Meine größte Angst

Dazu den kurzen Anriss einer „Geschichte“, die ich vor fünfzehn Jahren erlebt habe:

Mein jüngster Sohn war nicht rechtzeitig nach Hause gekommen – unüblich für ihn.

Es klingelte an der Haustür. Zwei Polizisten standen vor der Tür.

Sie teilten mir mit, dass mein Sohn einen schweren Unfall gehabt hatte; dass er an der Unfallstelle das Bewusstsein verloren hatte und in welches Krankenhaus er gekommen war. Über seinen Gesundheitszustand konnten sie mir sonst nichts weiter berichten.

Ich erinnere mich noch heute mit Graus an die darauffolgenden Stunden, Tage, Wochen, Monate; an die Fahrt ins Krankenhaus; an das Warten; an den Anblick, als er aus der Not-OP kommend, an mir vorbeigeschoben wurde; an die Tage, als er aus dem künstlichen Koma erwachen sollte, es aber erst nicht tat.

Alles entwickelte sich am Ende zum Glück zum Guten.

7 Jahre zuvor hatten wir den ältesten Sohn meiner Freundin beerdigen müssen – auch durch einen Unfall. Er war 12 1/2 und kam zu nah an eine Oberleitung.

Seit dem Jahr, kamen mehrere Kinder in unserem Bekannten- und Freundeskreis ums Leben. Jedes Mal war es ein Drama.

Also, meine größte Angst ist, ein eigenes Kind verlieren zu müssen. Natürlich gibt es auch andere mir sehr nahestehende Menschen, deren Tod mich sehr schlimm treffen würde, aber ein eigenes Kind zu verlieren, das stelle ich mir am schlimmsten, von allem was es auf der Welt gibt, vor.

Ich hoffe, ich werde das niemals erleben müssen und es wird so sein, wie es meiner Meinung nach richtig ist, dass ich keines meiner Kinder überlebe.

Autofahrer

Zum Stichwort Autofahrer hat hier noch niemand was geschrieben. Deshalb nehme ich mir ein Beispiel an sigurd6 und übernehme einen Beitrag aus meinem Blog.

Fahrstil

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub habe ich es mal wieder gemerkt. Es wird sehr aggressiv gefahren.

Fahrstil ist allerdings auch sowas, worüber man stundenlang schreiben kann. Ich mag ja eigentlich den französischen Fahrstil lieber. Wo liegt der Unterschied zum deutschen?

Das oberste Ziel von uns Deutschen ist es, recht zu haben und dem anderen zu zeigen, dass er keine Ahnung hat. An roten Ampeln müssen wir die beste Startposition, die Pol Position, haben, denn wir sind auch alle kleine Schumachers. Deshalb beobachten wir alles sehr genau, vor allem im Rückspiegel. Sehen wir z.B., dass unser Hintermann auf die Nachbarspur wechselt und somit bei Grün vielleicht eine ähnliche oder sogar bessere Ausgangsposition bekommt wie wir, so geht das gar nicht. Der kam später, also ist der auch später dran! Somit wechseln wir auch die Spur, nur um ihn zu behindern. Und wehe, ein Ortsunkundiger hat sich in der Spur geirrt. Dann zeigen wir ihm aber, wie blöd er ist. Außer, wir haben einen Anfall von Großzügigkeit. Dann geben wir den armen Tropf schon mal vorsichtig ein Zeichen, dass er selbstverständlich gerne vor uns fahren darf. Wir sind ja Gentlemen.

Nach meinen Beobachtungen ist das für einen Franzosen vollkommen anders. Der kommt nicht auf die Idee, dass es irgendwelche Verkehrsregeln gibt und hat somit auch nicht den Anspruch, recht zu haben. Für sie ist das Auto ein Fortbewegungsmittel, entweder ins Lokal, oder zur Liebsten oder was weiß ich. Jedenfalls haben sie ihr Ziel vor Augen und gönnen auch ihren Mitmenschen, dass diese Wohlbehalten ankommen. Irrt sich z.B. ein Zeitgenosse in der Fahrspur, so wird er selbstverständlich von den nachfolgenden Fahrzeugen rein gelassen. Bremst vorne einer, bremsen die nachfolgenden Autos auch, während sich ein Deutscher vermutlich wundert und das Schild zur Geschwindigkeitsbegrenzung sucht …

Um es kurz zu machen: der französische Fahrstil ist kooperativer.

Richtig Angst…

… habe ich vor der Dunkelheit.

Klar überkommen mich auch mal so Momente wie Verlustangst oder die Angst vor dem Tod oder einer Krankheit. Das sind aber wirklich nur Augenblicke, in denen diese Themen irgendwie präsent sind und nach einer akuten Phase vergeht das auch wieder.

Die Angst vor der Dunkelheit aber begleitet mich jeden Tag (oder jede Nacht) und immer, wenn ich mit ihr konfrontiert bin, macht sie mir zu schaffen.

Ich weiß auch nicht, ob das irgendwann angefangen hat. Das war irgendwie schon immer so. Vielleicht haben meine Eltern mir mit ihrem „Ach, spinn doch nicht rum“ keinen Gefallen getan. Einige Situationen kann ich euch beschreiben, die mich auch heute als Erwachsene noch einschränken.

Um auf der Arbeit in den Müllraum zu gelangen muss man mit dem Fahrstuhl ins Untergeschoss fahren und der nächste Lichtschalter ist erst an der gegenüberliegenden Wand. Es gilt also, den zu erreichen, bevor die Fahrstuhltür die einzige Lichtquelle abschottet. Trotzdem muss man durch die Kellerkatakomben, drei mal um die Ecke biegen, schmale Gänge entlang… irgendwo ist immer eine nicht so ausgeleuchtete Ecke. Der Müllraum selbst hat einen Sensor, dh das Licht geht erst an, wenn man zwei Schritte in die Dunkelheit gemacht hat und geht wieder aus, wenn man, wie ich erfahren musste, zwei Minuten an der selben Stelle steht und Pappe zerkleinert – meine Fresse, was habe ich mir in die Hosen gepisst vor Schreck! Metaphorisch natürlich…

Zu Hause ist es aber nicht viel besser. Wenn ich abends vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer wechsle, muss ich über einen kurzen Flur. Mein Weg muss stets beleuchtet sein, also lasse ich im Wohnzimmer alles an (Licht, TV…), gehe im Schein der Wohnzimmerbeleuchtung in den Flur, wo ich das Flurlicht einschalte, mit dem ich dann ins Schlafzimmer gehen kann, wo ich dann das Schlafzimmerlicht einschalte. Dann gehe ich zurück über den Flur ins Wohnzimmer, schalte den TV aus, mache das große Deckenlicht an, damit ich das kleine Lämpchen ausschalten kann und nicht im Dunkeln stehe und dann gehts quasi rückwärts: erst schalte ich das Deckenlicht des Wohnzimmers aus, stehe dabei aber schon in der Tür zum Flur. Dann mache ich das Flurlicht aus und stehe dabei im Lichtkegel de Schlafzimmerlichtes, und dann… dann mache ich meine Nachttischlampe an, bevor ich das große Schlafzimmerlicht lösche, damit ich mit Licht ins Bett gehen kann. Und erst wenn ich fertig im Bett liege, geht auch das Nachttischlämpchen aus. Kompliziert? Ich finde das total ausgeklügelt.

Jetzt habe ich seit 1,5 Jahren dieses Baby. Das Baby schläft seit einiger Zeit am anderen Ende des Flurs im eigenen Zimmer. Wenn die nachts wach wird, kann ich keine Festbeleuchtung einschalten, weil sie sonst zu wach wird. Mein Mann geht im Dunkeln rüber und trägt sie durch ihr dunkles Zimmer, weil ihm die Signal-LED vom Babyfon reicht, um genügend Umrisse zu sehen. Ich habe mir angewöhnt, mein Nachttischlicht anzumachen (das kann man dimmen, so wird der Papa nicht wach), husche dann mutig und ganz schnell über den dunklen Flur, wo ich mich auf den Lichtschalter des Badezimmers stürze und stehe dann vor dem Kinderzimmer im Lichtkegel des Badezimmerlichtes. Die Badezimmertür mache ich dann nur einen Spalt auf und wenn ich zu der Kleinen ins Zimmer gehe, dann ist das einigermaßen ausgeleuchtet, aber nicht zu hell, um sie zu wach zu machen. Ich glaube, wenn wir ihr mal ein Nachtlicht kaufen, dann will ich auch eins.

Außerdem müssen, wenn ich allein im Bett schlafe (weil der Mann zB Nachtschicht hat), sowohl meine Füße als auch meine Ohren von der Decke zugedeckt sein. Seit dem Baby hat sich das mit den Ohren etwas gelegt, weil die Angst, das Kind nachts nicht zu hören, größer ist als die Angst… ja, wovor eigentlich?

Es heißt ja immer, man hat nicht vor der Dunkelheit Angst, sondern vor dem, was sich in ihr verbergen könnte. Ich habe aber kein Problem mit schlecht beleuchteten Straßen, denn da hält sich die Angst im rationalen Bereich. Mir macht auch nichts bestimmtes Angst. Ich erwarte keine Monster oder überfallen zu werden. Da ist nichts, woran ich diese Angst fest machen könnte. Sie ist einfach da. Und es kam in der Vergangenheit schon vor, dass ich, wenn ich nachts alleine war, mit Licht geschlafen habe. Ich kann dann einfach nicht aus meiner Haut. Ich liege dann mitunter im Dunkeln und fixiere Schatten, nehme die kleinsten Geräusche wahr und kann sie leider nicht immer identifizieren und so steigere ich mich dann so richtig schön rein.

Angst im Dunkeln ist echt kacke. Ich weiß genau, dass nichts passiert, wenn jetzt plötzlich alle Lampen in der Wohnung auf einmal durchbrennen würden (aber das ware schon seeeeehr merkwürdig, ich hab immer mindestens zwei an). Da ist nichts konkretes, das ich dann erwarte oder fürchte, ich male mir keine verrückten Sachen aus und bin auch grundsätzlich ein ausgesprochen rationaler Mensch. Ich kann es mir wirklich nicht erklären, woher das kommt und wieso das da ist. Ist halt so.

Meine Angst

Ich habe lange  überlegt hier etwas dazu zu schreiben, ist es doch sehr persönlich, aber warum nicht. Bis vor zwei Jahren  war  meine Welt  noch in Ordnung und dann kam  die Diagnose  Brustkrebs.  Aus den Zysten die ich  immer mal  hatte und die regelmäßig  durch Mammographie kontrolliert  wurden  war  Brustkrebs  geworden. Eine Diagnose,  die mir Anfangs den Boden  unter den Füßen  weggezogen hat. Eine gute Nachricht  gab es nach vielen Untersuchungen , denn bis auf die Brust , in der ein großer  Tumor  wuchs, gab es keine Metastasen.  Die schlechte Nachricht  war, dass es ein aggressiver  Krebs  ist. Es folgten Chemotherapie, um den Tumor  zu verkleinern, was auch geglückt ist, dass die Haare  ausfielen war noch das kleinste Übel, doch  man schafft  es. Zum Glück  steht und stand meine Familie  hinter mir. Dann Operation  und Entfernung  des  Tumors  und anschließend  Bestrahlung. In dem Brustzentrum, in dem  ich in Behandlung  war, fühlte ich  mich gut aufgehoben.

Nun liegt das ganze  ein  Jahr  hinter mir, ich habe im Januar  wieder  angefangen zu arbeiten, gehe regelmäßig  zu meinen  Nachsorgeterminen, doch die Angst ist mein Begleiter.  Ich habe mir Hilfe gesucht  damit diese Angst  nicht ständig mein Leben  beeinträchtigt und ich merke das es hilft. Ich  lerne im Jetzt  zu leben, nicht  soweit in die Zukunft  zu schauen, denn was die Zukunft  bringt, weiß keiner von uns. Ich versuche  Wünsche mir nach  Möglichkeit  jetzt  zu erfüllen und was ich gerne  machen  möchte, mache ich jetzt. Ich freue mich am Leben und doch  ist es manchmal wie eine  kalte Dusche die mich unvermittelt  trifft wenn ich daran denke. Ja und ich  habe Angst  vorm Sterben, nicht  vor dem Tod, denn diesen Weg  müssen  wir alle mal gehen. Doch auch heute gibt es Möglichkeiten  das Sterben zu erleichtern. Ich denke da an Palliativmedizin, doch diese Gedanken  schiebe ich ganz weit weg von mir. Vielleicht  habe  ich es ja geschafft und der Krebs  kommt nicht  wieder. Und jetzt LEBE ich.

Ich habe mehrere…

…große Ängste. Die Angst vor dem Tod. Verlustangst. Die Angst vor Krebs.
Der Tod ist unausweichlich. Das ist mir völlig klar. Dennoch fürchte ich ihn. Oder nein, ich denke, nicht den Tod selbst, aber die Art, wir er mich eines Tages ereilen wird. Werde ich einsam sterben? Unter großen Schmerzen? Werde ich seelisch leiden, oder mit mir und meinem Umfeld im Reinen sein?

Die Angst, meine Lieben zu verlieren ist auch sehr groß. Vor Jahren habe ich einmal geträumt, dass mein Sohn stirbt. Ich weiß heute nicht mehr, auf welche Weise. In aller Regel verblassen meine Träume sehr schnell und ich erinnere mich schon binnen kurzer Zeit nicht mehr an ihren Inhalt. Dieser Traum hat mich jedoch nicht so schnell los gelassen. Ich war tagelang unheimlich bedrückt und mir war das Herz schwer. Der Traum kreiste immer wieder in meinen Gedanken. Einerseits war ich glücklich, dass es nur ein Traum war, andererseits hatte mich die Verlustangst voll im Griff.

Krebs. Wer fürchtet ihn nicht? Bis vor ein paar Jahren hatte ich generell keine Angst vor Krankheiten. Dann hat sich diese Angst klammheimlich von hinten an mich herangeschlichen und mich ebenfalls umfasst. Meine Mutti und meine Oma sind beide an Krebs gestorben. Eine Tante, einen sehr guter Freund, eine liebe Kollegin, der Papa meiner besten Freundin. Diese Scheiß Krankheit scheint mehr und mehr um sich zu greifen. Ich kenne natürlich auch viele Menschen, die sie besiegt haben, was mir auch Mut macht und mich für jeden einzelnen freut. Dennoch ist die Angst größer, als der Glaube, dass schon alles gut gehen wird.

Diese Ängste sind groß, allerdings zum Glück (noch) nicht lähmend. So weit darf es nicht kommen.

Was aber meine wirklich größte Angst ist, das ist die vor Krieg. Krieg vor unserer Haustür. Oder besser gesagt: Krieg im Hier und Jetzt. Diese Vorstellung ist abstrakt, da ich Krieg zu meinem großen Glück ja nicht kenne. Nur vom Lesen, Erzählen, aus dem Fernsehen und den Medien generell. Ich habe schon so unglaublich oft vom Krieg gehört und Bilder gesehen. Eigentlich ist er sehr oft irgendwie präsent, aber doch sooo weit weg. Er ist „nur“ eine Vorstellung. Ich bin privilegiert und habe den sprichwörtlichen Sechser im Lotto gezogen. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass das immer so bleibt. Denn manchmal, wenn meine Fantasie in diese Richtung geht, dann habe ich eine unglaubliche Scheißangst.

Tattoo, Tattoo und nochmals Tattoo

Ich mache es mir jetzt mal ganz einfach. Denn vor einiger Zeit hatte ich über dieses Thema in meinem Blog einen Post verfasst und den stelle ich nun hier rein.

 

Als ich vor einigen Wochen mit einem ehemaligen Kollegen telefonierte, sprachen wir über viele Dinge. Irgendwie, ich weiß nicht mehr weshalb, kamen wir auf das Thema Tattoos. Und da gab mein Gesprächspartner, ein Urberliner der seinen Lebensabend im Harz verbringt, einen Satz von sich der zu ihm passte. Er sagte auf Tattoos bei Frauen bezogen, „wenn ich Bilder sehen möchte, dann kaufe ich mir ein Bilderbuch. Aber Tattoos bei Frauen, bei Männern sind sie mir egal, das geht gar nicht“. Nun sind wir annähernd ein Jahrgang und ich kann mich noch recht gut daran erinnern, dass in meiner Jugendzeit Tattoos, oder besser geschrieben Menschen mit einem Tattoo, etwas schief angesehen wurden. Sie galten entweder als Knackis, Seefahrer oder Fremdenlegionäre. Jedenfalls kamen Tattoos nie gut an.

Aber es gibt scheinbar nichts, was durch geschicktes Marketing nicht doch zu einer Modeerscheinung wird. So hat in den letzten Jahrzehnten das Tattoo einen regelrechten Boom erlebt. Bekannt und mittlerweile, zu Recht, wieder verbannt, das sogenannte Arschgeweih bei Frauen. Bei Fußballprofis sieht man oftmals vor lauter Tattoos fast keine Haut mehr, so schwarz sind deren Arme. Also ich finde, schön ist anders. Laut einer Studie von Hautärzten sind Tattoos manchmal auch ein Hindernis, wenn es darum geht Hauterkrankungen zu erkennen. Bei der Computertomografie kann das Ergebnis durch großflächige Tattoos sogar verfälscht werden, ja manchmal soll eine CT gar nicht möglich sein.

Wer es mag, der soll sich seinen Körper „verzieren“ lassen. Ich jedenfalls mag es nicht.

Abstimmungsergebnis der Jokerwoche

Einen habe ich noch. Der kommt nun zum Einsatz, denn das Abstimmungsergebnis ist folgendes:

meine größte Angst      Autofahrer   •   Tattoo

Das ist noch ein Thema mehr, als angekündigt, da meine größte Angst vier Stimmen, Autofahrer und Tattoo jeweils drei Stimmen bekommen haben.

Bis kommenden Freitag, 24.00 Uhr gibt es nun genug Stoff zum Bloggen und Lesen. Viel Spaß uns allen dabei. 🙂

Da sich Carola (mrsshahbandar) nicht gemeldet hat, nehme ich an, dass sie ihre von mir leider erst gestern vorgenommene Nominierung nicht tgelesen hat. Als Ersatz nominiere ich nun Brathahn für die nächste Themenwoche. Brati, übernimmst du?