Frage der Woche vom 24.11.-30.11.2018

1900 Hausärzte gibt es in Schleswig -Holstein, ein Drittel davon hört binnen fünf Jahren aus Altersgründen auf. Die ärztliche Versorgung auf dem Land muß neu überdacht werden. In anderen Bundesländern sieht es ähnlich aus.

Die jüngere Generation an Ärzten möchte Planungssicherheit, geregelte Arbeitszeiten, dass Angestelltenverhältnis ist gefragt. Um die ärztliche Versorgung auf dem Land  für die Zukunft zu sichern, ist die Behandlung über das Internet eine Möglichkeit, so sagt es unser Gesundheitsminister aus SH, Heiner Garg.

Zitat:

„Sie können die Nähe und Empathie eines Arztes nicht ersetzen, aber eine Brücke zwischen ambulanten und stationärem Sektor bauen“, meint er.“Daher empfiehlt sich eine stabile Internetverbindung“.

Hier nun meine Frage:

Ärztliche Versorgung über das Internet, ist das unsere Zukunft?

 

Für nächste Woche möchte ich Struppi-2009 fragen, hast Du Lust und Zeit uns eine Frage zu stellen? Bitte kurzes Piep von Dir!

17 Gedanken zu “Frage der Woche vom 24.11.-30.11.2018

  1. Ich habe eh kaum gute Erfahrungen mit Ärzten, aber übers Internet mit (m)einem Arzt zu kommunizieren setzt dem Ganzen für mich noch die Krone auf.
    Sicherlich haben Landärzte mehr zu tun als andere Doktores. Aber könnte man dem nicht mit Gemeinschaftspraxen und besserer Vergütung für zB. Hausbesuche entgegen wirken?
    Ärztehäuser in größeren Orten, wo alles unter einem Dach ist würden da greifen wo des Landarztes Möglichkeiten erschöpft sind.
    Für mich gehört die Prüfung der Vitalzeichen zu jedem Artzbesuch. Aber wie möchte der Arzt oder seine Helferin mir via Internet den Pils fühlen? Den Blutdruck messen?
    Hat überhaupt jeder die Möglichkeit den Doktor via Internet zu „konsultieren“? Ich finde es schon schlimm per Telefon den ärztlichen Notdienst zu kontaktieren. Da wird minutenlang diskutiert, gefragt, vorgeschlagen u.s.w. bis endlich entschieden wird einen Arzt zu schicken. Und der stellt alle Fragen noch einmal. Ich habe schlimme Erfahrungen vor allem während meiner Berufstätigkeit damit machen müssen. Ich denke nicht, dass ein Arzt via Internet Sinn ergibt.

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    • Die Frage ist ja auch, ist Internet für alle verfügbar, so gut ist das Netz in Deutschland nicht ausgebaut. Was ist mit älteren Leuten die überhaupt kein Internet kennen?
      In Büsum läuft ein Modell, da hat die Gemeinde das erste bundesweite kommunale Ärztezentrum eingerichtet. Dort sind 6 Ärzte angestellt. Verwaltungsaufgaben übernimmt die Ärztegenossenschaft Nord. Dort ist der Arzt nur Arzt mit festen Arbeitszeiten. Das wäre ja schon mal eine Lösung.
      Ein großes Problem in unserem Land ist auch das Buget, dass unseren Ärzten Grenzen setzt. Den Ärzten wird vorgeschrieben wie das Buget aufzubrauchen ist, verschreiben sie mehr Medikamente und Behandlungen als die Richtgrößen vorgeben, bleiben sie auf den Kosten sitzen.
      Ich habe den unten stehenden Kommentar von Berta gelesen, in anderen Ländern funktioniert die ärztliche Versorgung übers Internet. Ich persönlich kenne da nichts davon, doch man wird sehen wie sich im eigenen Land alles entwickelt.

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      • Ja, die Frage der Möglichkeit habe ich in meinem Kommentar ja auch gestellt.
        Ich plaudere jetzt mal aus dem Nähkästchen: eine Person die unentwegt schrie wurde plötzlich still. Man maß den Blutdruck, den Puls und die Temperatur. Es stellte sich heraus, dass die Person erhöhte Vitalzeichen (Temperatur, Blutdruck und Puls) hatte. Also riefen wir den behandelnden Arzt /Ärztin, welche(r) sich allerdings nicht die Mühe machen wollte (trotzdem der Arzt/ Ärztin in der Nähe war) den / die Patienten / Patientin persönlich aufzusuchen, sondern uns zu verstehen gab dass es doch „mal ganz angenehm sei, wenn diese Person nicht schreien würde“ Man würde die Person wohl am nächsten Tag mittags zur Visite aufsuchen, bis dahin sollten wir die Person „weiter beobachten“. In der Nacht verstarb die Person an einer akuten Lungenentzündung, auch der Nachdienst hatte sie weiter „beobachtet“, auch zwischenzeitlich immer wieder die Vitalzeichen gemessen. – – –
        Nur mal so erzählt wie es sein kann – weil schon so erlebt.

        Wenn ich nur Medikamente brauche die ich eh immer nehmen muss, genügt ein Anruf in der Praxis. Das Rezept wird ausgestellt und an die Apotheke gefaxt, die mir dann die Pillen via Boten liefert. Habe ich andere Probleme erhalte ich telefonisch einen Termin für die Praxis – oder der Arzt kommt am Nachmittag zu uns nach Hause. Das alles ist mir wesentlich lieber als via Internet mit dem Azrt zu reden, zumal mein PC nicht einmal eine Kamera besitzt und ich mir wegen solch dummer Ideen keinem Smartphone-Zwang aussetzen werde. Oder zahlt die Krankenkasse jedem Patienten so einen Mini-Monitor inklusiver der „Unterhaltskosten“? Sicherlich nicht. Also kann man sich dem Kram auch sparen.
        Und wenn ich an die Dörfer denke, wo der Ärztemangel als erstes greift wundere ich mich noch mehr über solche spinnerten Ideen. Landflucht! Wer zieht denn vom Land in die Stadt? Die alten Leute vielleicht? Nein, die bleiben dort. Ohne PC, ohne PC-Kenntnisse, ohne Internetanschluß und falls doch: 8000er Leitung? Heute angeklickt, morgen bereit? Vielen Dank!

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        • Deine erzählte Begebenheit hat ein tragisches Ende genommen- und da wäre ärztliche Hilfe in der Nähe gewesen. Am Ende hat es das Leben gekostet. Ich denke Du hast im Berufsleben und auch privat viel erlebt und den Glauben an der Arzt teilweise verloren.
          Vorstellen kann ich es mir auch nicht, zumal ja gerade alte Leute oftmals kaum Kenntnis vom PC haben, doch wer weiß, wie es in ein paar Jahren aussieht, denn sicher sprechen wir nicht von heute und morgen.

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          • Ach Biene, solche Vorfälle gab es viele.
            Warte ab, unsere „zukunftorientierten“ Politiker werden genau das als erstes Ziel anvisieren, danach kommen die Pflegeroboter. Denn das alles ist doch aus finanzieller Sicht langfristig sehr viel günstiger als Menschen zu beschäftigen und Patienten menschlich zu behandeln.

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            • Manchmal bin ich froh ein Großteil meiner Lebensjahre schon gelebt zu haben. Unsere Kindheit war frei von Krieg, draussen wurde gespielt und miteinander, frei von abhängig machender Technik. Und es gab Freizeit draußen viel mehr als sich heute ein Kind noch vorstellen kann.
              Später werden wir dann mal von der guten alten Zeit reden die wir heute leben. Wer weiß wohin sich alles entwickelt.

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            • Ich denke, da hast du völlig Recht, liebe Rika. Denn egal, was ich in meinem Kommentar geschrieben habe: Das, was ich mir wünschen würde und das, was ich mit Sicherheit kommen sehe, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Deshalb habe ich auch versucht, so sachlich wie möglich zu bleiben. Ich denke, solange wir eine Wahl haben, ist alles gut. Aber ich sollte wohl eher schreiben „… eine Wahl hätten“, denn wir haben sie nicht. Die Entscheidungen werden immer zuallererst und hauptsächlich aus finanziellen Gesichtspunkten getroffen. Der Mensch kommt irgendwann später und spielt nur eine untergeordnete Rolle.

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  2. Ich will versuchen, ganz nüchtern und emotionslos und ohne persönliche Wertung auf die Frage zu antworten.
    Ich denke, ärztliche Versorgung über das Internet wird unweigerlich ein Teil unserer Zukunft sein. Ich habe keine Ahnung, wie der derzeitige Stand in Deutschland ist, kann aber sagen, dass der „Arztbesuch“ übers Internet in Schweden schon praktiziert wird. Es ist bis dato die freie Entscheidung des Patienten, ob er diesen Weg wählt. Allerdings laufen Arztbesuche generell etwas anders ab, als in Deutschland.
    Ich will es zum Verständnis kurz erklären:
    Wenn ich mich heute so krank fühle, dass ich meine, einen Arzt besuchen zu müssen, dann rufe ich in der „Vårdcentral“, die einer Gemeinschaftspraxis, eher aber noch einer Poliklinik in der DDR ähnelt, an. Ich bekomme die automatische Ansage, um welche Uhrzeit mich eine Schwester zurückruft. Wenn diese das dann tut, dann fragt sie mich nach meinen Symptomen und sagt mir, um welche Uhrzeit ich einen Arzttermin habe (oder vielleicht nur von einer Krankenschwester behandelt werde, wenn das ausreichend ist). Das finde ich sehr gut so, denn dann fahre ich so, dass ich pünktlich in der Vårdcentral bin und treffe auch binnen weniger Minuten meinen behandelnden Arzt. Er holt mich im Wartezimmer ab und begrüßt mich mit Handschlag.
    Wenn ich den Internet-Arztbesuch wähle, dann bekomme ich eine Uhrzeit genannt, zu der ein Arzt per Video mit mir kommuniziert. Dem voraus geht ein Chat, in dem ich als Patient gefragt werde, ob diese „Art der Behandlung“ für mich erst einmal ok ist. Das heißt ja noch nicht zwingend, dass ich gar keinen Arzt live zu Gesicht bekomme. In dem Video-Chat mit dem Arzt wird lediglich entschieden, wie es weitergeht. Ob und wann ich einen Arzt treffe, ob ich zur Blutabnahme, zum Ultraschall oder weiß der Geier zu welcher Untersuchung/Behandlung muß. Der Arzt kann mich aber auch so schon krank schreiben und/oder mir Medikamente verschreiben.
    Ich persönlich bin noch nicht so alt/krank, dass eine Videokonferenz mit einem Arzt für mich absolut nicht in Frage kommt. Das kommt wohl immer auf die Art meiner Erkrankung an. Ich „spare“ mir eventuell den Weg zur Arztpraxis (Vårdcentral – für mich gute 20 km einfache Fahrstrecke) und zurück, wenn ich zum Beispiel nur eine Krippe habe und für einige Tage eine Krankschreibung benötige. Übrigens brauche ich diese hier in Schweden erst, wenn ich länger als fünf Arbeitstage krank bin. Bis zu fünf Arbeitstagen entscheide ich in der Regel selbst, ob ich arbeitsunfähig bin, oder nicht. Und jeder Arztbesuch – auch die Konsultation des Arztes per Videochat – kostet mich 100 Kronen (ca. 10 Euro).
    Ob man immer Anspruch auf einen persönlichen Hausbesuch des Arztes hat/haben wird, das entscheidet wohl wieder einmal allein das Geld. Kann ich mir den Luxus einer privaten Krankenversicherung bis ins hohe Alter leisten, dann muß ich mir diesbezüglich vermutlich keine Sorgen machen. Soviel zum gleichen Recht für alle…

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    • Mit Interesse habe ich jetzt Deinen Kommentar gelesen und es war interessant zu erfahren, wie die ärztliche Versorgung in anderen Ländern läuft. Und es scheint ja zu funktionieren. Nun bin ich kein Experte und kann keine genaue Auskunft geben inwieweit unser Netz überhaupt ausgebaut ist. Doch so schlimm las sich das nicht für mich was Du geschildert hast. Lies bitte auch mal in dem Kommentar den ich an Rika geschrieben habe, dort habe ich noch ein Modell beschrieben, wie es zur Zeit in Büsum läuft. Dann brauch ich mich hier nicht wiederholen.

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  3. Nachdem ich eure Kommentare gelesen habe, auch Berta´s wie es dort schon teilweise übers Internet läuft, könnte ich mir vorstellen, dass kleinere Dinge evtl. tatsächlich über solch einen Video-Chat laufen könnten. Allerdings müsste das auch weiterhin in der freien Entscheidung des Patienten liegen, wie es bei Berta im Moment so ist.
    Es wird auch noch in vielen Jahren Leute geben, die mit dem Internet und dem anderen „Gedöns“ nicht zurecht kommen. Wenn es dann nicht mehr freiwillig ist und nur noch so geht, dann sehe ich schwarz. Ich hoffe, dass sich das nicht ganz durchsetzen kann und ich glaube, dass es immer ein paar Ärzte geben wird, die es anders machen. Allerdings werden die dann vollkommen überlaufen sein.
    Ich wäre froh, wenn ich das nicht mehr miterleben muss.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es ganz ohne einen direkten Arztbesuch geht. Nicht alles lässt sich ja übers Internet diagnostizieren.

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    • Sicher wird man sich dem „Fortschritt“ nicht verschließen können, doch oftmals bleibt der Mensch auf der Strecke, weil das Geld wichtiger ist. Ich erlebe es ja jetzt schon teilweise, dass manche Praxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen, weil sie einfach überlastet sind.
      Da könnte ich mir eher das Modell von Büsum vorstellen, was ich im Kommentar an Rika beschrieben habe, das wäre doch eine gute Möglichkeit, um die ärztliche Versorgung aufzufangen.
      Auf der anderen Seite können wir uns ja nicht beklagen, ich bin froh eine Krankenversicherung zu haben, gerade als ich lange Zeit sehr krank war, weiß man das zu schätzen und auch habe ich in der Zeit mit den Ärzten gute Erfahrungen gemacht.

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  4. Sicher wird es eines der Zukunftsmodelle sein. Schon heute ist der Landarzt kaum noch vorhanden und das wird sich wohl weiter verschärfen.

    Auf der Strecke bleiben dabei wieder alte Menschen, deren wenige Kontakte mit der Außenwelt eben ein Besuch bei ihrem Hausarzt ist. Jedoch werden die heranwachsenden Generationen, die eh nur noch auf ihr Smartphone starren und sonst keine Kommunikation mehr anstreben, das als völlig normal betrachten.
    Oh die herrliche neue digitale Zeit. 😥

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    • So sehe ich das auch. Gerade alte Menschen auf dem Land werden immer mehr von der Versorgung abgeschnitten, egal ob mit Lebensmittel oder in Zukunft auch mit der ärztlichen Versorgung. Da wird dann so manch alter Mensch weiter Auto fahren, obwohl er nicht mehr kann und vielleicht auch nicht mehr dürfte, um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen.
      Dann muß man halt in die nächste Stadt fahren wenn man einen Arzt braucht….wenn die dann noch Patienten annehmen.

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