Ein wenig zu allgemein und komplex…

… finde ich das Wochenthema “Urlaube/Abenteuer” schon. Da weiß ich eigentlich gar nicht recht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Es würde gut und gern für ein Dutzend Posts reichen.

Dennoch fasse ich meine ganz eigene Interpretation des Themas in nur einem (nämlich diesem) Post zusammen. Die Urlaubserlebnisse und –abenteuer, die mir beim Setzen der Marker auf der Karte spontan eingefallen sind. Weder nach Zeit, noch nach Ort sortiert. Das bunte Knäuel der Erinnerung in meinem Herzen eben…

Die älteste Eiche Schwedens besucht. +++ Motorplatzer in Venlo nahe der holländisch-deutschen Grenze. Zu sechst (vier Erwachsene, zwei neunjährige Jungs) von da im Golf zurück nach Dresden gefahren. +++ Im Kleinwalsertal bei strahlendem Sonnenschein Skilanglauf gemacht. +++ National Museum of Natural History in Washington D.C. besucht +++ Silvester in Prag erlebt. Kein Feuerwerk, dafür küsste jeder jeden. +++ Aus Grüner Langeweile in Florida die „drivers licens“ gemacht. Führerschein hatte ich schon… +++ Im Februar auf dem norwegischen Fjord vom Boot aus geangelt +++ In der Normandie bei Ebbe stundenlang Muscheln gesammelt +++ An der Ostsee am FKK-Strand den Busen verbrannt +++ Nachts um zwei in der damaligen Sowjetunion im Freien Federball gespielt. +++ Im Tannheimer Tal mit unserem damals fünfjährigen Sohn eine ziemlich steile, teils vereiste und verschneite Nordwand hinauf geklettert. Auf der anderen Seite auf dem Allerwertesten wieder hinunter gerodelt. +++ Die Disney-Weihnachtsparade in Orlando erlebt. Ich werde nie die staunend-leuchtenden Augen meiner Mutti vergessen. +++ Im Spreewald durch Kanäle gepaddelt +++ Dauercamping am Senftenberger See gemacht +++ In Jacksonville bei der Geburt eines Kindes (heute 26 Jahre alt) dabei gewesen. +++ Im damaligen Leningrad in der Oper gewesen. +++ Den Kölner Dom von innen bewundert. +++ Zoo, Tierpark, Fernsehturm, Pergamon-Museum in Berlin besucht. +++ Die höchste Passstraße Skandinaviens entlang gefahren. Kühler defekt. Kühlwasser ausgelaufen. Samstags abends halb zehn im norwegischen Niemandsland Abschleppdienst gerufen. Im Abschleppauto die Passstraße wieder hinunter gefahren. +++ In Florida den Start einer Delta-II-Rakete aus ca. 10 km Entfernung beobachtet +++ Digitalkamera am Ristafallet in Schweden vergessen. In Norwegen kurz vor Trondheim den Verlust bemerkt. Zurück gefahren, Kamera geholt, wieder nach Trondheim gefahren. +++ Im hohen Norden Schwedens bei 30 Grad geschwitzt +++ J.F. Kennedys Grab besucht. +++ In einem norwegischen Bergsee Forellen geangelt. +++ Am 3. Oktober 1990 das Münchener Oktoberfest das erste und einzige Mal besucht. +++ Jahrtausend-Wende in Norwegen am Fjord mit Freunden in einem Ferienhaus verbracht…

Urlaubsplätze

Was ich/wir in unserem Urlaub immer geliebt haben, das sind Individualismus und Spontanität. Eine Gruppenreise, die zudem vielleicht von Fremden organisiert wurde, ist für uns ein No go. Und das allerletzte, was ich jemals als Urlaub zu machen gewillt bin, das ist eine Kreuzfahrt auf einem dieser mir als Ableger der Hölle erscheinenden, dekadenten, die Umwelt verdreckenden Kreuzfahrtschiffe. Einer der letzte Ort auf der Welt, wo ich sein will.

Aber ich habe noch lange nicht fertig. 😀 Es gibt noch so vieles zu entdecken und zu erleben. Vieles wird ein Wunschtraum bleiben. Aber Wünsche und Träume gehören zum Leben und bereichern es. Wenn ich eines Tages keine Wünsche und Träume mehr habe, dann bin ich tot.

Norge

Wunschurlaube

Über meine ganzen Urlaube bisher habe ich immer ausführlich in meinem Blog berichtet. Daher erzähle ich hier einfach mal, von welchen Urlaubszielen ich noch so träume…

Zunächst erstmal steht ja noch Kanada auf dem Plan. Das wollten wir 2015 im Spätsommer/Herbst machen, mit einem Mietwagen und verschiedenen Stationen. Dann kam eine Hochzeit in Israel dazwischen, also mussten wir das als das große Reiseziel 2015 akzeptieren und Kanada nochmal verschieben, denn die Geldscheiße hatten wir ja auch nicht. Und dann wurde ich auch noch schwanger, womit auch Israel flach fiel (letztlich fand die Hochzeit aber sowieso nicht statt – schräge Geschichte, gehört nicht hierher). Also, Kanada haben wir noch auf dem Schirm. Das machen wir dann, wenn der Kleine in unseren Augen groß genug ist für so eine Reise. Und die wird dann natürlich anders aussehen als die ursprüngliche geplante kinderlose Reise – vielleicht mit einem Wohnmobil?

MTM und ich wollen auch unbedingt mal nach Vietnam, und das haben wir uns sogar in näherer Zukunft vorgenommen. Ohne Kind übrigens, das können manche Eltern gerade wahrscheinlich gar nicht fassen. 😉 Meine Mutti will gerne irgendwann anfangen, mit dem Kleinen einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren, in Deutschland natürlich. So mit zweieinhalb/drei Jahren, also Mitte/Ende nächsten Jahres, kann sie sich das vorstellen. Und die Zeit wollen wir dann in Vietnam totschlagen. MTM war dort schon dienstlich und schwärmt immer wieder, ich will das auch unbedingt mal erleben und das ganz frei, nur wir zwei.

Meine Freundin und ich waren 2013 zusammen übers Midsommar-Wochenende in Stockholm und hatten uns dann vorgenommen, sowas einmal im Jahr zu machen. Wir wollten nordeuropäische Städte abklappern um die Sommersonnenwende rum und träumten immer mal wieder davon. Leider ergab sich das im darauffolgenden Jahr nicht, und im Jahr drauf war ich eben schwanger, wie oben schon erwähnt. Im nächsten Jahr war mein Kind noch zu klein, um mich von ihm zu trennen und außerdem war dann sie schwanger. Dieses Jahr könnte ich mich trennen, aber nun hat sie so ein kleines Würmchen und kann es vorerst nicht. Mannometer. Jetzt steht 2018 auf dem Plan, und zwar wollen wir nach Oslo! Wenn wir das hinkriegen, wäre das echt geil. Dann gehen wir eben traditionell alle 5 Jahre in eine nordeuropäische Stadt 😉

Mein Mann hat auch noch eigene Träume. 😉 Er will schon lange mal nach Südfrankreich und in diesem Sommer sollte es soweit sein. Nun hat er aber nur Urlaub im August gekriegt und irgendwie finden wir es dämlich, in der absoluten Hauptsaison dorthin zu reisen. Das müssen wir dann noch lange genug machen, wenn der Kleine zur Schule geht… Außerdem hatten wir uns, weil wir flexibel sein wollten, auf Südfrankreich mit dem Wohnmobil geeinigt. Leider ca. 6 Monate zu spät. 😉 Die bevorzugten Campingplätze sind voll und Wohnmobile sind auch heiß begehrt… Nun haben wir uns das für nächstes Jahr vorgenommen, mit ausreichend langer Planungszeit. Mal sehen, ob wir das gebacken kriegen. Und diesen Sommer machen wir vermutlich Urlaub auf Balkonien. Auch in Ordnung.

 

Themenwoche: Ulaube / Abenteuer – Die schönste Seereise der Welt

Das Thema der Woche – Urlaube und Abenteuer.

Oh man ja. Ich war schon sehr oft im Urlaub. 😀

Anfangs, als Kind, mit meinen Eltern. Meist in Frankreich bei den Verwandten, aber auch im Sauerland und in Italien. Dort war mein Vater zu so einer Art Kur, denn er war querschnittsgelähmt.

In den Ferien war ich oft im Schwarzwald bei meinem Bruder. Ich mochte und mag den Schwarzwald nicht. Liegt vielleicht daran, dass ich da nicht hin wollte sondern mehr oder weniger  musste, weil meine Eltern von ihrem Nachkömmling auch mal ne Pause brauchten. 😉

Später dann bin ich mit meinem Mann in Urlaub gefahren soweit es die Arbeit auf unserem Bauernhof und der Erstatzmann zuließen.

Wir sind meinst mit Zelt und Auto unterwegs gewesen – immer in NL. 😀

2002 haben wir uns dann unser eigenes Häuschen in NL gekauft, welches wir auch vermieten. Wenn wir dort hin fahren ist es für uns aber kein Urlaub mehr. Es ist unser zweites zuhause geworden. Wir genießen die Zeit dort sehr. *lächel*

In den letzten Jahren (2010, 2013 und 2015) waren wir wieder in Frankreich. Mit meiner Mutter. Die Urlaube waren nicht immer schön, weil meine Mutter sehr schwierig war, aber wir haben das Beste daraus gemacht.

Mein bzw. unser schönster Urlaub war aber unsere Silberhochzeitsreise im September 2016 mit der Hurtigrute entlang der norwegischen Küste. Mit Anfahrt per Zug, Fähre und der Bahn nach Bergen.

Diese Reise war einfach traumhaft und würde sie nicht so ins Geld gehen, würden wir sie sicherlich noch einmal machen.

Die Landschaft, Berge, Meer, das Wetterwechselspiel, das Nordlicht. Einfach nur traumhaft.

Hier ein paar kleine Impressionen. 😉


In diesem Jahr (Juni) werden wir wieder nach Frankreich fahren. Meine Ma ist im März verstorben und ich werde sie in ihre alte Heimat zurück bringen und ihre Asche dort verstreuen.

Außerdem fahren wir im August für eine Woche nach London. Da freuen wir uns schon riesig drauf.

Urlaub Winter 1978

Diesen Urlaub werde ich wohl nie vergessen, Weihnachten stand vor der Tür und meine Eltern hatten über Weihnachten und Silvester in einem Hotel gebucht, an der Ostsee, ca 100 km von uns weg.  Der Heiligabend, den wir dann in dem Hotel verleben durften war schon nicht berauschend, es gab eine Bescherung, fast alle Gäste des kleinen Hotels nahmen daran teil, doch ich, damals gerade 16 geworden, mußte auch ein Weihnachtsgedicht aufsagen, wie peinlich und bei so vielen Kindern und Jugendlichen wiederholte sich das immer wieder, nach der Bescherung und kurzem Zusammensitzen verzog sich jeder auf seine Zimmer. Ganz ehrlich, Weihnachten ist zu Hause am schönsten und nie wieder haben wir Weihnachten woanders verbracht.  Zur Freude aller schneite es, wenigstens weiße Weihnachten, stürmisch war es noch dazu.

Doch es hörte nicht auf zu schneien, es schneite und stürmte pausenlos, der Räumdienst war nicht mehr in der Lage die Straßen frei zu halten, zumal es durch den starken Wind immer wieder zu Verwehungen kam. Dann gab es Stromausfall, alles dunkel, die Zimmer kühlten aus, warmes Essen gab es nicht mehr, Brot und Butter und alles was so da war kam auf den Tisch und etwas heißes Wasser mal für einen Tee, wie die das warm gemacht haben weiß ich nicht. Keiner konnte Auskunft geben wie es weiter geht , ob der Strom wieder kommt, denn der Schnee türmte sich schon zu Bergen und es schneite immer weiter. Da faßten meine Eltern den Entschluß, wir fahren nach Hause, so lange es noch einigermaßen möglich ist.

Ja, ich schreibe hier von der Schneekatastrophe 1978/79.

Schnell packten wir alles zusammen, es war wie eine Massenflucht, denn jeder versuchte nach Hause zu kommen. Ob das Auto meiner Eltern Winterreifen hatte oder die es überhaupt schon gab, weiß ich nicht, jedenfalls werde ich diese Heimfahrt mein Leben lang nicht vergessen, Schnee fiel ohne Ende, kaum Sicht und die Scheibenwischer schafften es kaum. Der Schnee an den Straßen türmte sich Meterhoch und oftmals machten mein Bruder und ich unserer Angst lautstark Luft, denn das Auto schlingerte und mein Vater hatte Not es einigermaßen in der Spur zu halten, wenn  ein Fahrzeug entgegenkam, war es fast ein Notstand, denn man mußte aufpassen nicht in einer Schneewehe zu landen, dazu ein Sturm der alles verwehte. Eine Zeit ohne Handy, wenn  da was passiert wäre, ich weiß garnicht was dann gewesen wäre. Viele Stunden sind wir unterwegs gewesen, kaum noch Straßen zu sehen, alles war bedeckt von einer dicken Schneedecke, man fuhr wie durch einen Tunnel, denn an den Straßenrändern türmte sich der Schnee.

Doch mein Vater schaffte es, er brachte uns heil nach Hause. Dort gab es Strom. Die Wohnung war warm, doch es gab nichts zu essen, der Kühlschrank war leer, wie man das so macht, wenn man weiß, man ist längere Zeit nicht zu Hause und einen Gefrierschrank hatten wir nicht.

Nun ging es los bei Nachbarn und Freunden im Schneetreiben etwas Essbares zusammen zu betteln, denn es war ja Feiertag und alle Geschäfte geschlossen, doch auch da wurde uns geholfen.

Vielleicht könnt auch Ihr Euch noch an die Schneekatastrophe erinnern, immer mal sieht man von damals noch Bilder im Fernsehen, im Februar 1979 gab es wieder soviel Schnee, aber da waren wir zum Glück zu Hause.

Mein liebster Urlaub

Mein Mann und ich sind viel unterwegs. Wir machen alles per Rucksack. Flugticket hin und zurück, eventuell noch die erste Übernachtung werden im Vorfeld gebucht, der Rest findet sich. Ich liebe das. Die Aufregung, das Abenteuer und am Ende das Fazit, dass doch überall die Menschen gleich sind und die Abläufe sich ähneln.

Mein liebster Urlaub führte uns nach Westafrika. Es fügte sich, dass wir 6 Wochen Urlaub am Stück nehmen konnten und wir wollten nach Mali. Timbuktu, seit ich denken kann übt dieser Name einen ungeheuren Reiz auf mich aus.

Da wir so viel Zeit hatten, konnten wir noch ein paar umliegende Länder angucken und ich will Euch über eine aberwitzige Fahrt von Benin nach Burkina Faso erzählen.

Es gibt in Westafrika nicht unbedingt immer Busse oder Züge, man nimmt ein Buschtaxi. Ich wusste damals gar nicht, was ein Buschtaxi sein sollte. Mein Französisch ist nicht sehr gut und auch auf Englisch wollte sich das auch nicht erschließen. Vor Ort war es dann schnell offensichtlich: jedes Fahrzeug, das Passagiere gegen Bezahlung mitnimmt, ist ein Buschtaxi. Und selbstverständlich versucht jeder Afrikaner auf jeder Fahrt so viele Personen wie möglich zu befördern. Ihr macht Euch keine Vorstellungen, wie viele Menschen in ein Auto passen können.

Nun, wir fanden ein Buschtaxi in Natatingou, das uns bis zur Grenzstadt mitnehmen wollte. Es war ein uralter Mercedeskombi, der Lack war durch die Sonne, den Sand und den Wind fast schon abgeschmirgelt, der Tachometer war vor tausenden Kilometern stehen geblieben, es war schon fast grausam, das alte Gefährt weiterhin zum Dienst zu zwingen.

Außer uns fuhren noch 2 Damen mit, sie trugen prachtvolle Gewänder mit bunten Tüchern im Haar, sie hatten Unmengen an Kartons und Tüten dabei, offenbar waren sie einkaufen gewesen. Gemeinsam wurden die gesamten Kostbarkeiten aufs Dach geschnürt, ein rechter Berg an Waren war das!

Nun fuhren wir los. Was Marc und ich nicht wussten war, dass die gut ausgebaute Landstraße Mautgebühren kostete. Und um diese zu umgehen, bog unser Fahrer auf eine kleine Nebenstraße ab.

Was sich anfangs als ganz gemütlich zeigte, wurde langsam aber sicher schwieriger. Die Nebenstraße wurde zum Feldweg und dann zu einer roten Piste, die zerfurcht von Regenfällen unser Gefährt immer wieder in Schräglagen brachte. Ganz zum Stehen kamen wir, als der Fahrer meinte, er könnte sich mit Anlauf über freiliegende Steine hinwegkatapultieren. Am Ende tat es einen Schlag! Das Auto lag auf den Steinen auf und durch die Erschütterung konnte das Dachblech das Gewicht nur schlecht halten und eine deutlich sichtbare Beule über unseren Köpfen bezeugte, dass das Blech doch schon sehr dünn geworden war.

Da war guter Rat teuer! Wir stiegen alle aus und schoben. Immer noch lag der Wagen auf. Also musste das ganze Dach geräumt werden. Der Fahrer ließ das Auto zurückrollen und mit Anlauf kam er über die Steine hinweg und fuhr den ganzen Hügel hinauf, wo er wartete. Nun musste mit vereinten Kräften das ganze Gepäck hochgetragen und wieder auf dem Dach aufgebaut werden.

Unsere Fahrt ging weiter. Als die Frauen ausstiegen, wurde es Marc und mir ein bisschen mulmig. Vorher waren wir halt nicht alleine mit dem Fahrer gewesen, jetzt aber…

Wir holperten mehr schlecht als recht die Piste weiter, die alte Kiste ächzte und keuchte nur so. Da kam uns ein Mann mit einem Fahrrad entgegen, er hatte Hühner dabei. Die Hühner werden an den Beinen zu Trauben zusammengebunden und dann kopfüber am Lenker befestigt. Hier hatten wir dann richtig Muffe, weil wir die beiden Männer auch gar nicht verstehen konnten. Die Beiden unterhielten sich sehr aufgeregt und gestikulierten wild herum. Hui. Kein gutes Gefühl.

Hier wurde uns so richtig klar, dass niemand auf der Welt wusste, wo wir waren. Man hätte uns nicht einmal suchen können, wo auch? Ich weiß noch heute, wie trocken mein Mund war.

Am Ende wechselten aber nur 2 Hühner ihren Besitzer. Sie wurden aus dem Hühnerfüssegewirr entnommen und am einem kleinen Strick über dem Außenspiegel wieder kopfüber aufgehängt. Und weiter gings.

Wir wurden schließlich in einem kleinen Ort in der Nähe der Grenze abgesetzt. Weiter wollte unser Chauffeur nicht fahren und wir waren wohl oder übel gezwungen uns nach einem neuen Taxi umzusehen. Autos gab es in diesem Kaff kaum, aber 2 junge Burschen boten an, uns mit dem Moped zur Grenze zu fahren.

Das klappte auch ausnehmend gut, bis wir an der Grenze waren. Dort war zwar eine Ausreiseabfertigung, die bestand aus ein paar Fässern, die man rot-weiß angestrichen hatte und einer kleinen Hütte. Aber auf der anderen Seite war, so weit das Auge reichte – nichts.

Es dauerte wirklich lange, bis ich mit meinem minimalen Französisch verstand, dass sich vor uns über 20 km Niemandsland erstreckten. Die Grenzer, die Mopedfahrer, Marc und ich, wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Unfassbar!

Unsere Fahrer erboten sich, für einen unverschämten Preis, wirklich, uns bis zur Grenzstation von Burkina Faso zu bringen. Nun, es gab ja gerade keine Alternative, also stimmten wir zu.

Nach vielleicht 5 km wurden wir von einem rasenden Mercedessprinter überholt. Die Mopedfahrer hupten wild, der Sprinter hielt mitten auf der Piste an. Unsere Mopedfahrer diskutierten ein wenig mit dem Busfahrer und eröffneten uns die Neuigkeiten: der Bus fuhr direkt zu unserem Ziel Ouagadougou! So wurden wir mitten im Nirgendwo in den Bus verfrachtet.

Hier eröffnete sich das Problem der Umverteilung. Die Sitze ganz vorne, neben dem Fahrer sind die Teuersten und wir haben bestimmt das Doppelte des gängigen Preises bezahlen dürfen. So mussten die Herrschaften dort den Platz räumen und sich irgendwie hinten rein quetschen. Da saßen ohnehin schon viel mehr Personen, als sich das Daimler je hat träumen lassen. Vom Gepäck auf dem Dach reden wir jetzt gar nicht!

So war es sicher ein Vorteil vorne zu sitzen, das war wenigstens halbwegs bequem. Gurte gab es keine mehr und die Sitze waren bestimmt noch original und damit schon seit 10 Jahren jenseits von bequem, aber wenn man meckern wollte, guckte man einfach nach hinten und anschließend genossen wir den Luxus.

Bis der Sprinter bremsen musste. Da konnten wir dann sehen, dass das Bremspedal in einer hektischen Pumpbewegung getreten wurde, ohne dass sich eine erhebliche Verminderung der Geschwindigkeit feststellen ließ. Meine Güte, es waren lange Stunden bis Ouagadougou!

Das ist nur eine kleine Anekdote aus diesem Urlaub. Ich habe nie mehr die Zeit in einem Land so intensiv erlebt wie dort. Ich könnte stundenlang weitermachen. Aber vielleicht gefällt Euch diese kleine Episode 🙂

 

Urlaubsfreude Bella Italia

Bella Italia und der rote Hummer

Ende der 50er Jahre besuchte ich mit meinem Bruder die sehenswerte Stadt Venedig und ich war als junges Mädel ganz begeistert von dieser Stadt. Wir besuchten den Glockenturm und die Basilica San Marco (Markusdom) , fütterten die vielen Tauben auf der berühmten Piazza San Marco, fuhren mit der Gondel durch die Seufzerbrücke und die Rialtobrücke. Bewunderten den Dogenpalast und  den Markusturm. In guter Erinnerung habe ich die kleinen von Kanälen durchzogenen Gassen und den Canal Grande. Die Stadt war rundum sehenswert.

Natürlich durfte ein feines Essen in Venedig nicht fehlen. Ich sah dabei zum erstenmal einen wunderschönen roten Hummer, den ich zuerst gar nicht zerstückeln wollte,
aber dann doch mit großem Appetitt probierte. Ich war so begeistert von diesem Tier, daß ich die Schale samt Kopf und Zangen unbedingt in eine Plastiktüte verstauen
mußte  und mit auf’s Hotelzimmer nahm. Schön verpackt lagen die roten Überreste des Hummer in meinem Schrank und ich war überzeugt, daß ich ihn als Souvenier mit nach Hause nehme. Ein Tag ging die Aufbewahrung ja recht gut, aber dann durchzog ein unangenehmer Geruch mein Schlafzimmer, so daß ich den Plastikbeutel in hohem Schwung zum Fenster hinaus geworfen habe. Gott sei dank flog die Tüte über eine schmale Gasse und direkt beim Nebengebäude in den Häuserschlitz, d.h. es war eine Wasserrinne zwischen den Häuser.
Glück gehabt – hätte auch ein Fenster treffen können.  Somit war mein Wunsch, diesen schönen roten Hummer mit auf die Heimreisen zu nehmen, zerschlagen. Doch die Erinnerung über den wunderbaren roten Hummer ist mir bis heute geblieben.

Urlaub …

… liebe ich sehr, wer nicht, hm?! Aber ich verreise nicht gerne, weil ich mein Zuhause sehr liebe und Hotels hasse. Wenn ich denn mal verreise, dann lebe ich grundsätzlich in Ferienwohnungen/Häuser, dort kann ich mich fast so entfalten wie zu Hause, muss mich nicht an feste Essenszeiten halten, muss mich nicht aufbrezeln, wenn ich zum Frühstück gehe etc., ich bin schlicht freier, ungebundener und genau DAS ist es, was ich im Urlaub brauche. Keine festen Zeiten, machen wann und was ich will. Keine nervigen anderen Gäste, keine kreischenden Kinder (sorry an alle Eltern!), hach, die Liste ist endlos.

Ich finds auch fies woanders, als in meinem Bett zu schlafen (MILBEN!) und ich finds bäh, barfuß über fremde Teppichböden zu laufen (ich laufe zu Hause fast nur barfuß im Sommer) und fremde Klos zu benutzen. Ich desinfiziere am ersten Tag fast die ganze Bude, allein die Vorstellung, welche Pottsau da vorher gewohnt hat … huuuaaahhh!!!

Und guck mal, was, außer fremder Landschaft, hab ich am Urlaubsort, was ich zu Hause nicht habe? Nix. Im Gegenteil, ich habe dort weniger, als ich zu Hause habe. Und die Packerei immer und die Fahrt und die Auspackerei im Urlaubsort und dann wieder einpacken, faaaaaaaaaaaaaaaaahreeeeeeeeeeeeen, auspacken, die ganze Schmutzwäsche waschen … ne, danke. Ich bleib im Urlaub lieber ZU-fucking-HAUSE.

Natürlich bin auch ich, als Verreisehasserin, natürlich bereits zig mal verreist, oft nach England, weil meine Family dort wohnt und das ist auch o.k., weil ich meine Lieben natürlich gerne sehe, aber dennoch, home sweet home kann nichts toppen.

Abenteuer im Urlaub habe ich viele erlebt, aber darüber sach ich jetzt mal nix, denn meine Abenteuer sind schon Klopper (für andere, nicht für mich), das lassen wir mal schön in den Archiven. 😉

KRKA Wasserfälle

Ein richtig kniffliges Abenteuer hatten wir dann an den KRKA Wasserfällen. Wir fuhren mit einem Bootsführer über einen oberhalb der Wasserfälle gelegenen See und ließen uns an einer Stelle oberhalb der Wasserfälle absetzen. Der Mann fragte uns, wie wir denn so zurückkommen wollen und wir entgegneten das wird schon werden. Etwas widerwillig ließ er uns ziehen. Und einige Stunden später konnte ich seine Skepsis verstehen.

Die Landschaft war überwältigend und wir waren so fasziniert, dass wir dabei völlig übersehen hatten, dass wir uns am anderen Ende der Wasserfälle befanden. Das wurde uns allerdings erst bei einem Abstieg über steiles Gelände zu  den Wasserfällen bewusst. Doch da war es bereits zu spät und wir waren auf uns allein gestellt. Nun muss man sich das so vorstellen, die Wasserfälle fallen terrassenförmig hinab. Und in jeder Terrasse kann man auch baden. Leider hatten wir keine Badesachen dabei und FKK war nicht. Allerdings war das Wasser nicht so tief, man konnte durchlaufen. Das jedoch nur am Rand der Terrasse an dem das Wasser mittig zur nächsten Terrasse ablief. Es war natürlich sehr klitschig am Rand und in der Mitte eine ziemliche Strömung wie man sich vorstellen kann. Wir hatten unsere Fotoausrüstung dabei und unser Junge war um die 10 Jahre alt. Er war der Einzige den wir von seinen Kleidern befreiten, mir ging das Wasser am Rand ohnehin nur bis knapp an meine kurze abgeschnittene Jeanshose und meine Frau konnte auch noch relativ gut laufen, ohne großartig nass zu werden. Also wir machten uns vorsichtig, jeden Schritt genau überlegend daran, den Wasserfall zu durchqueren. Ich weiß heute nicht mehr wie breit er war und wie lange wir benötigten, um ihn zu durchqueren. Es kam uns wie eine Ewigkeit vor und als wir am anderen Ufer ankamen, konnte ich mein T-Shirt auswringen. Nein nicht weil ich durchs Wasser nass wurde, ich war schweißgebadet. Meine Frau und ich hatten nur Bange um unseren Sohn. Er fand das im Gegensatz zu uns allerdings sehr aufregend.

Fotos davon gibt es, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, keine.

Wer sich die KRKA Wasserfälle auch mal anschauen möchte, dem kann ich sie nur empfehlen. Für mich ist das nach Plitvice eine der schönsten Landschaften.

Die Anhalterin

Es war in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und wir machten mal wieder Urlaub in unserem damaligen Lieblingsurlaubsland Jugoslawien.

Mit Frau und Kind fuhren wir nach Porec und wollten von einem der dortigen Porträtmaler ein Bild unseres Sohnes malen lassen. Doch was hatte ich vergessen? Geld mitzunehmen und so fuhr ich alleine zu unserer Ferienanlage zurück, um die nötigen Dinare zu holen. Als ich mich wieder auf den Weg machte, stand eine hübsche junge Frau am Straßenrand und wollte per Anhalter nach Porec. Ich ließ sie einsteigen, um sie mitzunehmen. Ohne zu wissen, ob es sich um eine Touristin oder eine Einheimische handelt. Es war, wie sich schnell herausstellte eine Jugoslawin heute würde man sagen Kroatin.

Schnell viel mir ein leichter Alkoholgeruch bei der jungen Frau auf. Es war so gegen 12:30 Uhr, als ich sie mitnahm. Was mir allerdings noch mehr auffiel, war ihr ohnehin kurzer Rock, damals trug man kurze Miniröcke, der allerdings immer weiter hochrutschte. Da meine Frau und ich keine Eheringe tragen, wusste die junge Kroatin natürlich nicht einzuschätzen, ob ich gebunden bin. Ich jedoch war sehr froh, dass der Weg nach Porec nicht so weit war und ich ihr klar machen konnte, dass ich auf kein Abenteuer aus war. In Porec angekommen verabschiedete sie sich mich mit einem Küsschen. Als ich dann wieder bei meiner Frau war, erzählte ich ihr die Geschichte und erst da wurde mir klar, wie fahrlässig ich im damaligen sozialistischen Jugoslawien gehandelt hatte.

Wäre ich von einer Polizeistreife, weshalb auch immer, angehalten worden, so hätte es zumindest einige Probleme geben können.