Themenwoche vom 19.01.-25.01.

Meine Macke / Angewohnheit / Spleen
Ich hab soviele Macken, das ist schon gar nicht mehr wahr – das fängt damit an, daß ich nicht auf dem Sofa sitzen kann, wenn in der Küche der Dreh-Eckschrank nicht zu ist (man sieht vom Sofa drauf). Ich MUSS aufstehen und den schließen.

Das Klammern-Thema kenne ich auch.

Das Klopapier MUSS richtig rum hängen – also der Abriß vorne von oben kommen – auf keinen Fall hinten an der Wand…

Und nicht, daß jemand annimmt, meine Wohnung wäre ein Hort der Ordnung und könnte jederzeit in Schöner Wohnen präsentiert werden – aber trotzdem gibt es manche Dinge, die ihren bestimmten Platz haben und unbedingt sofort genau dahin wieder zurück müssen.

Wo fängt für euch Untreue bei eurem Partner an? Was könntet Ihr verzeihen, was wäre ein Trennungsgrund?
Flirten finde ich keinen Trennungsgrund – wenn der Flirt nicht mehr als ein nettes Geplänkel ist, das genausogut in Anwesenheit des Partners stattfinden kann. Darüber hinaus war ich Gott sein Dank noch nicht in der Verlegenheit – ich glaube, Untreue würde ich nicht gut aufnehmen. Und sehr konsequent sein.

Sport im Verein oder lieber im Fitnessstudio? Welche Art Sport zu treiben bevorzugt ihr und warum?
Früher als Kind war ich im Schwimmverein und auch erfolgreich. Inzwischen – Sport allein für mich – Radfahren draußen oder auf dem Heimtrainer.

Was ist für euch die schlimmste aller Hausarbeiten?
Natürlich mache ich alles, was notwendig ist – aber mit Begeisterung mache ich keine Putzarbeiten. Und so ziemlich die Putzarbeit, die ich am wenigsten mag ist Böden feucht wischen. Da nutze ich jedes Hilfsmittel, was ich kriegen kann. Ich hab sogar so einen Kärcher-Hartboden-Wischsauger. (Ich liebe das Teil – denn das ekligste am Bödenwischen ist das Wringen der Lappen und hantieren im schmutzigen Wasser)

Ha – Wochenthema Brötchen

Ha – Wochenthema Brötchen – da hab ich zwar vielleicht nichts Neues dazu zu sagen – aber nachdem ja nicht jeder, der hier liest auch mein Blog liest wiederhole ich da mal einen Beitrag aus meinem Blog.

Ich liebe Brötchen – und ich backe gern – was liegt also näher, das miteinander zu verbinden – zumal ich für eine Party viele Brötchen brauchte – an einem Sonntag. Klar hätte ich zum Bäcker gehen können. Aber ich wollte es probieren.

Hier also der Beitrag von damals:

Ich wollte schon längst mal Brötchen backen – weil ich finde, daß Brötchen beim Bäcker zum einen inzwischen ziemlich teuer sind (was beim Single-Haushalt allerdings nicht sooooo sehr ins Gewicht fällt – es stürzt mich nicht ins Unglück, wenn ich 40 Cent für ein Brötchen bezahle). Der Hauptgrund ist aber – ich finde, Bäckerbrötchen schmecken inzwischen nicht mehr so gut. Sie sind langweilig.

Ich habe mich auf die Suche nach einem passenden Rezept gemacht.

Fündig wurde ich hier: Bäcker Süpke verspricht, daß mit seinem Rezept Brötchen wie früher schmecken (nicht nur wie in der DDR – da fehlt mir der Vergleich). Und viele haben das Rezept nachgebacken und man stößt immer wieder auf sein Grundrezept.

Nachdem ich am Wochenende eine größere Menge Brötchen brauchte, habe ich erstmal einen Testballon gestartet (bevor man ein Rezept für Besuch macht, probiert man es schließlich erstmal aus!) Manche Anleitungen im Internet fand ich etwas kompliziert – also hab ich mir das ein wenig selbst zurecht gebastelt. Der Teig soll hier KALT GEFÜHRT werden. Ich habe gegoogelt – damit ist gemeint – der Teig geht im Kühlschrank.

Großer Vorteil: Man kann den Teig viel früher machen, er geht sehr langsam und wird deshalb aromatischer und hat schönere Poren. Man entzerrt ggf. die Vorbereitungen. Man läuft keine Gefahr, daß die Hefe ihre Kraft schnell verliert. Ob der Teig 10 oder 15 Stunden im Kühlschrank ist, macht wenig Unterschied.

Spezialmehl hatte ich nicht da – deswegen habe ich mit ganz banalem Mehl Type 405 gearbeitet.

Zutaten:

1 kg Mehl
650 ml Wasser
1 Päckchen Trockenhefe
20 gr Salz
5 gr Zucker

Ab in die Küchenmaschine und kneten lassen. Relativ lange kneten lassen. Nun etwa eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann in eine große Schüssel packen, Klarsichtfolie über den Teig decken und ab in den Kühlschrank. Er sollte da mindestens 10 Stunden friedlich vor sich hingehen. Also z.B. perfekt vorzubereiten für das Sonntagsfrühstück!

Nach der Gehzeit den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, den Klumpen auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben.Statt ihn einfach nochmal durchzukneten ist es wohl besser, den Teig zu dehnen – also ihn z.B. ein oder zweimal etwas auszurollen, dann zu falten und wieder zu rollen. Oder ihn auseinanderzuziehen, nach unten einzuschlange.

Jetzt in gleichmäßige Stücke teilen. Ich habe hier tatsächlich abgewogen – es werden 20 Teile a 80 gr (wenn alle Teile gleichmäßig groß sind, ist die Backzeit auch für alle identisch das ergibt schönere Brötchen).

Nun Brötchen formen – auch hier – statt einfach runde Kügelchen zu rollen, habe ich quasi immer einen kleinen Fladen geformt, nach unten zusammengefaßt (als ob man Knödel mit Füllung nach unten verschließt). Nochmal einen Fladen machen, wieder nach unten zusammenfassen. Dadurch wird die Oberfläche viel gleichmäßiger und die Semmeln werden schöner rund. Der Teig ist nicht sehr klebrig – man braucht wenig Mehl für die Finger und Arbeitsfläche.

Die ersten 10 Semmeln auf ein Blech auf Backpapier legen (ich habe für bessere Belüftung allerdings den Gitterrost mit Backpapier verwendet).

Mit einem Tuch abdecken, 15 Minuten gehen lassen. Dann einschneiden oder einritzen, mit Wasser bepinseln, nochmal 15 Minuten gehen lassen.

Inzwischen den 2. Schwung Semmeln formen.

Ofen auf 220 ° vorheizen.

Erste Lage in den Ofen schieben und einen Becher Wasser auf den Boden des Ofens auskippen (oder ein Blech in die unterste Schiebe einschieben und das Wasser dorthinein gießen – das bewirkt so etwas wie „schwaden“ – wie die Bäcker es nennen).

Nun 15-20 Minuten backen bis zum gewünschten Bräunungsgrad.

Mit dem 2. Blech genauso verfahren.

Mein erster Versuch war schon gut. Sie schmeckten ausgezeichnet, sind etwas kleiner als Bäckerware. Ich war begeistert.

Also startete gleich am Samstag Abend der 2. Versuch – diesmal mit dem empfohlenen Mehl Type 550. Außerdem wurde im Freundeskreis angemerkt, daß mein erster Versuch keine bayerischen Semmeln seien, sondern norddeutsch aussähen. Ich sann nach Abhilfe.

Und so sah das mein 2. Versuch aus:

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Das ordentliche bayerische Muster bekommt man ganz hervorragend mit einem banalen Apfelteiler hin. Und die Semmeln waren hervorragend. Außen knackig rösch und knusprig – innen weich und fluffig.

Mehl Type 550 hat sogar Lidl in Bio-Qualität im Dauersortiment – 95 Cent pro Kilo.

Bilder, an denen ich hänge

Mh – Bilder die bei mir hängen – Bilder, an denen ich hänge….

Ich mag jedes Bild, das es bei mir an die Wand schafft – und es gibt bald keinen Platz mehr, wenn sie so hängen sollen, wie ich mir das vorstellen.

Aber ich stelle hier mal 3 ganz unterschiedliche Bilder vor:

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Das Poster konnte ich irgendwann mal Mitte der 80er Jahre bei meiner Firma abstauben – das war eine limitierte Auflage. Ich hab es bis heute nichtmal auf Ebay wieder gesehen. Ich habe es immer gerahmt und gehängt gehabt – aber in meiner jetzigen Wohnung habe ich tatsächlich die Wand an der es hängt abgestimmt auf das Bild gestrichen.

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Das ist ein Bild von Max Wagner – nicht das einzige, was ich von ihm habe – und ich finde sie alle originell und lustig. Das ist eine Weihnachtskarte, die er für unser Büro gemacht hat (wir erinnern uns – ich arbeite beim Architekten) und man sieht eindeutig – das Haus vom Nikolaus hat auch ab und an ein paar Baumängel. Diese Art von Humor hat er häufig – und ist auch insgesamt ein toller Künstler, und ein sehr netter Mensch.

Eigentlich ist er Bildhauer. Wen seine Kunst interessiert:

http://www.maxwagnerskulpturen.de/

Ein drittes Bild ist dieses

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Auch hier habe ich die Künstlerin kennengelernt – eine tolle Frau – wir haben im B & B ihrer Eltern übernachtet. Ich habe mehrere Bilder von ihr – dieses erinnert mich an meine Reise nach Südafrika.

Elmien Kotzé hat mit ganz verschiedenen Materialien gearbeitet – sie hat auch mal einen Kurzfilm mit Knetmassefiguren gestaltet. Ihre Bilder stellen Motive ihrer Heimal in der Region in der Nähe von Kapstadt dar. Sie gestaltet aber auch Titelblätter für Illustrierte, für Broschüren etc.

Hier kann man noch ein paar andere von ihr sehen.

https://www.capegallery.co.za/elmien_kotze1.html#

Das sind sicher 3 der Bilder, die ich am meisten mag. Und sie könnten nicht unterschiedlicher sein.

 

Na – dann schreib ich mal was zu Kreuzfahrt

Ein paar werden sich vielleicht erinnern – und wenn nicht – macht nichts…

Kreuzfahrt ist mein Thema – und nicht erst seitdem ich blogge!

Meine erste Kreuzfahrt habe ich im „zarten Alter“ von 22 gemacht – da habe ich bei einem Reiseveranstalter gearbeitet und hatte die Möglichkeit, privat eine zu buchen. Tja – angefixt. Das war im Juli 1989. Und obwohl ich und meine Freundin damals (abgesehen von Kindern mitreisender Familien) mit die jünsten an Bord waren – wir fühlten uns nie fehl am Platz und hatten den Urlaub unseres Lebens. Mit allem drum und dran – und ich habe zudem noch eine Freundin an Bord gefunden, mit der der Kontakt noch 20 Jahre nach der Reise bestand.

Tja – die M/V Atalante ist längt verschrottet – aber meine Liebe zur Kreuzfahrt ist geblieben.

Ich kenne mit Sicherheit alle „Gegenargumente“, egal ob sie gegen die Reiseart an und für sich oder gegen Kreuzfahrten aus Umweltgründen gehen.

Vieles läßt sich widerlegen – manches sicher nicht. Eine Kreuzfahrt ist ganz sicher keine umweltfreundliche Urlaubsart – das ist aber eine Autoreise oder eine Flugreise ebenfalls nicht. Und Kreuzfahrtschiffe machen etwa 2 % des Verkehrs auf dem Weltmeeren aus – der Rest ist „Cargo-Schifffahrt“ – also Container- und Tankschiffe. Und ich vermute mal, niemand wird ernsthaft glauben, daß der Tranport von Waren auf Schiffen weniger wird in Zukunft – denn niemand wird auf Lebensmittel, Benzin, Waren verzichten wollen. Und jeder Artikel, der im Etikett den Hinweis „Made in China, Made in Taiwan, Made in Vietnam oder auch Made in Portugal“ trägt, ist mit einiger Sicherheit per Schiff gekommen. Genauso wie Bananen, Handys oder Fernseher und PKW.

Viele glauben, daß auf dem Schiff dranvolle Enge herrscht und alle Mitreisenden immer im Pulk auftreten – und sich das steigert, je mehr Mitreisende es gibt. Erstaunlicherweise ist das jedoch nicht der Fall – das größte Schiff, auf dem ich war, hatte Platz für 4000 Passagiere – es war nicht mein Lieblingsschiff – das hatte allerdings nichts mit der Passagierzahl zu tun. Überfüllt war das nie – man hatte immer genug Platz und Freiraum. Und dabei waren wir auf diesem Schiff während einer Transatlantikreise, bei der man 6 Tage am Stück auf See ist, ohne Landgang. Ich habe mich keine Minute gelangweilt. Ruhige Ecken gibt es immer und es ist unvergleichlich, wenn man aufs Meer guckt und nichts als Wasser sieht.

Meine liebsten Schiffe haben aber Platz für etwa 2500 Passagiere – nach heutigen Begriffen schon fast klein – ich nenne sie aber eher mittelgroße Schiffe.

Man mag es nicht glauben – aber man lernt auf so einer Reise durchaus seine Mitreisenden ein wenig kennen, es zeigt sich schnell – man hat so seine Gewohnheiten und dabei begegnet man natürlich meist Menschen mit ähnlichen Interessen und Gewohnheiten. Außerdem gibt es oft im Vorfeld in Foren schon sogenannte Roll-Calls, wo man schon Mitreisende virtuell trifft und sich oft auch schon zu individuellen Ausflügen verabredet.

Damit ist auch schon ein weiterer Punkt angesprochen – natürlich muß man nicht im Pulk mit allen anderen an Land unterwegs sein. Wir verbringen unsere Landtage eigentlich immer in Eigenregie – entweder wir haben etwas organisiert (wir hatten schon zu zweit einen eigenen Reiseleiter samt Fahrer und Wagen, oder wir haben einen Mietwagen für den Tag gebucht). Oder wir haben uns zu einer Mini-Ausflugsgruppe zusammengeschlossen (das war in St. Petersburg der Fall und in Israel – Länder in denen ich die Schrift nicht lesen kann, sind dann einfacher zu entdecken – erst recht, wenn es viel zu sehen gibt).

Oder wir machen und einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß auf den Weg. Man mag es kaum glauben – aber ganz häufig ist der Trubel selbst in Orten wie Venedig oder Dubrovnik konzentriert auf eine oder zwei Straßen – kaum biegt man zweimal um eine Ecke, ist man in ganz ruhigen Gegenden, wo der Espresso am Tresen nach wie vor unter 1 € kostet und nur ein paar kleine Kinder die Katzen auf der Straßen ärgern – aber kein Tourist außer uns zu sehen ist.

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Dann sieht Dubrovnik trotz mehrerer Schiffe im Hafen so aus.

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Und Venedig kann auch so aussehen.

Man muß halt mal „um die Ecke“ gucken – und ein paar Schritte abseits der anderen machen. Dann kann man auch trotz vieler Mitreisender individuelle und sehr eindrucksvolle Erlebnisse haben.

Es zwingt einen ja niemand, mit der Menge zu gehen.

Nachdem ich so ziemlich jede Urlaubsform kenne – von Camping mit Zelt und Luftmatratze über Rundreise mit einem Wohnmobil, Rundreisen in Motels, Hotels, Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Studienreisen, Wanderhütten, Freizeitparks, nah und fern erlaube ich mir durchaus ein Urteil.

Jede Urlaubsart hat ihren Reiz – für mich vereinen Kreuzfahrten aber eine Menge dessen, was ich im Urlaub gerne habe und deswegen sind auch schon viele zusammengekommen – und jede hatte ihre Besonderheiten.

Einige Menschen, die ich auf den Reisen kennenlernte sind mir sehr ans Herz gewachsen – in 2 Wochen kommt ein Ehepaar aus Oregon uns zum zweiten Mal besuchen – und ich weiß jetzt schon – wir werden hier viel Spaß haben!

Wer die Möglichkeit hat – probiert eine Kreuzfahrt aus – gerade außerhalb der Feriensaison sind die durchaus erschwinglich und kosten oft sogar weniger als ein vergleichbarer Urlaub an Land!

 

Was ich als Kind werden wollte….

…. ich kann mich an keinen anderen Berufswunsch erinnern als Bibliothekarin. Eigentlich seit ich eine Bibliothek besucht habe und drüber nachgedacht hatte, was ich mal werden will, wollte ich immer diesen Beruf ergreifen.

Und ich war sehr sehr früh in einer Bibliothek – meine Mutter war Vielleserin (und hat als Teenager in der Pfarrbibliothek geholfen). Selbstverständlich bekam ich einen eigenen Leserausweis, sowie ich lesen konnte.

Mein Berufswunsch hat sich nie geändert.

Als es dann konkreter wurde mit dem Thema Berufswahl, bin ich in meiner üblichen pragmatischen Art losgezogen in unsere Bücherei (in der ich selbstverständlich Stammleserin war) und habe die Mitarbeiter dort „interviewt“.

Was für eine Ausbildung brauche ich denn, um Bibliothekarin zu werden – die Antwort war, daß dort zur Einstellung ein Studium gewünscht war – Germanistik mit einem Nebenfach.

Und wieviele Bibliothekare werden so eingestellt? Tja – da konnte sich niemand erinnern, wann die letzte Einstellung war.

Nachdem für mich immer nur eine öffentliche Bibliothek in Frage kam und ich nie den Wunsch hatte, in einer wissenschaftlichen Bibliothek zu arbeiten, habe ich mir die Realität zu Herzen genommen. Ich sah wenig Sinn darin für einen Job, der zu einem Großteil darin besteht, Bücher in Klebefolie zu wickeln ein Studium zu absolvieren. Noch dazu mit der mehr als fragwürdigen Aussicht auf Anstellung im weiteren Umkreis.

So habe ich mich vom Traumberuf mit 17 verabschiedet, mir überlegt, daß ich dann lieber einen Beruf wähle, wo dem ich leben kann und breitgefächerte Arbeitsmöglichkeiten habe. Lesen kann ich immer noch als Hobby und es gibt reichlich Büchereien, die ggf. über freiwillige (billige) Helfer dankbar sind.

Und so habe ich einen kaufmännischen Beruf gelernt. Und ich habe im Laufe der Ausbildung festgestellt, daß mir das richtig Spaß macht, der Umgang mit Zahlen, Kunden und die Vielseitigkeit des Berufes mir durchaus entsprechen.

Ich bin bis heute über die Wendung, die ich meinem Leben selbst gegeben habe, nicht unglücklich und denke, ich habe die richtige Wahl für mich getroffen. Ich habe in sehr unterschiedlichen Branchen gearbeitet, meine Ausbildung hat mir ein Fundament gegeben, mit dem ich mich leicht überall eingearbeitet habe.

Na ja – und Bücherjunkie bin ich bis heute. Und ich ordne meine Bücher zu Hause auch nach Bibliothekssystem. Und habe ich auch dabei ertappt, im Urlaub auf Schiffen die dort vorhandene Bibliothek, die manchmal nicht gepflegt wird, schnell man in ein paar Rubriken schön zu ordnen, wie sich das gehört …..

Richtig Geld ausgeben….

… konnte und kann ich immer für Urlaub.

Ich glaube, das wurde mir in die Wiege gelegt. Genetisch bedingt.

Meine Eltern hatten auch schon immer Fernweh.

Mein Vater hatte immer eine Affinität zu Skandinavien – und wollte zudem als junger Mann eigentlich für eine Zeit nach Afrika auswandern. Beleg dafür waren die Malaria-Tabletten, die er schon besorgt hatte und die in unserem Arzneischränkchen ihren Lebensabend jenseits des Haltbarkeitsdatums fristeten – vielleicht seine Erinnerung an „hätte ich, wäre ich“…. Keine Ahnung, ob er meine Mama während der Planungsphase kennenlernte, oder was ihn sonst davon letztlich abgehalten hat.

Meine Mama – gebürtig 1945 und Arbeiterkind – hat mit 16 schon in den Ferien in der Konservenfabrik gejobbt, damit sie mit einer Freundin nach Griechenland fahren konnte – per Zug, ohne Visum (in Unkenntnis der Tatsache, daß der Zug ein visapflichtiges Land durchquert – da hingen sie dann erstmal 2 Tage fest, bis dieses Problem gelöst war). Im Jahr drauf setzte sie sogar noch eins drauf und flog allein nach Mallorca. Klingt für uns nicht so spektakulär – sie war aber vermutlich die erste in der ganzen Straße der Arbeitersiedlung, die geflogen ist – und mit Sicherheit war sie die Jüngste. Und dann auch noch allein. Denkt dran – damals wurde man erst mit 21 volljährig!

Gemeinsam wurde dann gecampt und als wir Kinder „aus dem Haus waren“ entweder mit dem Wohnwagen gereist und später dann auch exotischere Fernreisen unternommen. So waren meine Eltern im Iran, in Syrien und Jordanien, auf Wanderreise in den USA und und und.

Und auch als Witwe reist meine Mutter durch die Weltgeschichte – vor ihr ist kein Kontinent sicher – Australien, Afrika, Grönland ….

Es ist also kein Wunder, daß auch ich den Reise-Virus in mir trage – und schon mit 16 begonnen habe, größere Reisen zu unternehmen. Angefangen mit Interrail, Flugreisen, Schiffsreisen, Studienreisen…. Nicht ohne Grund habe ich auch fast 10 Jahre in der Reisebranche gearbeitet – und genau das gemacht, was mir am meisten Spaß macht – Reisen ausgearbeitet.

Einen zweiten Job zu haben, um dieses teure Hobby zu finanzieren, das hat mich nie gestört. Und kein Cent, der in Reisen geflossen ist, hat mich je gereut. Von jeder Reise habe ich unschätzbare Erinnerungen mitgenommen. Erlebnisse, die mir niemand nehmen kann. Dinge, die vielleicht heute gar nicht mehr zu sehen sind. Auch Freunde gefunden, mit denen ich auch nach Jahrzehnten noch Kontakt habe.

Mir sind viele übliche Statussymbole völlig gleichgültig, ich kann problemlos drauf verzichten. Ich bin kein Markenfetischist, brauche kein Auto (ich hatte jahrelang keins – und mein jetziges ist geerbt und inzwischen 20 Jahre alt). Aber auf Reisen – da möchte ich nicht verzichten. Und dafür wird auch noch viel Geld in meinem Leben ausgegeben werden – das weiß ich jetzt schon.

Ich möchte nirgends anders leben als da, wo ich lebe. Aber ich möchte noch viel auf der Welt sehen!