Spion Alexa oder wer sonst noch spioniert

Vor einigen Wochen erwarb ich einen Saugroboter. Der ist super. Die dazugehörige App, mit deren Hilfe man Robbie auch von der Ferne starten kann, installierte ich gleich munter dazu.

Doch dann meinte mein Kollege, seines Zeichens Programmierer, dass er sich ja so ne App vom Anbieter nieee installieren würde, denn das Ding würde garantiert mithören und außerdem auch noch einen Plan von der Wohnung erstellen und wüsste dann auch ganz genau, wann wer zu Hause ist.

Er meinte, dass man bei heiklen Themen vor 50 Jahren noch leise sprach, damit „der Russe“ nicht mithört und heute steckt man sich munter alles in die Wohnung, ins Auto und in die Hosentasche, was mithört und findet das auch noch praktisch.

Stimmt – das Siri, Alexa und die Google-Tante mithören, ist ja eigentlich Fakt. Wie sollten sie sonst auch das eine “Ok Google“ oder “Alexa! Lauter!“ auch mitbekommen? Wenn man das in der Kombination sieht, dass man jeden Schmarrn googelt, den Routenplaner von Google verwendet und viele Einkäufe über Amazon tätigt, kommt da schon ziemlich viel Wissen über einen zusammen, womit man in harmlosesten Fall vermarktet und im schlimmsten komplett gesteuert werden kann. Brave new World.

Dagegen sind die Infos, die wir auf Facebook teilen ja nur noch ein paar Tropfen auf dem heißen Stein.

Winterblues

Den habe ich immer, jedes Jahr. Noch im Dezember denke ich, dass ich diesmal davon gekommen bin, aber im Januar erwischt es mich doch wieder. Jahr für Jahr. Ich wohne in einer Gegend, in der im Januar kaum die Sonne scheint. Fährt man einige Kilometer Richtung Berge, sieht das schon ganz anders aus. Wenn es dann nicht gerade frisch geschneit hat, gibt es im Januar kaum etwas, dass mich nach draußen zieht und auch die Kinder wollen dann schnell wieder rein. Klar, was sollen sie auch machen? Radeln und Laufrad fahren fallen aus, Sand spielen, schaukeln, klettern und rutschen auch.

Im Januar bin ich immer so angekotzt und faul, dass ich mich nicht mal auf das Frühjahr freue, weil ich es mir dann unglaublich anstrengend vorstellen, wieder aktiv sein zu müssen. Das ist dann der Tiefpunkt des Winterblues.

Was allerdings gut ist – ich mag es, wenn es im Schlafzimmer so richtig kalt ist. So 10 – 12 Grad finde ich perfekt und ich schlafe auch tatsächlich nie so gut wie im Winter.

Aber dann geht es eigentlich doch immer ganz schnell – im Februar blühen Schneeglöckchen und Winterlinge, es gibt wieder ein paar freundliche Tage, es ist wieder länger hell… Also so scheußlich der Blues im Januar auch ist – er ist definitiv nur noch die Talsohle, die es zu durchschreiten gilt.

Mix it!

Obst zum selber pflücken

Mache ich bzw wir sehr gerne. In unserer Nähe gibt’s Erdbeerfelder, Kirschplantagen, Himbeeren, Stachelbeeren… Im Garten haben wir jetzt auch schon einiges, ich denke die Johannisbeeren werden heuer erstmals für Marmelade reichen.

Wochendeinkauf

Mache ich in der Regel Freitag Vormittag mit den Kindern. Ich schreib vorher nen Speiseplan und idealerweise reicht dann alles bis nächsten Freitag. Praktisch ist der Apfelhunger aber manchmal doch größer als vorgesehen (oder der Milchdurst oder oder oder) und ich muss doch nochmal los. Fleisch und Brot holen wir natürlich immer frisch.

WM 2018

Freu ich mich riesig drauf. Die WM 2014 hab ich quasi verpennt (schwanger in der 9. SSW) und die EM 2016 hatte ich ein Neugeborenes zu Hause und, ehrlich gesagt, andere Probleme. Umso mehr freue ich mich diesmal. Natürlich hoffe ich, dass unsere Nationalmannschaft bisschen was schafft, aber wenn nicht, ist es für mich auch ok. Hauptsache ich seh viele gute Spiele.

Glaube

Ich bin mir nie sicher, an was genau ich glaube. Aber ich find es trotzdem wichtig, habe auch gerade bei älteren Menschen schon öfters erlebt, dass ihr Glaube sie gestützt hat. Fanatismus jedweder Art lehne ich ab, jeder so wie er meint.

Alkohol

Ich trinke ganz gerne welchen. 😁 Mal ein Glas Wein oder bei diesem heißen Wetter ein Bier oder Radler. Köstlich. Ich trinke jedoch nie soviel, dass ich betrunken oder auch nur angeheitert bin – das mag ich nicht und schon gleich gar nicht, wenn Kinder im Haus sind. Eine Flasche Wein reicht dementsprechend für mich eine Woche. Früher hab ich natürlich schon manchmal einen über den Durst getrunken, aber mein Magen ist da echt nicht tolerant. 😁

Da fällt mir gerade noch ne Geschichte ein: ich war 18 und mit meiner Cousine Cocktails trinken. Jede hatte schon einen intus und dann kamen wir auf die Idee einen XXL-Zombie zu bestellen. Die Kellnerin meinte noch, dass wir vielleicht lieber einen zusammen trinken sollen. Aber nöö, wir wollten zwei.

Das hab ich bitter bereut, am nächsten Tag war ich totkrank und lief tatsächlich wie ein Zombie herum. Seither meide ich alle Cocktails.

Mauerfall

Als die Mauer fiel, war ich erst in der ersten Klasse. Ich weiß noch, dass darüber geredet wurde, aber natürlich war einem in diesem Alter noch nicht klar, dass der Mauerfall eine echt große Sache war. Zur Feier des besonderen Tages gab es bald danach Würstchen und Semmeln für die ganze Schule. Erstaunlich, dass ich mich daran noch erinnere.

In der Schule gab es dann bald die ersten Kinder von “drüben“, sie trugen komische Klamotten und redeten ganz anders, waren aber sehr nett und bald war ich bei einem Mädchen zum Geburtstag eingeladen. Ich erinnere mich noch daran, dass es zum Abendessen “Wurststulle“ geben sollte und ich ganz mich ein bisschen ekelte, weil ich dachte ne Stulle sei sowas wie ein Stollen (der Geburtstag war auch um die Weihnachtszeit herum).

Was da großes passiert ist, wurde mir erst viel später klar, auch dass es zum damaligen Zeitpunkt so überraschend war. Mein Geschichslehrer sagte einmal, dass er seinen Schülern bis kurz vor der Wende immer noch prophezeite, dass er und sie eine Wiedervereinigung nicht mehr erleben würden.

Das Landei

Ich bin ein Landei. Schon immer. Aufgewachsen bin ich in einem 300-Seelen-Örtchen. Da gab es nix – keinen Bäcker, keine Gastwirtschaft, keinen Supermarkt… Mir gefiel das trotzdem, wir hatten ne tolle Dorfgemeinschaft und wir Kinder trafen uns regelmäßig, um z. B. Schnitzeljagd zu spielen. In dem Alter als ich anfing wegzugehen, war auf den Partys immer einer der älteren Jungs aus dem Ort, der dann so ein bisschen auf einen acht gab. Das war so, als hätte ich jede Menge großer Brüder gehabt. Ich fand es da wirklich schön.

Inzwischen wohne ich in einer Gemeinde mit ca. 10.000 Einwohnern. Für mich ist das schon eine ziemliche Steigerung. Die nächste Stadt ist nur zehn Autominuten entfernt und es gibt alle wichtigen Sachen vor Ort (diverse Ärzte, Schulen, Läden) – letzteres ist natürlich insbesondere mit Kindern praktisch, vor allem, weil man aufs Auto theoretisch verzichten könnte.

In Sachen Dorfgemeinschaft ist das hier allerdings nicht mit meinem vorherigen Wohnort vergleichbar.

Stadtleben ist nicht so meins. Ich genieße das bei Ausflügen oder natürlich auch im Urlaub (ich liebe ja Amsterdam), aber dann reicht’s auch wieder.

Frühjahrsputz

… finde ich überschätzt. Ich jedenfalls habe da keine bestimmte Putzroutine – außer bei den Fenstern, die sehen nach dem Winter immer grässlich aus. Andere Sachen entstaube ich nach dem Winter automatisch, z. B. wenn ich die Wintersachen gegen Sommergarderobe eintausche.

Ich putze im Normalfall jede Woche und schiebe dann auch immer wieder Schränke etc. beiseite. Das macht mir keinen Spaß und es würde mir noch weniger Spaß machen, wenn ich das im Rahmen eines Frühjahrsputzes alles auf einmal machen sollte.

Was macht ihr für die Umwelt?

Umweltschutz ist ein Thema, dass uns alle angeht. Oft habe ich das Gefühl, dass ich bzw. wir viel zu wenig tun und dass andere Leute sich viel mehr ins Zeug legen.

Ich habe jetzt mal etwas nachgedacht und möchte hier alles auflisten, was wir so machen:

1. Beim Einkaufen verwende ich stets einen Korb, niemals lasse ich mir eine Tüte geben. Auch das Obst und Gemüse nehme ich immer lose mit und packe sie nicht in diese kleinen Beutelchen.

2. Milch, Joghurt und Getränke kaufen wir ausschließlich in Gläsern/ Glasflaschen.

3. Ich versuche gezielt, Plastik zu vermeiden und suche nach einer plastikfreien Alternative, wie z. B. bei Ohrenstäbchen. Leider kommt beim Einkauf im Supermarkt dennoch noch einiges zusammen.

4. Beim Einkauf achte ich sehr auf regionale Produkte. So beziehen wir z. B. Eier und Nudeln von einem Bauer im Nachbarort, Getränke von einer nahegelegenen Brauerei und Obst und Gemüse von Bauern aus der Gegend. Außerdem achte ich darauf, Dinge saisonal zu kaufen. Erdbeeren im Januar müssen nicht sein. Ich bevorzuge Bioprodukte, wobei mir das regionale wichtiger ist als Bio.

5. Wir versuchen Energie zu sparen, unsere Wäsche trocknen wir jetzt z. B. auf dem Wäscheständer und wir stecken Elektrogeräte wie TV, Kaffemaschine, Waschmaschine etc. abends aus.

6. Wir imkern mit dem Schwiegervater – und wie wichtig Bienen sind, ist ja bekannt. In diesem Zusammenhang versuchen wir auch, bienenfreundliche Gewächse anzupflanzen.

7. Wir haben uns bewusst für einen naturnahen Garten entschieden, um verschiedenen Lebewesen einen Lebensraum zu bieten. Wir haben mehrere Nistkästen, Schmetterlingsflieder, einen Wiesenbereich…

8. Wir versuchen möglichst wenig Auto zu fahren. Mein Mann bildet z. B. Fahrgemeinschaften und ich laufe mit den Kids ziemlich viel. Hält ja auch gesund.

9. Ich achte darauf, dass wir nicht alles neu kaufen. Kinderklamotten oder Spielsachen z. B. auch auf dem Flohmarkt. Es lohnt sich auch meistens etwas hochwertiges zu kaufen, als irgendwelches billige Plastkzeug (was man halt mal so mitnimmt, weil kost‘ ja nix), dass dann nach zwei Monaten kaputt geht.

Wie denkt ihr über das Thema? Was macht ihr so?

Frühstück

Unter der Woche esse ich meistens nix zum Frühstück. Mein Mann macht sich meistens Müsli oder Honigbrot und die Kids schließen sich dann ihm an. Mein Großer ist in der Hinsicht allerdings wie ich und mag meistens nix und bekommt erst gegen neun Uhr Hunger (er steht ja schon um sechs Uhr auf).

Am Wochenende genießen wir dann allerdings gemeinsames Frühstück – wir holen Semmeln und Brezen. Es gibt weiches Ei, Saft und Wurst oder Käse. Ich bin ja so jemand, der in der Früh schon alles essen könnte – Wurstsalat wäre z. B. kein Problem für mich, aber natürlich gibt’s das nicht bei uns.

An Geburtstagen machen wir meistens einen Brunch, das lässt sich super vorbereiten und außerdem sind die Kids am Vormittag meistens besser drauf als am Abend.

Mein Dad und ich gehen manchmal frühstücken und dann will nie jemand mit, weil wir immer eeeewwwwig essen.

Die Tomaten und mein Opa

Wenn ich an Tomaten denke, dann denke ich automatisch an meinen Opa. Er war leidenschaftlicher Hobbygärtner – er baute so ziemlich alles an: Karotten, Salat, Gurken, Sellerie, Bohnen, Zwiebeln, Schwarzwurzeln… und natürlich Tomaten. Er hatte jährlich an die vierzig Pflanzen und die wurden erstmal in unzähligen kleinen Töpfen auf dem Fensterbrett gezogen.

In einem Jahr hat er versehentlich fast nur Samen für gelbe Tomaten gekauft, das hat ihn dann auch die ganze Saison über aufgeregt. Die Tomaten reichten immer für die ganze Verwandtschaft und ein Jahr lang gab es so viele, dass meine Mama gefühlt ständig Tomatensuppe kochte. Seitdem hab ich dagegen ne leichte Abneigung entwickelt.

Als mein Opa 80. Jahre alt wurde, war das seine letzte richtige Gartensaison. An seinem Geburtstag erzählte er allen Leuten (und es kamen viele, schließlich wird man nicht täglich 80), dass der Wind heute all seine Tomatensamen weggeweht hätte. Ich glaube, ich hab die Geschichte bestimmt 50 Mal gehört und wir haben uns schon lustig gemacht, wenn es bei jedem Gratulanten wieder los ging.

Leider wurden seine gesundheitlichen Probleme dann mehr und er hat nie mehr selbst Tomaten angebaut, jedoch meinen Onkel in den nächsten beiden Jahren streng angeleitet.

Jetzt ist mein Opa schon seit fünf Jahren tot und ich vermisse ihn immer noch. Und ich hab seither nie mehr so gute Tomaten gegessen…

Du oder Sie

Ich glaube, in meiner Generation hatte man schon einen ziemlich lockeren Umgang mit dem “Du“. Im privaten Umfeld z. B. habe ich noch nie jemand Gleichaltrigen gesiezt.

Eine ehemalige Arbeitskollegin, die mittlerweile Mitte 60 ist, hat darauf aber viel wert gelegt – Sie meinte, dass es “zu ihrer Zeit“ üblich war, von Männern beim Weggehen erst einmal gesiezt zu werden. Alles andere wäre als unhöflich wahrgenommen worden. Wie die Zeiten sich ändern – würde mich heutzutage beim Weggehen jemand siezen, dann käme mir das ziemlich verschroben vor.

Überhaupt hatte das Siezen für diese Kollegin große Bedeutung – wenn sie jemandem das “Du“ angeboten hat, war das von ihr wohlüberlegt und ein Zeichen, dass die Beziehung zu ihr eben enger war als zu anderen Leuten.

Beruflich finde ich das Siezen nicht schlecht, insbesondere bei hohen Vorgesetzten mag ich es sogar ganz gern. Es ist da nun mal eine gewisse Distanz da und die kann sich ruhig auch in der Form der Anrede widerspiegeln.

Im Übrigen stellt das Siezen regelmäßig eine Herausforderung für Übersetzer dar, wenn aus einer Sprache übersetzt wird, in der es kein Sie gibt. Sie müssen dann selbst entscheiden, wann die Beziehung der Protagonisten so eng ist, dass sie zum Du übergehen.