Etwas auf die hohe Kante legen

�

Etwas auf die hohe Kante legen

(Geld ansparen)

Adlige Burgbewohner hatten im Mittelalter meist ein Kastenbett mit hohen Seitenwänden und einem flachen Dach. Die damaligen Betten Hatten so hohe Seitenteile, dass wir heute noch davon sprechen, ins Bett zu steigen.

Bei den Bauern wurden später Himmelbetten Mode, die einen Baldachin aus Stoff und Gardinen rundherum hatten. Himmel und Vorhänge sollten, genauso wie die Kastenbetten, verhindern, dass unter der Zimmerdecke krabbelndes Ungeziefer wie Wanzen und Spinnen sich ins Bett fallen ließ; auch wollte man die Kälte in den ungeheizten Schlafzimmern ungern in die Schlafstatt und gleichzeitig die Wärme hinaus lassen.

Oben am Baldachin gab es an der Innenseite meist ein umlaufendes schmales Brett, auf dem man Erspartes auf die hohe Kante legen konnte, ein vermeintlich sicherer Aufbewahrungsort. Da dieses Versteck aber sogar Gegenstand einer Redensart geworden ist, darf bezweifelt werden, dass hier die Wertsachen einer Familie besonders geheim und damit sicher aufgehoben waren.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Lastenträger

Dieser Esel und der passende Text dazu gehört zu meiner gern gelesenen Bildmeditation.

Es ist zwar kein Gedicht aber ein sinnvoller Text der gut in die Zeit passt.

Foto: Oswald Kettenberger

Text: Hedwig Bach

 

 

 

Mein Lieblingszitat

Mein Lieblingszitat wurde von meinem Lieblingsschauspieler dem grandiosen
ALAN RICKMAN gesagt, der am 14.01.2016, leider viel zu früh, verstorben ist.

It would be wonderful to think that the future is unknown and sort of surprising.

Nach seinem Tod hat eine Facebookgruppe, in der sich viele Alan Rickman Fans zusammen getan haben, via Crowdfunding Geld gesammelt, um in einem Londoner Park eine Bank mit dem Namen von Alan Rickman und einem Zitat aufstellen zu lassen. Ich bin Teil von dieser Gruppe und auch ich hab etwas Geld gespendet.

Am 11.8. war ich in London und habe mir die Bank angesehen. Sie steht in Kensigton Gardens direkt am Flowerwalk. Es war ein sehr emotionaler Moment für mich, denn ich verehre  Mr. Rickman, auch  nach seinem Tod, sehr.

Lieblingsgedicht

Ich gebe zu, es ist merkwürdig. Man sollte nicht zu sehr nach dem Sinn einzelner Zeilen suchen (obwohl das natürlich auch nicht verboten ist), sondern Klang und Rhythmus auf sich wirken lassen. Es ist von dem Dadaisten Kurt Schwitters (1887-1948):

Nächte
Gedicht 7

Innige Nächte
Gluten Qual
Zittert Glut Wonne
Schmerzhaft umeint
Siedend nächtigt Brunst
Peitscht Feuer Blitz
Zuckend Schwüle
O, wenn ich das Fischlein baden könnte!
Zagt ein Innen
Giert schwül
Herb Du
Duft der Braut
Rosen gleißen im Garten
Schlank stachelt Fisch in der Peitscheluft
Wunden Knie
Wogen Brandung Wonne
Wenn das Fischlein fliegen könnte
Ich umwoge
Innenjauchzt
Peitscht still Inbrunst
Überquillt schrill
Kniet Tau auf dem Fischlein
Es schlüpft seine Beinchen
Weiße Beinchen hat das Fischlein
Weiße Augen hat der Tod
Fest peitscht innig Nacht
Ich
Zerwoge
Bleicht müde
Blaut Qual Sonne

Kurt Schwitters
(1917/18)

ich muss mitfiebern

„I’ve always agreed with William Faulkner—he said that the human heart in conflict with itself is the only thing worth writing about. I’ve always taken that as my guiding principle, and the rest is just set dressing.“ – George RR Martin.

Für mich ist die Essenz einer packend erzählten Geschichte gute Protagonisten, die einen Konflikt zu lösen haben und das auch machen.

Mit guten Protagonisten meine ich nicht den netten Menschen von nebenan, der so angenehm ist, wie reale Nachbarn nie sein können. Nein, solche Typen verderben mir das Lesevergnügen. Zum Beispiel wäre das in der Gattung Fanfiction eine oft vorkommende Figur: Die wunderschöne Sexgöttin mit dem guten Herzen, die auch alles kann ist doch sterbenslangweilig. Noch sterbenslangweiliger ist es, wenn beispielsweise diese moralischen Übermenschen ein Leben leben, indem alles glatt verläuft und ihnen alles in dem Schoss fällt. Das wäre doch eine kurze Geschichte, die in 2 bis 3 Minuten erzählt wird – wie in vielen Werbungen. Ich muss mitfühlen können, die Figur in Gedanken ausschimpfen müssen und versucht genug zu sein die Motive der Figuren verstehen zu wollen und nachvollziehen.

In einer meiner liebsten Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ erlebe ich das. Ich hab die Reihe schon mehrmals gelesen und jedesmal finde ich neue Aspekte in vielen Charakteren. Selbst im Laufe des ersten Mal lesens ändert sich die Ansicht über manche Protagonisten. George RR Martin schont seine Figuren nicht und setzt ihnen schwierige Entscheidungen vor der Nase und lässt uns Leser daran teilhaben. Er bringt nicht nur die Herzen seiner Protagonisten im Konflikt, sondern die auch der Leser. Ich hab zwar ein Lieblingsende, aber manchmal realisier ich dann, dass in diesem Szenario jemand sterben müsste, den ich auch ganz gerne habe.

 

Was mich betrifft..

..ist mein Lieblingszitat:

„Wer sich über die Wirklichkeit nicht hinauswagt, der wird die Wahrheit nie erobern.“ -Friedrich von Schiller-

 

meine Lieblingsgeschichte:

Mio, mein Mio von Astrid Lindgren

mein Lieblingsgedicht:

Die Bürgschaft, ebenfalls von Schiller

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich
Damon, den Dolch im Gewande:
Ihn schlugen die Häscher in Bande,
„Was wolltest du mit dem Dolche? sprich!“
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
„Die Stadt vom Tyrannen befreien!“
„Das sollst du am Kreuze bereuen.“

„Ich bin“, spricht jener, „zu sterben bereit
Und bitte nicht um mein Leben:
Doch willst du Gnade mir geben,
Ich flehe dich um drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;
Ich lasse den Freund dir als Bürgen,
Ihn magst du, entrinn‘ ich, erwürgen.“

Da lächelt der König mit arger List
Und spricht nach kurzem Bedenken:
„Drei Tage will ich dir schenken;
Doch wisse, wenn sie verstrichen, die Frist,
Eh‘ du zurück mir gegeben bist,
So muß er statt deiner erblassen,
Doch dir ist die Strafe erlassen.“

Und er kommt zum Freunde: „Der König gebeut,
Daß ich am Kreuz mit dem Leben
Bezahle das frevelnde Streben.
Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;
So bleib du dem König zum Pfande,
Bis ich komme zu lösen die Bande.“

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund
Und liefert sich aus dem Tyrannen;
Der andere ziehet von dannen.
Und ehe das dritte Morgenrot scheint,
Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,
Eilt heim mit sorgender Seele,
Damit er die Frist nicht verfehle.

Da gießt unendlicher Regen herab,
Von den Bergen stürzen die Quellen,
Und die Bäche, die Ströme schwellen.
Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,
Da reißet die Brücke der Strudel hinab,
Und donnernd sprengen die Wogen
Des Gewölbes krachenden Bogen.

Und trostlos irrt er an Ufers Rand:
Wie weit er auch spähet und blicket
Und die Stimme, die rufende, schicket.
Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,
Der ihn setze an das gewünschte Land,
Kein Schiffer lenket die Fähre,
Und der wilde Strom wird zum Meere.

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,
Die Hände zum Zeus erhoben:
„O hemme des Stromes Toben!
Es eilen die Stunden, im Mittag steht
Die Sonne, und wenn sie niedergeht
Und ich kann die Stadt nicht erreichen,
So muß der Freund mir erbleichen.“

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,
Und Welle auf Welle zerrinnet,
Und Stunde an Stunde entrinnet.
Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich Mut
Und wirft sich hinein in die brausende Flut
Und teilt mit gewaltigen Armen
Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

Und gewinnt das Ufer und eilet fort
Und danket dem rettenden Gotte;
Da stürzet die raubende Rotte
Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,
Den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord
Und hemmet des Wanderers Eile
Mit drohend geschwungener Keule.

„Was wollt ihr?“ ruft er vor Schrecken bleich,
„Ich habe nichts als mein Leben,
Das muß ich dem Könige geben!“
Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:
„Um des Freundes willen erbarmet euch!“
Und drei mit gewaltigen Streichen
Erlegt er, die andern entweichen.

Und die Sonne versendet glühenden Brand,
Und von der unendlichen Mühe
Ermattet sinken die Kniee.
„O hast du mich gnädig aus Räubershand,
Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,
Und soll hier verschmachtend verderben,
Und der Freund mir, der liebende, sterben!“

Und horch! da sprudelt es silberhell,
Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,
Und stille hält er, zu lauschen;
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,
Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,
Und freudig bückt er sich nieder
Und erfrischet die brennenden Glieder.

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün
Und malt auf den glänzenden Matten
Der Bäume gigantische Schatten;
Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,
Will eilenden Laufes vorüber fliehn,
Da hört er die Worte sie sagen:
„Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.“

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,
Ihn jagen der Sorge Qualen;
Da schimmern in Abendrots Strahlen
Von ferne die Zinnen von Syrakus,
Und entgegen kommt ihm Philostratus,
Des Hauses redlicher Hüter,
Der erkennet entsetzt den Gebieter:

„Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,
So rette das eigene Leben!
Den Tod erleidet er eben.
Von Stunde zu Stunde gewartet‘ er
Mit hoffender Seele der Wiederkehr,
Ihm konnte den mutigen Glauben
Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.“

„Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht,
Ein Retter, willkommen erscheinen,
So soll mich der Tod ihm vereinen.
Des rühme der blut’ge Tyrann sich nicht,
Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,
Er schlachte der Opfer zweie
Und glaube an Liebe und Treue!“

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor,
Und sieht das Kreuz schon erhöhet,
Das die Menge gaffend umstehet;
An dem Seile schon zieht man den Freund empor,
Da zertrennt er gewaltig den dichten Chor:
„Mich, Henker“, ruft er, „erwürget!
Da bin ich, für den er gebürget!“

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,
In den Armen liegen sich beide
Und weinen vor Schmerzen und Freude.
Da sieht man kein Auge tränenleer,
Und zum Könige bringt man die Wundermär‘;
Der fühlt ein menschliches Rühren,
Läßt schnell vor den Thron sie führen,

Und blicket sie lange verwundert an.
Drauf spricht er: „Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen;
Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn –
So nehmet auch mich zum Genossen an:
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Dritte!“

Ich lese zur Zeit… (+ Nachtrag v. 17.9.)

…                Briefe für Emily

Ich habe es mir schon vor ein paar Jahren gekauft, aber bis vor kurzem immer wieder zur Seite gelegt.

Anlässlich der jetzigen Situation, in der Demenz und Alzheimer eine große Rolle in unserem Zuhause spielen, holte ich es endlich aus dem Regal und fing an darin zu lesen.

 

Nachtrag:

Ich habe das Buch nun zuende gelesen. Vorher wollte ich dazu noch nichts schreiben, weil ich mich am Anfang etwas schwer damit getan habe und noch nicht genau wusste, ob es mir wirklich gefällt. Vielleicht kam das, weil ich schon vor Wochen zu lesen begonnen hatte, aber immer zu müde war, so dass ich nur mühsam vorwärts gekommen bin und auch immer wieder, die zuletzt gelesenen Absätze, deshalb nachlesen musste.

Als ich anfing das Buch zu lesen, kamen bei mir Zweifel auf, ob es sich wirklich um Alzheimer handeln kann, denn welcher Alzheimerkranke kann  schon bei fortschreitender Krankheit, seine Sinne so zusammennehmen und so komplexe Gedankengänge haben. Auch wenn es im Anfangsstadium so ist, dass Dinge, die vergessen wurden, doch erstmal wieder abegrufen werden können (wie im Film „Honig im Kopf“ vom Arzt als Vergleich beschrieben: Im Kopf ist es so, als würden Bücher umfallen. Am Anfang stellen sie sich wieder auf, dann fallen sie wieder um und nur einige stellen sich wieder auf und am Ende stellen sich keine Bücher wieder auf – das war nicht wortwörtlich, aber in etwa), kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass ein an Alzheimer erkrankter Mensch so handeln könnte, wie im Buch der „Opa Harry“. Aber ich kenne mich zu wenig aus, um das wirklich richtig zu beurteilen.

Als ich soweit war, dass ich das Buch in einem Zug weiterlesen konnte, weil ich es nicht nur als Abendlektüre zur Hand nahm, kam ich schnell an die Stelle, an der ich eine Erklärung dafür erhielt. Ich möchte das hier jetzt nicht weiter vertiefen, denn vielleicht möchte der ein oder andere das Buch auch noch lesen und ich möchte nicht die „Spannung“ nehmen. Ich möchte nur dazu sagen, dass es wirklich sehr sehr interessant wurde und ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

In Bezug auf die Krankheit hat es mir allerdings jetzt nicht unbedingt weitergeholfen. Obwohl ich sagen muss, dass mir der Inhalt zumindest mal dabei zustimmt, dass unsere Entscheidung, eine umfangreiche Untersuchung durchführen zu lassen, richtig ist.

Es ist ein Buch, das sehr wertvolle Lebensweisheiten beinhaltet. Das Zusammenspiel der Familie bei der Suche nach den Briefen, gleicht einer Schatzsuche und es macht sehr großen Spaß, sie zu verfolgen.

Was ich ich besonders an dem Buch mag ist, dass es auch klar macht, dass Dinge oft anders sind, als sie einem erscheinen bzw. dass Menschen oft anders sind, als man denkt. Und dass es für Menschen, die nicht so aus sich raus und ihr wahres Ich zeigen können, Möglichkeiten gibt, den Menschen, die sie lieben, das doch noch irgendwie mitteilen zu können. Schade ist nur, dass es in diesem Fall bei „Harry“, erst nach seinem Tod passiert. Und trotzdem ist es auch wieder schön, dass sich dadurch teilweise „böse“ Erinnerungen, in gute umwandeln und das Verständnis, für den zum griesgrämigen Alten geworden Mann, wächst.

Das Buch ist ein Roman, was mich fast vom Kauf abgehalten hatte, aber es beruht auch auf die Geschichte eines Mannes, bei dem sich wohl ähnliche Dinge im realen Leben abgespielt haben, deshalb habe ich es dann doch gekauft und bin nun froh drüber.

Ich finde die Idee übrigens schon lange toll, im Nachlass etwas Schriftliches für die Liebsten zu hinterlassen, in denen sie noch ein paar ganz persönliche Erinnerungen finden werden. Ich hoffe nur, dass sie auch gefunden werden.

Meine Empfehlung für das Buch:      Lest es! 🙂