Stress im Alltag?

Stress an sich gibt es ja gar nicht, sondern er entsteht durch einen selbst. Er entsteht, wenn die eigenen Erwartungen nicht mehr der Realität übereinkommen, wenn zu viele äußere Einflüsse den eigenen Bedürfnissen gegenüberstehen, oder im schlimmsten Falle, wenn man sich selbst Aufgaben als unabdingbar auferlegt, die man aber nicht erfüllen kann.

Wie gehe ich damit um? In dem ich die äußeren Einflüsse, die ich nicht beeinflussen kann, als gegeben ansehe und meine Erwartungen dementsprechend reduziere. Ein einfaches Beispiel. Als ich noch jünger war, bekam ich Stress, wenn ich irgendwo zu spät ankam. Sei es, weil Mami mich noch anwies, den Mülleimer herunter zu tragen (vierte Etage und damals musste man den Mülleimer auch wieder hochtragen, denn niemand kam auf die Idee, Plastiktüten in den Mülleimer zu tun, nur um dann damit den Müll herunter zu tragen, eine wirklich bescheuerte Idee, übrigens) und ich die Straßenbahn verpasste, oder weil die Straßenbahn einfach nicht kam, oder weil nun ja, tausend andere Gründe, wer kennt sie nicht die Fahrschule oder der Müllwagen in engen Straßen direkt vor einem. Ich wusste also, ich komme zu spät, ich schaute auf die Uhr, ich rechnete, ich lief ungeduldig hin und her, oder gab mit dem Fahrrad unverhältnismäßig Gas, der Puls stieg, der Magen wurde flau. Und ich kam zu spät. Der ganze Stress war absolut unnötig. Er hat mir nichts gebracht. Also ging ich dazu über, zu akzeptieren, dass ich zu spät komme. Das ist nicht immer schön, gerade im Alltag, also wenn man erst zehn Minuten später im Stadion ist, und Fortuna da schon 1:0 führt und hinterher 1:4 verliert, dann hat man das beste verpasst, aber das hätte man so oder so. Die Entscheidung ist nur: Stress ich mich, oder nicht?

Mir selber erlege ich keine Aufgaben auf, die unnötig Stress erzeugen. Muss ich HEUTE die Fenster putzen? Eher nicht. Muss man den Alltag mit Aufgaben voll setzen, die nicht unbedingt nötig sind? Eher nicht. Kann man nicht einfach drei Runden League of Legends spielen und dann feststellen, dass es schon halb zwei nachts ist und man ja eh nichts mehr erledigen kann? Eher schon.

Die Frage, die sich jeder stellen muss: Ist es mir wert, um gesellschaftlichen Normen zu entsprechen (regelmäßige Friseurtermine, geputzte Schuhe, streifenreine Fenster), mir selbst im Alltag das Leben zu versauen, oder nicht.

Und dann kommt der Stress im Beruf. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

So entspannt Chris

PS. Man kann das alles für sich selbst so entscheiden, oder einen 1649€ teuren Kurs für Entschleunigung besuchen. Gerne bei mir. Ab einer Gruppe von 10 Teilnehmern 2% Rabatt.

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6 Gedanken zu “Stress im Alltag?

  1. Hmmm… Friseur – nein, geh ich nicht. Schuhe – sehen scheiße aus. Fenster – kann man kaum noch durchgucken. Okay, ich hab alles gecheckt und stelle fest, dass mein Leben völlig stressfrei ist. Wat freu ick mir 🙂

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  2. In jungen Jahren, ehe ich verheiratet war, musste ich jeden Tag unbedingt zum Bus rennen. Dann mit einem Kleinkind, gewöhnte ich mir jede Hektik ab. Denn meine Schwangerschaftsgymnastik war Joga und das war das beste was ich tun konnte. Schöner Beitrag. L.G.

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  3. Es ist nicht immer einfach, aber man kann sich wirklich leicht selbst “entstressen“.
    Es gibt aber genügend Situationen, wo es einem nur sehr schwer oder gar nicht gelingt. Mir geht’s zumindest manchmal so.
    Wenn man aber den Grundgedanken verinnerlicht hat, ist das Leben um vieles leichter und schöner.

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