Märchen – das Wochenthema

 

„Es war einmal …“
Bei einer Geschichte, die so beginnt,
handelt es sich meistens um ein Märchen.

Aber, was ist ein Märchen überhaupt? Im Wort „Märchen“ steckt das veraltete Gegenstandswort „Mär“, das soviel wie „Nachricht, Erzählung oder Kunde“ heißt.

Es hat sich vielleicht schon mancher die Frage gestellt:

Seit wann gibt es eigentlich Märchen?

Es wird vermutet, daß der Ursprung aus der Steinzeit kommt  oder zu Beginn des Mittelalters.

Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass Märchen überall dort entstehen, wo die Menschen magische Kräfte vermuten, Freude an fantastischen, übernatürlichen Geschichten haben und diese erzählen, um für Unterhaltung zu sorgen.

Kein Wunder also, dass die meisten Märchen einer Zeit entstammen, in der die Menschen weder lesen noch schreiben konnten.

Oft liest man bei einem Märchen als Schlusssatz: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“

 

Mir gefällt immer wieder das Weihnachtsmärchen….

Die Sterntaler

Ein Märchen nach den Gebrüdern Grimm

Es war einmal ein kleines Mädchen, dessen Vater und Mutter gestorben waren. Es war so arm, dass es kein Zimmerchen mehr hatte, um darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr, um darin zu schlafen.

Und irgendwann hatte es dann nichts mehr als seine Kleider am Körper und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm jemand aus Mitleid geschenkt hatte. Das kleine Mädchen aber war gut und fromm. Und weil es so einsam und verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus in die Welt.
Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.

Das kleine Mädchen reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dir’s“ und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „Es friert mich so an meinem Kopf, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da nahm das kleine Mädchen seine Mütze ab und gab sie dem Kind.
Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind. Das hatte kein Kleidchen an und fror; da gab ihm das kleine Mädchen seins. Und etwas weiter auf dem Weg, da bat ein drittes Kind um ein Jäckchen, das verschenkte das kleine Mädchen auch noch.
Endlich gelangte es in einen Wald. Es war schon dunkel geworden, da kam noch ein viertes Kind und bat um ein Hemdchen, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl auch dein Hemdchen abgeben“, und es zog sein Hemdchen aus und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel. Es waren plötzlich lauter harte blanke Taler. Und obwohl das kleine Mädchen sein Hemdchen weggegeben hatte, so hatte es plötzlich ein Neues an aus allerfeinstem Stoff.

Darin sammelte das kleine Mädchen die Taler

und war bis ans Ende seines Lebens reich.

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Bild von Pixabay

 

Das Märchen passt sehr gut in die Weihnachtszeit. Sterntaler erzählt von einem Mädchen, das zuerst auf sein Umfeld schaut, erst dann auf die eigenen Bedürfnisse.