Rezept von Annika – Stielgemüse

Berta wollte ja gern noch ein Rezept für Stielgemüse wie bei (meiner) Oma haben. Dafür musste ich nun warten, bis ich Mangold beim Gemüsehändler fand. Traditionell ist Mangold in Deutschland ja ein Wintergemüse. Was ich nicht wusste, ist, dass es auch im Mittelmeer recht verbreitet ist, allerdings anders zubereitet wird.

So wird es z.B. gern mit Fleisch gefüllt wie eine Art Kohlroulade gegessen. In Israel landet es oft in Suppen.

Ich habe es nun aber tatsächlich so gekocht, wie ich es von meiner Oma kenne.

Dafür braucht es zuerst eine klassische Mehlschwitze. Da wir in der Fastenzeit sind und meine Tochter gemäß der orientalischen Tradition sehr streng fastet (kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier), habe ich die Mehlschwitze mit veganer Butter und Mandelmilch gemacht. Separat habe ich zunächst Zwiebel in Olivenöl angeschwitzt und dann den kleingeschnittenen Stiel des Mangolds hinzugefügt. (Weil es nicht so viel war, habe ich die Blätter etwas später auch noch hinzugegeben) Gewürzt wurde das ganze dann noch mit Muskat, Salz und Pfeffer, also ganz klassisch, und dann in die Mehlschwitze gegeben.

Als Beilage gab es vegane Ofenkartoffeln:

Die Ofenkartoffeln habe ich zunächst vorgebacken, dann mit veganer selbstgemachter Knoblauchbutter bestrichen, mit klein gehackten Zwiebeln belegt und mit veganem Käse überbacken. ein sehr leckeres Fastenessen!

Rezept von Lesebiene – Kalter Hund

Am Wochenende hatten wir Gäste, und da dachte ich, wie praktisch. Der perfekte Zeitpunkt, den Kalten Hund von Lesebiene auszuprobieren. Vor allem, da ich das noch nie selbst gemacht hatte.

Zu besonderen Lachern führte bei unseren amerikanischen Gästen die wortwörtliche Übersetzung. Woher kommt das eigentlich? Kalter Hund ist ja wirklich ein schräger Name 😉

Die Kombi mit Eis und frischen Erdbeeren war auch super. Mein kleiner persönlicher Touch eben 😉

Hier nochmals das Rezept von Lesebiene:

Kalter Hund

Zutaten für eine Kastenform
250 g Kokosfett(Palmin)
125 g Kakaopulver
2 Eier
125 g Puderzucker
2 Weinbrand oder Rum bei Kindern kann man das weglassen
250 g Butterkekse

Palmin schmelzen, Kakao, Puderzucker, Eier verrühren, dann fast tröpfchenweise das Kokosfett unter die Masse rühren, dabei darf das Fett nicht zu heiß sein. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen, mit Keksen beginnen und dann abwechselnd Kekse und Schokoladencreme in die Form geben, mit Schokoladencreme enden. Ein paar bunte Streusel oben drauf. Gut 12 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Rezept von Berta – Südafrikanischer Rindertopf

Sorry, Berta, aber ich hab kein Lammfleisch gefunden.

Außerdem hatte ich dann doch keine Möhre und keinen Lorbeer zu Hause. Dafür habe ich zum Schluss eine rote Spitzpaprika und etwas abgeriebene Zitronenschale mit hinzugegeben.

Und wir haben weissen Reis mit Vermicelli Nudeln dazu gegessen:

Ansonsten habe ich mich aber an Dein Rezept gehalten. Hier nochmals das Originalrezept von Berta:

SÜDAFRIKANISCHER LAMMTOPF MIT REIS
(Rezept aus einer schwedischen Zeitung)

Zutaten für vier Personen:
800 g gewürfeltes Lammfleisch
1 fein gehackte Zwiebel
2 fein gehackte Knoblauchzehen
1 grob geriebene Möhre
1 EL Olivenöl
2 dl getrocknete Aprikosen, halbiert
1 EL Tomatenpüree
1 TL Zimt
1 TL Koriander (ich habe frischen genommen)
1 TL Ingwer (ich habe frischen genommen und fein gehackt)
1/2 EL Curry
2 Lorbeerblätter
ca. 1/2 l Wasser
1/2 EL Geflügelfond
1 TL Salz
Schwarzpfeffer
ca. 150 g grüne Bohnen
(meine Nachbarn machen noch etwas getrockneten Chili dran)
Für den gelben Reis:
3 dl Reis
1 TL Kurkuma

Zubereitung:
Fleisch, Zwiebeln, Knoblauch und geriebene Möhre in einem Topf mit dickem Boden im Olivenöl anbraten,
bis Fleisch und Zwiebeln eine schöne Farbe bekommen haben.
Aprikosen, Tomatenpüree und alle Gewürze hinzu geben und umrühren. Soviel Wasser aufgießen, dass alles bedeckt ist. Geflügelfond ebenfalls dazu geben.
Alles 1 1/2 bis 2 Stunden bei schwacher Wärme vor sich hin köcheln lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die grünen Bohnen für die letzten 20 Minuten dazu geben.

Den Reis in 5 dl leicht gesalzenem Wasser mit dem Kurkuma kochen.
Den Lammtopf mit dem Reis servieren.

Garniervorschlag: 2 rote, in Streifen geschnittene Paprikaschoten und zwei halbierte Limetten zum Auspressen mit anrichten.

Rezepte-Sammlung

Ihr Lieben,

Ich stehe gerade in der Küche und habe eine ganz spontane Idee und hoffe, dass einige mitmachen:

Schreibt doch bitte hier mal Rezepte auf für etwas, dass Ihr seit Eurer Kindheit liebt und was für spezielle Erinnerungen Ihr damit verbindet. Wenn Euch nur das Gericht einfällt, aber nicht das Rezept, dann schreibt es trotzdem auf.

Ich werde dann mal versuchen, das Stück für Stück nachzukochen und die Ergebnisse hier posten.

Blogpost bitte mit Schlagwort „Lieblingsrezept“ versehen.

Ich bin schon gespannt, wieviele Ideen ich bekomme 🙂

Sommer in Jerusalem

Mit ordentlich Hitze ist der Sommer hier in Jerusalem angekommen.

Aber noch ist es schön grün, und alles blüht.

Und auf Grund von Corona sind die Strassen hier auch noch relativ leer. So konnte ich bei der Gelegenheit die schönen Bilder machen und nun mit Euch teilen.

New Arnona ist ein relativer neuer Stadtteil, der komplett auf dem Reissbrett entworfen wurde. Ich finde, die Architekten haben einen tollen Job gemacht. In jedem Haus gibt es zwischen 10 und 15 Wohnungen, alle mit Balkon, die unteren sogar mit Garten. Und zwischen den Häusern gibt es Grünflächen, auf denen die Bewohner sich aufhalten können.

Ich mag ja eigentlich alte, gewachsene Stadtteile, aber hier fühle ich mich wirklich wohl. Und außerdem ist es hier wunderbar sauber. Das liegt sicher auch an der Bevölkerng. Denn hier wohnen viele Einwanderer aus Europa und den USA.

Trotz allem

Trotz allem
Ist Sommer geworden

Am blauen Himmel ziehen
Schönwetterwolken
Während im Schatten
Der Wind in den Bäumen spielt

In blühenden Kräutern
Summen Bienen und Wespen
Und erinnern
An andere Zeiten

Vogelstimmen singen Ihre Lieder
Voll Schönheit
Und Sehnsucht streicht
Durch die warme Luft

In den zarten Duft des Jasmins
Mischt sich das Glück

Als hätte ein Engel seine Flügel
Ausgebreitet und wispert
Im Spiel der leuchtenden Schatten:
„Alles wird gut“

In Zeiten von Corona – Pessach in Jerusalem

Ich muss mit Euch etwas sehr schönes teilen, dessen ich heute Teil sein durfte:

„Ma Nishtanah baLeila hase“ – „Was ist anders in dieser Nacht?“ ist eine Frage, die Juden auf der ganzen Welt am Pessach Abend stellen. Sie ist Teil des Seder Abends, der normalerweise in großer Runde mit der Familie gefeiert wird.

Dieses hat jedoch hat Israel ein absolutes Ausgehverbot für die Seder-Nacht verhängt. Niemand darf seine Wohnung verlassen. So soll verhindert werden, dass die Menschen sich anstecken.

Auf den ersten Blick trennt es das Volk, das Land, die Familien voneinander. Wo das Miteinander doch gerade an Pessach, am Fest, dass an die Rettung aus der Sklaverei, an die Freiheit erinnern soll. Und die Freiheit, das Haus an diesem Abend zu verlassen, um mit denen zu feiern, die einem am liebsten sind, genau diese Freiheit ist nun weg.

Und doch, heute Abend, um genau 20.30h bin ich mit meinen Töchtern auf den Balkon getreten, wie viele tausende Israelis im ganzen Land auch. Und alle haben sie gemeinsam gesungen: „Ma Nishtanah baLeila hase“. Und es war wunderschön. Ein ganzes Volk, getrennt, und doch zusammen.

Ich wünsche allen meinen jüdischen Freunden ein Frohes Pessach Fest – Nächstes Jahr gemeinsam in Jerusalem!

In Zeiten von Corona – Brot backen am 20.03.2020

Ich weiss ja nicht, wie ich mit der Zeitzählung anfangen soll. Seit letztem Freitag hat die Schule zu, seit Sonntag der Kindergarten. Und seit heute haben wir in Israel Ausgangssperre.

Also vielleicht Tag 1 der Ausgangssperre?

Einkaufen dürfen wir ja noch. Heute Morgen hat es stark geregnet. Also wartete ich ein paar Stunden. Und als sich der Regen gegen 12.30 in feineren Nieselregen verwandelte, machte ich dann doch auf zum kleinen Supermarkt un die Ecke.

Die Situation auf der Strasse war surreal. Fast wie an Yom Kippur. Kaum Autos. Richtig still war es. Nur der Regen auf den Häuserdächern und die Vögel in den Bäumen.

Zwei Personen begegneten mir unterwegs. Eine Frau mit Maske und Handschuhen und ein Mann, ebenfalls mit Handschuhen. Beide machten einen Bogen um mich, als sei ich aussätzig.

Im Geschäft gab es dann kein Brot mehr. Im übrigen auch keine Eier mehr. Dafür unübersehbar viele Tuben Alcogel.

Ich kaufte also stattdessen Mehl und Hefe und habe heute Abend mein erstes Roggenbrot gebacken. Der Duft stieg auch meiner 8-jährigen Tochter in die Nase. Die gleich probieren wollte.

So fängt in Jerusalem der erste Shabbat unter Ausgsngssperre an.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. Und vor allem: Bleibt gesund!

In Zeiten von Corona

Wo wir jetzt alle von unseren Regierungen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben, haben wir doch alle mehr Zeit zum Schreiben, oder?

Was macht Ihr jetzt? Wie geht es Euch?

Lasst und doch eine Art gemeinsames Tagebuch über diese Zeit führen. Was haltet Ihr davon?

Ich würde heute Abend, wenn die Kids im Bett sind, mal den ersten Aufschlag machen.