Die Sierichstraße in Hamburg ist besonders, …

… weil sie eine der wenigen Straßen in Europa ist, auf der tageszeitabhängig die Fahrtrichtung gewechselt wird.

SierichstraßeQuelle: http://www.neubaucompass.com

In den 1950er Jahren stießen Pläne, die vielbefahrene Sierichstraße, die östlich entlang der Alster durch die Hamburger Stadtteile Winterhude und Uhlenhorst verläuft, zu verbreitern, nicht nur bei den Anwohnern auf Widerstand; ihr hätten auch die Eichen geopfert werden müssen, die den Straßenzug auf der gesamten Länge säumen. Der spätere Leitende Baudirektor Werner Hoffmann schlug als Alternative „eine in amerikanischen Großstädten geübte Praxis“ vor. „Hier machte man bei wesentlich dichterem Verkehr gute Erfahrungen mit einer wechselnden Verkehrsführung – morgens hin und abends her – im gleichen Straßenzug jeweils als Einbahnstraße entsprechend dem Verkehrserfordernis.“

Nach einem halbjährigen Probelauf wechselte die Fahrtrichtung auf der Sierichstraße als einer der wenigen Straßen in Europa seither tageszeitabhängig, was zweimal täglich erfolgt. Die Straße wird täglich von 4 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags zur unechten Einbahnstraße stadteinwärts. Von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr morgens darf auf ihr nur stadtauswärts gefahren werden.

SierchstraßenschildQuelle: http://www.hamburg.vagamundo361.com

Die Verkehrsregelung passt sich damit den Kfz-Verkehrsströmen und der Lastrichtung des Berufsverkehrs an. Aufgrund dieser Einzigartigkeit gilt die Sierichstraße als „Hamburgs bekannteste Einbahnstraße“. Die Regelungen der Einbahnstraße werden jedoch nicht vollständig angewandt, so dürfen ausparkende Fahrzeuge bis zu nächsten Kreuzung fahren und müssen dann die Sierichstraße verlassen. Es handelt sich also um eine Straße mit Einfahrtbeschränkung und nicht um eine Einbahnstraße. Auch besteht auf dieser Straße ein Rechtsfahrgebot, so dass die Unfallgefahr durch entgegenkommende Fahrzeuge gemindert ist.

Quelle: http://www.wikipedia.de

Straße

Straßen meiner… was? Stadt? Ach was… diese Straße hier sieht aus, als führe sie ins Nirgendwo, und genau das tut sie auch.

Straße

Übrigens kommt sie auch genau daher, die Straße – aus dem Nirgendwo. Aber in der Mitte führt sie dann an Kuhweiden vorbei und an Rapsfeldern (rechts) und Haferfeldern (links) und ein Stück weiter an Wald auf der einen Seite und toller Aussicht auf der anderen. Das ist im Moment MEINE Lieblingsstraße…

Sommer in Jerusalem

Mit ordentlich Hitze ist der Sommer hier in Jerusalem angekommen.

Aber noch ist es schön grün, und alles blüht.

Und auf Grund von Corona sind die Strassen hier auch noch relativ leer. So konnte ich bei der Gelegenheit die schönen Bilder machen und nun mit Euch teilen.

New Arnona ist ein relativer neuer Stadtteil, der komplett auf dem Reissbrett entworfen wurde. Ich finde, die Architekten haben einen tollen Job gemacht. In jedem Haus gibt es zwischen 10 und 15 Wohnungen, alle mit Balkon, die unteren sogar mit Garten. Und zwischen den Häusern gibt es Grünflächen, auf denen die Bewohner sich aufhalten können.

Ich mag ja eigentlich alte, gewachsene Stadtteile, aber hier fühle ich mich wirklich wohl. Und außerdem ist es hier wunderbar sauber. Das liegt sicher auch an der Bevölkerng. Denn hier wohnen viele Einwanderer aus Europa und den USA.

Wetterwechsel

Heute Morgen dachte ich noch, es würde ein richtig schöner sonniger Tag werden. Leider bezog sich der Hamburger Himmel im Lauf des Tages und wenn ich jetzt nach draußen schaue, befürchte ich, es könnte heute Abend noch regnen …

Sagt mal, wann kommen denn eure unzähligen Straßenfotos? 🤔

Nur nicht drängeln …

Richardstraße und Richardkietz

Wenn du die folgenden Bilder siehst, denkst du vielleicht an eine ruhige und fast verschlafene Kleinstadt. Wenn ich nun hinzufüge, dass sie aus Alt-Rixdorf stammen, fühlst du dich möglicherweise sogar in eine ländliche Idylle versetzt. Doch weit gefehlt – du befindest dich mitten in Berlin Neukölln, nur wenige Meter vom Havy Metal Sound der pulsierenden Karl-Marx-Straße entfernt.  Doch diese Richardstraße führt weg vom tosenden Großstadtgewühl der heutigen Zeit und schnurstracks hinein in die Geschichte Neuköllns, das bis 1910 als selbständige Stadt Rixdorf hieß.

neukölln richardstraße c peter bachstein

Richardstraße Berlin Neukölln cpeter bachstein

Die Straße endet am Richardplatz, wo heute noch die alte Schmiede steht.

Blick auf die alte Rixdorfer Schmiede c peter bachstein

Der Richardkietz verweist übrigens auf die migrantische Tradition Neuköllns bzw. Rixdorfs. Vor 400 Jahren waren es nämlich protestantische Glaubensflüchtlinge, die nach der gewaltsamen Rekatholisierung Böhmens eine neue Heimat suchten. Die Gemeinde der böhmischen Brüder existiert im Richardkietz übrigens immer noch und manche der alten Häuser an der Richardstraße erinnern eindeutig an ihre Vorbilder im nördlichen Böhmen.

Haus in der Neuköllner Richardstraße - Kopie c peter bachstein

Im 19. Jahrhundert wurde die Richardstraße und der ganze Richardkietz übrigens häufig besucht – allerdings nur im Dunkel der Nacht. Dann kamen nämlich sogenannte ehrsame Bürger aus dem nahen Berlin (nur Männder) hierher, um sich diversen Ausschweifungen hinzugeben. Damals entstand auch der Gassenhauer „In Rixdorf ist Musike“, womit allerdings keineswegs nur Musik gemeint war. Am Tage wurde Rixdorft übrigens als Sündenbabel lauthals angeprangert – von den selben ehrsamen Bürgern, die nachts durch die Richarstraße ihren verbotenen Vergnügungen entgegeneilten.

Rixdorfs Ruf war denkbar schlecht – genau wie der von Neukölln in der heutigen Zeit. Hat sich also nichts geändert. Trotzdem wollten immer mehr Leute nach Rixdorf ziehen – auch hier lässt sich sagen, genau wie heute. In nur wenigen Jahrzehnten wurde aus Rixdorf eine pulsierende Großstadt. Die Richardstraße aber hat ihren traditionellen Charakter bis heute bewahrt.

 

Was für eine schöne grüne Hamburger Straße!

Ich dachte, ich versuche mal etwas Neues: Was haltet ihr davon einfach mal nach draußen zu gehen und eine Straße aus eurer Stadt zu fotografieren? Ich fange mit dieser schönen grünen Hamburger Straße aus dem flächenmäßig kleinstem Hamburger Stadtteil, dem Dulsberg, an. Guckt mal …

Hübsch, oder? Noch hat diese Straße Kopfsteinpflaster, aber demnächst soll die komplette Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Dann wird das Kopfsteinpflaster entfernt und die Straße neu geteert. Die Anwohner beschweren sich dort seit Jahren über die Lärmbelästigung, die vor allem durch die LKW’s verursacht wird. Nun wurden sie von der Stadt Hamburg endlich erhört, die notwendigen Gelder stehen bereit und es kann losgehen.

Ich finde das irgendwie schade, denn wenn das Kopfsteinpflaster weg ist, verliert diese Straße für mich auch ein bisschen an Charme, aber wenn ich dort Anwohner wäre, befürchte ich, dass ich ebenso genervt vom Krach der durchfahrenden Autos wäre.

Na, Frau Eulencamperin, du müsstest diese Straße erkennen. 😉

So, nun darf der nächste von euch ein Straßenfoto – gern mit einer kleinen zusätzlichen Geschichte drumherum – einstellen. Ich freue mich darauf und bin gespannt. Ich hoffe, ihr habt Lust dazu und macht mit.

Trotz allem

Trotz allem
Ist Sommer geworden

Am blauen Himmel ziehen
Schönwetterwolken
Während im Schatten
Der Wind in den Bäumen spielt

In blühenden Kräutern
Summen Bienen und Wespen
Und erinnern
An andere Zeiten

Vogelstimmen singen Ihre Lieder
Voll Schönheit
Und Sehnsucht streicht
Durch die warme Luft

In den zarten Duft des Jasmins
Mischt sich das Glück

Als hätte ein Engel seine Flügel
Ausgebreitet und wispert
Im Spiel der leuchtenden Schatten:
„Alles wird gut“

In Zeiten von Corona – Pessach in Jerusalem

Ich muss mit Euch etwas sehr schönes teilen, dessen ich heute Teil sein durfte:

„Ma Nishtanah baLeila hase“ – „Was ist anders in dieser Nacht?“ ist eine Frage, die Juden auf der ganzen Welt am Pessach Abend stellen. Sie ist Teil des Seder Abends, der normalerweise in großer Runde mit der Familie gefeiert wird.

Dieses hat jedoch hat Israel ein absolutes Ausgehverbot für die Seder-Nacht verhängt. Niemand darf seine Wohnung verlassen. So soll verhindert werden, dass die Menschen sich anstecken.

Auf den ersten Blick trennt es das Volk, das Land, die Familien voneinander. Wo das Miteinander doch gerade an Pessach, am Fest, dass an die Rettung aus der Sklaverei, an die Freiheit erinnern soll. Und die Freiheit, das Haus an diesem Abend zu verlassen, um mit denen zu feiern, die einem am liebsten sind, genau diese Freiheit ist nun weg.

Und doch, heute Abend, um genau 20.30h bin ich mit meinen Töchtern auf den Balkon getreten, wie viele tausende Israelis im ganzen Land auch. Und alle haben sie gemeinsam gesungen: „Ma Nishtanah baLeila hase“. Und es war wunderschön. Ein ganzes Volk, getrennt, und doch zusammen.

Ich wünsche allen meinen jüdischen Freunden ein Frohes Pessach Fest – Nächstes Jahr gemeinsam in Jerusalem!