Themenwoche 17.11.2018 – Kaminfeuer

Wenn Kälte im Wohnzimmer will nimmer sein,

kriecht sie in so manche Kleidung rein.

Und ist der Träger davon nicht erpicht,

er dann zum Holz holen nach draußen aufbricht.

„Sie an, es ist noch etwas vor Ort!

Das nehm ich schnell, bevor es ist fort“

 

Holz

Ab damit, in den Korb neben dem Kamin, dem kalten;

schnell soll sich das ändern und mit gutem Verwalten,

Holz für den Kamin

flackert bald das Feuer hinter dem Glas, dem klaren,

und wird auch lang die Wärme im Herzen bewahren.

Kamin 1

Und bin ich jetzt besonders achtsam und behüte sie gut,

wird sie niemals vergehen, die Herzensglut.

Ob die Glut im Kamin oder aber die im Herzen ist gemeint,

beide mit dem Wohlfühlgefühl der Menschen sind vereint.

Drum lass sie nie erlöschen, wenn sie dir ist wichtig,

ansonsten findet sich wieder die Kälte ein und macht dein Leben „gefühlt“ nichtig.

 

Ein für euch hoffentlich Herz erwärmendes Gedicht, das mir gerade eben, beim Anblick meiner Bilder oben, so einfiel.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende.

Was macht euer Feuer oder eure Glut?

 

Strandspaziergang

Wir gehen am Meer im tiefen Sand

Wir gehen am Meer im tiefen Sand,
Die Schritte schwer und Hand in Hand.
Das Meer geht ungeheuer mit,
Wir werden kleiner mit jedem Schritt.
Wir werden endlich winzig klein
Und treten in eine Muschel ein.
Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,
Und werden stets schöner, wie die Perlen tun.

Max Dauthendey (1867 – 1918)

Lieblingsgedicht

Ich gebe zu, es ist merkwürdig. Man sollte nicht zu sehr nach dem Sinn einzelner Zeilen suchen (obwohl das natürlich auch nicht verboten ist), sondern Klang und Rhythmus auf sich wirken lassen. Es ist von dem Dadaisten Kurt Schwitters (1887-1948):

Nächte
Gedicht 7

Innige Nächte
Gluten Qual
Zittert Glut Wonne
Schmerzhaft umeint
Siedend nächtigt Brunst
Peitscht Feuer Blitz
Zuckend Schwüle
O, wenn ich das Fischlein baden könnte!
Zagt ein Innen
Giert schwül
Herb Du
Duft der Braut
Rosen gleißen im Garten
Schlank stachelt Fisch in der Peitscheluft
Wunden Knie
Wogen Brandung Wonne
Wenn das Fischlein fliegen könnte
Ich umwoge
Innenjauchzt
Peitscht still Inbrunst
Überquillt schrill
Kniet Tau auf dem Fischlein
Es schlüpft seine Beinchen
Weiße Beinchen hat das Fischlein
Weiße Augen hat der Tod
Fest peitscht innig Nacht
Ich
Zerwoge
Bleicht müde
Blaut Qual Sonne

Kurt Schwitters
(1917/18)