Handy? Nur mit Vertrag…

Ich schrieb ja an anderer Stelle schon einmal, dass ich das Bezahlen kleinerer Beträge hier in Schweden meist mit einer App namens „Swish“ mache. Wie sicherlich mittlerweile mindestens die Hälfte der Bevölkerung. Dafür kopple ich meine Handynummer mit meinem Konto. Das geht mit Prepaid-Verträgen gar nicht. Glaube ich jedenfalls. Zumindest muß man jederzeit online gehen können und dafür das Guthaben auf dem Handy verfügbar haben.
Aber keine Sorge, wenn mir irgendwer das Handy klaut, dann kann er/sie noch lange keine Zahlungen mit meinem Swish von meinem Konto vornehmen. Zuallererst muss der- oder diejenige das Handy entriegeln. Das sollte aber eher eine der leichteren Übungen sein. Dann kann man die App durch Antippen einfach öffnen und eintragen, dass man (vorzugsweise an seine eigene Handynummer) eine Fantastillion „swishen“ will. Dass das klappt, ist aber natürlich reines Wunschdenken. Denn erstens habe ich ja schon einmal eine finanzielle Obergrenze gesetzt, die, wie sich sicherlich von selbst versteht, nicht sehr hoch ist. Zweitens kann man nur zwischen Handys „hin und her swishen“, die an dieses Geldtransfer-System mit ihrer Handynummer und natürlich ihrem Konto angeschlossen sind. Und Drittens muss man, damit der Vorgang auch wirklich ausgeführt wird, seine „mobile Bank-ID“ eingeben.
Diese Bank-ID ist wiederum eine App, die man auf dem Handy (oder z. B. auch auf dem Tablet) hat. Sie ist personengebunden. Man bekommt sie, wie der Name schon sagt, von seiner Bank. Alles mehrfach und gut abgesichert. Die mobile Bank-ID findet für viele unterschiedliche Dinge im Netz Anwendung. Man gibt damit sozusagen seine elektronische Unterschrift unter alle möglichen, ebenfalls elektronischen Dokumente. Man benutzt sie im Umgang mit Behörden, zum online-Banking, zur online-Bestellung von Medikamenten auf Rezept, man signiert seine Jahres-Steuererklärung, uvm.
Schon für diese zwei Apps brauche ich verständlicherweise ein Smartphone. Das Herunterladen und der Gebrauch beider Apps ist übrigens gratis. Aber auch für die Bezahlung von Fahrscheinen für Nahverkehrsmittel, oder von Parkgebühren nutzt man hier heutzutage größtenteils sein Handy.
Ja, ich weiß, das kann man alles auch sehr suspekt finden. Wir sind aber mittlerweile schon so daran gewöhnt, dass wir nicht mehr allzu viel darüber nachdenken. Das nennt sich wohl Fortschritt… Meine persönliche Ansicht hierzu ist ohnehin nicht gefragt. Ich kann mit der Zeit gehen, oder ich kann es lassen.