Aufreger – Themenwoche 27.04.-03.05.2019

Ach, was ein Thema.

Über was man sich so alles aufregen könnte. Da gibt es sooo vieles. Und am Ende bleiben wir ganz aufgeregt zurück. Mit schlechter Laune meist. Und diesem miesen Gefühl im Bauch, das kaum noch Platz für die schönen Dinge im Leben lässt. Dann ist der graue Himmel Vorbote von Regen und Bestägigung für das Recht dazu, schlechte Laune zu haben. Anstatt von Ruhe und Erholung zu künden, wenn bald die kühlen Regentropfen beruhigend auf die Fenster prasseln…

Ist das nicht vielleicht der wahre Aufreger? Dass wir uns permanent aufregen (müssen)? Anstatt sich zu sagen: „Auch das geht vorüber“… Wobei eben leider nicht alles vorüber geht.

Ein rechter „Aufreger“ für mich ist es, wenn andere Menschen immer nur jammern und sich ärgern. Weil es anders noch besser wäre, oder wenigstens weniger schlecht. Weil die Wünsche immer zu groß sind, oder was man bekommt, eben zu klein. Wenn die Dankbarkeit fehlt, für das, was ist oder das, was noch kommt.

Und auf mich persönlich bezogen: Wenn nicht anerkannt wird, was ich bereits getan habe, sondern immer nur gesehen wird, was ich doch tun könnte (was natürlich im Auge des Betrachters liegt).

Aber im Moment gibt es etwas, das kein „Aufreger“ in dem Sinne, sondern eher traurig ist: Ein guter Freund hat mir gestern erzählt, dass eine Freundin von ihm unheilbar an Krebs erkrankt ist. Und er sehr traurig darüber ist. Und ich kann im Moment so gar nichts tun, weil ich nicht vor Ort bin. Und hätte ihn doch gern einfach in den Arm genommen…

Gleichzeitig hat er ihr mit weiteren Freunden ein tolles Menue gekocht, und sie alle hatten einen wirklich schönen Abend zusammen. Das ist Dankbarkeit für das, was ist. Und Demut vor dem Leben und vor dem, was eben nicht ist…

9 Gedanken zu “Aufreger – Themenwoche 27.04.-03.05.2019

  1. Es ist, wie du so schön beschreibst, die Undankbarkeit vieler, die auch mich aufregt. Beispiele dafür: ich war lange arbeitslos und fand eine Stelle, genau nach meinem Geschmack. Natürlich gibt es hier auch Nachteile, aber die Vorteile überwiegen und wenn ich dann die Kollegen meckern höre, denke ich mir: du hast noch nicht wirklich hart gearbeitet. Du lebst im Paradies und beschwerst dich, dass der Baum einen Schatten wirft. Da ist aber auch Sonne, die du gar nicht siehst, weil du dich am Schatten fest hältst.
    Anderes Beispiel: Junior Junior hatte einen Unfall. Das schöne Auto. Das Auto ist egal, er lebt und es geht ihm gut. Der Rest ist ersetzbar. Sich darüber aufregen bringt nichts, denn das Kind ist in den Brunnen gefallen. Fehler sind dafür da, um aus ihnen zu lernen.
    Anderes Beispiel: 7 Monate war ich krank geschrieben, weil ich einen Wegeunfall hatte und die, am Anfang kleine Wunde, nicht verheilen wollte. Ich hätte beinahe meinen Arm verloren. Der ist allerdings noch da und die Aufregung wegen der langen Krankheit bringt auch nichts, denn es dauert alles so lange, wie es dauert.
    Ich könnte jetzt immer weiter erzählen, bringt aber nichts, denn die Essenz ist doch folgende: das Leben ist nicht immer leicht, wenn wir manche Dinge mit einem Lächeln hin nehmen, machen wir es uns aber leichter. Aufregen bringt nichts. Führt nur zu höherem Blutdruck und das kann zu früherem Ableben führen. Darüber können wir uns dann richtig aufregen. 😳😂😂

    Gefällt 1 Person

  2. Ich werde mich auch nicht mehr über irgenetwas aufregen, Ich lächle und denke: nicht mein Problem, muss auch nicht zu meinem werden.
    So werde ich mich nicht mehr darüber aufregen, dass die Kinder drei Blocks weiter noch immer von ihrem Vater beim kleinsten Anlass auf offener Straße angeschnautzt und tw. angespuckt werden oder dass der alte Mann nebenan (auch) im eiskalten Winter oft nur mit Windelhose und Unterhemd bekleidet draußen herumläuft, weil der Pflegedienst nicht gekommen ist, obwohl man dort weiß dass der Mann täglich vor die Tür geht.. Ich lächle darüber, schlucke die bittere Erkenntnis dass alle so denken herunter und wundere mich nicht über meine Magenschmerzen.
    Früher habe ich mich geregt – erst aufgeregt, dann geregt. Aber aufgerieben habe ich mich dabei nie.

    Gefällt mir

    • Deine Beispiele sind krass. Ich könnte nicht lächeln, wenn ich diese Szenen, die du beschreibst immer wieder erleben würde. Weder die Kinder, noch der alte Mann können etwas für diese Situationen.

      Ich bin der Meinung, dass es natürlich nicht dein Problem ist, Lösungen zu finden und du dich deshalb auch nicht „aufregen“ sollst, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass man da irgendetwas tun müsste. Das hat für mich mit „Aufregen“ über eine Sache wenig zu tun. Zwei verschiedene Paar Schuhe.

      Alles etwas gelassener zu sehen und anzugehen finde ich dem Grunde nach aber schon gut. In dem Punkt stimme ich dir zu.

      Gefällt 2 Personen

      • War eher ironisch gemeint, sorry.
        Natürlich regt mich so etwas auf – und deswegen unternehme ich etwas dagegen.
        Man muss sich nicht aufregen bis der Blutdruck steigt – aber man kann sich (auf-)regen.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s