Altkluge Kinder

Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Thema das Rennen macht. Ich finde es teils einfach und dennoch teils schwierig darüber etwas zu schreiben.

Es gibt da die Kinder, die ihre Gedanken zu etwas herausplappern, wovon sie meinen, dass es da ein Zusammenhang gibt und über das die Erwachsenen oft herzhaft lachen können, weil es einfach witzig und nett ist und Erwachsene, über solche Zusammenhänge oft nicht einmal annähernd nachgedacht haben. Diese Art von „Altklugheit“ (gehört das eigentlich überhaupt zu „altklug“?) haben alle Kinder drauf, das eine mehr, das andere weniger, aber nie weniger herrlich. Wie oft ich über solche „Kinderbemerkungen“ schon gelacht habe, kann ich gar nicht sagen. Unzählige Male, dafür bin ich sehr dankbar. Mir fällt jetzt trotzdem gerade kein Beispiel ein, das ich hier niederschreiben könnte – wohl schon zu spät heut. 😉

Dann gibt es die Kinder, die ständig alles kommentieren, vormachen, erklären „müssen“, weil sie tatsächlich meinen alles besser zu wissen und immer Recht haben wollen. Die dann oftmals sogar eher vorlaut wirken oder sind. Ich kenne solch ein Kind. Es ist in einem Haushalt groß geworden, in dem es mehrere Erwachsene gab – keine weiteren Kinder – und es von Baby an behandelt wurde, als wäre es die absolute Nummer eins; war es ja auch.

Es hat im Laufe der Jahre leider nicht gelernt, sich auch mal zurückzuhalten und dass auch Meinungen, der anderen Menschen zählen und richtig sind oder sein können; es hat nicht gelernt, dass man selbst nicht immer im Mittelpunkt stehen muss und nicht, dass auch alle anderen Personen wichtig sind, ebenso wie deren Bedürfnisse. Meist wurden die „Bedürfnisse“ (nicht nur die notwendigen) des Kindes, sozusagen als oberstes Gesetz gehandhabt und das Kind dadurch total verzogen. Es wurde eben meist nachgegeben, wenn das Kind etwas anderes wollte, als die Erwachsenen. Das ist weder gut fürs Kind, noch für die Erwachsenen. Inzwischen ist dieses Kind im Teenager-Alter und keineswegs einfach. Schlimm ist, dass solche Kinder meist auch Schwierigkeiten haben, Freunde zu finden und es auch später meist nicht leicht haben.

Ich will damit nicht sagen, dass alle Kinder so werden, wenn sie nur unter Erwachsenen sind; sondern nur, dass es eben einige gibt, die zu kleinen Egoisten erzogen werden, die manchmal sehr altklug daherkommen. Solche Kinder gibt es selbstverständlich auch in anderen „Familienformationen“. Und, so gut wie immer, merken die Bezugspersonen gar nicht, dass diese eigentlich gut gemeinte Erziehung, eher schlecht ist. Sie lieben ihr Kind und wollen nur das Beste für ihr Kind.

Und dann gibt es noch Kinder, die vieles fragen und zwar auch zu vielem etwas zu sagen wissen, die dabei aber nicht nur auf ihre Meinung beharren, aber doch oftmals wirklich richtig „kluge Sachen“ von sich geben. Kinder, die irgendwie frühreif scheinen und trotzdem das kindliche „Schöne“ nicht verloren haben. Solchen Kindern hört man gerne zu und „staunt manchmal Bauklötze“ und freut sich über ihr Wesen.

Und die Moral der Geschicht: … – Vielleicht kennt ihr die Moral dazu?

In jedem Fall sind Kinder eine „tolle Erfindung“! 😀