Apfelschwestern

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Meine beste Freundin Anna und ich aßen für unser Leben gern Äpfel. Sie liebte Boskop und ich Cox Orange. Ab Ende August verbrachten wir unsere Freizeit nach der Schule auf und in den Apfelbäumen.
Die hellen Klaräpfel kamen zuerst, sie schmeckten nach Zitrone, und wenn sie erst einmal angebissen waren, konnten sie gar nicht so schnell gegessen werden, wie sie innen schon wieder braun wurden. Klaräpfel wurden nicht verkocht, ihr Aroma verflog wie der Augustwind, unter dem sie gereift waren. Dann kamen langsam die Cox-Orange Bäume, zuerst der große, der so nahe am Haus stand und von den roten Klinkersteinen, die tagsüber die Hitze gespeichert hatten, bestrahlt wurde, sodass seine Früchte immer größer, süßer und früher reif waren, als die der anderen Apfelbäume. Ab Oktober waren dann alle Apfelbäume so weit.

Im Herbst duftete unser Haar nach Äpfeln, unsere Kleider und Hände sowieso. Anna und ich kochten zusammen Apfelmus und Apfelgelee und meistens hatten wir Äpfel in den Taschen und angebissene Äpfel in der Hand. Anna hatte die Angewohnheit, erst einen breiten Ring um den Bauch des Apfels zu essen, dann vorsichtig unten um die Blüte, dann oben um den Stiel, das Kerngehäuse warf sie im hohen Bogen fort. Meine Freundin aß langsam und genussvoll, von unten nach oben – alles. Auf den Kernen kaute sie noch stundenlang herum. Als ich ihr einmal vorhielt, dass die Apfelkerne innen giftig seien, erwiderte Anna, das könne nicht sein, denn sie schmeckten doch nach Marzipan. Und außerdem aßen doch die meisten Menschen so ihre Äpfel.

Ich vermisse Anna, ihre bestechende Apfellogik und den Apfelgeruch, der immer von ihr ausging.

Apfelstuten

Nun schreibe ich hier was von Apfelstuten und manche denken vielleicht an Pferde, doch in keinster Weise handelt es sich um Pferde.

Als Stuten bezeichnet der Norddeutsche oft ein weiches Brot, so wie Weiß- oder Rosinenbrot,  beim Bäcker wird daher oft ein Stuten verlangt.

Ich schreibe und erzähle Euch nun von Apfelstuten. Da ein Thema der Woche heute unter anderem auch Äpfel sind, paßt das gut. Früher war die Arbeit auf dem Land sehr hart und um die Arbeiter bei Kräften und bei Laune zu halten, wurde gut gegessen. Nachmittags zur Kaffeezeit kam die Bäuerin aufs Feld und brachte ihren Feldarbeitern  frisch gebackene Apfelstuten, dick mit guter Butter beschmiert. Sie sind wie kleine Brötchen, können aufgeschnitten werden wie Brötchen und werdem mit Butter bestrichen, oder man bestreicht die Rückseite mit Butter. Wie man halt will. Ja und diese Apfelstuten habe ich heute gebacken und wir werden sie mit Butter bestreichen und Kaffee dazu trinken. Ein schnelles und einfaches Rezept.

Zutaten Apfelstuten ca 12 Stück

2 Eier

50 g Zucker

6 Eßl. Öl

250 g Quark

1 Backpulver

300 g Mehl

5 Äpfel

Aus den Zutaten einen Teig herstellen, dann die Äpfel waschen, schälen, entkernen und in Stücke schneiden und unter den Teig heben.  Backblech mit Backpapier auslegen und immer  mit einem Eßlöffel einen Teigklecks aufs Blech geben. Nicht zu dicht setzen, denn sie gehen etwas auf.   Backofen Ober/Unterhitze 200°C ca 30 min goldgelb backen und auskühlen lassen. Dann wie beschrieben mit Butter bestreichen.

Wochenthemen vom 20. bis 26. 10. 2018

Wochenthemen vom 20. bis 26. Oktober 2018
Eicheln & Kastanien • • • Aquarium • • • Disziplin • • • Handwerker • • • Äpfel • • • Gier

Viel Spaß bei dieser bunten Mischung, bei der hoffentlich für möglichst viele mindestens ein interessantes Thema dabei ist.


Ich mache einen neuen Versuch und nominiere ncfsturmtochter für die Erstellung der Wochenthemen für die nächste Woche. Bitte gib ein Zeichen, ob du die Nominierung gelesen hast und annimmst. 🙂