In Zeiten von Corona – Brot backen am 20.03.2020

Ich weiss ja nicht, wie ich mit der Zeitzählung anfangen soll. Seit letztem Freitag hat die Schule zu, seit Sonntag der Kindergarten. Und seit heute haben wir in Israel Ausgangssperre.

Also vielleicht Tag 1 der Ausgangssperre?

Einkaufen dürfen wir ja noch. Heute Morgen hat es stark geregnet. Also wartete ich ein paar Stunden. Und als sich der Regen gegen 12.30 in feineren Nieselregen verwandelte, machte ich dann doch auf zum kleinen Supermarkt un die Ecke.

Die Situation auf der Strasse war surreal. Fast wie an Yom Kippur. Kaum Autos. Richtig still war es. Nur der Regen auf den Häuserdächern und die Vögel in den Bäumen.

Zwei Personen begegneten mir unterwegs. Eine Frau mit Maske und Handschuhen und ein Mann, ebenfalls mit Handschuhen. Beide machten einen Bogen um mich, als sei ich aussätzig.

Im Geschäft gab es dann kein Brot mehr. Im übrigen auch keine Eier mehr. Dafür unübersehbar viele Tuben Alcogel.

Ich kaufte also stattdessen Mehl und Hefe und habe heute Abend mein erstes Roggenbrot gebacken. Der Duft stieg auch meiner 8-jährigen Tochter in die Nase. Die gleich probieren wollte.

So fängt in Jerusalem der erste Shabbat unter Ausgsngssperre an.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. Und vor allem: Bleibt gesund!

In Zeiten von Corona

Wo wir jetzt alle von unseren Regierungen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben, haben wir doch alle mehr Zeit zum Schreiben, oder?

Was macht Ihr jetzt? Wie geht es Euch?

Lasst und doch eine Art gemeinsames Tagebuch über diese Zeit führen. Was haltet Ihr davon?

Ich würde heute Abend, wenn die Kids im Bett sind, mal den ersten Aufschlag machen.

Sommerhitze – Themenwoche vom 27.07.-02.08.2019

Also, eigentlich wollte ich nur ein „Share“ machen und einen Beitrag aus meinen Blog hier wiederbloggen. Aber irgendwie geht das nur umgekehrt. Oder zumindest klappt es mit meinem Wissen nicht.

Also Copy Paste stattdessen, weil es so gut zur Themenwoche passt:

Sommer

Sommer ist es lang geworden
Und das Thermometer steigt
Tag für Tag an allen Orten
Macht sich drückend Hitze breit

Träge schaut so mancher Blicke
Unter müden Lidern her
Selbst der Vögel muntre Flügel
Werden in der Hitze schwer

Blumen senken ihre Köpfe
Durstig nach dem kühlen Nass
Duftend liegen reife Früchte
Klebrig in verdorrtem Gras

Wolkenlos indes der Himmel
Über allem lachend thront:
Auf die Kühlung noch zu warten
Wird im Winter erst entlohnt

(Juni 2016)

Sommerhitze – Themenwoche vom 27.07.-02.08.2019

Oh ja, die Sommerhitze. Ich bin die ja nun gewohnt. Wer seit 18 Jahren in Israel lebt, der kennt die Sommerhitze gut. Vor allem dauert sie hier ja  nun fast ein halbes Jahr an.

Früher hab ich immer sehnsüchtig auf den Sommer gewartet und auch Temperaturen jenseit der 30 Grad genossen. Der Sommer war ja auch nicht so lang. Und zwischendurch war es ja auch mal kühl oder sogar fast kalt.

Aber seit ich in Israel wohne, weiss ich jeden kühlen Tag zu schätzen. Früher hieß es immer „Die Sonne scheint. Geh an die frische Luft“! Und tatsächlich haben wir jeden Sonnenstrahl genutzt, um unsere Gesichter der Sonne entgegenzustrecken. Und heute, tja, da suche ich den Schatten, wo es nur geht.

Aber immerhin kühlt es in Jerusalem in der Regel nachts meist ab. Nur wenn wir Sharaf haben, die israelische Version des Föhns, dann kühlt auch hier nichts ab.

Nun, nächsten Samstag geht es in die Heimat. Und da hoffe ich, dass es in Deutschland etwas abkühlt. Ich bin es nämlich nicht mehr gewöhnt, meine Tage in Räumen zu verbringen, die nicht nur nicht klimatisiert sind, sondern nicht mal über einen Ventilator verfügen…

Zudem in Jerusalem so gut wie immer ein Wind weht, was die Hitze doch erträglicher macht. Die im übrigen außerdem trocken ist, auch das ein Vorteil.

Oh je, Ihr seht schon, ich habe gar keine Lust zu fliegen… Denn die Zeiten, in denen es so schön war, dem heißen Sommer in Israel für ein paar Wochen zu entfliehen, die sind wohl dank Klimaerwärmung endgültig vorbei…

Reizwort – Themenwoche 13.07. -19.07.2019

Etwas zu spät gepostet, aber schon wieder so viel um die Ohren gehabt…

Mein absolutes Reizwort zur Zeit ist der Begriff „Fremdbetreuung“. Der Begriff ist einfach so negativ besetzt. Was ist das überhaupt, „Fremdbetreuung“? Woher stammt dieses Wort?

Es setzt sich zusammen aus „fremd“ und „Betreuung“. Damit impliziert das Wort, dass unsere Kinder von jemandem betreut werden, der ihnen fremd ist. Daher auch dieser negative Beigeschmackt, der dem Wort anhaftet. Dabei glaube ich kaum, dass es viele Eltern gibt, die ihrer Kinder regelmäßig von Fremden betreuen lassen. Klar, da kann es Notfälle geben, in denen genau das eintritt. Aber selbst in Notfällen sind es dann doch meist zumindest Bekannte, Nachbarn etc., und nicht eben jemand wirlich „fremdes“.

Und wenn meine Kinder zur Tagesmutter oder in die Kita gehen, dann sind sie ganz gewiss nicht „fremd“ betreut. Denn dort haben sie eine oder mehrere Bezugspersonen, die ihnen Aufmerksamkeit und Zuneigung schenken, die ihre Macken und Wünsche kennen, und die sehr viel Zeit mit ihnen verbringen. Es sind keine Fremden, sondern vielmehr eine Erweiterung der Kleinfamilie.

Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, dass sagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Heutzutage gibt es das kaum noch. Selbst wer wirklich auf dem Dorf wohnt, hat nicht mehr zwangsläufig diese Nachbarschaft, die es früher gab.

Und in der Großstadt? Wo ist denn hier das Dorf, die Gemeinschaft, die sich um die Kinder kümmert? Der Ort, wo Kinder unbekümmert aufwachsen dürfen, auch mal unbeabsichtigt von den Erwachsenen einfach spielen und sich entwickeln können?

Natürlich ist auch eine Kita kein Ersatz für dieses Dorf. Aber wenigstens erweitert es doch den Kreis der Bezugspersonen, und den Kreis anderer Kinder, mit denen unsere Kinder tagtäglich Kontakt haben.

Meine Kleine Tochter freut sich übrigens jeden Morgen auf den Kindergarten. Und sie ist dort, seit sie 9 Monate alt ist.

Und gerade letzten Freitag war Abschiedsfeier für das Jahr, weil die Kinder nach den Sommerferien in eine neue Gruppe kommen. Und die Kindergärtnerinnen haben geweint, ebenso wie wir Eltern. Weil wir eben als Familie irgendwie zusammengewachsen sind in diesem letzten Jahr…

Von wegen „Fremdbetreuung“

Wochenthemen 13.07. -19.07.2019

So, nach Eurem Feedback also keine Abstimmung, sondern mal der Versuch, einfach mal EIN Thema vorzugeben und dann schauen, was wir so an Beiträgen zusammenrkiegen.

Ich versuch mal kreativ zu sein: Kennt Ihr noch das Aufsatzschreiben aus der Schulzeit, wo uns entweder ein Titel vorgegeben wurde oder aber Reizwörter? So ähnlich ist es hier doch auch. Und da fange ich doch mal mit einem Reizwort als Wochenthema an.

In diesem Fall ganz einfach das Wort:

Reizwort

Was verbindet Euch damit? Gibt es für Euch Reizwörter, die bestimmte Gefühle, Gedanken, etc. auslösen?

Oder wollt Ihr vielleicht einfach mal das Wort neu definieren?

Oder löst das Wort „Reizwort“ in Euch vielleicht eine Erinnerung an etwas bestimmtes aus?

Ich bin gespannt – Und muss mir jetzt natürlich auch noch selbst Gedanken machen 🙂

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Wochenthemen – mal wieder abstimmen?

Also, ich bin ja selbst schon wieder abgetaucht. Das Leben halt mit allem, was dazu gehört. Und vor zwei Tagen dachte ich, ich schau mal wieder vorbei, und da sehe ich, dass sowohl Frage der Woche, als auch Wochenthemen schon wieder ganz alt sind…

Wahrscheinlich sind einfach viele im Urlaub.

Dabei habe ich mich daran erinnert, dass hier früher über Wochenthemen abgestimmt wurde. Das fand ich damals eigentlich ganz schön, weil es dann ein Thema mit gesammelten Beiträgen gab.

Vielleicht könnten wir das ja mal wieder so machen? Was meint Ihr?