Weihnachten in Familie…

Familie, das sind in meinem (unserem) Fall hier in Schweden „nur“ wir drei. Mutti, Vati, Kind. 😀
Das „Kind“ ist mittlerweile schon 32 und lebt seit 13 Jahren nicht mehr daheim bei uns, glücklicherweise aber nur ca. 20 km entfernt. Da unser Sohn ein Einzelkind ist, bin ich sehr froh darüber. Sollte er jemals viel weiter weg ziehen wollen, dann wird mich das sicher nicht erfreuen, aber ich werde es natürlich absolut verstehen und akzeptieren können. Jeder hat sein Leben und muss es nach seiner Fasson leben. Meine Mutti war auch nicht unbedingt glücklich, als wir vor 15 Jahren nach Schweden gezogen sind.
Manchmal fühle ich mich zugegebenermaßen mittlerweile etwas einsam, was aber nicht bedeutet „allein“. Mit vielen unserer (unzähligen…) Verwandten waren wir uns nie wirklich nah, von anderen haben wir uns mit der Zeit entfernt – oder sie von uns. Meines Mannes und meine Eltern leben nicht mehr. Zu unseren Geschwistern besteht, mit Ausnahme meines Bruders, auch kein Kontakt mehr. Es bleiben also nicht viele Verwandte, mit denen wir unter den gegebenen Bedingungen öfter, geschweige denn „einfach mal so“ zusammensein können. Die große Familie ist mit den Jahren immer mehr geschrumpft. Nun ist fast nur noch der Kern übrig. Das Leben hat es wohl so gewollt.
Seit meine Mutti vor knapp vier Jahren gestorben ist, fühle ich, das unsere Familie nicht mehr „ganz“ ist. Mir kommt es vor, als ob wir viele einsame Seelen wären. Wir finden hin und wieder zusammen und die Wunden in unseren Herzen heilen notdürftig. Diese Heilung ist aber nicht von Dauer.
Am deutlichsten spüre ich „meine“ Einsamkeit zu Weihnachten. Es gibt keine großen Familienbescherungen und Familien-Weihnachtsessen mehr, kein ausgelassenes, frohes Beisammensein im größeren Familienkreis. Die gegenseitigen Besuche, dieses festliche „Sich-auf-Achse-Machen“ sind weg gefallen. Unser Sohn ist mittlerweile nur noch jedes zweite Jahr zum Weihnachtsabend mit uns zusammen.
Weihnachten in Familie hat eine andere Bedeutung bekommen…