Geld regiert die Welt!

Dieses Sprichwort passt nahezu perfekt als Aufmacher für meinen persönlichen Aufreger. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen… 😀


Vor wenigen Wochen haben mein Mann und ich recht spontan eine kleine Rundreise durch die alte Heimat Deutschland unternommen.
Ich hatte „einen Plan ausgearbeitet“, wie wir uns innerhalb von vier Tagen vier von mir ausgewählte Bibliotheken in unterschiedlichen Städten ansehen könnten. Die Reise war wunderbar, denn nicht nur die Bibliotheken, sondern auch die Städte, in denen sie sich befanden, haben uns sehr gefallen. Und das Wetter war der absolute Hammer. Wir hatten also nicht den geringsten Grund, uns zu ärgern.
Bei meinen Vorbereitungen ist mir allerdings ein kleiner Fehler unterlaufen. Ich hatte in einem Kalender Reiseverlauf, Fähren, Entfernungen, Öffnungszeiten der Bibliotheken und Hotels gespeichert. Mit einer allgemein bekannten „Reise-Suchseite“ fand ich die Hotels, und wenn ich mit allen Konditionen zufrieden war, dann ließ ich mich zur Buchungsseite weiterleiten und buchte jeweils unseren geplanten Hotelaufenthalt. Die Bezahlung sollte immer vor Ort erfolgen, lediglich die Daten meiner Kreditkarte musste ich vorab (natürlich verschlüsselt) angeben.
Wie es dann beim Suchen und Buchen leider immer so ist, tauchte hier plötzlich eine Mitteilung mit einem Superangebot auf, da war ein Link zur ultimativen Traumresidenz und dort wurde ein nicht zu verpassender Rabatt beworben. So kam es, dass ich – keine Ahnung, wie! – in einer Stadt die Übernachtung völlig unbemerkt für ein falsches Datum buchte. Als etwa eine Stunde später vom Hotel die Bestätigungsmail kam und ich die Daten noch einmal überprüfte, fiel es mir beim Anblick des Übernachtungsdatums plötzlich wie Schuppen von den Augen: Im März? Sch***!
Ausgerechnet dieses Hotel war bei meinen Buchungen das einzige, in dem man nicht bis zum Anreisetag gratis stornieren konnte! Und nicht nur das: Es wurden beim Stornieren sofort 100 Prozent des Buchungspreises fällig. Da das kostenlose Stornieren hier bei der Buchung der Übernachtung 10 Euro extra gekostet hätte, ich mir aber sicher war, dass wir nicht stornieren würden, hatte ich mir diese Extrakosten gespart. Dachte ich…
Ich schickte sofort eine Mail an das Hotel, verwies auf meinen Fehler und bat darum, das Datum für die Übernachtung zu ändern. Das Hotel antwortete mir, dass man das nicht zu entscheiden hätte und ich die Buchungsseite kontaktieren müsse, da ich ja über diese gebucht hatte. Das tat ich umgehend, und erhielt die Antwort, dass ich das Hotel kontakten müsse, in dem wir übernachten wollten. Ich erklärte den Sachverhalt genau und wies darauf hin, dass ich ja nicht im eigentlichen Sinne stornieren, sondern lediglich das Datum ändern wolle. Man schrieb mir, man tue, was man kann und nehme Kontakt zum Hotel auf.
Es ging noch zwei-, dreimal hin und her. Ohne Erfolg. Eine Umbuchung im Hotel wäre problemlos möglich gewesen, die 100 Prozent des Preises für das ursprüngliche Buchungsdatum allerdings dennoch zahlbar. Also eine Nacht zum Preis von zwei Nächten! Die Buchungskosten für das falsche Datum hat das Hotel im übrigen sehr schnell von meiner Kreditkarte abgebucht.

Was habe ich nun daraus gelernt?
Erstens und am wichtigsten: Ich muss immer ganz genau und zweimal hinsehen, denn nichts ist unmöglich bei diesem ganzen Buchungswirrwar.
Zweitens: Ich sollte nicht die geringste Hoffnung auf etwaiges Entgegenkommen oder Kulanz hegen. Das ist schlichtweg naiv. Schließlich geht es hier ums Geld. Und nur ums Geld.
Drittens: Nie wieder buche ich ein Hotel über eine dieser Seiten. Die können mich zukünftig umwerben, bis sie grün werden: Mit mir nicht mehr! Ich nehme nur noch ihren Service der kostenlosen, bequemen Suche wahr. Das können sie mir ja glücklicherweise nicht verbieten und unrechtmäßig ist es auch nicht. Den direkten Kontakt zu den Hotels finde ich dann selbst im Netz…
Und dieses Hotel? Nie werde ich einen Fuß hinein setzen. Wer das Geld sozusagen im Schlaf „verdienen“ will und seinen potentiellen Gästen gegenüber so unflexibel und unkulant auftritt, der hat meinen Besuch nicht verdient.

19 Gedanken zu “Geld regiert die Welt!

  1. Man kann doch nicht genug aufpassen!
    Manche Hotels buche ich auch über einen Anbieter. Bis zum letzten Tag kann man dort stornieren, muss auch keine Kreditkartennummer angeben oder vorher bezahlen.
    Unser Hotel in Potsdam (ohne Anbieter): Dort muss man die Kreditkartennummer hinterlegen (mache ich ungern) und man kann auch nicht stornieren. Na, wir haben trotzdem gebucht….

    Liebe Sonntagsgrüße aus dem verregneten Thüringen! Deine Ingrid

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    • Ja, man kann es sich leider nicht immer aussuchen. Irgend welche Abstriche muss man fast immer machen. Seriöse Hotels legen solch ein Gebaren gar nicht erst an den Tag, denke ich. Sofort 100 Prozent Stornogebühren – das kann ja nicht normal sein! Warum sollte man dann überhaupt stornieren?
      Euch auch noch liebe Grüße zum Sonntag! ❤

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    • So ist es, Biene. Zudem sind 100 Prozent Stornogebühren ja wohl ein schlechter Witz! Aus welchem Grund sollte ich da überhaupt stornieren? Um ihnen den Gefallen zu tun, das Hotelzimmer nochmals belegen und dafür kassieren zu können?

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    • Dieses Gefühls konnte ich mich auch nicht erwehren. Ich kann es nicht beweisen, denke aber, dass ich keinesfalls die Erste war, der etwas derartiges passiert ist. Diese Konditionen sind absolut kundenunfreundlich und sprechen für sich.

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  2. Da kann ich deinen Ärger sowas von verstehen. So etwas könnte mir sehr gut auch passieren. Ich habe oft das Gefühl, dass manche Anbieter von Reiseschnäppchen es geradezu darauf anlegen, dass interessierte Kunden solche Fehler machen, wie du es – für mich völlig nachvollziehbar – getan hast. Widerlich! Ich würde solche Seiten und Hotelanbieter zukünftig auch absolut ignorieren. Durch Schaden wird man klug … leider.

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    • So ein Fehler kann einem ganz schnell unterlaufen. Ein Moment der Unaufmerksamkeit reicht. Obwohl ich meinte, immer aufzupassen und sehr fokussiert vorzugehen – es ist mir passiert. Ich habe Lehrgeld gezahlt, aber ich habe auch daraus gelernt. Schade nur, dass es überhaupt so ausgehen musste. Einen kleinen Schatten hat es ja doch auf die ansonsten wunderbare Reise geworfen.

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  3. So etwas ist einfach nur dreist!
    Ich hätte denen noch freundlich zum Abschied mitgeteilt, dass „deren Geschäftsgebaren – in Deinem viel frequentierten Blog / Facebookaccount sicherlich auf Interesse stoßen werden.“
    Außerdem hätte ich mich während meines Aufenthaltes über jedes Staubkorn, jedes molekülgroße Fleckchen aufgeregt. Dazu noch mehrmals an der Rezeption (sobald neue Gäste eintreffen) fragen, ob denn der Aufenthalt noch gewährleistet ist – wo doch eventuell Insolvenz angemeldet werden muss (wer so hinter dem Geld her ist muss sich solche Fragen gefallen lassen)
    Ja…Geld reGIERt die Welt…..

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    • Du denkst doch nicht, dass wir dort eine Nacht verbracht haben?! Eher hätte ich im Wald ein Zelt aufgeschlagen! Nein, ich habe dann in einem netten Gasthof etwas ausserhalb dieser Stadt ein Zimmer gebucht. Dort war es umgekehrt: Da kein Zimmer mehr frei war, bekamen wir ein kostenloses Upgrade und konnten stattdessen ein ganzes Apartement nutzen. Die Ruhe dort gab es natürlich auch noch gratis obendrauf und unser Aufenhalt war sehr angenehm.
      Die Energie, die wir hätten aufbringen müssen, um es denen „für´s Geld zu machen“, wäre keine positive gewesen und hätte unseren Kurzurlaub mit Sicherheit nicht positiv beeinflusst.
      Man hat mich um eine Bewertung unseres Aufenthalts (ich hatte ja dann nicht storniert – warum auch?) auf der Homepage gebeten. Die gibt es noch…!

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  4. Nein, fünf Sterne waren es nicht, aber fast einen Hunni hat mich dieses zweifelhafte Vergnügen dennoch gekostet. Ich vermute, dass du Recht hast. Wer würde nicht gern das Geld im Schlaf verdienen. Wobei das Wort ”verdienen” ja hier völlig fehl am Platz ist.

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