MeinE HeimAt

In dem Wort steckt Heim drin. Daheim. Mein Heim. Da wo ich mich wohlfühle. Es ist dort, wo ich mich Zuhause fühle. Da geht es mir gut, hier geht mein Herz auf. 

Hier in meiner kleinen Heimat, bestehend aus Küche, Wohnzimmer und Kinderzimmern. Das ist mein kleines Universum. Meine kleine Miniheimat. Ein kleiner Ort, den ich mir geschaffen habe, aus schönen Möbeln, Bildern, Pflanzen, mit Kindern und Hund bestückt. Hier fühle ich mich am wohlsten. Hier ist derzeit Trubel ( deswegen hatte ich mich ein wenig rar gemacht, sorry) , manchmal werden die Räume mit Musik beschallt, gelacht, musiziert, geredet, gealbert, Blödsinn gemacht, den man draußen nicht macht 😅, gemeinsam gegessen und wohlig im eigenen Bett geschlafen…. aber!

Heimat hat viele Gesichter. Denn Berlin ist und bleibt meine Heimat. Hier bin ich seit meinem 3. Lebensjahr aufgewachsen. Genau in dem Alter, wo die Erinnerungen anfangen. Eigentlich liebte ich Dörfer, Natur, Bauernhöfe, Tiere, die weiten Wälder und Felder und bin dennoch zu einem Stadtkind herangewachsen. Bis zu meinem 16. Lebensjahr lebten wir hier. Hier direkt in Berlin Mitte. Mein Dreh und Angelpunkt. Meine Freunde, Schule, die Clique… da wurde ich herausgerissen und ab nach Frankfurt, runter ins hessische Gefilde. – Am Anfang fiel es mir sehr schwer. Die Menschen waren anders. Ich fand sehr schwer Kontakt. Es dauerte eine Weile, bis ich dann einen kleinen Freundeskreis hatte. Aber ich baute mir dort ein neues Leben auf. Während meine Familie ( Mutter und Schwestern) wieder zurück nach Berlin zog. 

Ich schwor von diesem Tag an: „Ich komme eines Tages auch wieder zurück!“ Alle meine hessischen Freunde damals wussten es, weil ich es immer wieder erwähnte. Wenn ich zu Besuch nach Berlin fuhr, ging immer wieder mein Herz auf. Die offenen, herzlichen Menschen mit ihrer frechen Berliner Schnauze. Hier war man immer gleich per du, als kenne man sich schon ewig. Während die meisten Frankfurter dich erst mal von oben bis unten begutachten, wer bist du, was hast du…denen manchmal was hochnäsiges anhaftete. Deswegen dauerte es auch, eben auch die andere Art von Frankfurter kennenzulernen, die nicht so sind. 

Na auf jeden Fall, immer wenn ich hier in Berlin war, wollte ich am liebsten bleiben. Aber es war nicht mehr so einfach, nun die neuen Brücken abzubrechen. Schule, Ausbildung, Job…dann kamen die Kinder und da wurde es noch schwieriger, diese Tat umzusetzen. 

Eines Tages, wir waren wieder zu Besuch. Ich war mit dem dritten Kind schwanger, mieteten wir uns eine kleine Wohnung als Urlaubsdomizil. Und immer mehr zog mein Herz mich hier hin. Zieh endlich hier her. Mach es. Trau dich. Und als ich schwanger war mit dem vierten und letzten Kind, fragte ich meine Schwester: „Soll ich herziehen?“ Ich brauchte Mut und Zuspruch. „Ja,“ rief sie begeistert. Und da packte ich es an. Ließ mit Ach und Krach Frankfurt hinter mir und zog hochschwanger zurück in meine Heimat. Natürlich war  am Anfang alles gar nicht einfach und die erste Zeit verlief sehr stressig. Aber nach und nach legte sich das alles und wir fassten dann endlich Fuß. In der Zeit bin ich zweimal ungezogen und jetzt hab ich in meiner Heimat Berlin mein kleines Universum mit zwei Balkone. Was will man mehr? 😁

Natürlich fahre ich hin und wieder nach Frankfurt. Besuche dort meine Freunde und auch die Omma und den Oppa. Meine beiden Schwiegereltern habe ich so sehr ins Herz geschlossen und wenn wir zu denen runterfahren und die Wohnung betreten und wir so herzlich, voller Freude empfangen werden, dann ist das da dort, auch ein kleines Stück Heimat. Im kleinen Kaff neben Frankfurt, und da ist auch viel Natur, wo ich mit Kinder und Hund spazieren gehe und schon viele Fotos und Videos gedreht habe. 

Meine kleine Heimat-mein zu Hause

Ich habe viel in Euren Blogs zum Thema Heimat gelesen und auch Kommentiert und für mich persönlich ist mein Zuhause meine Heimat. Natürlich hat es da schon mehrere gegeben, zuerst mein Elternhaus, es war schön dort, wir hatten eine gute Kindheit.  Zuhause war der Platz wo man sich wohlfühlte, sich geborgen fühlte.  Irgendwann kam der Auszug, die erste eigene Wohnung und doch war das Elternhaus ein Stück Heimat, dass einen immer wieder mit offenen Armen aufnahm, man immer Willkommen war.

Dann starb meine Mutter 1993, mit gerade mal 53 Jahren an Krebs. Ein Schock für alle. Mein Vater blieb nicht alleine und das war gut so, und irgendwann zog seine Lebensgefährtin bei ihm ein. Andere Möbel wurden angeschafft und wenn ich dann in mein Elternhaus kam, war es halt nicht mehr auch mein Zuhause, es lag nicht unbedingt an der Partnerin meines Vaters, im Gegenteil, das ist eine ganz liebe Frau, es lag daran, ja wie soll ich das beschreiben, es hatte sich verändert. Ich ging nicht mehr so einfach an den Kühlschrank wenn ich Durst hatte oder machte ungefragt einen Schrank auf wie man das vom Elternhaus kennt. Ich fragte, bevor ich mir was nahm, obwohl mir gesagt wurde ich könnte nehmen was ich wollte, ich wüßte ja wo alles ist. Doch es war halt anders, sicher auch, weil die Mutter fehlte. Nun ist auch mein Vater im Dezember gestorben, wir haben und halten immer noch den Kontakt zu seiner Lebensgefährtin, doch mein Zuhause ist es nun garnicht mehr. Ein Stück Kindheit ist endgültig abgeschlossen.

Für mich persönlich ist mein eigenes Zuhause meine Heimat, ein Ort wo ich mich wohlfühle, wo mein Mann ist und meine Kinder immer Willkommen sind.  Ich muß nicht groß in der Welt herrumreisen, mal ein kurzer Urlaub und dann gehts wieder nach Hause- in meine kleine Heimat.

Heimaten

Jepp, das ist der Plural des Wortes Heimat. Denn laut Duden ist Heimat

Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt

Und schon in meinem „alten“ Blog bei blog.de habe ich den Begriff für mich so definiert:

Heimat…neue und alte Heimat. Die Heimat, in der ich geboren wurde, aufgewachsen bin und 40 Jahre gelebt habe. Dresden. Sachsen. Deutschland. Und die zweite (neue) Heimat Schweden, in der ich seit mehr als 13 Jahren lebe und in der ich bis ans Ende meiner Tage bleiben will, wenn nichts dazwischen kommt.

Ich mag jetzt keine ellenlange Geschichte über die Vergangenheit erzählen. Es gab bei mir, wie bei allen, gute Zeiten und schlechte Zeiten in allen Lebensbereichen. In der alten Heimat genau so, wie in der neuen. This is live. Jede Heimat hat ihre Vor- und Nachteile. Keine meiner Heimaten ist besser, als die andere. Sie sind nur sehr verschieden. Und ich lebe in unterschiedlichen Phasen meines Lebens in ihnen.

Ich mag jetzt auch keine ellenlange Erklärung abgeben, was mich (uns) bewogen hat, unsere alte Heimat gegen unsere neue Heimat einzutauschen. Nur so viel (und das ist sehr wenig): Irgendwann, nicht allzu lang, bevor wir nach Schweden ausgewandert (welch blödes Wort) sind, habe ich mir die Frage gestellt: ‚Kann und soll das schon alles sein? Was kommt noch?‘ Sehr abstrakt – ich weiß. Aber genau so war es. Etwas später hatte ich in Schweden (damals im Urlaub) so etwas wie eine Eingebung. Das klingt vermutlich auch ziemlich doof, aber sorry, ich weiß nicht, wie ich es anders formulieren soll: ‚Hier will ich leben. Hier gehöre ich hin.‘ Ein ganz tiefes, bestimmtes Gefühl war das damals. Und obwohl ich Veränderungen eigentlich nicht sonderlich mag, und freiwillig nicht einmal Möbel umstelle, war diese ganze Umzugsgeschichte in ein neues Land, dessen Sprache ich noch nicht einmal konnte, für mich fast ein Kinderspiel.

In der Ultrakurzfassung war es so: Von der Entscheidung bis zum Umzugstermin verging etwa ein halbes Jahr. Wir haben hier in Schweden ein Haus gemietet (das wir ein paar Jahre später dann auch gekauft haben). Mein Mann ist schon ein paar Wochen vor uns (unserem Sohn und mir) hierher gezogen, hat Haus und Grundstück etwas auf Vordermann gebracht und sich eine Arbeit gesucht. Dann ist er ein paar Tage vor dem Umzugstermin heim gekommen, wir haben all unser Hab und Gut entweder verscherbelt, verschenkt, entsorgt, oder in einen Lkw und zwei Pkws verladen, und sind damit am 3. Oktober 2003 in Rostock auf die Fähre drauf und in Trelleborg wieder runter. Dann noch etwa drei Stunden Autofahrt, und da waren wir. In der neuen Heimat. Mit Hilfe von Freunden haben wir innerhalb von ein paar Stunden die Autos aus- und das Haus eingeräumt und fertig. Etwa vier Wochen später habe ich meinen Schwedisch-für-Einwanderer-Kurs begonnen und ca. zwei Wochen darauf hatte ich plötzlich auch schon eine Arbeit.

Daß wir hier sehr schnell neue Bekanntschaften geschlossen und Anschluß gefunden haben, das schreibe ich vor allem der Kontaktfreudigkeit meines Mannes zu. Er kann ungehemmt auf andere Menschen zugehen und  ein unverfängliches Gespräch beginnen. Das ist etwas, das ich nicht kann. Wir sind diesbezüglich sehr verschieden. Aber ich kann mich leicht hinzu gesellen. Wir waren binnen kurzer Zeit Teil einer Gemeinschaft. Wir haben aktiv am Vereinsleben unseres Freizeitklubs teil genommen, uns engagiert, und Kontakte mit unseren Nachbarn gepflegt. Es hat nicht lange gedauert und wir haben uns heimisch gefühlt. Dieses Gefühl ist seitdem ungebrochen. Schon nach sehr kurzer Zeit haben wir mit Gewißheit gesagt, daß es für uns kein Zurück gibt.

Heimat ist einzig und allein da, wo das Herz ist.

Natürlich habe ich in den vergangenen Jahren auch darüber nachgedacht, was wäre, wenn. Wenn mein Mann plötzlich nicht mehr da wäre. Ich habe in mich hinein gehorcht, ob da das Gefühl von Heimweh nach Deutschland schlummert, aber es kam nichts. Ich empfinde schon lange kein Heimatgefühl mehr, wenn ich an Deutschland denke. Ich habe ein Leben hier in Schweden, und ich habe die zwei für mich wichtigsten Menschen hier. Das ist alles, was für mich zählt.

Deutschland mag ich heute viel mehr, als früher. Heute denke ich an die wunderschönen Landschaften, an unsere Freunde, an das tolle Essen, wunderbare Restaurants, an netten Menschen, an unsere Muttersprache, an den heimischen Dialekt, an deutschsprachige Lieder, an deutsche Weihnachtsmärkte und so vieles mehr. Wenn wir heute nach Deutschland kommen (was nicht mehr oft vorkommt), dann fühlen wir uns wie Touristen, die immer wieder gern in das selbe Land reisen. Die Heimat Deutschland ist Vergangenheit, aber die Erinnerung daran bleibt.

Heeme

Meine Heimat heißt „Heeme“ und ich liebe und vermisse sie. Wenngleich ich mich in Stuttgart wohl fühle und das schon als meine zweite Heimat bezeichnen würde, bleibt meine südbrandenburgische Heimat einfach unersetzlich für mich. Ich habe eine Weile drüber nachgedacht und für mich ist „Heimat“ nicht nur mit Menschen verbunden. Auch wenn in Stuttgart mein Mann und mein Kind mit mir leben, also das Wichtigste in meinem Leben überhaupt, ist Stuttgart nicht der Ort, der mich den Großteil meines Lebens begleitete. Wo ich aufwuchs, so viel lernte, Familie und Freunde hatte und noch immer habe. In meiner Heimat werde ich eventuell nie wieder leben, da wir uns eher zur Stadt hingezogen fühlen. Selbst wenn wir mal umziehen sollten, näher an meine Heimat ran, wird es uns wohl eher in eine Stadt in der Umgebung verschlagen. Aber ich komme immer wieder gerne zurück. Immer. Ich bin wehmütig, wenn ich durch die Gemeinde fahre, ich denke an alte Zeiten, ich bin traurig über die vielen Veränderungen und gleichzeitig glücklich darüber, dass ich mal wieder da bin. Ich bin immer noch mit so vielen Menschen heeme verbunden, dass ich glaube, ich könnte immer wieder kommen und mich wohlfühlen. Ganz ohne die Freunde und die Familie wäre das natürlich eher ein Trauerspiel und das Gefühl von „Zurückkommen“ wäre von großer Wehmut überschattet. Aber so ist es nicht, und so wird es hoffentlich auch nicht werden.

Und immer, wenn ich dort bin, stelle ich es mir doch ganz cool vor, dort wieder zu leben, in einem Haus, bei Mutti umme Ecke. Und immer wenn ich zurück in die Stadt komme, kann ich mir dieses Leben nicht mehr so richtig vorstellen. Eigentlich ist in mir ein Zwiespalt, den ich habe, seit ich mit 19 meine Heimat verlassen habe. Weil ich mich überall, wohin es mich verschlug, wohlfühlte. Und weil ich trotzdem immer gerne heeme war. ♥

Heimatland wie bist du schön

Heimatland, wie bist du schön

Heimat ist für mich die Erinnerung an die Kinder- und Jugendzeit. Sie erinnert mich an nette Zeiten und viel Spass in meiner Familie, Freunden und Freundinnen aus meiner Umgebung.

Heimat ist ein Komplex schöner Gefühle, die man immer mit sich trägt – egal wo.

Was verbinden wir doch alles mit dem Wort HEIMAT. Heimatort, Heimatdichter, Heimatmuseum, Heimatliebe, Heimathaus, heimatlos, Heimweh, Heimaterde,  Heimatfilm, Heimatgeschichte, Heimatlieder, Heimatpflege, Heimatzeitung usw. usw.

Sprache ist Heimat. Die Sprache lässt uns unsere Wurzeln spüren. Es ist sehr zu bedauern, dass an den Schulen der Dialekt nicht mehr gepflegt wird. In ihm ist Heimat am ursprünglichsten bewahrt.

Heimat ist das Haus, in dem wir heimisch sind. Vor allem wird durch die Mutter, die uns die Muttersprache gab,  die Heimatliebe vermittelt.

Die Sehnsucht nach Heimat ist die Sehnsucht nach Geborgenheit, Sicherheit und Freundlichkeit. In der Heimat erkennt man die Identität mit kulturellen Traditionen, Menschen, sozialen Zusammenhängen und Landschaften.

Auch singt man wieder in der Heimatsprache, d.h. deutsch, die eigene Sprache taugt für aktuelle Musik. Deutsche Texte sind wieder (mit-)singbar und haben schon lange nichts mehr mit altbackener Schlagermusik zu tun. Man muß sich vor seiner Muttersprache nicht länger verstecken, denn als vertrauter Klang im Ohr bedeutet sie auch ein Stückchen Heimat.

Ich liebe meine bayerische Heimat denn  „do bin i dahoam“.

Heimat

Heimat ist und war für mich immer ein großes Thema. Vor allem, weil ich mich in meiner Heimatstadt nur in Kindertagen so wirklich heimisch und wohl gefühlt habe. Irgendwann wollte ich nur noch weg. Als ich dann herausgefunden hatte, wo ich mich tatsächlich zu Hause fühle, war ich auch nur noch rastlos. Bis ich angekommen bin. Vor ziemlich genau drei Jahren. In meiner Heimat. In London.

Angeblich kommt mein echter Name ja auch vom lateinischen Wort für Heimat (patria). So bestätigte das zumindest der Bischof, der mir das Kreuz bei der Firmung auf die Stirn pinselte. Kurze Zeit später bin ich aus der Kirche ausgetreten. Aber das ist ein anderes Thema. Nichtsdestotrotz hat diese Erkenntnis etwas in mir ausgelöst. Etwas, das wiederum die Rastlosigkeit ausgelöst hat.

Schon als ich drei Jahre alt war, wollte ich nach London. Warum? Keine Ahnung. Wusste niemand – ich wusste ja noch nicht mal, wo das denn genau war… Dann ging ich irgendwann in die Schule und lernte mehr über die Welt. Und über London. Da dachte ich mir, wenn ich da mal hin will, sollte ich auch die Sprache lernen. Zu dem Zeitpunkt war ich acht. Ich hab dann also meine Mutter gefragt, ob ich nicht diesen Sprachkurs haben könnte, der da im Fernsehen beworben wurde. BBC English – mit Kassette! Damals hatte ich mich geschämt für mein Anliegen, wieder was haben zu wollen, aber ich glaub meine Mutter ist vor Stolz geplatzt, dass ich mehr lernen möchte als gerade in der Schule nötig ist.

Selbstredend waren meine Noten in Englisch (fast) immer überragend. Aber erst 2005 kam ich endlich nach London und überhaupt zu meinem ersten Urlaub. Was hab ich mich in die Stadt verliebt! Bei der Auswahl des Studiums war klar: Der Laden muss ne Partner-Uni in London haben. Den entsprechenden Studienplatz hab ich bekommen und bin dann 2007 zum Austauschsemester an die Kingston University London. Herrje. Ich wollte nicht mehr weg. Aber ich hatte zu viel Angst vor den ganzen Hürden: Es würde so teuer, in London weiter zu studieren. Der ganze Papierkram mit meiner Uni in den Niederlanden! Könnte ich denn in meiner Gastfamilie bleiben oder müsste ich mich für die Halls bewerben? So viele Fragen und Probleme, die mich heute nur mit der Schulter zucken lassen würden…

Also ging es zurück nach Arnhem, Den Haag, Amsterdam… Dann nach Heilbronn und Erkrath. Und dann, dann endlich gab es nichts mehr, was mich auf dem Kontinent hielt. An einem Tag im April 2014 hatte ich die Kurzschlussreaktion meines Lebens und buchte die Fähre nach England: One Way. Und ich habe nur nach und nach meinen Freunden und meiner Familie davon erzählt. Aber ich war glücklich, so glücklich.

Jetzt wohne ich fast drei Jahre endlich in London und hatte viele Höhen und Tiefen – eigentlich mehr Tiefen, aber hey… Und doch würde ich das Gefühl von Heimat niemals eintauschen gegen die durchaus bessere Lebensqualität und -sicherheit in Deutschland. Ich bin hier zu Hause, das ist meine Heimat und das ist gut so.

Heimat ist da wo das Herz ist

Der Mensch braucht ein Plätzchen
und wär’s noch so klein,
von dem er kann sagen:
Sieh! Dieses ist mein.
Hier leb‘ ich, hier lieb‘ ich
hier ruh‘ ich mich aus –
hier ist meine Heimat,
hier bin ich zuhaus.

(c) Verfasser unbekannt

Diese kleine Gedichtchen hab ich irgendwann einmal im großen weiten WWW gefunden und in meinem Kopf abgespeichert. Nicht nur, weil ich es schön fand, sondern weil es mich tief in meinem Herzen anspricht.

Geboren wurde ich in Orsoy – heute gehört das zu Rheinberg. Bis zu meinen 14 Lebensjahr wohnte ich mit meinen Eltern in Duisburg-Homberg. Ziemlich ländlich, aber doch eben in der Stadt. Ich liebte mein Zuhause. Den großen Garten und den Bauernhof mit all seinen Tieren direkt nebenan.

Dann sind wir, warum auch immer nach Erkelenz-Gerderath gezogen. Ein Stadtkind auf dem platten Land. In einem Kuhkaff (sorry an alle die von da kommen). Es war ein Kulturschock für mich.

Mal abgesehen davon, dass ich mich dort lange, lange Zeit nicht wohl gefühlt habe, hatte ich auch einige Probleme mit den hiesigen Leuten dort, vor allem in der Schule. Das war alles so gar nicht meins und so war ich dann doch relativ froh, dass meinen Eltern drei Jahre später die Decke auf den Kopf fiel und sie wieder zurück nach Duisburg wollten.

Mein Bruder suchte uns eine Wohnung. Ausgerechnet in Duisburg-Rheinhausen. Genau zu dem Zeitpunkt, wo es um das dortige Stahlwerk (Krupp) heiße Arbeitskämpfe gab und wo dieses dann auch geschlossen wurde.

Nä, auch Rheinhausen wurde nicht meine Heimat, aber ich konnte von dort, immer mit dem Fahrrad in meine alte Heimat Homberg fahren und dort zu meinen früheren Nachbarn. 😀 Meine Mutter fand das nicht so toll, aber ich setzte mich durch.

Nach dem die Schule abgeschlossen war, begann ich eine Lehre zur Verkäuferin und die Liebe führte mich meiner Bestimmung zu. Ich liebte ausgerechnet den Mann, vor dem ich als Kind wahnsinnige Angst hatte, weil er uns Kinder immer ärgerte und der auch noch 21 Jahre älter war als ich. Grins, ja, er hätte mein Vater sein können, aber wenn ich euch jetzt sage, dass ich ihn schon als Kind geliebt habe (irgendwie) und immer wußte und mir sehr sicher war, dass ich ihn irgendwann heiratet, haltet ihr mich bestimmt für verrückt.

Meine Eltern, nein meine Mutter tobte und so kam es, dass ich mit 18 von zu Hause ausgezogen bin. Fortan lebte ich bei meinem Schatz und fühlte mich sehr, sehr wohl.

Meine Eltern selbst zogen von Duisburg-Rheinhausen nach Moers-Scherpenberg und waren wieder näher an dem alten Zuhause in Duisburg-Homberg dran. Sie wohnten praktisch auf der gleichen Straße wie mein Mann und ich, circa einen Kilometer Luftlinie entfernt und doch in einer anderen Stadt.

Mein Schatz und ich bauten uns ein Nest, heirateten, gründeten eine Familie und ich kann sagen, dass ich bei und mit ihm meine Heimat gefunden habe. Meine Heimat ist in seinem Herz und von dort möchte ich nie, nie wieder weg. ❤

Wir leben auf dem Bauernhof (er war der Landwirt, es ist sein Elternhaus) und ich liebe dieses Fleckchen Erde heiß und innig. Auch wenn wir zwischen Autobahn, Bundesstraße und Chemiewerk leben, es ist mein zuhause.

Aber, wir haben nicht nur dieses eine Zuhause und nicht nur diese eine Heimat. Wir haben noch eine zweite und die liegt in den Niederlanden. Dort, in Breskens, haben wir ein kleines Häuschen und es war und ist unser Traum, irgendwann mal für immer dort zu leben.

Das Leben dort erscheint uns viel leichter. Die Verpflichtungen gehen leichter von der Hand und die direkte Nähe zur Nordsee ist für uns einfach nur paradiesisch.

HEIMAT IST DA WO DAS HERZ IST – und mein Herz ist bei meinem Mann, bei meinem Sohn, den Hunden, dem Zuhause hier in Duisburg und dem in Breskens.