Wenn aus Liebe Freundschaft wird …

Ich mache mir Gedanken um meine Freundin Karen*. Sie ist eine attraktive 56-jährige Frau, seit 31 Jahren (mit dem gleichen Mann) verheiratet und Mutter einer studierenden  Tochter ist. Karen arbeitet als pharmazeutisch-technische Assistentin im Schichtdienst auf 24-Stunden-Basis und uns verbindet vor allem das gemeinsame Hobby des Schreibens von Kurzgeschichten sowie das kulturelle und cineastische Interesse. Ich habe Karen vor zehn Jahren bei einem Kurs zum kreativen Schreiben kennengelernt, seitdem sind wir befreundet und haben auch schon Städte-Kurzreisen (z.B. nach Leipzig und Wien) zusammen gemacht. Ich mag Karen wirklich gern.

Umso überraschter war ich, als sie mir erzählte, dass ihre Ehe mit Thomas* in der Krise stecken würde. Sie hatte ihren Mann dabei erwischt, als er mit Frauen erotisch chattete. Thomas stritt das auch nicht ab. Es war ihm zwar unangenehm, aber da Karen und er seit über fünf Jahren keinen Sex mehr miteinander hatten, sei es eben zu diesen erotischen Online-Dialogen gekommen. Schließlich konnte und wollte er seine Libido nicht ewig unterdrücken. Karen erzählte mir all das ganz emotionslos.

„Dann stimmt das also, dass du und Thomas schon seit Jahren nicht mehr miteinander intim seid?“, fragte ich ungläubig nach. Meine Freundin bestätigte mir das. „Aber wie passt das denn mit den wundervollen erotischen Texten zusammen, die du geschrieben hast?“ Ich war fassungslos. Karen zuckte mit den Achseln. Es wäre ja auch nicht so, dass sie nichts mehr für Thomas empfinden würde, sie verbringt nach wie vor gerne Zeit mit ihrem Mann. Beide gehen gerne gut essen, machen zusammen Fahrradtouren, gehen gemeinsam ins Kino, Thomas ist regelmäßiger Gast bei den Lesungen seiner Frau (und mir) er hilft manchmal auch bei den Literaturveranstaltungen hinter der Bar aus, nur Lust auf Sex hat Karen eben nicht mehr. Überhaupt keine.“Gar nicht mehr? Ich meine, begehrt du denn Thomas nicht mehr?“ Ich konnte das immer noch nicht glauben.
„Nein, gar nicht mehr. Ich brauche das alles nicht, finde es lästig.“
„Ja, und wie soll das nun mit euch beiden weitergehen? Ich meine, dass Thomas nach wie vor Lust hat und sexuelle Bedürfnisse ja auch irgendwann man befriedigt sein wollen, ist doch Fakt.“

Ich weiß, wie Thomas seine Frau manchmal, wenn er sich unbeobachtet fühlt, traurig-sehnsuchtsvoll ansieht. Wie furchtbar muss sich diese seit Jahren andauernde körperliche Zurückweisung für ihn anfühlen? So gerne ich meine Freundin auch habe, ich hätte mich an Thomas Stelle sicherlich schon lange von ihr getrennt, denn eine Beziehung ganz ohne körperliche Nähe und sexuellen Austausch wäre nichts für mich. Auf ein ausgefülltes, abwechslungsreiches Sexuallebn würde ich nicht dauerhaft verzichten wollen und können. Aber ich bin ich und Karen ist Karen.

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Quelle: http://www.t-online.de

Wieder zuckte Karen mit den Schultern. „Wir gehen jetzt zu einer Eheberatung. Es sieht aber nicht gut aus, denn die Vorstellungen und Wünsche an unsere Beziehung liegen weit auseinander. Thomas und ich werden auch im Herbst diesen Jahres getrennt voneinander in den Urlaub fliegen. Du, und ganz ehrlich, … ich habe jetzt lange genug Rücksicht auf ihn genommen. Ich möchte jetzt auch mal die Dinge tun, die mir Spaß machen: Schreiben, zusammen mit dir auf kultuelle Veranstaltungen gehen … All solche Sachen eben. Und wenn mein Mann nicht damit klar kommt, dass ich keinen Sex mehr mit ihm haben will, dann müssen wir uns eben trennen.“
Ja, dachte ich. Das müsst ihr dann wohl. Und so wie sich die Lage für mich darstellt, ist diese Trennung wohl auch nur noch eine Frage der Zeit. Es sieht so aus, als wäre aus Karens und Thomas Liebe eine Freundschaft geworden. Und das nach über dreissig Jahren Ehe. Das macht mich irgendwie traurig.

*Namen geändert

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In Sachen Mickey …

Darf ich vorstellen: Das hier ist Mickey, der blaue, knapp zwei Jahre alte Wellensittichhahn meiner neunjährigen Nichte, den ich jetzt eine Woche in Pflege hatte.
Glaubt mir, Mickey guckt nur so unschuldig, das ist alles Vogeltaktik. Er ist ein ganz großer Dreckspatz!

Ihr glaubt mir nicht? Ihr denkt, ich übertreibe sicher maßlos? Von wegen… guckt und hört euch das folgende Video an.

So langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen, dass mein Akkustaubsauger das nicht mehr schafft und schlapp macht. 😉

Unglaublich aber wahr … Anjas Tatsachenbericht

Es ist schon eine Weile her, dass ich mich mit der sympathischen Anja* unterhalten habe. Sie war damals 53 und der pragmatisch-zupackende Typ Frau, eben eine, die mit beiden Füßen so richtig im Leben stand. Solche Frauen liegen mir und so kamen wir schnell ins Gespräch: Ein Wort gab das andere, nur unterbrochen von amüsiertem Gelächter.

So erfuhr ich auch, dass Anja ihren Ehemann vor knapp zwei Jahren durch einen Herzanfall urplötzlich verloren hatte. Er war im Badezimmer einfach umgekippt und sollte laut Aussage des Arztes augenblicklich tot gewesen sein. Anja fand ihren Mann, als sie von der Arbeit nach Hause kam. Für mich ist das eine furchtbare Vorstellung.Ihre Lebenslust hatte Anja trotz dieses Schicksalsschlags aber zum Glück nicht verloren.

Nun wäre sie wieder bereit, sich auf einen neuen Partner an ihrer Seite einzulassen, erzählte sie mir und um einen kennenzulernen, meldete sich auf Anraten einer Freundin auf einer Online-Partnerbörse an, klöppelte sich ein Profil zusammen und lud ein paar Fotos von sich hoch. Prompt trudelten die ersten Chatanfragen männlicher User bei Anja ein. Natürlich waren auch die üblichen plumpen Mails dabei. Anja selektierte, ließ diverse Schreiben unbeantwortet und konzentrierte sich auf die Männer, die in ganzen Sätzen schrieben, etwas zu sagen hatten und sie mit ihren getippten Buchstaben zum Lachen brachten.

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Quelle: http://www.fotolia.de

Uli hatte es ihr dabei besonders angetan und so dauerte es nicht lange, bis man vom Chatten und Mailaustausch zum Telefonieren überging. Auch dabei schienen beide auf einer Wellenlänge zu liegen, also wagten sie den nächsten Schritt und machten ein Date in einem Café aus. Uli war zwar optisch nicht Anjas Traumtyp, sie fand ihn aber sympathisch und beide konnten nahtlos an die inzwischen durch Telefonate aufgebaute vertraute Atmosphäre anknüpfen.
Anja fand es zwar ein bisschen seltsam, dass Uli getrennte Rechnungen verlangte und sie nicht zum Kaffee einlud, sah aber angesichts der angeregten Unterhaltung darüber hinweg und war geneigt, dies als männliche Marotte abzutun. Das nächste Treffen war eine Woche später bei Uli zu Hause geplant. Er hatte Anja zum Abendessen eingeladen.

Als sie bei Uli ankam, und er Anja in seine Wohnung ließ, glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen. Ungläubig blickte sie erst Uli an, der nicht nur nachlässig in eine alte Jeans und ein schmuddeliges, verflecktes T-Shirt gekleidet war, das ihm halb aus der Hose heraushing sondern auch einen recht strengen, moschusartigen Körperduft verströmte. Anja sah sich in seiner Wohnung um, für die unaufgeräumt noch ein milder Ausdruck war.
„Und das Schlimmste am Zustand seiner Wohnung fand ich komischerweise die Klebebandstreifen die kreuz und quer über den Linoleumboden verliefen“, beschrieb Anja mir die Situation, „als ich ihn fragte, was das denn zu bedeuten hätte, antwortete Uli mir auch noch stolz, dass er so seine Kabel verlegt hätte, denn sonst würde man ja darüber stolpern!“ Anjas Gesichtsausdruck sprach Bände und ich brach in fassungsloses Gelächter aus. Aber es kam noch schlimmer …

Das groß von Uli angekündigte selbstgekochte Essen entpuppte sich als Chili con Carne aus der Dose, das er – ganz kreativ – mit hineingeschnippelten Schinkenstreifen verfeinert hatte. Anja würgte ein paar Bissen davon hinunter. Als Uli ihr dann in einem trüben Glas ein Mineralwasser dazu kredenzen wollte, lehnte sie dankend ab.
Nach dem Festmahl schlug Uli vor, nach nebenan zu gehen.
„Warum denn?“, fragte Anja, „willst du mir den Rest deiner Wohnung zeigen?“
„Nein, nebenan befindet sich mein Schlafzimmer“, erklärte Uli und fuhr mit wölfischem Grinsen fort: „du bist doch schließlich zum Ficken hergekommen.“
Jetzt konnte Anja sich nicht mehr beherrschen und brach in schallendes Gelächter aus. „Dann hättest du vorher vielleicht wenigstens mal duschen sollen.“
„Wieso?“, Uli sah sie pikiert an, „das macht doch gar keinen Sinn. Das mache ich immer erst nach dem Sex.“

„Kannst du dir vorstellen, wie sprachlos ich im ersten Moment war?“, fragte mich Anja. Darauf konnte ich nur stumm nicken, ehe ich wieder lachen musste.
„Ich schnappte mir meine Tasche, sprang vom Küchenstuhl auf und verließ mit dem Satz: Ruf mich nie wieder an! die Wohnung“, schloss Anja ihren Bericht.

Und die Moral von der Geschicht: Trau keinem Mann im Internet nie nicht.

*Name geändert.

Sommerhitze wird mit Mineralwasser 2.0 erträglich!

Ich habe das Glück, dass mein Arbeitgeber allen Angestellten kostenlos Wasser wahlweise mit oder ohne Kohlensäure zur Verfügung stellt. Wie wir alle wissen, sollte man bei den derzeitigen heißen Temperaturen in Deutschland, die seit einigen Tagen zum Teil deutlich über 30 Grad lagen, viel und regelmäßig trinken – am besten Wasser.

Ich versuche das auch einzuhalten, ertappe mich aber immer wieder dabei, dass ich das Wassertrinken vergesse. Vor allem dann, wenn ich viel zu tun habe. Und das habe ich ja eigentlich immer.

Ich war noch nie ein Fan von Mineralwasser. Ich mag es lieber, wenn ein Getränk einen eigenen Geschmack hat. Also pimpe ich mein Wasser mit frisch aufgeschnittenen Zitronen- oder Limettenscheiben, manchmal auch mit Minzblättern. So bekommt das Wasser Geschmack und ich habe deutlich mehr Lust es zu trinken.

Freiheit für die Füße!

Inspiriert durch meine Blogfreundin Thrillerbraut und unsere gemeinsame Liebe zu Schuhen, bin ich mit ihr absolut einer Meinung: Männer, Ihr tut mir bei diesen hochsommerlich-heißen Temperaturen bei deutlich über 30 Grad klamottentechnisch echt leid. Da haben wir Frauen eindeutig mehr Möglichkeiten, uns luftig und trotzdem angemessen anzuziehen – gerade untenrum an den Füßen. So richtig schöne Männersandalen müssen komischerweise noch erfunden werden. Für Frauen gibt es hingegen eine schier unüberschaubare Vielfalt an offenen Sandalen, Sandaletten, Pantoletten, FlipFlops, Slingpumps und und und …

Natürlich ist es je nach der Branche, in der man arbeitet, sehr unterschiedlich, wie viel Freiheiten man bei der Kleidungswahl seitens des Arbeitgebers hat. Da habe ich wirklich Glück, denn trotzdem ich immer mal wieder Besuch von den Prüfern habe, mit denen ich zusammenarbeite, habe ich null Kleidungsvorschriften, die ich einhalten muss. Das gilt auch für meine männlichen Kollegen: Bei luftigen T-Shirts oder kurzen Hosen sagt keiner etwas. Selbst bei FlipFlops oder Birkenstocks an den – natürlich gepflegten – Füßen der weiblichen Kollegen wird frau nicht gemaßregelt. (Männliche Kollegen habe ich in diesen luftigen Schuhen noch nicht gesehen.) Und da bin ich auch schon beim Thema: FIndet ihr es nicht auch erstaunlich, wie hip Birkenstocklatschen geworden sind?! Früher waren diese teuren Marken-Pantoletten als Öko-Treter verschrien, die allenfalls von den Wählern der Grünen getragen wurden und zwar als bequem galten, dabei aber total häßlich waren. Und heute? Trägt jeder zweite Birkenstocks an den Füßen. Ich übrigens auch. Ab und zu. Natürlich bevorzugt im Hochsommer. So wie heute.

Das hier sind meine:

Wobei das nicht ganz richtig ist, denn die dunkelblauen Pantoletten rechts im obigen Foto sind keine Birkenstocks, das schwarze Paar (Modell Madrid) sowie das moccafarbene (Modell Yao) hingegen schon. Die dunkelblauen Treter sind von Deerberg und kosten die Hälfte der Markenlatschen bei gleicher Verarbeitung und Tragekomfort. Ich kann das Deerberg-Modell wirklich nur empfehlen. Frau geht damit wie auf Wolken und schwitzt auch bei Hitze nicht – sehr angenehm.

Reizthema: „Setz‘ die Mütze auf!“

Ich habe das noch genau im Ohr, obwohl diese Ermahnung meiner Mutter, bevor ich die Wohnung auf dem Weg zur Schule verlassen durfte, jetzt sicher schon mehr als vierzig Jahre her ist. „Du verkühlst dich sonst und Ohrenschmerzen tun furchtbar weh“, ermahnte sie mich und – *Zack!* – wurde mir diese gruselige Tauchermütze in grellem orangerot – Damit man dich im Dunklen auch gut sieht. – über den Kopf gezogen. Erst so ausgestattet durfte ich los.

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Quelle: http://www.amazon.de

Boah, was habe ich diese furchtbar häßlichen Mütze gehasst! Zumal die Mitte der Siebziger Jahre aus Polyester waren und fies auf der Haut – besonders an den Ohren – gekratzt haben. Erinnert ihr euch noch?

Meine Mutter hatte die Angewohnheit, aus dem Fenster herauszuschauen und mir zum Abschied zuzuwinken, bis sie mich nicht mehr sehen konnte. Kaum war ich um die Häuserecke herum und aus Ihrem Sichtfeld verschwunden, war meine erste Tat, diese gruselige Foltermütze vom Kopf wieder abzuziehen. Endlich frei! Ich glaube, meine Mutter wusste das ganz genau. Mützen – egal in welcher Form und Farbe – hasse ich übrigens bis heute.