Einmal ist keinmal?

Ich weiß nicht, wo bei mir die Grenze des Erträglichen oder Akzeptablen läge, was Untreue in der Partnerschaft angeht. Ich weiß es deshalb nicht, weil Untreue in meiner (unserer) nunmehr 34-jährigen Beziehung kein Thema war und ist. Ich mag mir allerdings auch nicht vorstellen, wie es wäre, wenn mein Mann mir untreu wäre. Es würde mit Sicherheit unendlich weh tun. Ich glaube, ein „Ausrutscher“ auf sexueller Ebene wäre unter Umständen verzeihbar. Ich würde vermutlich lange Zeit gewisse Bilder im Kopf haben. Und ich würde meinen Mann lange Zeit „von der Bettkante stoßen“. Wovor ich allerdings noch mehr Angst hätte, das wäre, dass mein Mann einer anderen Frau sein Vertrauen schenken würde, seine Gedanken mit ihr teilen und über seine Gefühle mit ihr sprechen würde. Wenn er Zeit mit ihr verbringen wollen würde. All das natürlich auf einer Ebene, die nur uns beiden gehört und uns vorbehalten ist. Das wäre der Punkt, an dem unsere Beziehung am Ende wäre. Ich könnte diesen Vertrauensbruch nicht vergessen und nicht verzeihen. Das müsste ich dann aber wohl auch nicht mehr, denn mein Mann hätte sich schon so weit von mir entfernt, dass es weder für ihn, noch für mich ein Zurück gäbe.
Im übrigen habe ich mir die Definition von Flirten noch einmal genau durchgelesen, damit hier keine Mißverständnisse aufkommen. Meiner Ansicht nach flirtet man nicht mit anderen, wenn man in einer intakten Partnerschaft lebt. Das tun wir beide nicht und deshalb gibt es bei uns auch keine Eifersucht. Genau das ist es, was ich an unserer Beziehung sehr schätze. Wir haben, wie in allen Partnerschaften, unsere Hochs und Tiefs. Bei uns geht es auch schon mal hoch her. Wir sind schließlich zwei Steinböcke. 😂 Aber nach weit über 12.000 gemeinsamen Tagen kann ich sagen, daß wir zusammenhalten, wie Pech und Schwefel. Und das macht mich glücklich. ❤