Alte Beiträge löschen oder stehen lassen?

Liebe Leute, ich befasse mich seit einiger Zeit mit oben stehender Frage. Sie bezieht sich vor allem auf Beiträge mit starkem Aktualitätsbezug. So landen beispielsweise Leser meiner schönen ecke auf Reisetipps aus 2018 (Ostern, Segelevent…) oder auch beim Hinweis zu einer Vernsehdoku, die auch schon vor drei Jahren lief. Ich hab irgendwie die Befürchtung, dass das die Leser ein bisschen in die Irre führen könnte.  Also was meint ihr – solche Beiträge, die auf etwas hingewiesen hatten, was längst vorbei ist, besser löschen oder trotzdem stehen lassen? Eine eindeutige Antwort hab ich mir selbst noch nicht geben können. Daher hoffe ich auf eure hilfreichen Statements. Besten Dank.

Themen der Woche vom 11. mai bis 18. mai

So liebe Leute, wie neulich angekündigt kommt hier meine Themenliste. Ich hoffe, dass ich damit zumindest teilweise euren Geschmack treffe und ihr darin etwas findet, wozu ihr gern etwas sagen möchtet. Here we go…

  • Morgenstunde
  • Kartenhaus
  • Donnerwetter
  • Blumenpracht
  • Gipfelkreuz
  • Oldtimer
  • Firmament

Soweit erst einmal…

bis bald

 

 

 

 

 

 

Karneval feiern? Wenn es sich ergeben sollte…

Der Großstadtwanderer ist kein fanatischer Karnevalsgegner, aber auch kein passionierter Karnevalist. Er fährt während der entsprechenden Jahreszeit nicht in die närrischen Hochburgern und hat auch wenig Interesse darn, sich im Fernsehen eine Prunksitzung reinzuziehen. Doch sollte dort, wo er gerade ist, eine Karnevalsfeier im Angebot sein, kann er sich eine Beteiligung an derselben durchaus vorstellen, falls er nichts besseres vorhat…

Sein bislang letzter Besuch…

…einer Karnevalsfeier fand statt in jenen Tagen, als die geheimnisvolle Besucherin zum ersten Mal auftauchte. Das ist jetzt 13 Jahre her und ward am Ende gekrönt mit dem ersten Platz für die merkwürdige Maskerade. Beteiligt an dem Auftritt waren neun Personen, die sich als Sonnensystem verkleidet hatten. Alle trugen einen grauscheckigen Overroll und der Großstadtwanderer meinte, damit sähen sie eher aus wie eine Aufräumtruppe aber nicht wie Sonne, Mond und Planete. Daher bekamen alle, quasi als i Tpfelchen, einen Ballonlampenschirm, in den sie mit dem Kopf hineinkriechen mussten. Im Augenbereich gabs einen schmalen Schlitz, durch den allerdings kaum was zu sehen war.

Als sie zum Auftritt gerufen wurden…

…verrutschte dem Großstadtwanderer der Lampenschirm, sodass er nun gar nichts mehr sehen konnte. Einigermaßen hilflos fummelte er auf der Suche nach der geheimnisvollen Besucherin in der Luft herum. Dabei erwischte er eine falsche Frau, die allerdings genau so klein und ähnlich geformt war, sodass er seinen Irrtum erst am Ende des Auftritts bemerkte. Vorher musste er als Teil des Sonnensystems noch hoch auf die Bühne ohne zu wissen, wo hin er seine Füße setzen sollte. Dabei macht er einen falschen Schritt und stützte mit der kleinen Frau an seiner Seite eng umschlungen hinab in den Elferrat, der auf der unteren Ebene der Bühne hockte. Offenbar hielten das alle für eine absichtliche Showeinlage und applaudierten wie die Verrückten während die beiden Abgestürzten von den anderen Planeten wieder nach Oben gezogen wurden.

Nein, es gab keine Blessuren…

…und auch keine Beulen oder Knochenbrüche – nur belustigtes Gelächter der anderen Planeten, als der Großstadwanderer nach Abnahme der Ballonlampenschirme seinen Irrtum bezüglich der kleinen Frau in seinem Arm bemerkte. Geschadet hat es ihm aber nicht und die geheimnisvolle Besucherin war keineswegs böse. Seither sind die Beiden nie mehr auf einer Karnevalsfeier gewesen – allerdings nicht aus Sorge vor erneuten Verwechselungen, sondern weil sich spontan keine Gelegnehit ergeben hatte. Vielleicht nächstes Jahr – mal sehen…

 

 

Hilfe, ich komme nicht mehr auf mein blog

halihallo liebe leute,

ich habe den fehler gemacht und versucht die sidebar meines blogs ein bisschen aufzuräumen. dabei ist mir das meta widget (anmelden, abmelden usw) verloren gegangen. ich finde das aber nicht mehr in der widget sammlung. nun kann ich mich auf meinem eigenen blog nur noch auf umwegen anmelden. kann sein, dass ich mich einfach ein bisschen dumm anstelle bzw. rein augentechnisch das entsprechende widget nicht finde. wäre daher schön, wenn ihr mir eventuell ein wenig helfen könntet.

danke euch und beste grüße

peter

Der Blindenführhund. Ein kurzer Blick auf seine lange Geschichte

Ich hatte mir lange überlegt, was für eine Story ich zum Thema „Tier, Haustier, Lieblingstier“ schreiben sollte und hatte u. a. daran gedacht, über das spannende Verhältnis zwischen Kater und Papagei zu berichten, das ich einige Jahre lang bewundern durfte. Dann aber hab ich mich dafür entschieden, einen Artikel über die Geschichte des Blindenführhundes zu posten in der Hoffnung, dass euch dieses Thema auch interessiert.

Übrigens haben wir keinen solchen Begleiter, weil unser Sehrest noch zu stark ist. In solchen Fällen gibt es meistens Entscheidungskonflikte zwischen Hund und Mensch, die den Hund irrietiern würden. Wer einen Führhund wählt muss bereit sein, sich vollkommen auf ihn zu verlassen und das trifft normalerweise nur auf Leute zu, die völlig oder fast blind sind.

Okay, das soll als Vorspann reichen. Und nun kommt der eigentliche Artikel…

Hunde sind seit Urzeiten höchst erfolgreiche Begleiter der Menschen. Sie arbeiten als Wach- und Hirtenhunde, ziehen Schlitten durch die schneebedeckte Landschaft und helfen der Polizei bei der Spurensuche. Seit hundert Jahren werden sie auch systematisch als Blindenführhunde ausgebildet. Die spezielle Partnerschaft von blinden Menschen und Hunden beginnt aber sehr viel früher…

Nicht erst seit 1916

Die Geschichte des Hundes als Assistent blinder Menschen beginnt offiziell im Kriegsjahr 1916. Damals bekam der durch Kampfhandlungen erblindete Soldat Paul Feyen ein entsprechend ausgebildetes Tier überreicht und zwar vom Deutschen Verein für Sanitätshunde. Jedoch wäre es wenig plausibel anzunehmen, dass vorher niemand die Eignung von Hunden für diese besondere Aufgabe erkannt hätte. Schließlich bilden Menschen und Wölfe schon seit Urzeiten lose Gemeinschaften, was allmählich zur Zähmung und Züchtung von Hunden in unserem Sinne führte, die es seit etwa 12.000 Jahren gibt. Grund dafür waren selbstverständlich die zahlreichen Fähigkeit dieser Tiere, die der Mensch im Laufe der Geschichte immer besser für seine Interessen zu nutzen lernte.

Blindenhunde seit der Spätantike

Nun soll hier nicht behauptet werden, dass es in der Jungsteinzeit schon Blindenführhunde gegeben hat denn entsprechende Beweise existieren bislang nicht. Zumindest in der Spätantike scheint es aber soweit gewesen zu sein, wie Wandgemälde aus dem von der Asche des Vesuv konservierten Herculaneum zeigen. Da sind sie zumindest als Begleiter blinder Menschen dargestellt. Welche Aufgaben sie seinerzeit übernahmen, verrät das Bild jedoch nicht. Dass es in erster Linie Schutzfunktionen gewesen sein sollen, wird lediglich vermutet.

Klare Belege für eine lückenlose Kontinuität beim Einsatz von Blindenhunden seit der Spätantike gibt es bisher nicht. Erst die Renaissance liefert mit der Straßburger Bettlerordnung (1464 – 1506) wieder einen entsprechenden Hinweis. Sie verbietet nämlich einerseits Bettlern das Halten oder Aufziehen von Hunden, um es andererseits Blinden ausdrücklich zu gestatten. Die besondere Eignung des Hundes als Helfer blinder Menschen scheint also damals zumindest in Straßburg bereits eine anerkannte Tatsache gewesen zu sein. Doch ähnlich wie bei dem antiken Beispiel ist auch in diesem Fall nicht bekannt, ob die Hunde speziell für die zielgerichtete Begleitung blinder Menschen trainiert wurden.

Do it yourself mit Spitz und Pudel

Ähnlich wie bei der Punktschrift ist es auch im Falle des Führhundes ein Betroffener selbst gewesen, der im Jahr 1788 die ersten Schritte zur Entwicklung eines speziellen Trainings für die tierischen Helfer ging. Der Mann hieß Josef Reisinger, war Siebmacher in Wien und hatte sich für sein Vorhaben weder einen der heute üblichen Labradore oder Retriever ausgesucht, sondern einen kleinen Spitz. Den dressierte er innerhalb eines Jahres offenbar so gekonnt, dass man dem Siebmacher anschließend seine Blindheit kaum noch anmerkte und teilweise sogar in Frage stellte.

Der Spitz scheint in früheren Zeiten als hilfreicher Begleiter blinder Menschen recht beliebt gewesen zu sein. Einen solchen hatte nämlich Mitte des 19. Jahrhunderts auch der blinde Schweizer Handwerker, Händler und Schriftsteller Jakob Birrer so hervorragend trainiert, dass er ihm auf seinem unsteten Wanderleben fünf Jahre lang die besten Dienste erwies bis er ihm in Berlin gestohlen wurde. Nach Birrers Beschreibungen fanden seinerzeit übrigens nicht nur Spitze, sondern auch Pudel als Blindenhunde Verwendung.

Abgesehen von diesen beiden eher außergewöhnlichen Self Made Men scheint es vor 1916 erstaunlicherweise keine nachhaltigen Versuche zur systematischen und methodischen Ausbildung von Blindenführhunden gegeben zu haben. Zwar wurden im Pariser Blindenhospital Les Quinze-Vingts bereits um 1780 Blindenhunde eingesetzt. Das scheint aber auf diese Einrichtung begrenzt geblieben zu sein. Außerdem schreibt Johann Wilhelm Klein, der das Wiener Blinden-Erziehungs-Institut gegründet hatte, in einem Lehrbuch von 1819 über Blindenhunde und deren Ausbildung. Ob aber in Kleins Institut solche Hunde auch zum Einsatz kamen, ist fraglich.

Methodische Fürhundausbildung

So gesehen markiert das Kriegsjahr 1916 mit dem Start der weltweit ersten Schulungseinrichtung für Blindenführhunde im norddeutschen Oldenburg tatsächlich den Beginn einer neuen Etappe auf diesem Gebiet. Allerdings erfolgte die Ausbildung seinerzeit noch mit der Peitsche, was äußerst qualvoll für die Tiere war und im Ergebnis nicht gerade zuverlässige, sondern verängstigte Begleiter für die Blinden hervorbrachte. Trotzdem hatte das Oldenburger Beispiel – bezogen auf die organisierte Ausbildung von Führhunden – nachhaltige Auswirkungen bis in unsere Tage. Zum Glück trifft das nicht auf die drastischen Dressurmethoden zu.

Schnell gab es Nachahmer – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. So hatte die US-amerikanische Journalistin Dorothy Harrison Eustis die 1923 gegründete Potsdamer Führhundschule kennengelernt und in ihrer Heimat einen Artikel darüber veröffentlicht. Später gründete sie gemeinsam mit dem blinden Studenten Morris Frank und einem gewissen Elliot Jack Humphrey, der sich in Potsdam zum Hundetrainer ausbilden ließ, unter dem Namen „The seeing eyes dog“ die erste Führhundschule in den USA. Was Eustis aus Good Old Europe geholt hatten, brachte sie auch wieder zurück und zwar nach Großbritannien. Dort wurde mit ihrer Hilfe im Jahre 1931 die Einrichtung „Guide Dog for the blind association“ gegründet. Das Thema methodische Ausbildung von Blindenführhunden hatte begonnen, sich in der ganzen Welt auszubreiten.

Mutter Natur mitten im Großstadtgewühl

Natürlich ist der Großstadtwanderer ein Naturliebhaber, der gern viel Zeit am Busen der Natur verbringt. Selbigen muss er nicht unbedingt in ländlichen Räumen suchen, wo zwischen pestizidverseuchten Monokulturen und gigantischen Gewächshäusern manchmal gar keine Platz mehr ist für die bunte Lebensfülle von Mutter Natur. Zum Glück hat sie eine neue Heimat gefunden in urbanen Großräumen wie Berlin…

Naturtrip

Dort lädt der Großstadtwanderer die geheimnisvolle Besucherin gern zu einem Naturtrip ein. Ihre ursprüngliche Befürchtung, er werde sie auf eine Endlosschleife durch Naturkostläden und Naturheilerpraxen zerren hat sich übrigens nie bestätigt. Stattdessen stiefelt er mit ihr durch Naturräume, bei deren Anblick sie nicht mehr glaubt, in Berlin zu sein. Bestimmt hat er sie veräppelt und hinausgelockt in die Weiten Brandenburgs. Aber nein, es ist wirklich nur der Plänterwald, eine Naturoase umgeben vom Big-City-Gewühl und doch so weit davon entfernt.

Natürliche Verjüngung

Natürlich fängt der Großstadtwanderer in seiner üblichen Manier an, ihr einen kleinen naturkundlichen Vortrag über den Plänterwald zu halten, der kein Natur- sondern ein Kulturwald sei. Er hätte inzwischen ein Alter von gut 250 Jahren und sein Name basiere auf der Methode des Plenterns, die hier einst Anwendung gefunden hätte. Dabei wären einzelne Stämme entnommen worden, um den Buchen Platz zur natürlichen Verjüngung zu schaffen. Ein früher Versuch der naturnahen Waldbewirtschaftung sei das gewesen und hätte – wahrscheinlich ungewollt – dazu geführt, dass der Plänterwald heute fast wie ein Naturwunder mitten im Häusermeer wirke.

Nach so viel Vortrag ist es ihr höchst willkommen, dass er eine kurze Rast am Busen der Natur vorschlägt…

Unterwegs im Plänterwald - Kopie

Hier schiebt der Großstadtwanderer seine natürliche Verjüngung durch den Plänterwald – allerdings schon die zweite Generation…

Dem Blau auf der Spur

Wieder einmal hockt der Großstadtwanderer exakt zur blauen Stunde vor seinem zum Monitor mutierten leeren weißen Blatt um auf selbigem was spannendes oder gar geistreiches zum Thema Blau zu platzieren. Nun könnte er zur Durchführung dieses Vorhabens das Blaue vom Himmel lügen. Doch die geheimnisvolle Besucherin fordert ihn stattdessen auf, mit ihr am nächsten Morgen in die blaue Ferne zu eilen…

Nun ist Ferne ein dehnbarer Begriff selbst in ihrer blauen Variante und kann sich daher beispielsweise auch im nahen Dresden in Form einer blau angepinselten Stahlbrücke als Blaues Wunder präsentieren. Unter ihr gurgeln die trägen Fluten der Elbe ganz in Grün, in dem sich laut Farbenlehre aber immer auch eine gehörige Portion Blau verbirgt. Ansonsten hat die sächsische Metropole noch ein Blaues Haus im Angebot und in diversen Cafés jenes weiße Porzellan aus Meißen, das seinen weltberühmten Zauber erst durch das blaue Zwiebelmuster bekommt.

Um dem Blau auf der Spur zu bleiben geht’s weiter Richtung Süden wo blaue Berge unter weiß-blau kariertem bayerischen Himmel warten. Rast in Münchens Weißen Brauhaus, um zwischen Blaukraut und Blauschimmelkäse aus blau bemalten Tonkrügen helles Bier hinter die Binde zu kippen. Passend zum Thema könnten es ruhig einige Krüge mehr sein denn Blau ist schließlich die Farbe der Besoffenen wobei sie dummerweise auch von den Treuen beansprucht wird. Während also in Deutschland treue Säufer im doppelten Sinne blau sind, sind blaue Menschen englischer Sprache traurig und kriegen dann mit dem Blues jene Trauer, die fröhlich macht, wie B. B. King es einst formulierte.

Von so viel Blau in Stimmung gebracht zückt der Großstadtwanderer seine Mundharmonika um ein paar Blue notes durch die heiligen Fresshallen des Brauhauses zu blasen. Die geheimnisvolle Besucherin bläst auch und zwar zum Aufbruch. Sie will nämlich nicht nur weiß-blaue Schmankerl verputzen, sondern sich auch ein bisschen mit dem Blauen Reiter befassen, der Anfang des 20. Jahrhunderts durch Münchens Galerien galoppierte und den damaligen Kunstbetrieb mit expressionistischen Bildern ganz in Blau furchtbar aufgemischt hatte. Blau sei übrigens einst eine weibliche Farbe gewesen. Nicht nur Leonardos Marienbildnisse lieferten den Beweis.

Nun ist dem Großstadtwanderer klar, warum sie sehr gern blaue T Shirts trägt…

Vera in Blau