Pfingsten und andere „Sommer“-Feiertage – Themenwoche 18.-24.05.2019

Wie Eulencamperin ja schon so schön geschrieben hat, wissen viele gar nicht, was wir da so immer im Sommer feiern.

Zumindest zu Pfingsten weiß ich ein wenig mehr, als dass wir da einfach mal so „freihaben“:

Das Wort Pfingsten kommt aus dem Griechischen und bedeutet 50 Tage. Und damit schließt sich unser christliches Pfingstfest direkt an das jüdische Wochenfest „Shavuot“ an. Shavuot ist eines der drei Pilgerfeste im Judentum, bei denen in der Vergangenheit nach Jerusalem gepilgert wurde. Josephus Flavius, ein jüdischer Geschichtsschreiber aus der Zeit der Antike schreibt über die Pilgerfeste, dass die Pilger auf dem Weg zum Tempel im Blut der Opfergaben gewatet sind. Heute gibt es keinen Tempel in Jerusalem mehr und auch keine Opfergaben. Aber die Pilgerfeste sind immer noch Anlass für sehr viele jüdische Touristen. Die beiden anderen Pilgerfeste sind Sukkot im Herbst (das Laubhüttenfest) und das Pessachfest im Frühjahr.

An Shavuot wird die Gabe der Thora gefeiert. Es ist ein sehr fröhliches Fest, an dem die Menschen sich weiß kleiden und viel Milchprodukte essen – vor allem Käsekuchen etc.

Gleichzeitig ist Shavuot auch ein Erntefest, denn im Nahen Osten wird um diese Zeit bereits der erste Erntezyklus beendet.

Und nun zurück zum christlichen Pfingstfest: An Pfingsten wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert, als der Heilige Geist an Shavuot auf die Apostel und Jünger herabkam.

Und damit fallen Pfingsten und Shavuot recht oft auf dasselbe Datum, so wie auch in diesem Jahr.

Und gestern wurde in Israel Lag BaOmer gefeiert, ein „Fest“, dass die Mitte zwischen Pessach und Shavuot markiert, und an dem in Israel sehr viele Lagerfeuer brennen. Was ich besonders gestern Nacht in Anbedacht der bei uns herrschenden Hitzewelle nicht so ganz nachvollziehen konnte 😉

Einmal Prag und zurück

Mein schlimmstes Reiseerlebnis beginnt 2012 in Jerusalem.

Ich weiß noch, dass es ein sehr heißer Sommer war. Ich war gerade vor wenigen Wochen von einer Dienstreise aus Istanbul zurück, zu der ich meine 1-jährige Tochter mitgenommen hatte. Meine Eltern waren so lieb, mit anzureisen und die Kleine über Tag zu nehmen. Sie wollten schon immer mal nach Istanbul. Es passte also recht gut.
Und die Kleine war unkompliziert, mit meinen Eltern die Abende waren schön. Und die Kollegen haben meine Eltern (natürlich auf eigene Kosten) sogar zweimal mit zum Essen genommen. Also rundum eine gute Sache. Plus, das Training war auch noch erfolgreich und hat Spass gemacht!

Nun war ich zur nächsten Dienstreise unterwegs. Diesmal sollte es für eine Woche nach Prag gehen. Und auch diesmal kamen meine Eltern nach Prag, um sich um die Kleine zu kümmern. Diesmal traf ich mich mit meiner Kollegin am Flughafen Tel Aviv, um gemeinsam zum Check-In zu gehen. Am Flughafen sahen wir bereits Teilnehmer des in Prag stattfindenden Workshops: junge israelische und palästinensische Führungskräfte. Ich sah, wie die Israelis locker durch die Kontrollen gingen, während die Palästinenser ausnahmslos ihre Koffer öffnen mussten. Damals geschah dies noch an Tischen vor aller Augen. Mittlerweile ist der Sicherheitscheck automatisierter und diskreter geworden.

Meine deutsche Kollegin, die einen israelischen Freund hatte, und ich standen in der Schlange vor der Sicherheitskontrolle, als eine Frau uns nach unseren Pässen fragte. Wir zeigten beide unsere Dienstpässe vor. Ich dazu den israelischen Pass meiner Tochter. Nun fing die Frau an, alle möglichen Fragen zu stellen, um herauszubekommen, ob mein Mann Araber oder Jude sei (direkt fragen dürfen sie nicht). Meine Kollegin hatte mittlerweile den (jüdischen) Namen ihres Freundes genannt und folgte den Israelis durch die Kontrolle. Die Kleine fing an, Rabatz im Kinderwagen zu machen, so dass ich sie auf den Arm nahm. (Dazu muss ich sagen, es handelte sich um einen Nachtflug, es war also mitten in der Nacht). Auf Grund des Namen meines Mannes entschloss die Sicherheitsfrau nun, dass wir wohl Araber seien und schicke mich zum Koffer öffnen. Dort nahm man sich extrem viel Zeit, bis ich an die Reihe kam. Und auch beim Koffer auspacken und alles genau untersuchen, nahm sich das Sicherheitspersonal diesmal extra viel Zeit. Selbst die palästinensischem Kollegen aus dem Westjordanland, die nur mit Genehmigung überhaupt den Flughafen in Tel Aviv nutzen dürfen, wurden schneller kontrolliert als ich. Mittlerweise schrie das Kind laut. Ich stand also vor dem Koffer, lief auf und ab und versuchte, die Kleine zu beruhigen. Irgendwann schlief sie dann auch auf meinem Arm ein. Da forderte eine Sicherheitsangestellte mich auf, mich doch bitte zu setzen, da sie mein Laufen störe. Ich erklärte ihr, dass dann meine Tochter wieder zu weinen anfinge. Da grinste sie mich an und sagte in ironischem Ton. „Tja, so ist das halt, wenn man mit Kindern reist“. Ich blieb stehen…

Kurz und gut, die Kontrolle war irgendwann erledigt, und mein Koffer bekam endlich den Unbedenklichkeitsstempel. Es war bereits zum boarding aufgerufen worden (obwohl ich 3 Stunden vor Flug am Flughafen war, so wie angeraten ist).

Nun ist es so, dass normalerweise, wenn man diese „VIP“ Behandlung bekommt, auch das Handgepäck (und in unserem Fall der Kinderwagen) gleich mitkontrolliert werden. Danach wird man zum einchecken und boarding begleitet, so dass man nicht noch einmal durch die Handgepäckskontrolle muss. Auch mein Handgepäck war bereits untersucht worden. Nun aber schickte mich die Sicherheitsbeamtin allein zum Schalter. Ich fragte noch, warum sie mich nicht begleite. Antwort: „Du musst noch zur Handgepäckskontrolle“. Dort dann in ziemlicher Hast angekommen, sagten mir die Leute dort: „Der Kinderwagen muss unten durch die Maschiene. Warum wurde das bei Dir denn nicht gemacht?“. Ich war kurz vor einem Zusammenbruch. Denn ich wurde bereits persönlich zum Flug aufgerufen. Da kam ein Mann um die Ecke, der wohl der Chef der Sicherheitsleute war und sah an Hand der Farbe, dass ich über einen Dienstpass verfügte. Er nahm sich meiner an, brachte den Kinderwagen persönlich zum Sicherheitscheck, rief beim Boarding Personal an, damit der Flug auch mich warte, und begleitete mich dann zum Flugzeug und half mir mit der Kleinen.

Hätte ich keinen Dienstpass gehabt, hätte ich den Flug verpasst…