgart und Umgebung rollen. Die Panzer gibt es ja nicht mal. Rollen werden sie auch nicht. Außer der Herr von der AFD bekommt seinen Willen.

        Ich mag Dich, habe nichts gegen Dich oder irgendeinen Sachsen, selbst dem seltsamen Gesellen wünsche ich nichts Böses. Vielleicht ein bisschen Herzensbildung, das könnte ihm sicher nicht schaden.

        Dir wünsche ich eine denkbar gute Zeit in Schweden.

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