Spion Alexa oder wer sonst noch spioniert

Vor einigen Wochen erwarb ich einen Saugroboter. Der ist super. Die dazugehörige App, mit deren Hilfe man Robbie auch von der Ferne starten kann, installierte ich gleich munter dazu.

Doch dann meinte mein Kollege, seines Zeichens Programmierer, dass er sich ja so ne App vom Anbieter nieee installieren würde, denn das Ding würde garantiert mithören und außerdem auch noch einen Plan von der Wohnung erstellen und wüsste dann auch ganz genau, wann wer zu Hause ist.

Er meinte, dass man bei heiklen Themen vor 50 Jahren noch leise sprach, damit „der Russe“ nicht mithört und heute steckt man sich munter alles in die Wohnung, ins Auto und in die Hosentasche, was mithört und findet das auch noch praktisch.

Stimmt – das Siri, Alexa und die Google-Tante mithören, ist ja eigentlich Fakt. Wie sollten sie sonst auch das eine “Ok Google“ oder “Alexa! Lauter!“ auch mitbekommen? Wenn man das in der Kombination sieht, dass man jeden Schmarrn googelt, den Routenplaner von Google verwendet und viele Einkäufe über Amazon tätigt, kommt da schon ziemlich viel Wissen über einen zusammen, womit man in harmlosesten Fall vermarktet und im schlimmsten komplett gesteuert werden kann. Brave new World.

Dagegen sind die Infos, die wir auf Facebook teilen ja nur noch ein paar Tropfen auf dem heißen Stein.

22 Gedanken zu “Spion Alexa oder wer sonst noch spioniert

  1. Gut dass Dein Kollege Dich auf die Risiken der „App“ hinwies.
    Natürlich geht man nicht davon aus, dass der Hersteller eine Einbrecher-Bande los marschieren läßt, aber es gibt Hacker, die ihre Infos verkaufen ohne zu fragen an wen. Für solche Transfers gibt es schließlich die Bitcoins.
    Ich traue diesen „praktischen Alltagshelfern“ überhaupt nicht und in meiner Wohnung wird es weder jemals eine Alexa oder ähnliches, noch irgendwelche „App“-gesteuerten Elektrogeräte geben. Ich lehne sogar ein Smartphone ab – ich habe ein kleines Mobiltelefon für unterwegs und das reicht mir. Ich möchte nicht jeden meiner Schritte und Gewohnheiten irgendwo im Internet wissen.

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        • Damit habe ich kein Problem, da sich ein Smartphone schon deshalb bei mir nicht etablieren kann, weil ich mir keins anschaffe. Ich habe ein altes Klapphandy und das ist eigentlich auch nie an. Sondern nur für den Notfall gedacht. Ich wüsste also nicht weshalb und vor allem, wozu ich mir ein Smartphone holen sollte. Ich muss nicht immer und überall erreichbar sein. Und ruft jemand an, wenn wir nicht zu Hause sind, so kann man auf den AB sprechen. Oder auch nicht. 😀

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          • Ich bin absolut bei dir, aber bei mir hat es sich leider etabliert und es ist echt schwierig für mich den Absprung zu schaffen. Hauptsächlich was WhatsApp angeht, wo viele Terminabsprachen laufen, z. B. auch den Kindergarten betreffend.

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    • Alexa habe ich auch nicht und meine Spracherkennung auf dem Smartphone ist auch aus, aber es reicht ja auch so schon, wonach man bei Google immer sucht – die wissen ja echt alles, welche Filme ich gut finde, welche Urlaube ich mag, zu welchem Zahnarzt ich gehe, wie alt meine Kinder sind…

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  2. Das geht doch schon damit los, dass, wenn man sich was im Internet anschaut und anschließend mit Massen von Werbung von dem Artikel für den man Interesse bekundet hat, zugemüllt wird. Aber eine App die den Herd einschaltet, die Rollläden hochfahren läst und sonst welchen ferngesteuerten Mist anbietet , brauch ich nicht. Eine Alexa oder Siri habe ich nicht und muss ich auch nicht haben. Bei der ganzen Technik verblödet der Mensch immer mehr. Kaum noch habe ich Telefonnummern im Kopf, früher konnte ich mir die merken, heute ist alles im Telefon gespeichert, man drückt auf eine Taste und das Telefon wählt.

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  3. Hmm – und was ist so schlimm daran, wenn „man“ weiss, womit ich mich beschäftige, was ich gerne esse und zu welchen Zeiten ich unterwegs bin?
    Letzteres wissen alle Nachbarn bzw. Bewohner des Hauses, und dass ein berufstätiger Mensch tagsüber nicht zu Hause ist, ist wohl kein Geheimnis.
    Da stellt sich ein Einbrecher einfach mal ein paar Tage morgens im Wagen vor ein Wohnhaus und schon sieht er, wer aller aus dem Haus geht.
    Die Vorteile der gläsernen Welt sind viel mehr, meiner Meinung nach.

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    • Ob man es schlimm findet, liegt wohl im Auge des Betrachters. Aber ich fühle mich schon unwohl damit, einem kommerziellen Unternehmen eine solche Fülle an Daten anzuvertrauen. Wer sagt denn, dass die das immer gut mit einem meinen? Wen der Staat Kameras an öffentlichen Plätzen anbringen will, dann ist der Aufschrei groß und man unterstellt, dass es bis zum Überwachungsstaat nicht mehr weit ist, aber einem Unternehmen, das nur seine Gewinne maximieren möchte traut man nix Schlimmes zu und serviert denen alles auf dem Silbertablett, weil’s ja so praktisch ist.

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    • Unmittelbare Nachbarn wissen sicherlich wann wer zur Arbeit geht und wieder kommt. Gute Nachbarschaft achtet auch darauf, was im Nebenhaus passiert wenn die Bewohner nicht im Hause sind. Verbale Kommunikation spielt bei der Erschaffung von guter Nachbarschaft übrigens eine entscheidende Rolle. Wer mit seinen Nachbarn keinen persönlichen Kontakt pflegt muss wohl eher darauf verzichten. Und der eine oder andere „regionale“ Einbrecher wird sicherlich das eine oder andere Haus irgendwann mal beobachten. Das heißt aber nicht, dass ich der ganzen Welt mein Zuhause präsentieren muss, indem man mich via Internet bis ins Klo hinein verfolgen und beobachten kann.
      Ich wundere mich, dass da kein Aufschrei losgelassen wird! Sternenkratzer hat es bereits geschrieben:der Datenschutz schlägt Alarm und Anwohner pochen auf ihr Recht sich nicht auf einer Videoaufnahme finden zu lassen, wenn bestimmte öffentliche Bereiche mit Videokameras ausgestattet werden sollen. Aber Laptops, Tablets, Smartphones wird blind vertraut! Ich kenne viele die z.B. ein Laptop haben und ihre Kamera darin zukleben. Denn es wird immer wieder beobachtet, dass selbst bei ausgeschalteter Kamera sehr oft das grüne Lämpchen von allein an- und später wieder ausgeht.
      Nun, wen das nicht stört kann sich gerne in sämtlichen Lebenslagen beobachten lassen.
      Ich für meinen Teil biete „App-Betreibern“ und Hackern so wenig Chancen wie möglich.

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    • anyone, das denke ich mir auch immer. Soll google doch wissen dass ich auf Disney Filme stehe und mir vor zwei Wochen nen Bikini oder nen Puzzle für Kinder gekauft hab oder nach Artikeln suche, warum mein Kind abends keinen Bock hat, einzuschlafen… Hallo Welt, ich verrate dir was: ich fahre total auf die lila Markenschokolade ab und Mittwochs gehen wir immer zum Kinderturnen – und nu?

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      • Ich weiß nicht, ich finde es schon bedenklich, das Google Mitteilungen, die mich interessieren, hochpusht und ich mich so quasi immer in meiner Meinung bestätigt fühle. Und Schritt weiter – was, wenn Google plötzlich beschließt, uns allen einzureden, dass die lila Schoki von gequälten Kühen kommt, weil sie selbst vielleicht gerade grüne Schoki auf den Markt bringen. Ich denke, je mehr die wissen, desto größer sind die Chancen, uns zu manipulieren und ich glaube einfach nicht, dass ein Konzern es immer gut mit einem meint und auf alle Zeit gut meinen wird.

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      • Bzw ging es ja weiter gehend auch darum, dass die ja mutmaßlich mithören. Und dann wissen die halt Alles über dich. Mal angenommen, du hättest ne Affäre von der Google natürlich wüsste, weil du mit dem Typen telefonierst und natürlich wüssten die auch, wo der wohnt und was ihr da so macht. Und dann würden die diese Info gegen Geld deinem Mann verkaufen, der dich eh loswerden und das Sorgerecht für euer Kind will.
        Klar, weit hergeholt, aber nicht unmöglich.

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      • @Nougatcornflake: dann erzähle der Welt jetzt und hier auch wo Du wohnst, wie groß Deine Wohnung ist, wann Du das Haus verläßt und wie oft Du täglich auf die Toilette gehst.
        Wenn es Dir nichts ausmacht dass „die Welt“ alles über Dich erfährt, solltest Du keine Einwände haben.
        Ich selbst mag es nicht, wenn mir jederzeit irgendetwas diktiert wird oder ich beeinflusst werden soll. Wenn mir auf Schritt und Tritt irgendetwas suggeriert wird und man mich damit manipulieren will.
        Ich kann den Film „Idiocrazy“, von Sternenkratzer bereits erwähnt, wärmstens empfehlen! Die Welt verblödet langsam aber sicher. Denken fält immer schwerer und man überläßt sich anderen. Nein Danke!

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  4. Wir reden hier manchemal darüber, wie sich die Leute in den Achtzigern gegen die Volkszählung gewehrt haben. Und heute geben sie alles mögliche freudig und freiwillig preis. Ist das nicht irre?

    Smartphone habe ich auch nicht, dann bin ich halt nicht über Whatsapp erreichbar. aber man kann mich anrufen 🙂 Mir reicht es schon, wenn google mir Nachrichten vorsortiert, obwohl ich die News gar nicht konfiguriert habe.

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    • Richtig! Alle regen sich auf, wenn eine Volkszählung ansteht oder irgendwo Videokameras für die allgemeine Sicherheit installiert werden sollen. Da wird laut nach Datenschützern geschrieen und hinterher werden dann wieder „Alexa“ & Co eingeschaltet um sich freiwillig ausspionieren zu lassen. Unfassbar!

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  5. Alexa haben wir auch nicht. Hab bisher auch nicht das Gefühl gehabt, dass mir da was fehlt. Aber mein Smartphone, an das hab ich mich echt gewöhnt.

    What´s Up ist das nur eine Sache. Da haben wir Gruppen für die Kindergarten, für die Schule, und noch andere. Und so kann ich meinen Eltern immer mal schnell von unterwegs ein Foto schickent etc.

    Dann ist da der Kalender. Ohne den bin ich aufgeschmissen. Privatkalender und Arbeit, synchronisiert mit meinen Laptop.

    Und das Adressbuch.

    Und als Digitalkamera nutze ich es auch ständig.

    Und als GPS, wenn ich unterwegs bin.

    Und um meine E-Mails von unterwegs zu beantworten nutze ich es auch…

    Und, und, und….

    Ja ja, das gebe ich zu. Ich bin echt abhängig von dem Ding!

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