Zeit wird dann für einen wichtig, …

… wenn man anfängt, über sie nachzudenken. Und ich glaube, das man dies meist mit zunehmendem Alter tut. Ich zumindest. Seit gut zwei Monaten bin ich jetzt ein halbes Jahrhundert alt, ein sogernannter Best Ager, – aha – komischerweise geht für mich damit einher, dass die Zeit gefühlsmäßig für mich immer schneller vergeht. Oder ich kann sie einfach schlechter festhalten als früher. Die Zeit rinnt mir durch die Finger und das ist leider – für mich – nicht immer ein schönes Gefühl.

Uhr Fenster
Quelle: http://www.medium.com

Manchmal ertappe ich mich dann bei teils wehmütigen, teils amüsierten Gedanken an früher, an vergangene Zeiten. Zum Beispiel dann, wenn ich darüber nachdenke, dass …

– ich mit Mamas Essen gross geworden bin …
– ich Fahrrad und Mofa ohne Helm gefahren bin …
– ich Ohrfeigen kassiert habe, wenn ich frech war … (Und das war – ich gestehe – nicht so selten …)
– ich einen Fernseher mit nur drei Kanälen hatte (,okay, ab und zu habe ich als „vierten Kanal“ auch DDR I geguckt,) und ich musste zum Umschalten noch aufstehen!!! Unfassbar für heutige Fernbedienungs-Verhältnisse …
– ich Kassetten mit dem Bleistift aufgespult habe – Stichwort: „Bandsalat!“ (Wer kennt heute überhaupt noch Musikkassetten?!)
– die Geschäfte an Werktagen ab 18:00 Uhr und sonntags geschlossen hatten … Undenkbar, ich weiß.
– ich am Festnetztelefon gefragt wurde: “Wo bist du?“ – weil es keine Handys gab …

Und trotz allem habe ich überlebt! Ich glaube, ich bin so etwas wie eine Heldin. Und schon muss ich grinsen.

Verrinnende Zeit ist gar nichts Schlimmes. Selbst dann nicht, wenn sie manchmal wehtut. Man sollte die Zeit annehmen und versuchen, das Beste aus und mit ihr zu machen. Gestern, heute und vor allem JETZT.

Herbst, ja irgendwie bin ich noch gar nicht richtig „bei dir“

Irgendwie bin ich, glaube ich, noch gar nicht wirklich im Herbst angekommen.

Einmal, haben wir hier im Moment noch so schönes Wetter gehabt, wo man gemütlich bei Sonnenschein im „Warmen“ draußen am Rhein sitzen konnte und tagsüber noch keine Jacke brauchte. Und andererseits, liegt gerade wieder so vieles an, dass ich bisher wenig Zeit dafür hatte oder wenn ich sie hatte, dass ich es gar nicht richtig wahrgenommen habe, dass Herbst ist. Und das, obwohl ich neulich am Rhein, einige Kastanien eingesammelt habe, nachdem wir die Bank, die unter einem Kastanienbaum stand, verließen. Erste Herbstdeko, die nun auch auf dem Esszimmertisch einen Platz gefunden hat.

Anna war auch schon zu einem Erntedank-Gottesdienst mit dem Kindergarten von ihrer Urenkelin.

Trotz alledem – kein Herbstgefühl!

Aber wie schon geschrieben, es war auch ziemlich viel los mal wieder.

Besuche, die schon einen gewissen Rhythmus bekommen haben. Arzttermine, Wohnungsabnahme, Altersheimanmeldung für Kurzzeitpflege (bis da alles an Papieren, Vorgesprächen, Mediamente besorgen, Klamotten richten u. einige auch noch besorgen usw., erledigt war), zwischendurch auch noch ein paar Aufträge für die Firma erledigen, zwischendrin noch Kindergeburtstag u. eine Geburt, Gespräch mit dem neuen Mieter, Planen und Besprechen eines Umbaus in unserer Wohnung, Anträge stellen, ein Haufen Telefonate führen wegen verschiedener Dinge und mich jetzt am Ende noch auf meine Fahrt nach Berlin vorbereiten und einiges organisieren, dass zuhause alles rund laufen kann, in der Zeit, in der ich nicht da bin. Aber fast alles ist erledigt und sobald mein Koffer im Auto ist und ich auf dem Weg bin, kann ich abschalten.

Und dann komme ich sicher auch endlich im Herbst an. 😉 😀

Hm, es gibt schon eine ganze Weile Weihnachtssüßigkeiten, muss ich jetzt den Herbst eventuell überspringen? 😉