Kinderspielzeug

Ich grüble gerade über mein liebstes Kinderspielzeug nach. Ich besaß jede Menge Spielzeug, aber meine Puppen zum Beispiel waren nicht mein liebstes Spielzeug. Ich fand sie langweilig. Allerdings hatte ich immer die Befürchtung, sie würden das irgendwie merken, also kümmerte ich mich einmal die Woche um sie, zog ihnen frische Kleidung an (und packte die alte Kleidung in den Puppenschrank, damit sie in der nächsten Woche wieder frisch wäre).
Meine Puppenstube liebte ich aber. Sie hatte zwei Räume und ein rosafarbenes Bad, und auf der mit Kunstrasen bezogenen Dachterrasse weidete ein Pferd, auf dem meine Puppen richtig reiten konnten. Na gut, der Vater. Die Mutter hatte ein Kleid an und der Rock war zu eng für sowas.
Als ich ganz klein war, besaß ich noch ein anderes Spielzeug, das es heute tatsächlich noch genauso zu kaufen gibt, ich habe eben geguckt: Ein Marienkäfer-Domino. Ich konnte stundenlang für mich alleine die Marienkäfer so aneinander legen, dass die Punkte auf den Flügeln zum nächsten Käfer passten.
Sonntags morgens kam mein Bruder zu mir ins Zimmer und wir hörten zusammen Schallplatten, bis unsere Eltern aufstanden. Ich besaß eine nette Sammlung von Schallplatten; Hanni und Nanni zum Beispiel, Das Dschungelbuch, Pan Tau, Das Wirtshaus im Spessart und König Drosselbart. Später kamen noch diese unsäglichen Häschenwitze dazu. Und Otto Waalkes. Und all das wurde auf einem roten Kofferplattenspieler abgespielt. Ich habe mal Leute in meinem Alter gefragt: JEDER von ihnen besaß einen roten Kofferplattenspieler.
Mein allerliebstes Spielzeug… war gar keins. Das waren meine Kinderbücher. Ich habe als Kind stundenlang gelesen. Länger. Wochenlang. Eigentlich jahrelang. Bis meine Kindheit vorbei war. Dann hab ich mit „Erwachsenenbüchern“ weiter gemacht. Was eine blöde Idee war. Inzwischen lese ich wieder mit Begeisterung Kinder- und Jugendbücher und schreibe sogar selber welche.
Das Beste aller Kinderbücher war übrigens „Prinz Oki Loki“. Gebt euch keine Mühe, zu versuchen, es zu kaufen. Der Verlag hat kurz nach Erscheinen dieses Buches Konkurs angemeldet und mein Bruder und ich halten ungefähr 98% aller jemals gedruckten Oki-Lokis in unserem Besitz. Falls ihr trotzdem unbedingt wissen wollt, ob die Prinzessinnen Mäuschen und Pläuschen es unbeschadet überstanden haben, dass der Drache sie entführt hat, und welches Prinzessin Melonchens erstes Wort war – meldet euch. Ich verrate es euch gerne.

5 Gedanken zu “Kinderspielzeug

    • Ich bekam immer für eine Eins in der Schule ein Buch. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, ob das jemals ein Anreiz für mich war, eine Eins schreiben zu wollen; ich glaube eigentlich, eher nicht. Ich nahm Zensuren in der Schule immer einfach hin. War doch klar, dass ich die Arbeiten so gut schrieb, wie ich konnte, und wenn es nicht reichte, dann war das eben so. Aber wenn ich dann ein neues Buch bekam, war ich mindestens 120 Seiten lang wunschlos glücklich 🙂

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  1. Mein Lieblingsspielzeug war immer das, worauf ich gerade Lust hatte.
    Wir haben früher auch viel mehr draußen gespielt, drinnen meist nur bei schlechtem Wetter.
    Wir hatte auch viele Bücher, hielten uns oft in der „öffentlichen Bücherhalle“ auf, für die wir alle eine Mitgliedskarte hatten.
    Seufz….schöne Kindheit….

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  2. Lieblingsspielzeug … im Winter waren es die Ski und der Schlitten. Im Sommer die Pfützen, der Roller, der Kreisel. Meist waren wir draussen und spielten Cowboy und Indianer oder im Sandkasten. Wir tobten durch die Hecken, sehr zum Ärger der Alten. 😉
    Am Wochenende mussten wir mit Mutter und Vater spazieren gehen, das war ein Muss. Oder zu Onkel und Tante fahren, das war Stress.

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  3. Lego. Ich hatte am allerliebsten meine Lego-Steine. Allerdings habe ich nie damit die langweiligen Modelle gebaut, die auf der Packung abgebildet waren. Ganz früher gab es sowas ja auch noch gar nicht. Man bekam Säckchen voller Steine in rot, weiß, gelb, grün und blau – jeweils Einer, Zweier, Sechser und Achter, und ein paar von diesen langen Steinen mit 20 oder 24 Pöppseln. Aßerdem gabs ganz flache Plättchen, die waren fast immer grau, und in grau und grün gabs auch die Grundplatten. Meine Schwester und ich haben ganze Städte gebaut für unsere Schlumpf-Figuren und für die Minipuppen von PollyPocket.

    Später bekam ich Dachsteine in rot, durschichtige Glassteine und Fenster, außerdem gabs Steine, die aussahen wie ein Jägerzaun, und Steine, in die man Räder stecken konnte. Und dann gab es beleuchtete Steine, dann den Lego Motor mit Batteriekasten, und Zahnräder in rot, blau und gelb. Ich habe Häuser gebaut, für mich und meine Lehrerin, in die ich damals verliebt war.

    Erst später kamen dann diese doofen Steine, mit denen man nicht mehr alles bauen konnte, sondern nur bestimmte Sachen: Stellitenschüsseln für Raumschiffe oder UFOs, Antennen, Lenkräder, Leitern etc. Von diesen Sachen hab ich eigentlich kaum was gehabt.

    Ich hab mit sechzehn noch Sachen mit Lego gebaut und versucht, mit den Steinen Sachen zu machen, für die sie wohl nicht gedacht waren. Ich hab versucht, eine Uhr zu bauen. Eine Pommes-frites-Schneidemaschine. Eine Spardose mit einem Geheimversteck. Einen Morsesender. Und noch viel mehr.

    Wenn man jetzt bei Youtube ein bisschen sucht, findet man Sachen, die meine kühnsten Träume von damals übertreffen. Da haben Leute eine Meschine gebaut, die den RubiksCube wieder richtig hindrehen kann. Andere haben eine Maschine gebaut, die Münzen sortiert. Uhren gibt es dutzendweise. Und sogar eine Touringmaschine.

    Alles, was man in Minecraft bauen kann, kann man auch mit Lego bauen.

    Ich habe fast alle verschenkt inzwischen. Nur eins von meinen kleinen UFOs habe ich noch. Das baumelt in meinem Arbeitszimmer von der Deckenlampe herunter. Und wartet darauf, dass der große Computer endlich die Frage ausspuckt, auf die 42 die Antwort ist.

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