Wie erlebe ich die jetzige Situation

Seit Montag bin ich zu Hause, freigestellt von der Arbeit. Draußen prägt sich jeden Tag ein neues Bild und im Moment ist es wirklich so, dass die Menschen hier in unserem größeren Dorf mit knapp über 6000 Einwohnern nur für die nötigsten Gänge das Haus verlassen. Man sieht kaum Menschen auf den Gehwegen und dann achtet man auf Abstand, auch in den Geschäften. Ich muß nicht jeden Tag zum Einkauf, die Regale sind gut gefüllt, es ist vielleicht nicht jedes Produkt verfügbar, aber es gibt genügend Alternativen. Ich beschränke meinen Einkauf auf einen großen Supermarkt, da bekomme ich auch Frischfleisch an einer sehr gut sortierten Theke und ich gehe nicht noch in andere Läden, weil da der Joghurt vielleicht ein paar Cent günstiger ist. So halte ich für mich das Risiko auch gering. In meiner Jackentasche habe ich ein kleines Fläschchen Desinfektionsmittel und nach verstauen des Einkaufs, reibe ich mir die Hände damit ein. Ob es übertrieben ist? Ich weiß es nicht! Zu Hause wasche ich mir dann natürlich gründlich die Hände.

Gestern schickte uns unsere Tochter einen Link. Ab dem 23.03. gibt es einen gemeinsamen Lieferservice der Gemeinde und E…a, Bürgerinnen und Bürger die unter Quarantäne stehen oder zur Risikogruppe gehören, können im E…a Markt anrufen und beim Bauhof der Gemeinde und ihre Lebensmittelbestellung aufgeben, von Montag bis Freitag werden die Bestellungen dann von Mitarbeitern des Bauhofs zu den Betroffenen geliefert. Eine sehr gute Sache finde ich.

Ob es eine Ausgangssperre geben wird, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, es liegt an jedem Einzelnen selbst, ob er sich an die Vorgaben hält und einfach im Haus bleibt. Noch mache ich meine Hunderunden, einmal am Tag treffe ich mich mit meiner Freundin und wir gehen eine große Runde im Wald, ohne uns zu berühren und mit Abstand, mal sehen wie lange das noch möglich ist.

Es ist eine schwere Zeit und mir tun die Familien leid, die keinen Garten oder Balkon haben und jetzt sehen müssen, wie sie ihre Kinder beschäftigen und dabei vielleicht noch von zu Hause arbeiten müssen. Letztens habe ich mit meiner Freundin zusammen geweint, sie darf ihre Enkel ja auch nicht besuchen und es kam ein Paket für Oma und Opa mit selbstgebackenen Keksen, sogar Nelly war in Keksform gebacken, ein kleiner Hund mit Zuckerstreuseln. Wie rührend- Auch wir halten Abstand zu unseren Kindern, es ist nicht immer einfach, man möchte sich einfach mal in den Arm nehmen und gegenseitig trösten.

IMG-20200318-WA0017

Bleibt gesund.

26 Gedanken zu “Wie erlebe ich die jetzige Situation

  1. Ach Biene, es liest sich so traurig. Aber zum Glück gibt es ja Telefon, so können Enkel mit ihren Großeltern, Eltern mit ihren Kindern in Kontakt bleiben.
    Das mit dem Lieferdienst finde ich gut, ich nutze ihn ja auch und habe gerade eine Lieferung erhalten. Wie Du schon schriebst ist nicht immer alles da, aber man schickt statt dessen Alternativen. Die Sachen werden vor die Tür gestellt und man ist versorgt.
    Auch hier ist es viel ruhiger geworden, kaum noch jemand auf den Straßen. Selbst der Autoverkehr hat abgenommen. Alles still und ruhig – high noon-Stimmung. 🙂
    Aber ich denke dass alles gut wird, auch was C’s. und N’s. Vorhaben betrifft. Ich drücke die Daumen!

    Gefällt 1 Person

    • So traurig sollte mein Eintrag nicht rüber kommen, es ist eine Zeit, die man so gar nicht kennt, alles ist auf den Kopf gestellt und wie alles mal endet weiß keiner. Zusätzlich dann noch die Sorgen um C.
      Doch den Kopf in den Sand gesteckt haben wir noch nie, auch jetzt gibt es lustige Situationen und man versucht das Beste aus der Situation zu machen. Ich denke, die Krankheit wird einen Großteil unserer Bevölkerung befallen und man kann nur hoffen, dass die Krankheitsrate verlangsamt wird. Dazu müssen wir alle beitragen.

      Lieben Gruss meine liebe Rika

      Gefällt 1 Person

      • Vielleicht ist es gut wenn die Leute nicht alles als selbstverständlich ansehen. Ein klein bisschen Demut steht uns allen gut zu Gesicht.Und je eher wir uns den Anforderungen stellen, sie beherzigen, desto glimpflicher kommen wir bestimmt aus der „Krise“ wieder heraus.
        Liebe Grüße, auch an H. (auch von P:)
        Rika.

        Gefällt 2 Personen

        • So ist es liebe Rika und man sieht mal wieder, unsere Gesundheit ist das wichtigste Gut.
          Streit, Neid, Mißgunst, alles unwichtig, jetzt in der Not wird sich heraustellen ob man Freunde hat, die zur Not für Dich einkaufen oder mit dem Hund mal Gassi gehen. Diese Freunde braucht es aber im realen Leben und diese Freundschaften mußten auch gepflegt werden. So mancher Mensch wird jetzt einsam werden und für manche bleibt nur das Telefon um Kontakt zu anderen Menschen zu haben.

          Gefällt 1 Person

  2. Die Idee mit dem Lieferservice finde ich ganz toll ! 🙂
    In unserem Dorf hier in Brandenburg gibt es (anscheinend) noch keine Corona-Fälle und noch keine Quarantäne, aber leider doch massive Hamsterkäufe 😦
    Mir tun die armen Verkäuferinnen bei Aldi und Netto sehr leid.

    Ansonsten haben wir das Glück noch raus in die Natur gehen zu können, aber die nahen Kontakte zu Freunden und Verwandten fehlen schon.

    Bleibt alle schön gesund !

    Gefällt 1 Person

    • Ja der Lieferservice ist eine gute Idee, man weiss ja selbst nicht ob man trotz aller Vorsicht gesund bleibt und so hat man schon mal eine Alternative wenn man nicht mehr raus kann oder darf.
      Es gibt einen grossen Zusammenhalt, aber auch von schlimmen Dingen habe ich gehört, es soll Menschen geben, die ältere Menschen mit Absicht anhusten und sich einen Spaß daraus machen und dann Corona brüllen. Schlimm finde ich das, wenn es wirklich so passiert sein soll. Der Mensch ist sich wirklich der größte Feind.

      Gefällt 3 Personen

      • Jetzt habe ich gehört, daß es in einem Nachbarort auch schon so etwas gibt, aber auch negatives, denn es sollen wohl Leute in Schutzanzügen versuchen sich Zutritt zu den Häusern zu verschaffen, vor allem bei älteren Personen.
        Wie Du schon sagst, der Mensch ist sich wirklich der größte Fend.
        Bleib gesund !

        Liken

  3. Ja, seine Familie nicht mehr sehen zu dürfen, weil man sich anstecken könnte, das stelle ich mir besonders schlimm vor. Ich habe eine Freudin, deren Familie ausgereist ist. Jetzt ist Europa dicht, es gibt kaum noch Flüge, und sie weiss nicht, wann sie ihren Mann und die Kinder wiedersieht. Dazu die Angst, dass einer krank wird, und sie dann nicht für sie dasein kann…

    Zumindest bin ich ja mit meinen Kindern zusammen, auch wenn sie mich nerven 😉 Und meine Eltern sehe ich eh bloss alle paar Monate, wenn ich nach Deutschland komme oder sie hier her. Daher ist zumindest das nicht schlimm für Dich.

    Um so wichtiger, per Telefon oder Internet den Kontakt aufrechtzuerhalten!

    Ich drück Dich mal virtuell!

    Gefällt 1 Person

    • Zum Glück gibt es Handy und Telefon und so reißt der Kontakt nicht ab. Optimal ist das nicht , aber jetzt muss man vernünftig sein. Jeder hat so seine Sorgen und Probleme, doch gesund zu bleiben und auf sich und sein Umfeld Rücksicht zu nehmen, muss uns jetzt ein grosses Anliegen sein.

      Gefällt 2 Personen

  4. Wir versuchen hier so viel Alltag wie möglich zu haben. Meiden allerdings große Läden oder diejenigen, wo die Parkplätze voll sind. Kaufen regelmäßig im Supermarkt ein. Einkaufen, nicht hamstern! Und besuchen den kleinen Bäcker im Ort. Der hat es schwer genug zu überleben, weil die Laufkundschaft ausbleibt.
    Wir beobachten, wie unterschiedlich auch Geschäfte die Umstände handhaben. Manche schaffen es sehr elegant, lotsen einen mit Abstand dorthin, wo man etwas sehen möchte (Baumarkt). Andere sorgen für eine Atmosphäre, in der man sich unwohl fühlt. Verlangen und kontrollieren (extra jemanden dafür abgestellt!) noch viel größere Abstände, die sie aber mit der Anordnung ihrer Einrichtung gar nicht einhalten können (Gartencenter, warum hat das überhaupt offen?). Mich stört mitunter, daß suggeriert wird, der Kunde schleppt was rein. Dabei könnte das Personal genausogut Überträger sein, ohne es zu wissen.
    Ansonsten: viele der Regeln wendet man doch eh an. Etwa Hände waschen, wenn ich von der Einkaufsrunde komme und bevor ich was esse. Mitunter auch das Sagrotantuch nehmen.

    Allgemein scheint es aber druaßen ein bißchen weniger umtriebig zuzugehen. Anfang der Woche hatte ich noch das Gefühl, Deutschland habe kollektiv Betriebsferien. So viele waren unterwegs.

    Beruflich bin ich notgedrungen runtergefahren. Unschön für einen Freiberufler. Meine Frau darf erst wieder Karfreitag zur Arbeit kommen, sie muß Überstunden abbummeln. Kurzarbeit kann sich der Arbeitgeber nicht erlauben anzumelden.

    Kommt gut durchs Wochenende und bleibt gesund!

    Gefällt 1 Person

  5. Ich betrete jetzt nur für mich wirklich wichtige Geschäfte und in meinen Augen gehört da ein Baumarkt, ein Gartencenter oder ein Einrichtungshaus nicht dazu. Es tut mir wirklich für viele kleine Geschäfte weh, die nun um ihre Existenz bangen müssen, man kann nur hoffen, dass es später, wenn alles überstanden ist, Möglichkeiten gibt, dass denen geholfen wird. Wer jetzt was reinschleppt, oder wer wen ansteckt, wird denke ich, bald kein Thema mehr sein, denn richtig aufhalten lässt sich das Virus im Moment noch nicht. Man kann nur an jeden einzelnen appellieren, die Vorgaben einzuhalten, damit die Infektionsrate verlangsamt wird.
    Trotz allem wünsche ich ein schönes Wochenende.

    Gefällt 1 Person

  6. Wir müssen da jetzt nun durch, und wie man sieht, kann man das Beste daraus machen. Gott sei Dank gibt es Internet und Telefon und hoffe, dass dies auch weiterhin aufrecht bleibt.
    Der Nellykeks sieht wirklich lecker und süß aus. 😃

    Liken

    • Die Kanzlerin berät sich zur Zeit mit den Ministerpräsidenten und Experten und ich bin gespannt, ob es eine Ausgangssperre gibt. Es ist keine leichte Zeit für uns alle , doch da müssen wir nun durch.

      Gefällt 1 Person

      • Es bleibt uns nichts anderes übrig und müssen uns damit abfinden. Je eher wir die Situation akzeptieren, um so besser können wir damit umgehen.
        Natürlich nicht , deren Existenz nun den Bach runtergeht, es wird eine schwierige Zeit. Und die ist mit 3-4 Wochen nicht vorbei. Das Schlimme ist die Ungewissheit, ob der Virus verschwindet, wie der gekommen war, ob wir es in den Griff kriegen, ob der nicht doch nochmal verheerend ausbreitet und ob wir am Ende damit leben müssen wie mit anderen Krankheiten.

        Liken

        • Ich denke, wir stehen erst am Anfang und eine Vielzahl der Menschen wird den Virus bekommen. Es ist die Ungewissheit und die Angst die man um seine Lieben hat, die zusätzlich viel Kraft kostet. Wie ich gehört habe, wird der Kontakt zu anderen Menschen noch mehr eingegrenzt, jetzt nur noch 2 Menschen in Abstand in einer Gruppe.
          Hans und ich waren ein Stück spazieren, es sind ganz wenige Menschen unterwegs und einige werkeln in ihren Gärten .

          Gefällt 1 Person

  7. biene
    du NUSS
    du weißt doch das sich die hunde ihr fell abschlecken
    menno
    und da streust du noch zucker drauf
    das find ich uuuuunverantworlich
    hunde sollen doch keinen zucker
    ansonsten bin ich derzeit auch im homeoffice
    und durchstreife einsam
    bzw zweisam wie üblich die gegenden
    um potsdam
    gruß ronny

    Liken

  8. Wir haben seit vergangenen Freitag die Ausgangssperre für vorerst mal 14 Tage. Ich bin froh, daß ich meinen Mann noch zur Seite habe mit dem ich mich unterhalten kann. Wir rücken alle näher zusammen und die Hilfsbereitschaft meiner Nachbarn tut gut. Mein großes Glück ist, daß ich meine Kinder und Enkelkinder in der näheren Umgebung habe die sich jeden Tag besorgt um uns kümmern – dank Telefon und Internet. Die Stadt gleicht einer „Geisterstadt“. Alle Geschäfte, Gaststätten, Hallenbad, Museen, usw. und sogar Ämter sind geschlossen. Ganz schlimm ist das Besucherverbot im Alten- und Pflegeheim sowie im Krankenhaus. Ich denke, die Ausgangssperre wird nach 2 Wochen nicht aufgelöst. Ich bin gespannt wie’s weiter geht.
    Bei uns sind die Nächte zur Zeit sehr kalt und am Tag scheint die Sonne. So können wir wenigstens spazieren gehen – das ist zu zweit noch erlaubt.

    Liebe Grüße und bleib gesund
    Traudl

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Traudl, eine schwierige Zeit für uns alle, zu zweit kann man hier auch noch raus und wir verlassen ansonsten nur das Haus zum Einkauf. Ich versorge noch eine Freundin mit beim Einkauf, doch auch der Einkauf gestaltet sich schwierig, Absperrbänder vor den Theken, grosse Paletten mit Waren die ausgepackt werden in den Gängen, da ist es sehr schwierig ,einen Mindesabstand zu halten , da die Gänge schmal sind. Sehr wenig Menschen sind unterwegs und das ist auch gut so, es wird sich an die Vorgaben gehalten.

      LG Biene

      Gefällt 1 Person

  9. Ich verfolge die Situation in Deutschland (und natürlich auch im Rest der Welt) kontinuierlich. Live zu erleben, wie Regale leer gefegt sind, wie Menschen noch immer in großen Gruppen ohne jegliche Rücksichtnahme ihren Alltag weiterleben, als sei die Welt für sie im Reinen – das muß an den Nerven zerren. Man ist derzeit permanent (zumindest unterschwellig) besorgt und hat nur selten den Kopf wirklich frei. Kommen dann noch Ängste um nahestehende/liebe Personen hinzu, dann ist alles noch schwerer zu ertragen, als es eh schon ist.
    Ich finde, du machst alles richtig, Biene. Und du weißt, dass ich dir (euch) von Herzen wünsche, dass alles gut ausgeht. 💜
    Ich hoffe, wir alle tun das Rchtige. Wie es hier weitergeht, das weiß ich nicht. Wir können nur abwarten und unseren Teil der Verantwortung tragen.
    Liebe Grüße und eine Umarmung, Berta

    Gefällt 1 Person

    • Das bei Euch in Schweden noch keine richtigen Maßnahmen beschlossen wurden, macht mir etwas Sorgen, denn daran zu glauben, dass es an Euch vorüber zieht ist wohl sehr naiv. Aber ich denke auch bei Euch werden Entscheidungen gefällt werden müssen.
      Der Einkauf in dem einen Supermarkt den ich noch besuchen werde, gestaltet sich anstrengend. Vor den Theken ist rot-weisses Flatterband gespannt, damit man nicht zu nah an die Tresen kommt, dadurch ist aber immer weniger Platz in den Gängen und dort stehen auch noch Paletten, mit denen das Personal die Regale auffüllt. So ist ein Mindesabstand zu anderen schwer einzuhalten, kam mir jemand entgegen und ich konnte nicht mehr in den nächsten Gang ausweichen, habe ich den Rücken zugedrehr und kurz die Luft angehalten, auch das nur eine Person pro Haushalt den Einkauf erledigt ist noch nicht zu allen durchgedrungen, obwohl draußen Schilder mit der Bitte darum darauf hinweisen und so latschen noch Ehepaare zusammen durch den Laden. Nur eine gewisse Anzahl an Personen in den Laden zu lassen und dann die nächsten macht schon Sinn, doch wieviel Zeit kostet dann so ein Einkauf und es kommt draußen zu Menschenansammlungen.
      Ich stimme Dir zu, permanent hat man den Kopf voll und obwohl ich zur Zeit nicht arbeite, falle ich abends erschöpft in mein Bett, so richtig zur Ruhe kommt man nicht.
      Es heißt abwarten wie sich alles entwickelt.

      Ganz lieben Gruß von Biene

      Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s