Oma und Opa

Meine Großeltern mütterlicherseits habe ich nie kennengelernt. Kurz nach meiner Geburt kam es zu Streitigkeiten und es folgte ein Kontaktabbruch.

Ich habe meine Eltern später immer mal gefragt was da vorgefallen ist, doch so eine richtige schlüssige Antwort habe ich nie erhalten. Diese Großeltern lebten sogar in der selben Stadt wie meine anderen Großeltern, die gute Oma und Opa waren. Als Jugendliche, wir waren mittlerweile in eine andere Stadt gezogen und waren in den Ferien bei Oma und Opa, habe ich immer mal mit dem Gedanken gespielt, diese“unbekannten Großeltern“ zu besuchen, habe mich aber nie getraut, ich denke zu groß war meine Angst vor Zurückweisung, oder auch die Angst meinen Eltern und meinen lieben Großeltern damit weh zu tun.

Was muß da so schwerwiegendes passiert sein, das Eltern nie wieder Kontakt zu ihrer Tochter aufnehmen, nie ihre Enkelkinder kennenlernen wollen….. Diese Großeltern sind nun schon lange tot, ich habe einmal an ihrem Grab gestanden, Jahre nach ihrem Tod, doch Antworten werde ich keine mehr bekommen, denn auch meine Eltern sind tot. Heute bereue ich etwas, nicht doch den Mut gehabt zu haben, diese Großeltern wenigstens einmal kennenzulernen. Doch es ist zu spät und ich kann damit leben.

5 Gedanken zu “Oma und Opa

  1. Du hast dem anscheinenden Wunsch deiner Eltern und dem deiner Großeltern akzeptiert. Wer weiß, wofür es gut war.
    Schade ist es trotzdem, aber was man nicht ändern kann, sollte einen auch nicht belasten.

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  2. Meine Großmutter väterlicherseits starb als ich 6 jahre alt war. Bis dato hatte ich sie auch kaum kennen gelernt. Mein Großvater erkrankte später an Demenz und er zog mit in unser Haus, meine Mutter pflegte ihn, mein Bruder und ich (15 und 17 Jahre alt) halfen ihr.
    Mein Großvater mütterlicherseits fiel im Krieg, meine Oma heiratete später nochmal und adoptierte die beiden Söhne ihres zweiten Mannes. Die Onkel lernte ich noch kennen, ihren zweiten Mann aber nicht. Meine Oma wurde 96 Jahre alt, fuhr mit über 80 noch halsbrecherisch mit dem Fahrrad. Einmal bog sie so schwungvoll in unsere Einfahrt ein, dass sie stürzte und sich ordentliche Schürfwunden zuzog. Natürlich war das Rad schuld, sie selbst nicht.😊
    Von ihr habe ich auch noch einige Lebensweisheiten gelernt. Sie hatte auch immer etwas zu naschen für uns wenn wir sie besuchten. Konnten auch schon mal Spekulatius im Hochsommer sein – deren MHD schon im Vorjahr abgelaufen war.😂

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    • Jeder hat so seine Erinnerungen und einiges vergißt man nicht. Meine Tante hat auch immer geschenkte Sachen wieder verschenkt. Da gabs Ostereier zu Weihnachten, die Schokolade schon grau und die Füllung vertrocknet. Ab in die Tonne.
      Es ist wie es ist, ändern kann man es nicht und wer weiß für was es gut war.

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  3. Das ist schade. Sehr schade. Aber die Frage „Was wäre gewesen, wenn …“ sollte man sich niemals stellen, denn die kann einen verrückt machen. Ich hoffe, du findest einen Weg, um abzuschließen.

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